Archiv für den Monat Juni 2014

Goal of the Dead

Das Spiel im französischen Kaff Caplounge ist für den Erstligaverein Olympic Paris eigentlich schon unter „gewonnen“ abgehakt. Nur Stürmer Samuel blickt dem Spiel mit Sorgen entgegen, handelt es bei Caplounge doch um seine Heimatstadt in der er seit seinem Vereinswechsel als Verräter gilt. Sieg und Niederlage treten auf dem Spielfeld aber ganz schnell in den Hintergrund als mordlüsterne Zombies den Platz stürmen. Die Schlacht ums Überleben ist eröffnet.

Auch wenn der große Zombie-Hype schon seit einiger Zeit wieder abgeschweppt ist kommen doch in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Produktionen in die Händlerregale. Um da aus der Masse ein wenig heraus zu stechen muss man sich schon etwas einfallen lassen, passend zur WM die Untoten mit dem derzeitigen Fussball-Wahn zu kreuzen ist aus Marketing-Sicht wohl nur logisch!

Bei dem konsequenterweise Goal of the Dead getauften Streifen handelt es sich um das Nachfolgewerk der The Horde-Macher, ein Film der das Genre schon nicht revolutionierte aber doch zu unterhalten wusste. Im Gegensatz zum düsteren Vorgänger schlägt Goal of the Dead in die Funsplatter-Kerbe und nimmt sich zu keiner Zeit wirklich ernst. Sämtliche Charaktere wirken überzogen, vom aufstrebenden Shooting-Star, über den resignierten Altspieler bis hin zu den trotteligen Ultras werden die typischen Fussball-Klischees abgespielt. Das ist alles wirklich gut gemeint, richtig witzig wird es aber leider viel zu selten. Dafür trauen sich die Regisseure einfach zu wenig, Goal of the Dead bleibt über die gesamte Laufzeit zu zahm für einen zünftigen Funsplatter-Streifen. Wo wir beim Stichwort Laufzeit sind, 120 Minuten sind für einen Film dieser Art einfach viel zu lang! Da ist es mir auch egal das Goal of the Dead eigentlich aus 2 Filmen besteht (Quasi 2 Halbzeiten) die von 2 Regisseuren insziniert wurden. Zu wenig Witz, viel zu wenig Splatter und viel zu viele Füllszenen lassen den Blick immer mal wieder zur Vorspultaste abschweifen. Dazu verpuffen eh uninteressante Hintergrundgeschichten der Charaktere im nichts und werden einfach nicht zu Ende geführt. Dabei hat Goal of the Dead zweifellos auch seine positiven Seiten, z.B. die düsteren Bilder in kalten Blau- und Grautönen. Richtig klasse ist auch die Metzelsequenz insziniert in der Spieler und Zuschauer im Stadion von den Untoten attackiert werden und die Zombies im roten Schein der Bengalos über das Spielfeld rennen. Wobei, eigentlich handelt es dabei eher um Infizierte des Rage-Virus aus 28 Day Later als um wirkliche Untote. Na ja, diese künstlerische Freiheit sprechen wir den Franzosen einfach mal zu.

Ihr merkt schon, so richtig umgehauen hat mich Goal of the Dead nicht, hätte man das Ganze um 40 Minuten gestrafft und wenigstens einen wirkliche Sympathieträger integriert sähe das bestimmt anders aus. So reicht der Film vielleicht zur Überbrückung zwischen 2 WM-Spielen oder als Kuriosität im Regal, ansonsten gibt es aber genug bessere Alternativen auf dem Markt.

Punkte: 5 von 10

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung der Rezensions-BluRay.

Return To Nuke’Em High Voloume 2 Trailer

Auch wenn ich von Vol. 1 nicht wirklich angetan war freue ich mich doch das Vol. 2 langsam aber sicher auf einen Release zusteuert. Denn so oder so, jeder Troma-Film bringt eine frische auf den Screen die 90% aller anderen Produktionen mittlerweile vermissen lassen.

Home Sweet Home

Sara und Frank sind ein glücklich verheiratetes Paar das sich plötzlich in einem Alptraum wieder findet: Ein psychopatischer Killer hat sich ins Haus geschlichen und sämtliche Fluchtmöglichkeiten verriegelt. Ein tödliches Katz und Maus Spiel beginnt.

Bei den HomeInvasion-Filmen handelt es sich um ein Untergenre das im Prinzip immer nach den gleichen Mustern abläuft: Ein Killer (gerne auch mal mehrere) dringt ins vertraute Heim ein und terrorisiert die dort wohnende Familie. Viele Regisseure versuchen Ihren Filmen dann noch ein kleines Alleinstellungsmerkmal mitzugeben um sie von der Konkurrenz abzuheben. Home Sweet Home geht da eher einen Schritt zurück und reduziert sich auf das nötigste:

1 Ehepaar mittleren alters
1 Haus
1 Killer

Kein SchnickSchnack, keine weltbewegenden Twists, keine wirklichen Überraschungen. Doch gerade dadurch mausert sich Home Sweet Home zum absoluten Genre-Geheimtip der eine unheimlich dichte und auswegslose Atmosphäre aufbaut. Der Film nimmt sich Zeit um das Setting aufzubauen, in den ersten 10 Minuten wird beispielsweise kein Wort gesprochen und man folgt nur dem „Eindringling“ durch das noch leere Haus. Da es letztendlich nur 2 Opfer gibt hält sich der Bodycount natürlich entsprechend in Grenzen, mehr Zeit bleibt aber dafür eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Bei denen handelt es sich übrigens nicht um die typische Bilderbuch-Familie oder nervige Twens sondern um recht bodenständige mitte Dreißiger. Garniert wird das Ganze noch mit 1-2 derberen Gewaltspitzen die durch ihren behutsamen Einsatz um so wirkungsvoller sind und der tollen Maske des Killers die mal so richtig creepy ist.

Was ein wenig negativ auffällt ist die etwas unnötige und absehbare Auflösung der Identität des Killers, viel effektiver wäre es gewesen wenn man diese für den Zuschauer im Unklaren gelassen hätte. Manch einer wird sich auch am etwas gesetzterem Tempo stören, doch gerade das macht den Film meiner Meinung so besonders. Wer endlich mal ein wenig Abwechslung vom hektischen Videoclip-Style heutiger Produktionen haben möchte ist bei Home Sweet Home genau richtig aufgehoben.

Punkte: 7 von 10