Archiv für den Monat Dezember 2012

Sinister


Das letzte erfolgreiche Buch des TrueCrime-Autors Elliot Oswald liegt nun schon einige Jahre zurück und langsam stellen sich Geldprobleme ein. Als letzten verzweifelten Schritt zieht er in ein Haus in dem eine ganze Familie ermordet wurde und über dessen Tod auch sein nächster Roman handeln wird. Während der Rest der Familie nichts von der dunklen Vergangenheit des Hauses ahnt beginnt Elliot Nachforschungen anzustellen. Auf dem Dachboden entdeckt er eine mysteriöse Kiste mit Super8-Bändern die allesamt reale Exekutionen von unschuldigen Familien zeigen. Je tiefer Elliot gräbt desto mehr verstrickt er sich in einem düsteren Geflecht aus Mord und Okkultismus und bald schon ist auch seine eigene Familie in Gefahr. Oder sind die übersinnlichen Phänomene nur Resultat seines erhöhten Whiskey Konsums…

Puh, war das gruselig, schon lange habe ich mich im Kino nicht mehr so gefürchtet (und das sogar trotz kichernder Teeny-Girls um mich herum). Sinister hatte mich vor einem halben Jahr mit dem tollen Trailer schon in seinen Bann gezogen und auch die positiven Rückmeldungen über Twitter und Co. blieben nicht aus. Schön das sich der Hype mal wieder als gerechtfertigt herauß gestellt hat.

Sinister ist im Endeffekt recht klassischer Grusel-Horror, vermischt das Ganze aber mit dem derzeit so beliebten FoundFootage-Einflüssen. Die Super8-Rollen die Elliot auf dem Dachboden findet stellen zuerst normale Ausschnitte aus dem Leben der Familien und Ihre anschließende Hinrichtung dar. Diese Sequenzen sind extrem bedrückend und realistisch, wird hier doch auch vor Kindern nicht halt gemacht. Ertränken, verbrennen, aufschlitzen, man gibt sich in Sachen töten vielfältig. Doch auch wenn Sinister zum „normalen“ Film zurückschwenkt bleibt die bedrückende Stimmung. Wie im Genre üblich zieht die Spannungsschraube immer weiter an, der Zuschauer hat in den kurzen Tag-Sequenzen immer weniger Zeit zum verschnaufen und um sich mit den Protagonisten für die nächste Nacht zu wappnen. Sobald das Tageslicht verschwindet und Elliot den seltsamen Geräuschen im Haus nachgeht (keine Ahnung warum in Horrorfilmen nie mal jemand das Licht anmacht), herrscht beim Zuschauer extreme Anspannung. Man scannt das Bild geradezu nach Unregelmäßigkeiten; war dort gerade ein Gesicht hinter Elliot oder hat sich die Tür da gerade von alleine geöffnet?! Neben den gut gesetzten JumpScares sind es die Kleinigkeiten im Hintergrund die zu beängstigen wissen. Nichts ist schlimmer als die Fratze im Gebüsch die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Der Boogeyman ist dazu extrem cool gemacht und bleibt auch nachhaltig im Gedächtnis. Schön das Sinister auf unnötige Splatter-FX verzichtet, die Greultaten auf den Super8-Bändern passieren größtenteils im Off und sind dadurch sogar noch effektiver.

Vom Handwerklichen her kann Sinister also schon mal auf nahezu ganzer Linie überzeugen, einziger Kritikpunkt ist für mich das vorhersehbare Finale. Mittlerweile ist es ja Standard im Horrorgenre dass es so gut wie nie ein HappyEnd gibt (und mal ehrlich, wer will das schon sehen?!), so können Genre-Kenner den Ausgang der Geschichte schon recht früh vorhersagen. Das tut der Spannung aber keinen wirklichen Abbruch, wissen doch auch die Schauspieler auf ganzer Linie zu überzeugen. Der Focus liegt natürlich auf Ethan Hawke als unter Druck stehender Autor, der den Spagat zwischen liebenden Familienvater und manischem Schreiberling mit Bravour meistert! Oft fühlt man sich an Jack Nicholsons Darstellung aus Shining erinnert, ohne jedoch an dessen Bösartigkeit heran zu reichen. Nur Vincent D’Onofrios Auftritt als Rat gebender Professor für’s Okkulte wirkt etwas übertrieben und hätte meiner Meinung auch gut wegfallen können.

Sinister setzt dem schon tollen Insidious noch eins dauf, ist ersterer doch über die komplette Laufzeit düster und gruselig und verärgert den Zuschauer nicht mit einem unnötig humorvollen Ghostbusters-Ende. Die Vorschusslorbeeren wurden zu Recht verteilt, stellt Sinister nun den Abschluss eines äußerst spannenden Horror-Jahres dar. Altmodischer Horror trifft neumodisches FoundFootage, eine Fest für Freunde des gepflegten Gruselns!

Punkte: 8/10

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Zuletzt gesehen…

Beasts of the Southern Wild 6/10

Der Trailer hatte mich damals total verzaubert, leider hatte ich Beasts of the Southern Wild dann auf dem FFF verpasst. Schön dass es der Film dann doch auch noch regulär in unsere Kinos geschafft hat, doch leider muss ich sagen das mich der Film jetzt nicht wirklich restlos begeistern konnte. Klar die Schauspieler (die ja keine sind) spielen herrlich authentisch, die kleine Hushpuppy ist ein Traum und der Score ganz wunderbar aber ich fand einfach keinen Zugang zur Geschichte. Seien es die Geschehnisse oder die Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander, ich fühlte mich als Zuschauer immer außen vor. Das ist wirklich schade, wie gesagt, handwerklich ist Beasts of the Southern Wild an sich wirklich ganz toll gelungen.

Die Hard 7/10

Zu recht ein Klassiker, Bruce Willis Barfuß und im Unterhemd allein gegen die Gangster ist schon eine coole Sau ;D Für heutige Verhältnisse sind einige Sachen aber ziemlich doof, zum Beispiel der Polizeichef der auf niemanden hören will oder die FBI-Typen die auch keinen wirklichen Plan zu haben scheinen. Ein schöner 80er Jahre Actioner den man immer mal wieder in den Player schieben kann, mein Highlight der Serie bleibt aber Teil 3.

The Funhouse 6/10

Typischer Old-School Horror nach bekanntem Schema, der aber durch die coole Location und ein nett gemachtes Monster punkten kann. Die Hauptdarstellerin hätte ein wenig niedlicher ausfallen können. Irgendwie sieht die aus wie 15 und man ist schon peinlich berührt wenn die in den ersten 5 Minuten direkt blank zieht. Nun ja, etwas mehr Blut hätte auch dabei sein dürfen, The Funhouse kommt die meiste Zeit einfach zu zahm rüber. Kann man sich trotzdem mit in die Sammlung stellen.

Watchmen 10/10

Mit seinen 3 1/2 Stunden ist der Ultimate Cut schon ein ganz schönes Monster, die zusätzlichen Szenen fügen sich aber wunderbar in den Film ein. Generell ist Watchmen einer meiner absoluten Lieblinge! Spannend, stylisch und mit einem Score zum niederknien!

The Hobbit 8/10

Zugegeben, ich war zu Anfang etwas skeptisch, aber nach den etwas zähen ersten 30 Minuten hatte Peter Jackson mich dann doch wieder gepackt. Der Hobbit ist ganz großartige Fantasy-Abenteuer Unterhaltung, kurzweilig und mit tollen Bildern versehen. Die Ergänzungen zum Buch (Albino-Ork) fand ich passend und rundeten die Verfilmung angenehm für’s Kino ab. An das extrem scharfe Bild muss man sich zwar erst gewöhnen, letztendlich hat mir der erhöhte Detailgrad aber wirklich gut gefallen. Man merkt das der Hobbit für ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, sei es durch seinen Humor oder die generell Leichtigkeit der Geschichte im Vergleich zum Herr der Ringe. Es fehlte mir etwas an Epik, was das Buch aber nun mal auch nicht unbedingt hergibt. Doch in der letzten Hälfte kam dann doch nochmal die altbekannte HdR-Magie auf und so kann man sich endlich mal wieder 1 (oder sogar 2) Jahre auf die Fortsetzungen freuen.

The Haunted World of El Superbeasto 6/10

Ich liebe fast alles was Rob Zombie raußbringt und ich mochte auch die El Superbeasto Comics sehr, mit der Verfilmung werde ich aber irgendwie nicht wirklich warm. Die Zeichnungen erinnern mich zu oft an Spongebob und Sex und Titten stehen viel zu sehr im Vordergrund. Nichts gegen ein wenig Nudity, aber wenn einem im Minutentakt Comic-Brüste ins Gesicht springen wird es irgendwann langweilig. Schade eigentlich, denn der Film bietet einige witzige Ideen wie z.B. einen Begleitsong der nur besingt was gerade auch auf dem Bildschirm zu sehen ist. Auch die Zombie-typischen Film-Hommagen kommen nicht so kurz und so gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Horror-Charakteren. Trotzdem, nur knapp über dem Mittelmaß!

The Day

5 Überlebende der großen Katastrophe ziehen durch eine karge Landschaft, immer auf der Hut vor neuen Angriffen. Von Hunger und Angst getrieben suchen sie Zuflucht in einem heruntergekommenen Haus, in der Hoffnung hier ein wenig zu Ruhe zu kommen. Doch der Frieden währt nicht lange, stellt sich das Haus doch als tödliche Falle herauß. Ein Kannibalen-Clan hat schon ein Auge auf die Gruppe geworfen und ist nicht gewillt seine Beute wieder ziehen zu lassen.

Mal wieder so ein Endzeitfilm werden sich viele denken und liegen im Endeffekt gar nicht mal so falsch. The Day erfindet das Rad nicht neu, stellt die Welt nach dem Ende der uns bekannten Zivilisation aber in einer selten da gewesenen Intensität dar. Das beginnt schon bei der Bildgestaltung, ist der Film bis auf wenige Ausnahmen nahezu komplett farblos in Schwarz/Weiß dargestellt. Das sieht nicht nur schick aus sondern spiegelt auch schön die Trostlosigkeit in der sich die Gruppe bewegt wieder. Hoffnung scheinen die meisten schon lange nicht mehr zu haben, man dämmert nur noch so dahin und hat sich mehr oder weniger mit dem baldigen Tod abgefunden. Die Charaktere sind interessant und haben ihre Macken und Kanten, wirkliche Überraschungen sucht man aber vergebens. Der Anführer, der Kämpfer, die Einzelgängerin… Nach der Apokalypse scheint jede Gruppe wohl aus den gleichen Stereotypen zu bestehen. Wo wir gerade bei Apokalypse waren, was genau das Ende der Zivilisation gebracht hat wird in The Day nicht erwähnt. Die Geschehnisse spielen ca. 10 Jahre nach dem Tag X, so bleibt uns auch das hinterhergeheule nach der guten alten Zeit größtenteils erspart.

Größte Bedrohung in der neuen Welt scheinen Kannibalen-Clans zu sein die Jagd auf alles machen was nicht zu ihrer Sippe gehört. Erfreulicherweise werden die Gegenspieler nicht als blutrünstige Monster dargestellt, sondern als „normale“ Menschen, die einfach nur einen anderen Weg gewählt haben um in der Welt zu überleben. Teilweise schafft es The Day sogar Verständnis und Mitleid für die Kannibalen aufkommen zu lassen was zu einigen äußerst intensiven Szenen führt. Immer wieder fragt man sich als Zuschauer ob man selber den vermeindlich einfacheren Weg des Kannibalismus ausschlagen würde.

The Day legt sofort los! Nach einer kurzen Einführung der Charaktere, tappt man schon in die Falle und das ganze wandelt sich zu einem Belagerungsfilm a la Das Ende. Die Spannungsschraube wird kontinuierlich weiter angezogen und es gibt einige Storytwists und Opfer mit denen man nicht gerechnet hätte. Schön dass das „Nobody is save“-Feeling aus The Walking Dead langsam die Runde macht. An Blut gibt es auch einiges zu sehen, die FSK 18 Freigabe ist gerechtfertigt, allerdings driftet das Ganze nie ins Selbstzweckhafte ab. Leider gibt es auch wieder das ein oder andere unsinnige Verhalten von bestimmten Personen zu bemängeln. Wenn man schon am Arsch ist, warum hält man dann nicht zusammen?! Außerdem ist es schon komisch, dass wenn es darauf ankommt zielgenau geschossen werden kann, in vermeintlich einfache Ziele aber 3-4 (mehr als rare) Kugeln gepumpt werden. Na ja, da wollen wir mal großzügig drüber hinweg sehen.

The Day ist ein äußerst spannender Endzeit-Thriller geworden den ich zu gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte (lief ja dieses Jahr auf dem FFF). Die Schauspieler machen ihre Sache gut, auch wenn die gesamte Cast mir irgendwie zu jung wirkte. Der Film kann allen Genre-Fans also nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Punkte: 8/10

Treevenge

Durch einen ReTweet von @scottEweinberg wurde ich gerade auf diesen herrlich durchgeknallten Kurzfilm von Jason Eisner (Hobo with a Shotgun) aufmerksam! Das Teil rockt einfach, versprüht eine ziemlich coole 80er Atmosphäre und wird zum Ende hin noch verdammt blutig! Herrlich!

Damit allen Lesern schonmal frohe Weihnachten und passt auf wenn Ihr die Geschenke unter’m Weihnachtsbaum her holt…

Treevenge from jasoneisener on Vimeo.

Aftershock Trailer

Frisch aus den Weiten des Internets hier der Trailer zu Aftershock, dem neue Horror-Katastrophen-Mischmasch unter Beteiligung von Hostel-Guru Eli Roth. Es geht mal wieder um eine Gruppe Amis die in Chile Urlaub machen und dort Opfer eines verheerenden Erdbebens werden. Doch damit nicht genug, flüchten dadurch doch aus der benachbarten Haftanstalt diverse Schwerstkriminelle, die natürlich nichts besseres zu tun haben als Jagd auf die unschuldige Bevölkerung zu machen. Na ja, der Trailer sieht jetzt nicht all zu spannend aus, allerdings konnte Aftershock einige wirklich gute Kritiken von seiner Premiere auf dem TIFF einheimsen. Lassen wir uns überraschen, wobei der Katastrophen-Part weitaus interessanter klingt als die nachfolgende Slasher-Hatz durch die zerstörten Straßen.

The Baytown Outlaws

Als eines Tages die heißblütige Celeste an der Tür der WhiteTrash-Killer Lincoln, McQueen und Brick Oodie klopft ahnen die 3 Brüder noch nicht welches Chaos auf sie zukommt. Celeste bittet das durchgeknallte Trio einen Jungen aus aus der Gewalt ihres Ex-Mannes und Drogenbosses Carlos zu retten. „Nichts leichter als das!“ denkt man sich und macht sich ziemlich planlos auf den Weg. Der Coup gelingt, doch leider vergessen die Oodies Carlos den finalen Kopfschuss zu verpassen und so haben sie schon nach wenigen Stunden eine Meute blutrünstiger Killer am Schlapp hängen.

Nicht nur das The Baytown Outlaws einen recht vielversprechenden Trailer aufweisen kann (was ja im Endeffekt nicht viel zu sagen hat), nein, ihm gebührte dieses Jahr sogar die Ehre der Abschlussfilm des Fantasyfilm Fests zu sein. Alle die ihn dort verpasst haben mussten aber Gott sei Dank nicht all zu lange warten, denn seit Anfang Dezember liegt der Film ungeschnitten auf DVD und BD in den hiesigen Kaufhäusern aus.

Eigentlich schreit ja alles nach einem neuen Kultfilm. Drei abgefuckte Rednecks kidnappen ein behindertes Kind und werden dabei von allerlei bekloppten Gangs verfolgt. Vielleicht ist dieses greifen nach dem erstrebenswerten Kultstatus was The Baytown Outlaws letztendlich das Genick bricht. Ok, vielleicht ist der Genickbruch-Vergleich jetzt doch ein wenig überzogen, der erhoffte Hit ist es aber nicht geworden. The Baytown Outlaws schmeißt einfach zu viel in einen Topf ohne wirklich mal etwas auszuführen oder vernünftig zu Ende zu bringen. Angefangen bei den Oodie-Brüdern die einen coolen Spruch nach dem anderen raußhauen und ab und an das Herz am rechten Fleck haben, letztendlich aber ziemlich kompromisslose Killer sind. Weiter geht es mit den verschiedenen Gangs die sich an die Fersen der Truppe heften… Sexy Assassinen-Girls, MadMax-Verschnitte und Killer-Indianer hören sich auf dem Papier vielleicht cool an, sind im Film aber viel zu wenig ausgearbeitet. Sie treten auf, prügeln sich mit den Oodies und werden von diesen platt gemacht. Warum hat man diese nicht als wirkliche Bedrohung oder Gegenspieler etabliert? Besonders in dieser Beziehung wäre bei The Baytown Outlaws wirklich potential gewesen. Auch die Idee mit dem behinderten Rob den die Jungs einer schmachtenden aber blass bleibenden Eva Longoria zurück bringen wollen ist zwar halbwegs neu, die gefühlsduseligen Szenen in denen die WhiteTrash-Brüder ihre weiche Seite dem Kind gegenüber zeigen wirken aber ein wenig aufgesetzt. Nur Billy Bob Thornton als schmieriger Drogendealer weiß mit gekonntem Overacting komplett zu gefallen, bekommt dafür aber leider zu wenig Screentime.

Auf der Haben-Seite kann The Baytown Outlaws aber einen ziemlich rockigen Soundtack aufweisen (Free Bird kommt generell immer gut) und besonders die stickige Südstaaten Atmosphäre weiß zu gefallen. Ich mag ja Filme die in dieser schwülen und nahezu klebrigen Gegend spielen. Auch die Action kommt nicht zu kurz, es wird geballert und gekloppt das sich die Balken biegen. Das ab und an ein wenig CGI-Blut spritzt nervt zwar ein wenig ist aber zu verschmerzen. Wirklich schlecht ist der Film nicht, auch wenn der vorherige Absatz vielleicht etwas arg negativ rüber kommt. The Baytown Outlaws langweilt nicht und weiß über seine komplette Laufzeit angenehm zu unterhalten, leider fehlen diese gewissen Aha-Momente die dann einen wirklich guten Film ausmachen. Vom FFF hatte ich eigentlich nur positive Kritiken gelesen, in einem vollem Kino mit Gleichgesinnten wirkt er garantiert auch besser, zu Hause reicht es leider nur zu einem netten B-Movie mit verschenktem Potential.

Punkte: 6 von 10

Rob Zombie Live in Bochum

Bälle
Nachdem ich Rob Zombie letztes Jahr in Hamburg in einem recht kleinen Laden gesehen hatte, bekam ich nun endlich mal die Gelegenheit eine seiner großen Shows zu erleben. Zusammen mit Marilyn Manson machte er mit der Twins of Evil Tour auch in Bochum halt und zog ein recht buntes Publikum in die RuhrCongress Halle. Ich gebe ja zu das ich nicht der größte Metal und Industrial Fan bin, aber ich liebe Zombie wegen seiner Horror-Roots und seinem Hang zum Genre!

Zombie RockDen Anfang machte Marilyn Manson, was mich ja schon ein wenig wunderte (wenn auch freute)! Ich hätte gedacht dass Manson hier in Deutschland weitaus bekannter ist und deshalb den Headliner geben würde. Egal, sein Auftritt ging eher unter ferner liefen an mir vorbei. Nett, mit Hits wie Mobscene und Co, aber ohne mich richtig zu packen. Manson wechselte im Laufe der Show mehrere Male das Kostüm und turnte am Ende auch auf einer Empore herum, mir war das ganze aber ein wenig zu theatralisch. Auffallend war aber direkt das der Sound in der Ruhrcongress Halle wirklich verdammt gut war, bei Metal verschmilzt in anderen Hallen ja gerne auch mal alles zu einem dröhnenden Klangbrei. (Rechts auf dem Foto ist übrigens Zombie zu sehen, ja, auch im Manson-Absatz!)

Nach 1 Stunde war dann auch schon alles vorbei und ein riesiger Vorhang mit King Kong legte sich vor das Set um die Umbauarbeiten zu überdecken. Zeit für mich sich nach vorne zu drängeln ;). 30 Minuten später erloschen die Lichter, Gitarren setzen ein, Bildschirme flackerten auf und ein riesiger Roboter betrat stampfend die Bühne! Rob Zombies Horrortrash-Show begann! Die verschieden Bildschirme zeigten mal Filmclips, mal die Musiker oder tauchten die Szenerie zu Sick Bubblegum einfach nur in einen bunten Farboverkill! Verschiedensten Monster machten die Bühne nebenher unsicher, von einem Killerroboter a la Mark13, über ein Japano-Trash Vieh bis hin zum Teufel persönlich. Alles mit einem Augenzwinkern und nie ganz ernst gemeint. Zombie und John 5 rockten die Bude und besonders Rob wirbelte von einer Seite zur anderen. Leider hielt er sich mit der Publikumsinteraktion ein wenig zurück (wohl krankheitsbedingt), da war in Hamburg mehr los! Dort gefiel mir auch das Set ein wenig besser, vermisste ich in Bochum doch Hits wie What?! und besonders Werewolf Women of the SS. Na ja, man kann es halt nicht jedem recht machen.Jhonny5

Nach etwa mehr als einer Stunde war dann auch Zombie mit seinem Gig durch und ich um eine tolle Live-Erfahrung reicher! Rob Zombies Show war als ganzes gesehen schon verdammt großes Entertainment, der Mann weiß wie man unterhält. Allerdings fand ich die Stimmung beim Rest des Publikums doch ein wenig befremdlich. Kein Pogo, wenig Mitgesinge, so gut wie kein Headbanging! Was geht Leute?! Die meisten waren wohl damit beschäftig ihr verdammtes Handy in die Luft zu halten! Ok ok, ich habe mein Smartphone auch ab und an zum Fotos schießen raußgeholt, aber um mich herum standen Leute die das KOMPLETTE Konzert über das Display verfolgt haben. Geht’s noch? Auch wenn ich vom Gig total begeistert bin, so bleibe ich generell doch lieber in den kleinen Kellern und Clubs, da weiß das Publikum die Musik wenigstens noch zu würdigen und bewegt sich mal ein wenig 😉

Zombie 1