The Day

5 Überlebende der großen Katastrophe ziehen durch eine karge Landschaft, immer auf der Hut vor neuen Angriffen. Von Hunger und Angst getrieben suchen sie Zuflucht in einem heruntergekommenen Haus, in der Hoffnung hier ein wenig zu Ruhe zu kommen. Doch der Frieden währt nicht lange, stellt sich das Haus doch als tödliche Falle herauß. Ein Kannibalen-Clan hat schon ein Auge auf die Gruppe geworfen und ist nicht gewillt seine Beute wieder ziehen zu lassen.

Mal wieder so ein Endzeitfilm werden sich viele denken und liegen im Endeffekt gar nicht mal so falsch. The Day erfindet das Rad nicht neu, stellt die Welt nach dem Ende der uns bekannten Zivilisation aber in einer selten da gewesenen Intensität dar. Das beginnt schon bei der Bildgestaltung, ist der Film bis auf wenige Ausnahmen nahezu komplett farblos in Schwarz/Weiß dargestellt. Das sieht nicht nur schick aus sondern spiegelt auch schön die Trostlosigkeit in der sich die Gruppe bewegt wieder. Hoffnung scheinen die meisten schon lange nicht mehr zu haben, man dämmert nur noch so dahin und hat sich mehr oder weniger mit dem baldigen Tod abgefunden. Die Charaktere sind interessant und haben ihre Macken und Kanten, wirkliche Überraschungen sucht man aber vergebens. Der Anführer, der Kämpfer, die Einzelgängerin… Nach der Apokalypse scheint jede Gruppe wohl aus den gleichen Stereotypen zu bestehen. Wo wir gerade bei Apokalypse waren, was genau das Ende der Zivilisation gebracht hat wird in The Day nicht erwähnt. Die Geschehnisse spielen ca. 10 Jahre nach dem Tag X, so bleibt uns auch das hinterhergeheule nach der guten alten Zeit größtenteils erspart.

Größte Bedrohung in der neuen Welt scheinen Kannibalen-Clans zu sein die Jagd auf alles machen was nicht zu ihrer Sippe gehört. Erfreulicherweise werden die Gegenspieler nicht als blutrünstige Monster dargestellt, sondern als „normale“ Menschen, die einfach nur einen anderen Weg gewählt haben um in der Welt zu überleben. Teilweise schafft es The Day sogar Verständnis und Mitleid für die Kannibalen aufkommen zu lassen was zu einigen äußerst intensiven Szenen führt. Immer wieder fragt man sich als Zuschauer ob man selber den vermeindlich einfacheren Weg des Kannibalismus ausschlagen würde.

The Day legt sofort los! Nach einer kurzen Einführung der Charaktere, tappt man schon in die Falle und das ganze wandelt sich zu einem Belagerungsfilm a la Das Ende. Die Spannungsschraube wird kontinuierlich weiter angezogen und es gibt einige Storytwists und Opfer mit denen man nicht gerechnet hätte. Schön dass das „Nobody is save“-Feeling aus The Walking Dead langsam die Runde macht. An Blut gibt es auch einiges zu sehen, die FSK 18 Freigabe ist gerechtfertigt, allerdings driftet das Ganze nie ins Selbstzweckhafte ab. Leider gibt es auch wieder das ein oder andere unsinnige Verhalten von bestimmten Personen zu bemängeln. Wenn man schon am Arsch ist, warum hält man dann nicht zusammen?! Außerdem ist es schon komisch, dass wenn es darauf ankommt zielgenau geschossen werden kann, in vermeintlich einfache Ziele aber 3-4 (mehr als rare) Kugeln gepumpt werden. Na ja, da wollen wir mal großzügig drüber hinweg sehen.

The Day ist ein äußerst spannender Endzeit-Thriller geworden den ich zu gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte (lief ja dieses Jahr auf dem FFF). Die Schauspieler machen ihre Sache gut, auch wenn die gesamte Cast mir irgendwie zu jung wirkte. Der Film kann allen Genre-Fans also nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Punkte: 8/10

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Veröffentlicht am 27. Dezember 2012 in Film-Reviews und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Also Endzeit und Kannibalen ist ja schon verlockend, aber dann auch noch Dominic Monaghan! Irgendwie sehe ich jeden, der einen Hobbit gespielt hat gern, besonders in sehr erwachsenen Rollen! Danke für den Tipp, den Film hatte ich gar nicht auf dem Radar!

    • Oh ja, die Hobbits (jedenfalls Merrin und Pippin) sehe ich auch immer wieder gerne! Große Ausnahme ist allerdings Master&Commander, da spielen beide mit und der war ganz fürchterlich 😉

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