Archiv für den Monat Januar 2015

The Guest

Caleb, der älteste Sohn der Peterson Familie ist im Krieg gefallen und so nimmt man den Heimkehrer David der sich als dessen Kamerad vorstellt großerherzig bei sich auf. David lebt sich schnell ein, zeigt sich hilfsbereit und unterstützt die Familie bei ihren Alltagsproblemen. Nur Tochter Anna ist skeptisch was den nahezu perfekten neuen Hausfreund anbegeht. Sie beginnt ein wenig über seine Vergangenheit zu recherchieren, ein böser Fehler wie sich herauß stellt.

Ich wusste rein gar nichts über The Guest, allein die Tatsache das ich Adam Wingard (V/H/S, You’re Next) für einen der vielversprechendsten Genre-Regisseure derzeit halte haben mich zu einem Blindkauf bewegt. Am besten ihr macht es genauso, schaut keine Trailer, lest dieses Review nicht und zieht Euch dieses kleine Meisterwerk vollkommen unvoreingenommen rein. Ok, für die werten Leser die mal wieder nicht auf mich hören wollen oder den Film schon gesehen habe tipper ich einfach mal weiter.

Es gibt Filme die leben nicht von Ihrer Story sondern eher vom gesamten Drum und Dran. The Guest gehört definitiv dazu, was nicht heißen soll das die Geschichte um David langweilig sei, nur wirklich originell ist das Ganze nun mal auch nicht. Muss es aber auch gar nicht wenn der Rest einfach stimmt. The Guest ist in nahezu jeder seiner Einstellungen perfekt durchgestyled, man spürt Wingards Liebe zum Film in jeder Minuten. Von in grelle Neonfarben getauchte Partyseinstellungen bis hin in die spießige Tristesse des familiären Wohnzimmers versprühen die Bilder eine ganz eigenwillige Atmosphäre die den Zuschauer nicht mehr loslässt. Selbst die etwas ausgelutschte „JagdDurchEinSpiegelkabinett“-Szene wirkt hier halbwegs frisch und keineswegs aufgesetzt.

Aber auch die Schauspieler können auf ganzer Linie überzeugen. Maika Monroe hatte mich ja schon in It Follows überzeugen können, absolutes Highlight ist aber Dan Stevens als David der seinem Charakter etwas mystisches verleiht. Auf der einen Seite zuvorkommend, nett und freundlich brodelt es förmlich in ihm. Diese Anspannung entlädt sich in den letzten 15 Minuten in denen The Guest dann auch nicht mit Blut geizt ohne jedoch ins plakative abzudriften. Hatte ich eigentlich schon von dem genialen Score geschwärmt? Nein… Na ja, ich hab mir das Ding direkt bei Amazon geladen, noch während der Abspann lief. Eigentlich stehe ich nicht auf diesen Digitalkram, aber ich kann einfach nicht warten bis endlich ein schicker Vinyl-Release folgt (oh man, wehe der Soundtrack wird nicht auf Platte gepresst!!!).

Also alles im Lot soweit! Das einzige was man The Guest ankreiden kann ist das man für meinen Geschmack doch etwas zu wenig über David und seine Hintergründe erfährt. Da will ich jetzt aber auf Grund der Spoilergefahr nicht weiter drauf eingehen. Ok, Jammern auf hohem Niveau, wie ihr wahrscheinlich bereits erahnen könnt bin ich extrem beigeistert von Wingards neustem Streich. The Guest ist ein Film der es verdient hätte auf der großen Kinoleinwand gezeigt zu werden, leider bleibt uns hierzulande wohl nur der Griff zur BD/DVD.

Punkte: 9 von 10

Zuletzt gesehen: Edge of Tomorrow

Obwohl ich Filme mit Tom Cruise eigentlich nicht sonderlich mag (mal ab von Scientology finde ich ihn einfach unsympathisch) wurde ich von Edge of Tomorrow super unterhalten. Clou des Films ist der TäglichGrüßtDasMurmeltiert-Kniff der den von Cruise verkörperten Bill Cage den gleichen Tag immer wieder erleben lässt. Es liegt nun an ihm diesen Tag so perfekt zu planen das es der Menschheit gelingt die außerirdischen Invasoren zu schlagen. Das ist nicht nur äußert spannend insziniert sondern bietet ich viel Humor. Emily Blunts Charakter fackelt nicht lange und jagt z.B. Cruise eine Kugel in den Kopf weil der sich beim Training das Bein bricht um den Tag zu reseten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder opulente Schlachtszenen die wohl nicht rein zufällig an die Landung in der Normandie erinnern. Das eher technische Design der Aliens sagt mir dabei leider nicht ganz so zu, ich stehe halt mehr auf richtige Monster und Co. Edge of Tomrrow gipfelt in einem actionreichen Showdown, der dann leider recht Hollywood-Typisch endet. Hier hatten die Macher die Chance ein wenig mehr Mut zu zeigen, machen dann aber in den letzten Minuten leider einen Rückzieher. Das tut dem positiven Gesamteindruck aber keinerlei Abbruch, Edge of Tomorrow ist kurzweilige Blockbuster-Unterhaltung die zu keiner Sekunden langweilt.

Punkte: 7 von 10

REC 4 – Apocalypse

Angela, die junge Reporterin die als Einzige die grauenhaften Ereignisse aus dem Wohnhaus überlebt hat wird zu Testzwecken auf einen zur Quarantänestation umgebauten Frachter auf dem Meer gebracht. Hier will man dem Virus genauer untersuchen um schnellstmöglich ein Gegenmittel zu entwickeln. Aber wie sollte es auch es auch anders sein findet der Erreger auch hier einen Weg die Besatzung zu infizieren…

Was eine Schande das die Serie so zu Ende (?) geht! Wurde der FoundFootage-Aspekt in Teil 3 ja schon massiv zurück gefahren handelt es sich bei Apocalypse leider nur noch um einen konventionellen Horrorfilm. Zugegeben, das Ganze ist hochwertig produziert, das Infizierten MakeUp ist klasse und die Monster sind schön agressiv, letztendlich ist es aber doch nur Standard Genrekost. Boten die vorherigen Teile immer noch kleine Überraschungen die die Story nach vorne brachten, bricht das Finale leider mit der Mythologie. Keine Rede mehr von Dämonen und Besessenen, nun ist ganz plötzlich ein „normaler“ Parasit für das Chaos verantwortlich. Schade, war doch gerade dieser übernatürliche Aspekt etwas das die Serie für mich so interessant gemacht hatte. Mal ab davon das Apocalypse nur langweilige Charaktere bietet gibt es auch sonst nicht viel was Spannung erzeugen könnte. Der Film gipfelt in einem lahmen Showdown und einer uninspirierten Endeinstellung die mich doch etwas baff im Sessel zurück ließ. Apocalypse ist ein absolut unwürdiges Ende dieser fantastischen Serie! Von einer Hollywood-Produktion hätte ich nichts anderes erwartet, aber das selbst die Spanier nun ihren Biss verloren haben stimmt mich doch traurig.

Punkte: 4 von 10