Archiv für den Monat März 2012

Eine kleine Zusammenfassung der FF-Nights 2012

So schnell kann es gehen, zack sind die FF-Nights auch schon wieder vorbei. Zeit ein kleines Resumee zu ziehen:

The Prodigies: Da hatte ich mir nicht viel von versprochen und letztendlich konnte mich The Prodigies auch nicht wirklich begeistern. Es gibt zwar den ein oder anderen netten 3D-Effekt und auch einige Sequenzen sehen klasse aus, ansonsten hat der Film aber nicht viel zu bieten. Die Story ist lahm und besonders die Animationen der Menschen wirken extrem hölzern. Die emotionslose Mimik machte ein mitfiebern wirklich schwer. 4/10

Livid: Siehe Review

We need to talk about Kevin: Mein absolutes Highlight der Nights. Großartige Schauspieler und eine mehr als bedrückende Geschichte. “Kevin” ist perfekt in der KinoKrontovers-Reihe aufgehoben die ihm wohl auch einen kleinen Kinostart hier in Deutschland spendieren werden. Ich muss zugeben dass mir Kevin doch ein wenig zu extrem und manipulativ dargestellt wurde, auch den Hass der Bevölkerung gegen die Mutter konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Trotzdem ist dies ein Streifen der mitreißt und regelrecht wehtut, ohne auch nur den kleinsten Hoffnungsschimmer zu bieten! Ansehen! 8/10

Chronicle: Ja, ein Blockbuster, ich fand ihn trotzdem richtig gut. Die 3 Jungs die plötzlich Superkräfte erlangen sind sympathisch und es macht Spaß ihnen dabei zuzusehen wie sie mit Ihren Fähigkeiten am Anfang nur Blödsinn anstellen. Wer hat denn noch nicht davon geträumt zu fliegen und über den Wolken Football zu spielen (oder etwas in der Art jedenfalls). Die FoundFootage-Ästhetik kommt gut rüber und besonders im Finale gibt es einige wirklich kreative Kamera-Spielereien. 7/10

Juan of the Dead: Mein letzter Film vom Samstag. Nach 8 Stunden Kino war ich nur noch bedingt aufnahmefähig, wahrscheinlich habe ich viele Gags und FX gar nicht mitbekommen. Das Kuba-Setting war jedenfalls angenehm frisch und auch die AntiZombie-Crew recht nett, ansonsten konnte Juan of the Dead auf dem FunZombe-Sektor nicht all zu viel neues bieten. 6/10

Rosewood Lane: Meine Güte, der Film war so doof das er schon fast wieder witzig war! Hier werden wirklich sämtliche Klischees bedient, leider ohne jegliches Augenzwinkern. Der Killer/Geist/Dämon war einfach nur lächerlich, sorry, aber wer hat denn vor so einem Milchbubi Angst?! So viel es mir schon schwer nicht immer laut loszulachen, wenn das Rad seines BMX-Bikes unter bedrohlicher Musik ins Bild fuhr! Die Auflösung ist dann genauso bescheuert wie der Rest des Films, fast eine Unverschämtheit so etwas dem FFF-Publikum vorzusetzen. Ach ja, Rose McGowan hat ja wohl das ultimative Dauer-Duck-Face. Mädel lass mal ein wenig Luft aus den Lippen. 3/10

Love: Habe ich übersprungen da mir Trailer und Inhaltsangabe so gar nicht zugesagt haben. Scheinbar habe ich auch nicht zu viel verpasst, die Meinungen die ich so aufgeschnappt habe waren doch eher verhalten.

Sleep Tight: Die Überraschung der Nights! Wirklich fies und garniert mit einer ganzen Menge tiefschwarzem Humor folgt man hier dem Bösewicht, der sich einige Gemeinheiten ausdenkt um sein Opfer zu quälen! Das will sich zu Anfang aber gar nicht so wirklich ärgern lassen, was den verrückten Concierge zu wahrer Höchstform auflaufen lässt. Nach Sleep Tight schaut vor dem schlafen gehen unters Bett um sich zu vergewissern das dort niemand liegt. Angeblich will Senator den auch bei uns noch in die Kinos bringen, lasst Euch diese kleine Perle nicht entgehen. 7/10

Theatre Bizzare: Wie bei jeder Sammlung gibt es auch hier Höhen und Tiefen. Alles in allem werden Horrorfans aber recht gut und vor allem drastisch bedient. Die Regisseure hatten freie Hand und konnten sich richtig austoben. Theatre Bizarre kommt recht undergroundig rüber und hat mit glossy Produktionen wie z.B. Trick or Treat nicht viel gemein. Mir hat das jedenfalls gut gefallen, besonders weil jede Episode sehr eigenständig und originell war. 7/10

REC³: Siehe Review

Zusätzlich waren noch Jaume Balaguero (Regisseur Sleept Tight), Richard Stanley und Buddy Giovinazzo (beide Theatre Bizzare) zu Gast in Hamburg, alle 3 sehr sympathisch und redefreudig. Nach den wirklich interessanten Q&As konnte man die 3 noch in der Lobby zum Quatschen und Autogramme holen treffen. Besonders Richard und Stanley haben sich für jeden extrem viel Zeit genommen und hatten sichtlich Spaß! Und wann hat man denn sonst schon mal die Chance die Macher von Combat Shock und Dust Devil zum gemütlichen Plausch zu treffen!

Trotz anfänglicher Skepsis hatten mich die Nights 2012 doch gut unterhalten! Allerdings empfand ich die Stimmung als nicht ganz so gut wie in den letzten Jahren, so fehlte es z.B. fast gänzlich an Szenen-Applaus. Mal schauen ob ich im Sommer dabei sein werde, ist bei mir ja auch immer eine Frage des Geldes (Anfahrt/Hotel/Verpflegung)!

Deswegen liebes Rosebud Team: Da das FFF in Hannover ja scheinbar nicht so gut angenommen wurde, versucht es doch mal in Bielefeld, der Party-Hochburg in OWL! Dann würde ich mir sogar eine Dauerkarte zulegen 😉

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Chained für das Fantasy Filmfest 2012 bestätigt.

Am Ende der FF-Nights hat die werte Moderatorin deren Namen ich leider vergessen habe schon einen kleinen Ausblick auf das große Festival im Sommer gegeben. Neben FoundFootage-Kram „könnte“ ein weiterer Schwerpunkt auf Geisterfilmen liegen. „Natürlich nur die Guten!“ 😉

Ein Titel konnte auch schon fix bestätigt werden: Jennifer Lynchs „Chained“. Ein Film über einen Jungen dessen Mutter von einem Serienkiller getötet wird und den er fortan begleiten muss. Ziemlich harter Tobak wie sie meinte, sie habe sich danach richtig schlecht gefühlt, aber das wäre ja was wir mögen. Leider konnte ich noch keinen Trailer dazu finden, deshalb erstmal nur das Teaser-Poster.

Livid

Die junge Schwesternschülerin Lucie hat einen wenig beneidenswerten Job: In einem abgelegenen Fischerdörfchen an der französischen Küste sorgt sie für die älteren Mitbürger in der Umgebung, die in den eigenen vier Wänden auf das abzusehende Ende ihres Lebens warten. Ihr Pflegedienst bringt sie auch bald auf das verfallene Anwesen der ehemaligen Tanzlehrerin Madame Jessel, die schon seit Jahren künstlich beatmet im Koma liegt. Irgendwo im Inneren des verwirrend großen Hauses, so besagt es die örtliche Legende, soll ein Vermögen verborgen sein. Zusammen mit ihrem Freund William und dessen Bruder erliegt Lucie der Verlockung des schnellen Geldes, und im Schutz der Nacht steigt das Trio in Madame Jessels Villa ein. Keiner von ihnen ahnt, was sie wirklich dort drinnen erwartet… (Inhaltsange von http://www.fantasyfilmfest.com)

Da ist er also, der neue Film von Julien Maury und Alexandre Bustillo, den Machern von Inside. Die Vorfreude auf eine ähnlich blutüberströmte Schlachtplatte wurde aber schon früh mit der Aussage einen klassischen Horrorfilm drehen zu wollen vertrieben. Es muss aber auch nicht immer mega-gory sein und der erste Trailer versprach eine ganz besondere Atmosphäre!

Und tatsächlich ist Livid genau das geworden, old-school Gruselhorror bei dem aber auch die gewisse Prise roter Lebenssaft nicht fehlt. Lucie ist eine sympathische kleine Göre, die vor kriminellen Machenschaften zwar nicht zurück schreckt, das Herz aber an der richtigen Stelle hat. Ihr Freund Will und sein Bruder spielen in Livid nur eine untergeordnete, ja geradezu mitleiderregende Rolle. Wie schon Inside ist Livid ein Film der starken Frauen. Béatrice Dalle hier gleich doppelt in zwei Mutter-Rollen zu besetzten kann wohl schon als kleiner Insider-Gag für die Fangemeinde angesehen werden.

Werden in den ersten 20 Minuten die Charaktere eingeführt, beginnt mit dem Einbruch in das alte Herrenhaus der starke Teil von Livid. Die Atmosphäre ist extrem dicht wenn die 3 Eindringliege sich durch die dunklen Zimmer schleichen oder am Krankenbett der (angeblich) gebrechlichen alten Frau stehen. Besonders ein Spielzimmer mit lebensgroßen Puppen denen Tierköpfe aufgesetzt wurden ist mir gut im Gedächtnis geblieben und verdammt gruselig. Die beiden Regisseure lassen es gemächlich angehen und geben dem Zuschauer die Zeit die Stimmung vollkommen in sich aufzusaugen. Wenn dann die Vampire/Geister anfangen loszuschlagen geschieht dies ziemlich mystisch und blutig. Man weiß nicht so recht mit was man es zu tun hat und nur nach und nach kommt durch Visionen von Lucie die Wahrheit ans Licht. Das letzte Drittel konnte mir dann leider nicht mehr so recht zu sagen. Keine Ahnung ob Maury und Bustillo sich am Ende selber verzettelt haben oder mal was ganz innovatives abliefern wollten, ich konnte damit jedenfalls nichts anfangen. Eine Prise weniger Fantasy wäre da meiner Meinung ratsam gewesen.

Livid hat etwas märchenhaftes, dieses Feeling zieht sich durch den kompletten Film und durch nahezu jedes Bild. 3 junge Menschen auf der Suche nach einem Schatz, ein verwunschenes Haus, die böse Mutter und die finale schmerzhafte Erlösung; klassische Themen wie man sie auch in den Geschichten der Gebrüder Grimm findet. Bis auf das lahme und viel zu lang gezogene Ende ein nicht perfekter aber schöner Horrorfilm.

Punkte: 7 von 10

PS: Am 10.05 kommt dann auch schon die DVD/BD von Sunfilm, also Augen auf 😉

REC³

Für Clara und Koldo sollte es der schönste Tag ihres Lebens werden. Nach der kirchlichen Trauung geht auf ein großes Anwesen zur Megaparty mit zig geladenen Gästen. Doch wie sollte es auch anders sein steckt mehr hinter dem Hundebiss den sich der Onkel des Bräutigams am morgen zugezogen hat. Es dauert nicht lange und das Virus verteilt sich über die nahezu komplette Hochzeitsgesellschaft, Panik und Gewalt brechen aus. Clara und Koldo werden im ersten großen Gemetzel getrennt, doch keiner von beiden will seine große Liebe so einfach aufgeben.

Ich oute mich hier als Fan von Mockumentary/Found-Footage Filmen und der REC Reihe im speziellen! Teil 2 ist meiner Meinung eines der wenigen Beispiele bei denen das Sequel den Vorgänger sogar noch übertrifft. Das plötzlich Dämonen mit im Spiel sind hat zwar vielen nicht gefallen, ich fand den Twist und die Umsetzung aber äußerst gelungen. Als dann vor einigen Wochen bekannt wurde das REC³ auf den FantasyFilmFest-Nights gezeigt wird war die Freude bei mir natürlich entsprechend groß, wobei ich statt einem Prequel schon lieber gesehen hätte wie es weitergeht. Aber Teil 4 „Apocalypse“ ist ja auch schon in der Mache.

REC³ scheint neue Wege gehen zu wollen, soll heißen nur die ersten 15-20 Minuten sind im altbekannten Wackelkamera-Style. Hier werden die Hochzeitssaufnahmen von verschieden Personen gezeigt und die Charaktere eingeführt. Sobald die eigentliche Action losgeht wechselt REC³ zur konventionellen Kameraführung. Das macht ihn leider auch fast zu einem gewöhnlichen Zombie-Film und ein Großteil der Intensität geht verloren. Allerdings gehört REC³ zu dem unterhaltsamsten was ich in letzter Zeit an Zombie-Streifen gesehen habe. Das liegt zum einen an den wirkliche sympathischen Charakteren, besonders dem Hochzeitspaar wünscht man das sie aus dieser Hölle entkommen. Ja, man nimmt ihnen sogar ihre Liebe ab und so ergibt sich in all dem der Blut auch der ein oder andere äußerst romantische Moment 😀 Tja, und wo wir gerade bei Blut sind, davon gibt es in REC³ auch eine ganze Menge. Durch die normale / ruhige Kamera bekommt man die Splatter-FX nun auch zum ersten mal in der Seriengeschichte richtig zu sehen. Da werden Kehlen aufgerissen, Körper durchbohrt und was eine Kettensäge anrichten kann wird sich hier wohl auch jeder vorstellen können. Für das Franchise ebenfalls recht untypische war das hohe Maß an Komik! Es gibt viel zu lachen, seien es die kreativen Tötungssequenzen, ein Überlebender im Spongebob-Kostüm (Sorry, Spongejohn natùrlich ;)) oder ein übertriebener Chainsaw-Run. REC³ ist mit einem dicken Augenzwinkern zu sehen und nimmt sich selbst nicht all zu ernst ohne aber in wirklichen Klaumauk abzudriften. Das macht Spaß und tut dem Film gut, könnte DieHard-Fans aber sicherlich verschrecken.

Stellt sich nun natürlich die Frage „Hat das Ganze überhaupt noch irgendwas mit REC zu tun?“. Ja, hat es! Die Handlung läuft parallel zu den Geschehnissen aus Teil 1+2 und man sieht immer wieder kleine Verweise darauf im Hintergrund. Außerdem wird die Serien-Mythologie weitergesponnen, ohne allerdings wirklich viel neues zu den Ursprüngen zu verraten. Im vierten und letzten Teil wünsche ich mir aber die alte Ruckel-Kamera zurück! Wie man eine weitflächige, actioneiche Handlung in diesem Stil einfangen könnte hat ja das Ende von Chronicle schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Punkte: 8 von 10

Chillerama

Mit Chillerama habe wir mal wieder eine Horror-Anthologie vorliegen, die als große Hommage an das Genre angesehen werden kann. Die Macher sind allesamt selber Fans und das merkt man anhand der Machart und der Geschichten auch. Das dabei nicht jede Folge ein Knaller ist kennt man ja bereits aus anderen Sammlungen, aber immer der der Reihe nach:

Wadzilla: Hierbei handelt es sich um eine Liebeserklärung an die Monsterfilme der 50er Jahre wie Panik in New York. Miles wird vom Urologen seines Vertrauens (Herrlich wie immer: Ray Wise) ein neues Medikament verschrieben das seine Spermien ein wenig munter machen soll. Beim abendlichen Blinddate gerät die Situation allerdings außer Kontrolle, nur durch eine schnell eingeleitete Selbstbefriedigung kann der junge Mann sich von dem immer größer werdenden Spermium befreien. Doch der kleine schleimige Racker kann entkommen und wächst unaufhörlich weiter! Die Army muss eingreifen um die bald haushohe Wichs-Kaulquappe (sorry) zu zerstören!

Großartig, Wadzilla schafft es den Style der 50er Jahre wirklich gekonnt einzufangen. Mal ist das Monster dilletantisch animiert, mal verkloppt eine Puppe Army-Panzer in Spielzeugform. Die Schauspieler ergehen sich dabei im beabsichtigen Overacting und schreien sich die Lunge aus dem Hals. Die Gags zünden zwar größtenteils, allerdings gehen die meisten Lacher doch ziemlich unter die Gürtellinie.

I was a Teenage Werebear: Der mit Abstand schlechteste Part von Chillerama. In Anlehnung an die Surf- und Beachfilme der 60er wird die Geschichte des Collegeschülers Ricky erzählt, der gerade seine Homosexualität entdeckt. Von dem Anführer einer in Lack und Leder gekleideten Gang in den Po gebissen wird er zum Werebear! Bear ist ein Slangwort aus der Schwulenszene und beschreibt wohl etwas dicklichere stark behaarte Männer in knappen Leder Outfits. In eben diese verwandeln sich die eigentlich knackigen jungen Männer und begehen Mord und Totschlag. Na ja, so richtig viel Mord und Todschlag gibt es da allerdings nicht. Die Gewaltszenen sind recht billig (ja, auch absichtlich) insziniert und hauptsächlich ruht sich „Werebear“ auf der vermeintlich witzigen Grundidee aus. Leider fand ich die meisten Gags nicht sonderlich lustig, wobei man zugeben muss dass die Masken schon ziemlich bescheuert aussahen. Allerdings übertreibt es diese Episode ein wenig mit den Homo-Witzen und auch die Musical-Einlagen nerven gewaltig. Alles in allem einfach langweilig, beim nächsten Mal schauen werde ich wohl direkt zum nächsten Film skippen. Ach ja, und kommt mir bloß nicht mit Schwulenfeindlich oder so, Regisseur Tim Sullivan und Hauptdarsteller Sean Lockhart sind beide Homosexuell! Die dürfen da also Witze drüber machen 😉

The Diary of Annefrankenstein: Wer sich durch den zähen Werebear gequält hat wird mit einem absoluten Highlight belohnt. „The Diary of Annefrankenstein“ ist eine in schwarz/weiß gedrehte Huldigung an die ganz frühen Horrorfilme a lá Nostferatu. Hitler bemächtigt sich dem Tagebuch der Annefrankenstein und erschafft sein eigenes, aus Leichenteilen zusammengebautes Monster. Da die Geschichte uns gelehrt hat das bei den Nazis noch nie etwas geklappt hat, gibt es natürlich auch hier kein all zu glückliches Ende für Adolf.

Ok, „Annefrankenstein“ ist zwar nicht all zu blutig, aber so herrlich witzig und politisch inkorrekt das man diese Episode einfach lieben muss. Alle Schauspieler sprechen fließendes deutsch (englisch untertitelt), nur Joel David Moore als Hitler ist Amerikaner und brabbelt unverständlich vor sich hin! Besonders für uns deutsche Zuschauer ein großer Spaß! Wenn der arme Hitler dauernd von der ewig geilen Eva Braun hintergangen wird oder sich mit dem Monster durch die offensichtlichen Pappkullissen prügelt bleibt kein Auge trocken. Das Monster wird übrigens von Kane Hodder (der einzig wahre Jason) gespielt, hat jüdische Züge die ins satirische überzogen sind und heiß Meshugannah :D! Für manch einen geht das vielleicht zu weit, ich habe mich köstlich amüsiert.

Eingebetet werden die 3 Filme natürlich in eine Rahmenhandlung, dem „Zom B Movie“. Diese spielt in einem alten Drive-In Kino dessen letzter Abend vor der Schließung ansteht und wo noch mal die o.g. Streifen gescreent werden sollen. Natürlich geht auch hier etwas schief und so verwandeln sich die Besucher nach und nach in Blut- und Sexgierige Zombies!

Ist klar, hier standen Return of the Living Dead & Co. Pate! Look und Style der 80er Jahre wurden gut eingefangen, allerdings dauert es ewig bis das „Zom B Movie“ mal an Fahrt aufgenommen hat. Die kleineren Intermezzi zwischen den anderen Filmen sind eher langweilig und erst am Ende kommt es zu ordentlicher Zombie-Action! Die ist dafür schön blutig und Over the Top, driftet aber leider wieder viel zu sehr ins blödelige ab! Das die Untoten in purer Geilheit übereinander herfallen passt zwar zum Chillerama-Konzept, war mir dann aber doch ein wenig zu viel des Guten! Richtig schön ist dann noch mal das Film-Zitate-Medley am Ende, bei dem der von Zombies umringte Held einen Spruch nach dem anderen rauß haut!

Tja, was soll ich nun dazu sagen! 1x Gut (Wadzilla), 1x Super (Annefrankenstein), 1x Mittelmaß (Zom B Movie) und 1 Ausfall (Werebear). The Diary of Annefrankenstein rettet die komplette Sammlung! Ohne diesen Partykracher wäre Chillerama doch eher eine Enttäuschung die vom pubertären Pimmel-Humor leben würde. So überwiegt doch das positive Gefühl eine nette Reise durch das Horror-Genre gemacht zu haben. Allerdings habe ich mir von den Namenhaften Regisseuren doch mehr versprochen. So bleibt Chillerama ein kleiner Snack für den schnellen BadTaste-Hunger zwischendurch.

Punkte: 6,5 von 10

Hin und weg von The Artist…

„Eaeay, hier geht’s doch um Horrorfilme, warum schreibt der Arsch jetzt über The Artist!!!“

Ganz einfach, weil das mein Blog ist Ihr Lullies und ich gerade total verzaubert von dem Film bin (aber hey, ein wenig weiter unten gibt es was zu The Human Centipede 2 ;))!

Eigentlich bin ich ja fest davon ausgegangen das der nirgends in meiner Nähe noch gezeigt wird und nach dem Oscar Hype ist mir auch ein wenig die Lust darauf vergangen. Als ich aber heute das Programm meines Lieblingskinos gecheckt hatte, konnte ich mit Freuden feststellen das die The Artist doch noch für 1 Woche mit aufgenommen haben. Also ab ins Auto und los geht’s!

Puh, Gott sei Dank habe ich den noch im Kino sehen dürfen, The Artist ist einfach ein Film der für die Lichtspielhäuser gemacht wurde! Die Story an sich ist natürlich nicht das Besondere und schon tausendmal verfilmt (und im Endeffekt eigentlich auch nur eine Liebesgeschichte). The Artist hat es allerdings geschafft Emotionen bei mir zu wecken, wie schon lange kein Film mehr zuvor! Wenn Jean Dujardin über beide Ohren grinsend mit dem Publikum spielt muss man einfach mitlachen! Und ja, ich schäme mich auch nicht zuzugeben das mir die ein oder andere Träne im Auge lag und ich mich ein klein wenig in die wunderschöne und extrem sympathische Peppy (Bérénce Bejo) verliebt habe 😉 Die Tanzszene am Anfang gehört mit zum schönsten was ich in einem Film bis jetzt gesehen habe

Aber auch abseits der tollen Schauspieler funktioniert The Artist einfach perfekt! Das Stummfilmkonzept, Schwarz/Weiß, keine wirkliche Aktion oder Spannung… Ich war wirklich skeptisch, doch schon nach Dujardins erster Szene hatte mich der Film 😀 Keine Ahnung ob dieser ganze Stummfilm-Kram nun authentisch dargestellt wurde oder nicht… Das ist nicht mein Genre und The Artist hat es auch nicht geschafft mich dafür zu interessieren. Bei diesem einen Film hat es aber gepasst wie die Faust auf’s Auge! Ich gebe wahrlich nicht viel auf den Oscar, ich freue mich aber für The Artist das er deshalb in aller Munde ist!

Jeder der sich auch nur im Ansatz für Filme interessiert sollte sich diesen Film anschauen! Auch wenn Ihr eigentlich die totalen Genre-Nerds seid, ich bin mir sicher The Artist wird den Großteil von Euch gefallen!

So, und nun bin ich doch stark am überlegen die Tage direkt noch mal rein zu gehen!

The Human Centipede 2

Martin: Astmathiker, geistig unterentwickelt, unästhetisch und noch bei seiner Mutter wohnhaft! Der seltsame Mann, der schon in seiner Jungend vom Vater missbraucht wurde, hat scheinbar nur eine Leidenschaft: The Human Centipede. Geradezu besessen von diesem Film ist sein einziges Ziel die Geschehnisse nachzustellen. Doch mit einem 3 Personen-Centipede will Martin sich nicht zufrieden geben, sein Meisterwerk soll aus 12 Stücken bestehen.

Ich bin Horror- und Splatter-Fan, es darf also auch mal ein wenig extremer werden. Scrapbook, Inside, Martyrs oder Subconcious Cruelty… allen konnte ich irgendetwas abgewinnen, mit The Human Centipede 2 bin ich nun jedoch an meine Grenzen gekommen. Dabei hätte ich bei der Publicity die der Film bekommen hat eigentlich schon vorsichtig werden müssen, aber mir hatte der erste Teil irgendwie gefallen! Der wurde im Vorfeld ja auch schon ordentlich durch die Mangel genommen, hatte mich durch seine teilweise extrem trashige Art und Weise aber eher belustigt als wirklich angeekelt.

Nun ja, HC2 ist wohl die Ultra-Sleaze Version vom Vorgänger. Quasi jede Szene des in Schwarz/Weiß gedrehten Films ekelt den Zuschauer regelrecht an, was hauptsächlich Film-Maniac Laurence R. Harvey als Martin zu verdanken ist. Der kleine aufgedunsene Mann mit den hervorquellenden Augen spielt das geistig zurückgebliebene Muttersöhnchen mit einer Intensität das einem Angst und Bange wird. Schwitzig, meistens halb nackt und ohne im gesamten Film ein Wort zu sprechen ist hier wohl eine neue Ikone des extremen Films geboren. Generell ist der Streifen sehr Dialog arm, die meiste Zeit ist einfach nur das Gewimmer der Opfer oder das Gegrunze von Martin zu hören. Ist man in den ersten 50 Minuten noch recht „angetan“ von der kranken Atmosphäre, wird man vom letzten Drittel geradezu erschlagen! Hier beginnt Martin seinem Traum vom eigenen Human Centipede in die Tat umzusetzen, allerdings nicht medizinisch akkurat wie Dr. Heiter aus Teil 1, sondern mit Küchenmesser, Tacker und Gaffer-Tape! Die Kamera hält gnadenlos drauf und spätestens wenn jedes Teilstück Abführmittel verabreicht bekommt und das Endstück vergewaltigt wird, sind wohl auch die Grenzen des schlechten Geschmackes überschritten. Wie eingangs erwähnt, ich liebe Horrorfilme, aber die letzten35 Minuten waren mir einfach zu krass! Dabei muss man Regisseur Tom Six für die Grundidee (Fan von Teil 1 will seinen Lieblingsfilm nachahmen) durchaus Respekt zollen. Eine ähnlich Story ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen und durchaus originell! Leider verpufft irgendwann diese Meta-Ebene und der Film verliert sich in reinem Ekel! Zusätzlich fehlte mir auch der schwarze Humor, der noch einen guten Teil des Vorgängers ausmachte. Hier habe ich nur kurz geschmunzelt, als Martin die 3 Hauptdarsteller aus The Human Centipede unter dem Vorwand für den neuen Tarantino vorzusprechen zu sich lockt.

The Human Centipede 2 ist weder stumpf noch schlecht gemacht, hat mich persönlich allerdings so gar nicht angesprochen. Ich will Spaß beim Filme schauen haben oder von einer guten Story mitgerissen werden, HC2 hat einfach nur verstört! Für Leute die auf so ein Filmerlebnis stehen (A Serbian Movie scheint ja in eine ähnlich Richtung zu gehen) sicher eine neue Offenbahrung, ich konnte damit nichts anfangen!

Punkte: 3 von 10

Abraham Lincoln: Vampire Hunter Trailer

Öhm, da hatte ich wohl irgendwie etwas falsch verstanden. Bei den Namen und den bisher veröffentlichten Screens bin ich immer davon ausgegangen das Abraham Lincoln: Vampire Hunter ein derber Trasher wird. Ok, Trash ist es im Endeffekt natürlich immer noch, nachdem ich aber nun endlich mal dazu gekommen bin den Trailer zu sichten scheint da ja richtig Budget drin zu stecken. Die Szenen sehen wirklich super aus und auch den exesszive Zeitlupeneinsatz fand ich cool. Bleib nur zu hoffen, dass der Film den Weg in unsere Lichtspielhäuser finden wird.

Creature Trailer

Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Teaser zu Creature im Netz gesehen der mich nicht wirklich vom Hocker gehauen hatte. Der Offizielle Trailer sieht aber nach wirklich netter B-Movie Ware aus inkl. Sümpfen, doofen Teens, Sid Haig und einer „echten“ Kreatur dich nicht aus dem Rechner kommt.

Offizielles REC³ Poster

Ich mag Frauen und ich mag besonders Frauen mit Kettensägen! Trotzdem will mir das offizielle Poster von REC³ irgendwie nicht so recht gefallen. Bei einem Trasher hätte mich nun wohl derbe auf den Film gefreut, aber REC möchte ich lieber ernsthaft und halbwegs Bodenständig haben! Und danach sieht das Poster leider nicht aus 😦