Archiv für den Monat April 2014

Wolfcop Trailer

Teen Wolf war gestern, jetzt kommt der Wolfcop! Der Trailer verspricht kurzweiligen Schwachsinn der ausnahmsweise mal nicht nach Ultra-Lowbudget aussieht. Am 06.06 startet der Streifen in Canada in ein paar ausgewählten Kinos, ich tippe mal auf einen hiesigen Scheiben-Release Ende des Jahres. Ich würde wohl einen Blindkauf wagen 😉

[REC]4 – Apocalypse Teaser

Yay, da ist er endlich, der Teaser zum (angeblich) finalen Abschnitt der [REC]-Saga! Zu meiner Bestürzung musste ich feststellen das der FoundFootage-Aspekt mittlerweile scheinbar komplett zurückgeschraubt wurde. Nun gut, das war beim Vorgänger nach dem ersten Drittel ja auch so und es hatte ihm nicht geschadet. Irgendwie habe ich das Gefühl das [REC]4 ein sicherer Kandidat für das Fantasyfilm Fest diesen Sommer ist 😉

I Spit On Your Grave 2

Katie möchte im Big Apple endlich einen Fuss als Model auf den Boden bekommen. Hierfür nimmt sie an einem kostenlosen Fotoshooting teil, welches allerdings unter recht dubiosen Umständen stattfindet. Katie ist das alles nicht wirklich geheuer und bricht das Shooting ab als sie dazu aufgefordert wird doch mal „ein wenig mehr Haut“ zu zeigen. Doch ihr wahres Martyrium beginnt erst als einer der Männer abends vor ihrer Tür steht.

Ich bin nicht der größte Fan des „Rape&Revenge“-Genres, kann dem einem oder anderen Beitrag aber durchaus etwas abgewinnen. Ganz vorne für mich dabei sind zwei Remakes, I Spit On Your Grave und The Last House On The Left die durch ihre halbwegs spannende Inszinierung und Kompromisslosigkeit punkten.

I Spit On Your Grave 2 hat leider nichts davon und ist allenfalls stumpfe und plakative Gewaltpornographie! Die Geschichte an sich ist so dämlich und uninteressant erzählt das man sich als Zuschauer des öfteren fragt was die Drehbuchautoren sich dabei gedacht haben. Schon allein das Katie mal eben von New York nach Bulgarien verschleppt wird ist so an den Haaren herbei gezogen das es ein wahres Ärgernis ist. Auch wie sicher sie sich später in der Stadt bewegt ohne ein Wort bulgarisch zu sprechen oder Geld in der Tasche zu haben ist nicht wirklich nachzuvollziehen. Leider leiert Spit2 auch ansonsten nur das typische Genre-1×1 runter:

– Mädchen gerät an die falschen Typen
– Mädchen wird vergewaltigt
– Mädchen entkommt und gerät über Umwegen doch wieder in Gefangenschaft
– Mädchen wird gefoltert
– Mädchen wird für Tod gehalten, steht aber doch wieder auf
– Mädchen nimmt blutige Rache

Alles schon mal gesehen bzw. gehört, oder?! Ok, Rape&Revenge-Filme lebten noch nie von den durchdachten Stories sondern von den (im wahrsten Sinne des Wortes) Magenschwingern, was den Gewaltgrad angeht schießt Spit2 aber weit über das Ziel hinauß. Die Vergewaltigungs-Szenen (ja, es gibt leider mehr als eine!) waren für mich kaum ertragbar, ganz zu schweigen von den anschließenden Folterungen. Man muss Jemma Dallender für ihr intensives Schauspiel in diesen Szenen loben, mir war es dann aber doch eine ganze Spur zu heftig. Leider sind das die einzigen Momente in denen sie überzeugt, besonders im finalen Rachefeldzug bleibt sie erschreckend blass. Bei diesem vermeintlichen Befreiungsschlag für die bisherigen 60 Minuten wird natürlich noch mal ganz tief in die Gewalt-Kiste gegriffen, das ertränken eines Schänders in einer zugeschissenen Disco-Toilette ist da bei weitem noch die harmloseste Tötungsart. Das große Gemetzel ließ mich als Zuschauer aber überraschend kalt, man verfolgt das Ganze nahezu gelangweilt. Vielleicht ist man nach der ersten Stunden schon viel zu abgestumpft, vielleicht ist das große Finale aber auch einfach dumm und prügelt dem Zuschauer die Moral mit dem Holzhammer ein… Ich tendiere eher zu letzterem.

I Spit On Your Grave 2
kann ich niemandem wirklich empfehlen! Wer einen harten Rape&Revenge Reißer sehen will sollte lieber zum Vorgänger greifen. Der bietet zwar auch harten Tobak, wirkt aber nicht so aufgesetzt und stumpf wie sein Nachfolger.

Punkte: 2 von 10

Dead Snow 2

Dead Snow

Martin ist der einzigste Überlebende des NaziZombie-Massakers das sich bei einer entlegenen Hütte abgespielt hat. Schwer verletzt (er musste sich einen Arm abtrennen) wird er von der Polizei aufgegabelt und ins örtliche Krankenhaus verfrachtet. Für diese ist er der Hauptverdächtige und durch eine blöde Verwechslung wird Martin auch noch der Arm vom Zombie-Chef angenäht der ihm übermenschliche Kraft verleiht. Die hat er auch bitter nötig, sind die untoten Deutschen ihm doch schon dicht auf den Fersen. Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und Waffen) kommt Martin außerdem noch die AntiZombie-Squad zu Hilfe, welche schon seit Jahren für diesen Fall trainiert.

Dead Snow aus dem Jahre 2009 war nun nicht wirklich ein zeitloser Klassiker, bietet aber doch einige witzige Einfälle, krude Effekte und ganz viel Herzblut. Man merkte einfach das die Macher selber Fans waren und dabei extrem viel aus dem geringen Budget herauß geholt haben.

Niemand hat wohl noch damit gerechnet, aber ganze 5 Jahre später (im Horrorbereich eine Ewigkeit) kommt nun tatsächlich eine Fortsetzung die direkt an den Vorgänger anschließt. Mehr Budget, mehr Zombies, mehr Nazis, mehr Blut, mehr Spaß! Und welch‘ Überraschung, mit Dead Snow 2 schütteln die Norweger mal eben den coolsten und witzigsten Funsplatter der letzten 4-5 Jahre aus dem Ärmel.

Dead Snow 2 fährt (im wahrsten Sinne des Wortes) richtig schwere Geschütze auf. Die Story ist für einen Zombie-Streifen durch die Superheldeneinflüsse recht originell und spannend. Gut das der Film sich und seine Charaktere zu keiner Sekunde ernst nimmt. Sei es der Held wider Willen, die ultratrottelige Polizeieinheit die nichts checkt oder die nerdige Zombie-Squad, es macht einfach Spaß den Protagonisten zuzuschauen. Dazu gesellen sich viele verschiedene Location und massig handgemachte Gore-FX. Diese sind verdammt blutig, originell und weit ab jeglicher Political Correctness. So macht Funsplatter Spaß und wenn ein von Zombies besetzter Panzer eine komplette norwegische Kleinsiedlung dem Erdboden gleich macht merkt man Dead Snow 2 auch das gesteigerte Budget an. Desweiteren begeht der Film nicht den Fehler den viele Genre-Kollegen machen und lässt zu viel Leerlauf aufkommen. Es wird immer schön auf’s Gas gedrückt so das die Laufzeit wie im Flug vergeht.

Ich könnte jetzt wohl noch ewig weiter schwärmen, von dem großen Showdown der mich irgendwie an eine blutige Hooligan-Schlacht erinnerte oder dem immer weiter zerfallenden Zombie-Sidekick berichten aber wahrscheinlich sollte man Dead Snow 2 einfach selber in geselliger Runde genießen. Leider lässt die Ankündigung eines DVD/BD-Releases noch auf sich warten, lange wird es aber wohl nicht mehr dauern. Also immer schön die Augen offen halten, Dead Snow 2 solltet Ihr jedenfalls nicht verpassen 😉

Punkte: 8 von 10

Witching & Bitching



Verkleidet als Straßenkünstler starten Jose und seine Kumpanen einen Raubüberfall der endlich all Ihre Geldsorgen verschwinden lassen soll. Mit dabei ist auch sein kleiner Sohn, denn zufällig ist heute Papa-Wochenende und dass lässt Jose sich natürlich nicht entgehen. Auf der Flucht vor Polizei und Ex-Frau gelangt die Gruppe kurz vor der französichen Grenze in ein kleines Dörfchen voller kauziger Bewohner. Zu spät wird klar das es sich um Hexen handelt die schon feste Pläne mit Jose und seinem Sohn haben.

Zu meiner Schande muss ich gestehen das ich Mad Circus immer noch nicht gesehen habe, generell bin ich aber ein riesen Fan von Alex de la Iglesia! Überhaupt stellt der spanische Genrefilm für mich zur Zeit die Speerspitze der europäischen Filmindustrie dar, nachdem die Franzosen und Engländer in letzter Zeit doch etwas nachgelassen haben. Der erste Trailer versprach dann auch wieder einiges an Verrücktheiten und so stellte Witching & Bitching mein Vorfreude-Highlight der diesjährigen FFF-Nights dar.

Schön hier direkt berichten zu können das de la Iglesia mal wieder mehr als „geliefert“ hat! Witching & Bitching ist ein wahres Feuerwerk an Ideen und Überraschungen. Zu Recht hat der Film ganze 9 Goyas in seinem Heimatland abgestaubt. Kaum zu glauben wie viel Kreativität in den 108 Minuten stecken und wieder mal fragt man sich warum Deutschland nichts auf die Beine gestellt bekommt was auch nur Ansatzweise an das hier dargebotene heran kommt.

Die Dialoge sind pointiert, die Geschichte spannend und wendungsreich und die Charaktere durch die Bank sympathisch. Es macht einfach Spaß die kleine Gruppe von einem Unglück ins nächste stolpern zu sehen. Bis auf einen kleinen Durchhänger im letzten Drittel tritt Witching & Bitching durchgehend auf’s Gas, Zeit zum verschnaufen gibt es wenig. Überhaupt sieht man dem Film das gesteigerte Budget an: Viele und dazu gutaussehende Locations, einen der verrücktesten Raubüberfälle der Filmgeschichte und massig CGI-FX (die nicht immer überragend aber größenteils Charmant sind). Der Gore-Gehalt hält sich doch mehr oder weniger in Grenzen, nur eine namenlose Geisel die zufällig in die Geschehnisse involviert wird verliert im Laufe des Films als Running Gag immer mehr an Versehrtheit.

Die Hexenthematik macht einfach Spaß da diese recht klassische Figur in letzter Zeit doch sträflich vernachlässigt wurde. Rob Zombies The Lords of Salem hat letztes Jahr ja schon (mit meiner Meinung eher mäßigen Erfolg) versucht die Hexen auf die Leinwände zurück zu bringen, mit Witching & Bitching sollte den magiebegabten Damen aber nun der erneute Durchbruch gelingen.

Am 25.04 erscheint der Streifen dann auch hierzulande auf DVD/BD und ist hiermit jedem Filmfreund wärmstens ans Herz gelegt.

Punkte: 9 von 10