Archiv für den Monat März 2014

Fantasyfilm Fest Nights 2014: Wolf Creek 2

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Mick Taylor zieht mit seinem Truck wieder durch das Outback um eben jenes vom Abschaum der Menschheit zu säubern. Dieser Abschaum kann alles und jeder sein, so wie es dem mehr als leicht durchgeknallten Mick gerade passt: Farmer, Tramper, Touristen und sogar Polizisten stehen auf seiner Abschussliste. Einmal in seinem Visier scheint es kein Entkommen mehr zu geben.

Wolf Creek hatte mir damals auf Grund seiner tollen Landschaftsaufnahmen und dem sympathischen Bösewicht recht gut gefallen und obwohl beide Faktoren auch im zweiten Teil zu finden sind verließ ich doch etwas enttäuscht das Kino. Aber fangen wir vorne an, beginnt der Film doch mit einer ultrabrutalen Einleitungssequenz die direkt die Weichen für die nächsten 90 Minuten stellt. Wolf Creek 2 legt noch mal eine ordentliche Gore-Schüppe drauf so dass man selbst als erfahrener Genre-Fan teilweise große Augen macht. Aber nur Gewalt macht nun mal noch lange keinen guten Film und an den restlichen Zutaten hapert es leider. Sei es das ultranervige deutsche Pärchen (mit teilweise unverständlichem Akzent), viel zu vielen viel zu langweiligen Verfolgungsjagdten oder dem generellen Hang zu Übertreibungen. „Von allem ein wenig mehr“ scheint das Motto des Films gewesen zu sein, leider driftet er dadurch zunehmend in eine arg überzogene und unrealistische Richtung ab. Ich will hier nicht spoilern aber beim Finale kam ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauß. Was man Wolf Creek 2 zu gute halten muss ist mal wieder das famose Spiel von John Jarrat als Aussi-Maniac Mick Taylor der sich immer einen trockenen Spruch auf den Lippen durch sämtliche Altersschichten metzelt. Außerdem bietet der Film einige sehr coole Szenen in denen auf pfiffige Weise mit der Musik gespielt wird so dass zwischen all dem Terror auch der ein oder andere (kurze) Funken Humor aufblitzt. Leider ist der Rest aber viel zu bekannte Slasherkost die weder wirklich spannend noch überraschend ist. Schade.

Punkte: 5 von 10

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Blogparade: 15 Filme für eine einsame Insel

Mit etwas Verspätung nun hier auch mein Beitrag zur Blogparade die seitens Thomas von Filmrisse ins Leben gerufen wurde:

15 Filme für eine einsame Insel… Schwierig schwierig! Generell bin ich nicht der Typ der sich einen Film oft mehrere Male anschaut, dementsprechend weise sollte die Auwahl sein. Wenn man dann erstmal in seinem selbst zusammen gezimmerten Heimkino 10 Meter vom Strand entfernt sitzt und sich einen BluRay-Player aus Kokosnüssen, Palmenblättern und Krebspanzern gebastelt hat fallen einem bestimmt zig Streifen ein die man dann lieber sehen würde. Wie dem auch sei, sollte ich irgendwann als verschollen gelten schmeißt bitte folgende BluRays in den Atlantik:

Rocky

Seit jeher einer meiner Lieblingsfilme! Ein Film bei dem ich auch als Mann mal Gefühle zeigen darf, mitfiebern kann und der mich jedes mal mit einem guten Gefühl in den Abspann geleitet. Und das obwohl Sportfilme eigentlich gar nicht so mein Ding sind!

Hellraiser

„We have such sights to show you!“ Auch wenn man den Cenobiten mittlerweile ihr Alter doch ziemlich ansieht bleibt Hellraiser einer jener Genreklassiker die man immer mal wieder in den Player schieben kann. Clive Barkers SadoMaso-Welt hat über all die Jahre nichts von Ihrer Faszination verloren und braucht sich keinesfalls vor heutigen Produktionen verstecken.

The Devil’s Rejects

Mein erster Film den ich je auf dem Fantasyfilm Fest gesehen habe. Nicht nur deshalb wohl für immer in guter Erinnerung. Die Atmosphäre, die durchgeknallten Charakter und ein Hammer Soundtrack lassen über die mittelmäßige Story locker hinweg sehen.

Kung Pow

Auf einer einsamen Insel muss man auch mal was zu lachen haben, dafür wird dann Kung Pow eingepackt. Die liebevolle Verarsche auf Eastern der 70er Jahre bietet Brüller am laufenden Band, wenn auch das Ganze nicht sonderlich anspruchsvoll ist.

The Dark Knight

Schauspieler, Geschichte, Score, Atmosphäre, Spannung, Aktion! The Dark Knight bietet einfach alles nahezu in Perfektion was man sich von einem Film wünschen kann.

V/H/S

Ich liebe das FoundFootage-Genre und V/H/S treibt den Stil auf die Spitze. Für manche nur Kopfschmerzen verursachender Mist, für mich intensiv und mitreißend. Teil 2 lässt da leider ein wenig nach, ich hoffe trotzdem dass die weiteren Fortsetzungen irgendwie den Weg auf meine Insel finden werden!

OSS 117

An Kung Pow hat man sich wahrscheinlich irgendwann sattgesehen, es muss also eine Schmunzelalternative her. Diese Hommage an den Spiongefilm im perfekten 60er Jahre Look ist da wohl genau das richtige, schon allein wegen dem göttlichen Jean Dujardin.

The Artist

Wo wir gerade bei Jean Dujardin sind packe ich doch direkt noch The Artist mit ein. Witzig, dramatisch, traurig und das obwohl nicht ein Wort (na ja, fast) gesprochen wird. Ich hatte damals meine Zweifel ob ein Stummfilm in der heutigen Zeit abseits der Arthouse-Sparte noch funktionieren kann und wurde eines besseren belehrt.

Der Herr der Ringe 1-3

Ich zähle das einfach mal als einen großen Film! Die Geschichte Rund um Mittelerde und den (leicht weinerlichen und nervigen) Hobbit Frodo weiß auch heute noch zu unterhalten, sei es nur wegen der immer noch spektakulären Massenschlachten. Natürlich werden die Extended Cuts mitgenommen, genau das Richtige also um einen langweiligen Tag rummzubekommen wenn es draußen mal regnet und man deshalb nicht im Meer planschen will.

Watchmen (im Extended Cut)

Style with Substance trifft es wohl ganz gut. Auch wenn die Kostüme der Superhelden teilweise ein wenig lächerlich aussehen ist Watchmen für mich neben The Dark Knight DIE Comicverfilmung schlechthin. Bis auf die blöde Sexszene großartige Kinounterhaltung!

Die Verurteilten

Hach… Soooooooo gut!

Kiss Kiss Bang Bang

Sogar Val Kilmer ist in diesem Film sympathisch und das soll schon was heißen. Diese ultracoole KrimiNoirKomödie punktet durch einen ganz speziellen Humor den man einfach lieben muss.

A Chinese Ghost Story

Und noch mal Hach… Ein herrlich romatischkitschiges Geistermärchen bei dem man so richtig schön mitschmachten kann. Dazu gibt es noch trashige Monseraktion und Kung Fu Fights.

Suspiria

Argentos Meisterstück! Ein schauriges Märchen voller Brutalität und Schönheit garniert mit dem meisterhaften Score von Goblin… Muss man wohl nicht mehr zu sagen.

The Muppets

Wenn’s einem mal schlecht geht hilft bestimmt der neuste Muppet Film um die Laune wieder nach oben zu pushen. Kermit und Co rocken einfach.

Falls in der Kiste noch Platz sein sollte packe ich noch ein paar „Kuschelfilme“ dazu… Auf einer einsamen Insel kann es, na ja, wahrscheinlich ziemlich einsam werden… 😉

Tulpa

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Karrierefrau Lisa verbringt die wenigen Stunden Ihrer Freizeit im elitären Club „Tulpa“, einer Swinger-Gesellschaft mit religiösem Esotouch. Beim Sex mit fremden Menschen findet sie einen Ausgleich zum stressigen Büroalltag, doch plötzlich beginnen Lisas Koitus-Partner auf brutale Weise ermordet zu werden. Lisa beginnt Nachforschungen anzustellen und kommt dabei dem Killer gefährlich nahe.

Der Giallo fristet mittlerweile ein recht stiefmütterliches Dasein: Altmeister Argento liefert nur noch eher unterdurchschnittliche Machwerke ab und die Filme vieler Jungregisseure driften zu oft ins amateurhafte ab. Kleine Perlen wie Eyes of Crystal und Amer sind da leider die Ausnahme. Umso mehr hatte ich mich auf Tulpa gefreut, dessen Trailer schon früh meine Aufmerksamkeit erregte und auch auf dem Fantasyfilm Fest recht gut ankam.

Leider konnte Tulpa meine hohen Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Doch der Reihe nach, beginnt der Film angenehm klassisch mit einem Mord aus der Ego-Perspektive inkl. (so muss das sein) schwarzen Lederhandschuhen. Hier werden dann auch direkt die Weichen für die restliche Laufzeit gestellt: Sex und Gewalt. Die beiden Komponenten ziehen sich wie ein roter Faden durch den kompletten Film. Klar, mit Blut und Brüsten haben auch die Klassiker in den 60er und 70ern nicht gegeizt, in Tulpa wirkt vieles aber nur plakativ und aufgesetzt. Besonders die Gore-Sequenzen sind teilweise so sehr überzogen das es oftmals unpassend wirkt. Ein Giallo sollte meiner Meinung eher auf Thrill und Suspense denn auf überbordende Gewalt setzen. Atmosphäre kommt durch die nette Bildgestaltung zwar immer mal wieder auf, so richtig spannend ist es aber nie. Man weiß zu jeder Zeit eigentlich ziemlich genau wer wann stirbt und Genrekenner haben recht früh wenigstens eine Vorahnung wessen Händen in den blutigen Handschuhen stecken. Überhaupt war mir die Geschichte ein wenig zu wirr erzählt, wobei das ja auch schon wieder ein Markenzeichen des Giallo-Genres ist…

Die Schauspieler agieren größtenteils hölzern und besonders die Hauptdarstellerin ist keine wirklicher Sympathieträgerin. Der Rest der Crew ist größtenteils Kanonenfutter… Es ist ein wenig wie bei alten Star Trek Folgen, sobald eine Figur etwas mehr Screentime bekommt kann man mit seinem baldigen Ableben rechnen 😉

Ein wirklicher Totalausfall ist Tulpa nicht geworden, ein guter Film aber auch nicht. Einerseits war es schön mal wieder so ein klassisches Thema auf def Bildschirm zu sehen, doch zu schnell gleitet das Ganze in die bald vergessende Mittemäßigkeit ab. Immerhin ist das Digi-Pack von LFG ganz nett geworden.

Punkte: 5 von 10