Archiv für den Monat Februar 2015

Honeymoon

Bea und Paul sind jung, frisch verheiratet und gerade in ihren Flitterwochen angekommen die sie in Beas altem Elternhaus verbringen. Doch die harmonische Idylle bekommt Risse als Paul seine Angebetete mitten in der Nacht splitterfasernackt im Wald vorfindet. Bea scheint sich nach diesem Ereignis immer mehr von ihrem Mann zurück zu ziehen, auch über die seltsamen Wundmale an ihren Oberschenkeln will sie nicht sprechen. Paul beginnt den Dingen auf den Grund zu gehen…

Mal ehrlich, wie spannend kann ein Film mit einem frisch vermählten Pärchen in einer einsamen Hütte im Wald heutzutage wohl noch sein? Verdammt spannend! Honeymoon beweist bravourös das vermeintlich ausgelutschte Szenarien mit der richtigen Inszinierung noch einiges zu bieten haben. Auch die beiden Hauptdarsteller die 95% des Films allein auf Ihren Schultern tragen liefern eine Topleistung ab. Rose Leslie (Game of Thrones) und Harry Treadaway (Cockneys VS Zombies) verkörpern interessante und sympathische Charaktere dessen Wohlergehen dem Zuschauer ausnahmsweise mal wirklich wichtig ist.

Auch im Storytelling erlaubt sich Honeymoon keine Schnitzer. Die Geschichte nimmt sich Zeit um seine Figuren zu etablieren nur um dann die Spannungsschraube immer weiter anzudrehen. Mit laufender Spielzeit steigt nicht nur die Paranoia von Paul sonder auch die des Zuschauers. Man rätselt gebannt mit, analysiert die Geschehnisse und versucht sich einen Reim aus all dem zu machen. Trotz des recht eingeschränkten Settings und im Endeffekt nur 2 Darstellern erweist sich Honeymoon als extrem mitreißend, endlich mal wieder ein Film der weiß wann er Schluss machen muss und seine Laufzeit nicht unnötig auf 100 Minuten aufbläht. Zum Finale hin nimmt der Streifen dann immer mehr an Drive auf und mutiert zum Schocker der regelrecht an den Nerven zieht! Die Auflösung des Ganzen hat mir persönlich dann zwar nur Mittelmäßig gefallen, bringt den Honeymoon aber zu einem runden Ende das auch nicht all zu viele Fragen offen lässt.

Punkte: 7 von 10

Zuletzt gesehen…

Black Christmas 7/10

Netter Slasher der besonders durch seine kurzweilige Inszinierung zu gefallen weiß. Durch die beengte Location und dem kurzen Handlungszeitraum (1 Nacht) kommt keine Langeweile auf und man wird als Zuschauer stetig bei der Stange gehalten. Dazu kommen noch einige nette Mordszenen und fertig ist der Slasher-Spaß. Einziger Wermutstropfen ist das die Macher das Ende zu lange hinauszögern… Die letzten 10 Minuten hätte man sich gut und gerne schenken können.

Anamorph 2/10

Oh man, das wohl Mieseste was ich in Sachen Thriller jemals gesehen habe. Komplett entschleunigt, unzusammenhängend und über große Teile einfach langweilig. Man findet weder zu den Charakteren noch zu der Story einen Zugang, die Protagonisten sind sogar äußerst nervig mit ihrer dauernden Depri-Stimmung und den unlogischen Handlungen. Das Ende setzt dem ganzen dann die Krone auf und hat mich komplett unzufrieden zurück gelassen. Keine Ahnung was Willem Dafoe dazu bewogen hat in diesem Schund die Hauptrolle zu übernehmen.

V/H/S 10/10

Immer noch der mit Abstand beste FoundFootage-Film und einer meiner absoluten Lieblingsstreifen!

Stoker 4/10

Teilweise ganz unterhaltsam, allerdings ging mir schnell das lethargische Verhalten der Charaktere auf die Nerven… Irgendwann hat man einfach genug davon in nölig-traurige Gesichter zu blicken. So richtig spannend ist das Dargebotene dann leider auch nicht und mit der Auflösung macht man es sich zu einfach. Wird bestimmt schnell bei mir in Vergessenheit geraten.

Times Crimes 5/10

Für ein Debüt gut gemacht, allerdings folgt der Film doch ziemlich strikt den Konventionen des Zeitreisefilms. Hat man irgendwie alles schon mal gesehen.

Moonrise Kingdom 9/10

Skurril, abgedreht, traurig, warmherzig, toll! Wie schon bei The Grand Budapest Hotel gelingt es Wes Anderson eine an sich nur mäßig spannende Geschichte so genial zu verpacken das man als Zuschauer geradezu verzaubert ist. Highlight sind die beiden Teeny-Darsteller die wohl eines der interessantesten und schönsten Liebespaare der Filmgeschichte darstellen. Aber auch die anderen Schauspieler, darunter Stars wie Edward Norton, Bruce Willis und viele mehr liefern eine tolle Performance abseits ihrer typischen Rollen ab. Moonrise Kingdom beweist mal wieder wozu das Medium Film im Stande ist.