Archiv für den Monat Mai 2014

Godzilla

Godzilla-new-poster

Der US-Soldat Ford Brody reist ins weit entfernte Japan um seinen Vater Joe aus dem Gefängnis zu holen. Der war 15 Jahren zuvor Leiter eines Atomkraftwerkes dass durch einen mysteriösen Vorfall komplett zerstört wurde. Von den Behörden als Erdbeben abgetan glaubt Joe nicht daran und ist nahezu besessen davon die Hintergründe aufzudecken. Vater und Sohn begeben sich gemeinsam in die Sperrzone und machen dort eine schreckliche Entdeckung. Eine Geheimorganisation der Regierung hält dort einen riesigen Kokon unter Beobachtung und die Kreatur beginnt gerade zu schlüpfen…

Seien wir ehrlich, bei der Ankündigung das Godzilla erneut von Hollywood verwurstet wird haben wir alle geschluckt, oder!? Das Gareth Edwards die Regie übernehmen würde lies Filmfans dann aber das erste mal aufhorchen, hatte dieser doch bereits den wunderbaren Monsters auf Film gebannt. Kurz nach dem schicken ersten Poster geisterte dann auch bald ein wirklich atmosphärischer Teaser durch das Netz! Von Godzilla war da noch so gut wie gar nichts zu sehen doch der Hype begann.

Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als Godzilla-Überfan bezeichnen… Ich mag die Japanischen Originale und schieb die gerne immer mal wieder Sonntags in den Player, wenn denn nicht einer der zig Teile auf Kabel 1 läuft. Ein klein wenig kenne ich mich also in der Materie aus und ich bin schwer begeistert mit wie viel Liebe zum Original Edwards sein Reboot umgesetzt hat. Egal ob der Look und Sound des Hauptmonsters oder Storyverlauf, zwischendurch schimmern immer wieder die Japano-Klassiker durch, mal mehr mal weniger offensichtlich. Das wird viele Mainstream-Zuschauer vielleicht etwas irritieren, erwartet sie hier doch keine bonbonbunte Monsterkeilerei wie in Pacific Rim sondern ein die meiste Zeit recht ernsthafter Katastrophenfilm. Edwards rückt die Monster immer wieder in den Hintergrund und fokussiert auf seine Charaktere. Dieser Schritt weg vom Megabombast in Dauerbeschallung hebt Godzilla angenehm von Transformers und Co.ab, auch wenn die Geschichte rund um den Soldaten Ford teilweise etwas abgelutscht wirkt. Aber Monsterkämpfe gibt es natürlich auch zu Genüge und diese gehören zu dem spektakulärsten was es wohl derzeit auf der Leinwand zu sehen gibt. Die Viecher sind einfach riesig und besonders Godzilla überragt die meisten Wolkenkratzer noch um ein gutes Stück. Wenn „der Alpha-Predator“ das erste mal in voller Pracht zu sehen ist bleibt einem geradezu die Spucke weg. Wenn die Monster dann mitten in San Franzisko aufeinder treffen bleibt kein Stein auf den anderen und die Opferzahlen gehen wohl in den 5-stelligen Bereich (auch wenn das im Film nie jemand ausspricht). Die Aktionsequenzen sind teilweise extrem stylisch gedreht und es gibt wunderbar ikonische Szenen in denen Godzilla im Staub der einstürzenden Bauten verschwindet oder sich mit einem Gewitter im Rücken aus der Dunkelheit schält. Gänsehaut Momente für die Kino gemacht wurde.

In den letzten Tagen sind mir einige Stimmen zu Ohren gekommen die sich darüber muckieren das es im Film zu wenig Godzilla geben würde. Keine Ahnung ob wir hier den gleichen Film gesehen haben oder mit welchen Erwartungen man hier ins Kino gegangen ist, nachvollziehen kann ich das aber nicht. Ok, er betritt erst nach etwa 1 Stunde das erste mal die Bildfläche und das zu Anfang auch immer nur in kleinen Ausschnitten wie Rückenstacheln oder Pranke, das sorgt aber auch für den entsprechenden Atmosphäre-Aufbau! Und bis dahin gibt es auch genug vom MUTO zu bewundern.

Wie Ihr nun lesen konntet, ich bin nahezu restlos begeistert von Godzilla! So begeistert dass direkt schon der erneute Besuch im Kino eingeplant ist, das hat in den letzten Jahren eigentlich nur Evil Dead geschafft.

Punkte: 8 von 10