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Friday the 13th – Jason Goes To Hell und Jason X

Jason Goes To Hell

Nach wohl einem der coolsten Intros der Slasher-Geschichte verlässt der Film mal wieder die bekannten MaskenMörder-Pfade und verwandelt sich erstmal in ein waschechtes BodySnatcher-Movie. Jasons „Geist“ übernimmt immer wieder den Körper anderer Personen um an seine Ziele zu gelangen. Das stellt zwar den bisherigen Serien-Canon etwas auf den Kopf, das hat die Macher aber ja noch nie so wirklich interessiert. Erst im Finale greift der „echte“ Jason wieder in das Geschehen ein was in einem kurzen Cameo von Freddy Krüger gipfelt der die Mutmaßungen der Fans auf Jahre einheizen würde was einen gemeinsamen Film betrifft. Ansonsten bietet Jason Goes To Hell wohl einige der härten Gore-FX die das Franchise zu bieten hat (jedenfalls in der Unrated Fassung) und einen netten 90er-Jahre Vibe. Generell nimmt sich der Teil für mein Empfinden ein wenig zu ernst, die letzten Teile und besonders die beiden Nachfolger gefallen mir in dieser Beziehung um einiges besser.

Punkte: 6 von 10

Jason X

Da sich die Produzenten wohl noch nicht zu einem Killer-Clash mit Freddy durchringen konnten verschlägt es Jason nun erstmal in den Weltraum. Jason X ist nicht sonderlich gruselig und eher SiFi-Aktion als Horror, dafür aber ungemein kurzweilig. Langeweile kommt hier zu keiner Sekunden auf und auch der Boob-Faktor ist überraschend hoch. Außerdem gibt es neben einer kampfwütigen Androidin und einem Hologramm-CrystalLake auch einen mutierten Über-Jason zu bestaunen… Na wenn das nichts ist! Hirn über Bord und hoch die Tassen.

Punkte: 7 von 10

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FPS – First Person Shooter

Ein namenloser Mann kämpft sich schwer gepanzert und bewaffnet durch eine von Zombies verseuchte Klinik auf der Suche nach seiner schwangeren Frau. Er muss sich beeilen, denn in wenigen Stunden will die Regierung das Gebiet weiträumig bombardieren.

Das war es eigentlich auch schon mit der Story, ziemlich mager, oder? Macht aber gar nichts, denn FPS ist eine Hommage an die alten 90er Jahre Shooter wie Doom, Blood und Shadow Warrior, und wie die meisten wissen ging es dort auch nicht um die Geschichte sondern ums ballern. FPS beginnt stilecht auf einem MS-DOS Schirm auf dem das „Spiel“ gestartet wird. Anschließend wird der Shwierigkeitsgrad und die Farbe des Blutes ausgewählt und schon geht es los. Das Intro gestaltet sich zwar noch als 8Bit-Adventure, das Ganze wechselt aber schnell in eine reale FirstPerson-Sicht inkl. Lebens- und Munitionsanzeige. Die Kamera imitiert dabei perfekt die Bewegungen eines Spielers (vorsichtiges um die Ecke schauen / schnelle 180 Grad Drehungen um zu sehen was hinter einem passiert) sodass teilweise der Eindruck entsteht man verfolge ein LetsPlay. Auch an die Waffenanimationen hat man gedacht, diese sind immer im Bild zu sehen und der Charakter dreht sie oder führt damit andere kleine Bewegungen aus. Generell gibt es viele kleine Verneigungen vor dem Shooter Genre, die ich hier aber nicht weiter Spoilern werde um Euch den Spaß nicht zu nehmen.

Die Geschichte wird anhand von Notizblättern oder Dokumenten erzählt die von den entsprechenden Verfassern vorgelesen werden. Das erinnert immer wieder an die Trash-Dialoge aus Resident Evil 1 und ist in etwa auch so aufgebaut. Der Clou ist aber das die Macher den Sprecher von Caleb aus Blood für die Hauptfigur verpflichten konnten der die Geschehnisse immer wieder zynisch kommentiert. Deswegen empfehle ich auch dringend FPS auf englisch anzuschauen (es handelt sich eigentlich um eine deutsche Produktion) da ansonsten viel Charme verloren geht. Die Masken der Monster sind nett gemacht, man sieht aber schon ziemlich deutlich das es sich hier um Gummiprothesen handelt. Dazu kommt noch ein übertriebener Einsatz von Pixelblut, das auch gerne mal den ganzen Bildschirm verdeckt aber perfekt zum Konzept passt. Die Location sind schön düster und versifft, es ist aber schon relativ offensichtlich das es sich hier um ein verlassenes (typisch deutsches) Bürogebäude oder ähnlichem handelt.

Generell bin ich ja immer recht skeptisch was deutsche LowBudget Filme anbelangt, FPS hat mich aber komplett abgeholt. Der Film steckt voller liebevoller Details, ist mit viel Herzblut umgesetzt und mit 80 Minuten auch knackig kurz geraten. Eine dicke Empfehlung für alle Shooter- und Horrorfans da draußen, wer mit der Thematik allerdings nicht viel anfangen kann könnte schnell gelangweilt sein da FPS nicht sonderlich viel mehr zu bieten hat.

Punkte: 8 von 10

Friday the 13th – The New Blood und Jason Takes Manhattan

Friday the 13th – The New Blood

Wohoo, endlich in der Kane Hodder Ära angekommen. Kane Hodder ist mir von allen Jasons der Liebste, seine bullige Statur passt einfach perfekt zum unaufhaltsamen Maskenkiller. The New Blood würzt das Slasher-Einerlei mit weiteren Mysterie-Komponenten, unser Final-Girl ist nämlich telepathisch veranlagt, was ihr beim Endkampf natürlich ziemlich nützlich ist. Mittlerweile ist Jason auch richtig schön oft und ausgiebig zu sehen, leider geriet The New Blood überraschend blutleer. Bei den Kills wird meist früh weggeblendet und nur das Ergebnis ist zu sehen. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen, denn seien wie mal ehrlich, Jason darf ruhig auch mal ein wenig rumsauen 😀 So richtig sympathisch ist das Final-Girl leider auch nicht, da habe ich mit Teens schon mehr mitgefiebert. Großes Highlight von The New Blood ist aber als Jason aus dem Wald gestapft kommt und plötzlich ein riesige elektrische Astsäge dabei hat… Keine Ahnung wo er die hergezaubert hat 😀 Na ja, der Killer von Welt ist halt immer gut vorbereitet. Auch das Finale ist so an den Haaren herbei gezogen das man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln kann.

Punkte: 5 von 10

Friday the 13th – Jason Takes Manhattan

Man muss es den Machern ja lassen, sie versuchen wenigstens ein bißchen frischen Wind in die bekannten Slasher-Gefilde zu bringen. Dieses mal verschlägt es Jason auf ein „Kreuzfahrtboot“ und in die große Stadt, der Szenario-Wechsel rauß aus den Wäldern tut der Serie ziemlich gut. Das Boot an sich ist schon der Brüller, von außen sieht es aus wie ein ziemlich abgehalfteter Kahn der auch nicht all zu groß ist, der Film verkauft uns das Ding aber als riesen Dämpfer mit allem SchickiMicki wie Disco, Sauna usw. Aber egal, wer fragt in einem Friday Film schon nach Logik 😉 Die Szenen in New York sind echt klasse, ziemlich cool Jason auf dem Times Square spazieren gehen zu sehen. Überraschend ist allerdings das er nur Augen für das FinalGirl hat und alle anderen potentiellen Opfer links liegen lässt die ihm dort in der großen Stadt über den weg laufen. Na ja, ansonsten verhält es sich bei Jason Takes Manhattan wie bei The New Blood, Jason bekommt schön viel Screentime, der Film hätte aber gerne ein ganzes Stück blutiger ausfallen dürfen. Auch das Finale ist recht lahm, dafür geht es fast direkt von der ersten Minute an zur Sache ohne viel Vorgeplänkel.

Punkte: 7 von 10

Friday the 13th – A New Beginning und Jason Lives

Friday the 13th – A New Beginning

Film Nummer 2 um Tommy, der die Geschehnisse im vorherigen Teil wohl nicht ganz so gut verkraftet hat und nun als Jugendlicher in eine Psychatrische Einrichtung eingewiesen wird. Natürlich beginnen auch hier die Teens wie die Fliegen wegzusterben und wie sollte es auch anders sein fällt der Verdacht sofort auf Tommy. A New Beginning ist mit Teil 2 meiner Meinung der schlechteste Teil des Franchises. Man wollte einfach mal etwas Neues probieren und versetzt den Film mit Thriller- und Whodunnit-Elementen. Hockeymasken-Aktion gibt es in Teil 5 leider nur ganz am Ende. Die Morde passieren meist aus dem Off so dass der Zuschauer mitraten kann ob Tommy hier am Werk ist oder Jason doch dem Grab entstiegen ist. Leider trifft weder das eine noch das andere zu, hinter der Maske steckt ein Rettungsfahrer dem die Sicherungen durchgebrannt sind und einen auf Copycat-Killer macht. Was ein Quatsch! Das Tommy hier als unsympathischer und ziemlich schweigsamer Emo-Teen dargestellt wird macht das Ganze nicht besser. Beim nächsten Friday-Marathon wird A New Beginning definitiv übersprungen.

Punkte: 3 von 10

Friday the 13th – Jason Lives

Jetzt geht’s los! In Jason Lives mutiert Mr. Voorhees endgültig zum unbesiegbaren Zombie-Monster. Das sieht nicht nur cool aus, endlich kann auch noch der letzte Rest von Realitätsanspruch über Bord geworfen werden. Jason reißt mittlerweile ohne Probleme Arme aus oder drückt Gesichter durch Autowände… Doof aber unterhaltsam. Was Jason Lives neben den kreativen Kills aber zu einem meiner Lieblingen der Reihe macht ist das der Film sich zu keiner Zeit ernst nimmt und das auch offen und selbstironisch zeigt. Eingefleischten Slasher-Fans könnte das auf die Nerven gehen, ich fand das aber ganz erfrischend.

Punkte: 7 von 10

Friday the 13th – Teil 1

Ahhhh… Friday the 13th… Neben A Nightmare on Elm Street die für mich wohl wichtigste und prägendste Horrorfilmreihe! Wenig ist im Genrefilm so ikonisch wie Jasons Hockeymaske oder sein langsam-behäbiger Gang nur um seine Opfer dann letztendlich doch noch zu erwischen. Das die Reihe dabei immer absurdere Ausmaße annahm nur um dann im spektakulären Clash mit Freddy Krüger zu enden macht sie für mich sogar noch sympathischer. Da können die doch etwas biederen Halloween-Filme einfach nicht mithalten. Nach langem warten ist bei mir nun die US-BluRay Collection angekommen, der ideale Zeitpunkt also sich noch mal durch alle 12 Filme zu glotzen. Zu jedem Teil wird es die nächsten Tage (oder Wochen?!) ein paar Sätze geben, wirkliche Neuerungen und Innovationen muss man bei der Reihe ja eh mit der Lupe suchen 😀 Besonders freue ich mich schon auf die KaneHodder-Filme, (7-10) die ich in besonders guter Erinnerung habe. Nun denn, lasst das schlachten beginnen!

Friday the 13th

Neben Halloween DER Grundstein des Slashergenres! Hier wurden die Genreregeln aufgestellt die auch 30 Jahre später noch gelten. Egal ob Sex, Alkohol, Drogen oder einfach nur gute Laune, für die Teenager wird die Zeit im Film nie wieder wirklich unbeschwert sein. Seien wir ehlich, Friday the 13th wirkt aus heutiger Sicht etwas angestaubt, auch wenn einige Slasher-Sequenzen doch überraschend spannend aufgebaut wurden. Der Killer wird hier noch durch die subjektive Kamereinstellung dargestellt und am Ende erst wird enthüllt wer denn nun hinter den Morden steckt. Heutzutage sorgt Mrs. Voorhees zwar nur noch für ein wohlwollendes Schmunzeln, damals muss die Überraschung beim Kinopublikum aber groß gewesen sein. Dazu kommen einige für damals überraschend deftige Gore-Sequenzen und fertig war der Blockbuster der die Leute damals scharenweise in die Kinos lockte (in den USA jedenfalls). Wie gesagt, aus heutiger Sicht ist Friday the 13th wohl eher aus Genrehistorischer-Sicht interessant, aber hier liegen nun mal die Anfänge eines Franchises das sich bis heute in der Popkultur etabliert hat.

Punkte: 5 von 10

Cabin Fever 3 – Patient Zero

Nachdem in einer kleinen Kolonie ein tödliches (das Fleisch vom Körper fressendes) Virus ausgebrochen ist wird der einzigste Überlebende zu Forschungszwecken in eine Wissenschaftsstation auf einer abgelegenen Insel verfrachtet. Doch wie sollte es anders sein kommt es zu Katastrophe und die Krankheit bricht aufs neue aus. Zu blöd das Zeitgleich 4 Jugendliche einen Junggesellenabschied am Strand feiern wollen und natürlich nicht lange unbehelligt bleiben.

Cabin Fever wurde 2002 auf die hungernde Horrorgemeinde losgelassen und schlug (wobei der Film allenfalls nett ist) doch ziemlich ein. Nebenher begründete er auch den Grundstein von Eli Roths Karriere der, warum auch immer, mittlerweile ein recht hohes Ansehen im Genre genießt. Auf jeden auch nur halbwegs erfolgreichen Film folgt eine Fortsetzung, so auch 2009 mit Cabin Fever 2. Leider gehört Teil 2 mit zu den größten Gurken der Filmgeschichte für die sich Ti West zu Recht auch heute noch entschuldigt (ok ok, das Studio scheint ihm auch derbe dazwischen gefunkt zu haben). 2013 folgte nun der bis dato dritte Ableger Patient Zero, der im Vorfeld im Netz schon genüsslich zerrissen wurde.

Cabin Fever 3 stand also unter keinem wirklich guten Stern, um so überraschender das der Film mit einer ziemlich stylischen SlowMotion-Sequenz startet. Und der positive Eindruck bleibt auch nach dem Intro bestehen, keine Spur von dem erwarteten LowBudget-Look und dazu noch Sean Astin (Sam aus Herr der Ringe) als titelgebender Patient Zero. Nach dem fetzigen Anfang schaltet Cabin Fever 3 aber erstmal wieder einen Gang zurück und führt in aller Ruhe seine Charaktere ein. Die Handlung springt dabei immer wieder zwischen der unterirdischen Forschungsstation (in der es auch ab und an etwas Aktion gibt) und dem Junggesellen-Ausflug auf der (vermeintlich) verlassene Insel. Die Szenen mit den Teens sind leider etwa arg beliebig und die 3 Typen nebst Schnuckie-Anhang weder interessant noch sympathisch. Aber mal ehrlich, wie oft trifft man in einem Horror-B-Movie auf Charaktere die man wirklich mag. Nach 30 Minuten hat sich das erste Großmaul dann auch endlich infiziert und das langsame Zerfallen kann beginnen. Das passiert herrlich ekelig und blutig! Pusteln die aufplatzen, Haut die sich vom Körper schält und ein BlutEiter-Gemisch das im weiten Strahl erbrochen wird. Jep, Cabin Fever 3 ist als Film zum Abendessen eher ungeeignet. Highlight ist wohl ein Catfight bei dem sich die Mädels statt ihrer Kleider die Haut vom Leib reißen 😀

So wirklich spannend ist das alles zwar nicht, dafür aber recht unterhaltsam. Wird gerade mal nicht gesplattert, dann wird die Zeit mit teilweise strunzdoofen Dialogen überbrückt („Baby, I think you’re really sick!“ während die Herzallerliebste förmlich auseinanderfällt) oder neue Virus-Facts im Labor aufgedeckt. Überraschenderweise gibt es so gut wie keinen Sex, Bikini-Girls sind hier schon das höchste der Gefühle… Eher ungewöhnlich für solch eine Produktion. Das Ende bleibt dann natürlich erwartungsgemäß offen und arbeitet auf den bereits angekündigten 4 Teil hin.

Cabin Fever 3
ist bei weitem keine Genreoffenbarung, aber immerhin recht kurzweilge Horrorunterhaltung. Auf Grund der eher niedrigen Erwartungen also eine wahre Überraschungen und genau das richtigen für den nächsten B-Movie Abend. Cabin Fever 3 erscheint am 06.02 auf DVD, BD und 3D-BD.

Punkte: 6 von 10

Vielen Dank an Tiberius Film für die freundliche Bereitstellung der Rezensions-DVD!

Here Comes The Devil

Eine Familie macht einen Ausflug in die ländliche Vorstadtgegend irgendwo in Mexiko. Während die Eltern sich zu einer spontanen Liebelei ins Auto zurückziehen, verschwinden die Kinder in den Hügeln. Nach erfolgloser Suche wird die Polizei verständigt, doch die wird erst am nächsten Tag mit Ihren Ermittlungen beginnen. Nach einer nahezu schlaflosen Nacht im Hotel werden die Kids am nächsten Morgen von den Beamten aufgegabelt und wieder an die überglücklichen Eltern übergeben. Doch schnell stellt sich herauß das irgendetwas in dieser Nacht passiert sein muss, denn die beiden Geschwister beginnen sich mehr als seltsam zu benehmen.

So richtig überrascht wird man mittlerweile von einem Film ja nur noch selten. Bis der Streifen dann endlich im Player landet hat man im Internet schon diverse Meinungen darüber gelesen, Trailer ausgecheckt und Reviews in den einschlägigen Magazinen gesichtet. Man weiß also meistens recht genau was auf einen zukommt. Bei Here Comes The Devil war das bei mir anders, hatte ich doch gedacht das mich hier ein Vertreter des FoundFootage-Genres erwartet dessen Trailer mir vor einigen Wochen auf YouTube über den Weg gelaufen ist. Zugegebenermaßen war ich anfangs etwas enttäuscht, als Here Comes The Devil im „normalen“ Look über den Bildschirm flimmerte und dazu noch etwas nach LowBudget aussah.

Doch was soll’s, die UK-DVD war bezahlt, da muss man nun durch. Here Comes The Devil als rohen Diamanten zu bezeichnen ist nun vielleicht etwas übertrieben, der Film besitzt aber einfach angenehme Ecken und Kanten die bei vergleichbaren Produktionen aus Amerika und Europa mittlerweile oft fehlen. Die Story macht immer wieder kleinere Sprünge die teilweise konfus wirken, dafür dem Film aber eine gewisse Unberechenbarkeit verleihen die keine Langeweile aufkommen lassen. Vermutet man am Anfang noch das sich das Ganze in die typische Besessen-Richtung bewegt, vermeidet es Here Comes The Devil die ausgetretenen Pfade des Genres zu beschreiten. Auch die Schauspieler agieren teilweise etwas hölzern (besonders die Kinder überzeugen nicht wirklich, kommen aber trotz der zentralen Rolle nur am Rande vor), schaffen es aber Ihre Charaktere mit Leben zu füllen. Man hält sich nicht lange damit auf das offensichtliche zu leugnen sondern ergreift die Initiative. Minutenlange Dialoge a la „Ach, da ist schon nichts!“ bleiben dem Zuschauer erspart.

Man merkt der mexikanischen Produktion an allen Ecken und Enden dass das Budget nicht all zu hoch war. Die Effekte sind zweckmäßig aber nicht wirklich auf der Höhe der Zeit. Das macht aber gar nichts, trägt es doch genauso zum Charme bei wie die Kamera die mit ihren dauernden Zooms auf die Gesichter der Protagonisten ein angenehmes 80er-Feeling aufkommen lässt. Generell hätte der Film auch aus diesem glorreichen Zeiten des Horrorgenres stammen können. Hier wird nicht alles x-fach durchgekaut sondern auch mal die ein oder andere Frage offen gelassen. Blut fließt eher in gemäßigten Mengen, allerdings wird dem Zuschauer in der Mitte des Films eine Gore-Sequenz vor den Latz geknallt der mich durch seine Drastik doch mit leicht offenem Mund zurückgelassen hat.

Nachdem ich gerade etwas im Netz recherchiert habe konnte ich mit Freude feststellen das Here Comes The Devil diverse Preise (u.a. Bester Film) auf dem Fantastic Fest in Texas einheimsen konnte. Hier jetzt von einem Geheimtip zu sprechen trifft es also wohl nicht mehr so ganz 😀 Vielleicht ist dies ja auch ein potentieller Kandidat für die FFF-Nights im Frühjahr. Horrorfans kann ich den Film nur wärmstens Empfehlen. Die UK-DVD (eine BD-VÖ gibt es in England leider mal wieder nicht) ist günstig auf Amazon.co.uk haben, außerdem bietet ITunes-US eine VOD-Variante an. Über einen deutschen Release konnte ich noch nichts finden.

Punkte: 7 von 10

Ikea Trailer

Nach dem Magenschwinger A Serbian Movie kommt nun die noch grausamere Fortsetzung A Swedish Movie (bei uns wohl unter dem nichtssagenden Titel Ikea in den Kinos)!

Insidious Chapter 2

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Nach einem erbitterten Kampf gegen die Mächte aus dem Jenseits konnte Josh Lambert seinen Sohn zurück in die Welt der Lebenden führen. Doch der Kampf hat auch seine Opfer gefordert und so beschließt man erstmal zur Mutter von Josh zu ziehen um dort wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Aber der Schrecken scheint noch nicht vobei zu sein, etwas heftete sich an die Fersen der Familie und versucht nun das Reich der Toten zu verlassen.

Als Insidious vor 2 Jahren in die Kinos kam lehrte der Film den Zuschauern endlich mal wieder das Fürchten… Das Publikum war einfach übersättigt von extremen Gorestreifen a la Hostel und Saw und James Wan traf genau den Zahn der Zeit. Insidious erzählte eine an sich klassische Geistegeschichte auf herrlich frische Art und Weise und schaffte es extrem gruselige Szenen aufzubauen die einem selbst in der Zweitsichtung noch einen Schauer über den Rücken jagen.

Insidious Chapter 2
knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an und führt die Geschichte um die Familie Lambert fort die natürlich immer noch keine Ruhe vor den unruhigen Geistern findet. Leider schafft es die Fortsetzung nichteinmal ansatzweise an die Intensität des Originals heran zu kommen. Wo damals noch über 90 Minuten akute Gefahr für die Fingernägel bestand wird der Zuschauer in Chapter 2 mit altbekannten und dadurch vorhersehbaren Genresequenzen gelangweilt. Atmosphäre kommt zwar ab und an mal auf, wirklich gruselig wird es aber so gut wie nie. Gut das die Story 1-2 interessante Zeit- und Ebenenspielereien beeinhaltet, denn auch hier ist ansonsten nur Standardkost angesagt deren Twists man 10 Minuten vor Auflösung erahnt. Was Insidious 2 aber mit am meisten zu schaffen macht ist das fehlen eines wirklichen Antagonisten. Sorgte in Teil 1 noch der Schwarz/Rot-Gesichtige Dämon für Angst und Schrecken kann diese Lücke hier einfach nicht geschlossen werden. Nach und nach kristalisiert sich zwar ein Gegenspieler herauß, dieser stellt sich aber leider als langweilig und wenig gruselig dar. Das es Logiklöcher in solchen Genrefilmen gibt ist ja nun wahrlich nichts neues, hier sitzt man aber manchmal geradezu ratlos im Kinosessel und fragt sich wie das Ganze gerade überhaupt zusammen passt.

Überraschenderweise ist das Beste an Insidious 2 das Geisterjäger Duo das versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Die beiden etwas trotteligen Ghostbusters-Verschnitte sorgen wenigstens für etwas Humor in diesen ansonsten viel zu beliebigen und dadurch mittelmäßigen Geisterfilm.

Punkte: 5 von 10

Ferals

Lange waren Werwölfe tot oder nur noch als zahme CGI-Schmuseviecher in den Twighlight Filmen zu sehen. Doch Ferals macht sich auf das blutbefleckte Zepter wieder an sich zu reißen und das Weicheiimage dieses klassischen Monsters endlich wieder hinter sich zu lassen. Allerdings nicht auf der Leiwand sondern vorerst nur im Comicformat. Und was soll ich sagen, Ferals bringt endlich wieder Blut und Gedärm zurück in die Werwolf-Mythologie. Besser noch, der Comic erzählt eine richtig spannende Story, was bei Horrorcomics ja leider oft eher eine Ausnahme ist. Nebenbei gibt es noch eine ganze Menge Sex und Verschwörungs-HinUndHer so dass man nur hoffen kann das Panini möglichst schnell den zweiten Band dieser äußerst vielversprechenden Serie auf den Markt bringt. Ferals macht keine Gefangenen, ist spannend geschrieben und äußerst detailliert und blutig gezeichnet. Die Werwölfe sind hier näher dem Tier als dem Menschen und versprühen auf den einzelnen Panels eine animalische Kraft und Wildheit das einem Angst und Bange wird.

Sehr cool, mehr davon!