Archiv für den Monat Februar 2013

The Bay



Bei den Feierlichkeiten zum 4 Juli tritt in einer kleinen amerikanischen Stadt eine seltsame Epidemie auf. Die Menschen bekommen einen schweren Ausschlag und sterben innerhalb weniger Stunden. Ein Parasit aus dem Meer scheint die Stadt heimzusuchen und die Befallenen von innen aufzufressen.

Ah wie fein, mal wieder ein FoundFootage-Film! Wer meinen kleinen Blog ein wenig verfolgt wird vielleicht wissen das ich diesem derzeit stark boomenden Untergenre doch sehr zugetan bin. Der erste Trailer von The Bay konnte mein Interesse jedoch nicht wirklich wecken, die Ankündigung das der Film auf den FantasyfilmFest-Nights laufen würde lies mich dann aber doch noch mal schnell den ITunes-Download starten.

The Bay begleitet nicht wie die üblichen Genre-Kollegen eine bestimmte Gruppe die die Geschehnisse dokumentieren sondern ist eher wie eine Reportage aufgebaut. Soll heißen es gibt die verschiedensten Informationsquellen (Privataufnahmen, Aufzeichnungen von Überwachungskameras, Telefongesrpäche, SMS, Skype-Sitzungen usw.) aus denen sich der Film zusammensetzt. Gehostet wird das Ganze von einer jungen Reporterin die die Aufnahmen durch VoiceOvers immer wieder kommentiert und auch das ein oder andere mal selber vor der Kamera sitzt. Zusätzlich werden unterschiedliche Aufnahmen dramaturgisch passend zusammen geschnitten und teilweise mit Musik unterlegt. An sich also schon mal ein Bruch mit dem „klassischen“ FoundFootage-Film, dennoch eine willkommene Abwechslung. The Bay kommt einem trotzdem immer wieder vor wie eine SpiegelTV-Reportage, manche werden damit sicherlich so ihre Probleme haben.

Auch in Sachen Spannung dümpelt The Bay eher auf Sparflamme dahin. Es dauert zu lange bis es denn endlich mal losgeht, am Anfang bekommt man nur typisch amerikanische Bilder zu den Feiern zum Unabhängigkeitstag geboten. Außerdem macht der Film mit dem Holzhammer klar wie sehr die Menschen in der kleinen Stadt doch mit dem Wasser verbunden sind, hier hätte man ein wenig subtiler vorgehen können. Leider fehlt es auch an wirklichen Sympathieträgern, die Charaktere die man öfter sieht sind einem relativ egal, der Rest ist eh in der nächsten Szene schon tot.

In Sachen Splatter-FX hält man sich eher zurück, die Pusteln und Eiterbeulen sind aber schon ziemlich ekelig. Später bekommt man dann noch ein paar dicke Käfer zu sehen die aus der Haut heraus brechen, das bleibt aber alles im FSK16 Rahmen. Beginnt The Bay noch recht behäbig, wird die Atmosphäre mit laufender Spielzeit doch deutlich bedrohlicher. Menschen brechen in Panik aus und Leichen pflastern die Straßen. Es passiert aber nichts was man nicht schon X-mal irgendwo anders schon gesehen hätte… Menschen flüchten und werden letztendlich doch infiziert, die Autoritäten sind ratlos und den aufopferungsvollen Arzt trifft es am Ende natürlich auch noch. Generell orientiert man sich stark an typischen Tierhorror-Konventionen, inklusive Bürgermeister der Dreck am Stecken hat und Chemikalien die ins Meer geleitet wurden.

Selbst als FoundFootage-Fan kommt The Bay bei mir nicht über das Mittelmaß hinaus. Wirklich spannend wird es nie und der Look ist teilweise schon recht billig. Pluspunkte gibt es für das letzte Drittel das angenehm düster ausfällt. Wer keine Dauerkarte für die Nights hat dem würde ich den Besuch nicht unbedingt empfehlen, zu Hause im Heimkino reicht The Bay vollkommen aus.

Punkte: 5/10

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The ABCs of Death

ABC

Wow, was eine herrlich bekloppte, verrückte, blutige, traurige, originelle, witzige, trashige, spannenden, bedrückende, einfach nur wahnsinnige Achterbahnfahrt von einem Film!

Eigentlich ist es gar nicht möglich eine Inhaltsangabe zu The ABCs of Death schreiben. 26 Regisseuren wurde jeweils ein Buchstabe des Alphabets zugewiesen zu dem er einen im Durchschnitt 5 Minuten langen Kurzfilm drehen sollte. Generell muss es sich um den Tod drehen, sonst gab es keine weiteren Vorgaben und das merkt man den Filmchen auch an. Was hier an Kreativität auf den Zuschauer abgefeuert wird ist eine wahre Freude! Neben Realfilm gibt es noch Zeichentrick- und StopMotion-Animationen, es wird mit Computereffekten gespielt und die Stimmung der Filme wechselt dauernd zwischen trashig, witzig und überraschend ernst und bedrückend. Gerade diese Stimmungswechsel machen The ABCs of Death so reizvoll da einem der Lacher von einer Sekunde auf die andere im Halse stecken bleiben kann. Einige Regisseure fühlten sich dazu berufen in Ihren 5 Minuten ernste Themen wie die hohe Mordquote an Frauen in Südamerika anzusprechen und dann ist man als Zuschauer auch ganz schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Der Großteil an Filmen ist aber eher „heiter“ geraten, man weiß nie was einem als nächstes erwartet. Eine Dämonen-Sequenz aus der FirstPerson-Sicht des Monsters; ein Kackhaufen der einfach nicht runtergespült werden will; eine Frau die sich ihre Fettpolster per Tranchiermesser entfernt; ein Rennen gegen den Tod und und und. Müßig hier alles aufzählen zu wollen.

Generell ist fast jede Episode wirklich verdammt blutig geraten, direkt in den ersten 2 Minuten bekommt ein Mann erst ein Messer in Hand und Hals geschlagen und anschließend eine Pfanne heißes Fett ins Gesicht geschüttet. Harter Tobak, und im Laufe der nächsten knapp 2 Stunden werden auch erfahrene Horror-Fans wohl das ein oder andere mal schwer schlucken müssen. Den Vogel schießen aber mal wieder die Japaner ab! Zwar liefern sie mit „F“ auch die bei weitem schwächste Episode ab, 2 der restlichen Beiträge sind aber so krank und abgedreht das es einem die Sprache verschlägt… Einmal vor Ekel und einmal aus purem Overkill aus Gewalt und Genitalien. Es gibt aber auch wirklich künstlerische Filme, besonders hervorzuheben ist hier „O“ von den beiden Amer Regisseuren, selten hat Leder schöner gequietscht als hier. Bei vielen Episoden erkennt man ganz klar die Handschrift der einzelnen Macher: Xavier Gens (Frontiers), Jason Eisener (Hobo With A Shotgun), Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police) und Bruno Forzani Héléne Catett (Amer) sind ganz unverkennbar.

Mein persönliches Highlight ist „D“ in dem es um einen Kampf Hund gegen Boxer geht! Der Film kommt komplett ohne Dialoge aus, ist wahnsinnig gut gefilmt und überrascht mit einem netten Twist.

Witzig ist auch das die Auflösung für was der Buchstabe denn nun genau steht erst am Ende der Episode enthüllt wird, so kann der Zuschauer fröhlich miträtseln (wobei das ein oder andere doch recht weit hergeholt ist).

The ABCs of Death ist eine geniale Kurzfilmsammlung, deren schwächere Episoden locker durch die Überzahl an positiven Beiträgen wieder wett gemacht werden. Das ganze gestaltet sich weitaus zusammenhangloser als ähnliche Horror-Anthologies wie z.B. V/H/S oder Theatre Bizarre. Durch die dadurch entstandenen kreativen Freiheiten ist der Output aber noch mal verrückter und überraschender so dass der Zuschauer sich auf eine wildes auf und ab der Gefühle gefasst machen sollte.

Tolle Idee, tolle Umsetzug! Bitte mehr davon!

The ABCs of Death läuft dieses Jahr mit auf den Fantasyfilm Fest Nights und sei jedem Besucher wärmstens ans blutige Herz gelegt.

Punkte: 10 von 10

Creature

Auf dem Weg zur großen Party-Sause in Louisiane macht eine kleine Gruppe Freunde halt an einer heruntergekommenen Tankstelle. Hier erfahren sie von der örtlichen Legende Lockjaw, ein Zwitterwesen aus Mensch und Krokodil. Aus Spaß macht sich die Truppe auf in den Sumpf zu einer alten Hüte in der das Wesen gehaust haben soll. Unbedarft wie Jugendliche nun mal sind beschließt man dort zu campen, ein folgenschwerer Fehler wie sich bald heraußstellt.

Könnt Ihr Euch noch an die glorreichen Zeiten erinnern an dem in Jaws ein echter Pappmaschee-Hai aus dem Wasser gesprungen kam, in Alien ein echter Mensch im Gummianzug durch die Nostromo stapfte und in Gremlins echte Handpuppen die Gegend unsicher gemacht haben? Ja, das waren schöne Jahre, bis dann irgendwann die 90er anfingen und miesen CGI-Effekte Einzug in die Filmwelt hielten. Mit Creature kommt jetzt aber der Befreiungsschlag aller tapsigen Monster!

Creature ist an sich ganz klassisches Genre-Kino das sich recht strikt an die typschen Konventionen hält. Die übliche Mischung aus knackigen Teens, zwielichtigen Rednecks und einem blutrünstigen Ungetüm haut also keinen wirklich vom Hocker gefällt aber durch seine Verbeugung vor alten Zeiten. Es gibt zwar einen kleinen Twist der dem Film noch mal etwas Würze verleiht, letztendlich hat man das aber alles so schon mal gesehen. Originell wollten die Macher aber wohl auch gar nicht sein, eine liebevolle Hommage and die Creature-Features vergangener Tage stand ihnen wohl eher im Sinn.

Und das schafft Creature recht gut! Angefangen mit den doofen aber sexy Teens, bei denen sich recht schnell das Survival-Paar heraußkristalisiert; auch die Hillbillies sind zurückgeblieben und dauernd besoffen wie man sie gern hat. Hier sticht natürlich Sid Haig herauß, der teilweise zwar seine Paraderolle als Captn. Spaulding kopiert, dafür aber erfreulich viel Screentime bekommt. Hier steht der „große“ werbewirksame Name mal zu Recht ganz oben mit auf dem Cover.

Pluspunkte gibt es auch für das schöne Sumpfsetting, endlich mal ein Film der nicht in den üblichen Lagerhallen oder Ostblock-Städten spielt. Das Monster an sich ist nett designt, wirkt in Weiteinstellungen aber etwas tapsig 😉 Alles in allem aber immer noch besser als das x-te CGI-Ungetüm aus dem Rechner. Trotzdem, wirklich bedrohlich wirkt das Kroko-/Menschvieh eigentlich nie.

Leider hapert es bei Creature etwas am Gore-Faktor. Beginnt der Film noch recht vielversprechend mit einem Nackedei dem die Beine abgeknabbert werden, lässt der Blutfluss mit laufender Spielzeit immer weiter nach. Das geht sogar so weit das 1 Teen-Kill nur angedeutet und nicht weiter ausgeführt wird. Ein absolutes NoGo ist aber der Endfight mit dem Monster der komplett im Off stattfindet. Sorry, aber was gibt es unbefriedigenderes als wenn der Held plötzlich siegreich der Höhle entsteigt und den Kiefer des Ungetüms in den Händen hält!? Nein, zu einem zünftigen Creature-Feature gehört auch ein überzogener Endkampf in dem die letzten Überlebenden das Monster knapp mit einer Megaexplosion ins Jenseits schicken. Dieses wird uns hier vorenthalten und das gibt leider noch mal ordentlich Minuspunkte. Man hat beinahe den Eindruck als wäre der Produktion zum Ende hin das Geld ausgegangen und man wollte den Streifen schnell irgendwie zu Ende bringen.

Schade, an sich macht Creature schon recht viel Spaß, leider geht dem Film viel zu früh die Luft aus und der Zuschauer wird weder durch frische Ideen noch durch spritzige Gore-FX bei der Stande gehalten. Der richtige Streifen für einen verregneten Sonntag-Nachmittag.

Punkte: 6 von 10

Vielen Dank an Sunfilm für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-DVD!

American Mary


Die junge Medizinstudentin Mary benötigt dringend Geld und versucht einen Job in einem Stripclub zu ergattern. Doch das Bewerbungsgespräch verläuft anders als gedacht und am Ende des Abends steht Mary im Keller des Clubs und flickt einen verwundeten Gangster zusammen. Ihre Eintrittskarte in die Unterwelt in der sie bald zu einer gefragten Person in der BodyMod-Szene aufsteigt. Aber Mary hat auch noch ein Hühnchen mit alten Feinden zu rupfen und dabei kommt ihr das Talent für chirurgische Operationen mehr als gelegen!

Mittlerweile ist es ja schwer sich von einem Film noch überraschen zu lassen, über Trailer und Reviews weiß man meistens schon sehr genau was auf einen zukommt. Bei American Mary hatte ich das Glück bis auf einige positive Tweets nichts näheres darüber gelesen oder gesehen zu haben. Und so kam es dazu dass mich ein Horrorfilm nach langer Zeit endlich mal wieder richtig überrascht hat.

American Mary ist quasi eine kleine Wundertüte von einem Film, es gibt viel zu entdecken und gekonnt umschiffen die beiden Regisseurinnen Jen und Sylvia Soska all zu gängige Genre-Klischees. Auch der Grundtenor des Films ändert sich immer mal wieder, wechseln sich doch teilweise amüsante Szenen mit ziemlichen Magenschwingern ab. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen immer weiter und wirklich jede Figur scheint auch seine dunkle Seite zu haben. Bis auf wenige Außnahmen zeigen dafür aber auch vermeintlich böse Charaktere ihre positive Seite und so kann es dann schon mal sein das ein hühnenhafter Schläger aus der Stripbar der verstörten Mary gut zuredet. Die Vielschichtigkeit der Figuren ist einer der großen Pluspunkte von American Mary da man ausnahmsweise mal nicht mit den typischen Genre-Charakteren abgespeist wird. Gut gefallen haben mir auch die Ausflüge in die Welt der Body-Modifaktion, einer Körperkunst der ich persönlich nicht viel abgewinnen kann aber an sich recht spannend finde. Hier haben es sich die Soska-Twins auch nicht nehmen lassen selbst einen verrückten (leicht überzogenen) Part zu übernehmen.

Operationen, Körperkult, Chirurgische Eingriffe… Das schreit ja eigentlich geradezu nach derben Splatter-Einlagen! So richtig explizit wird es aber eigentlich nie, meistens bekommt man wenn überhaupt nur die Resultate zu sehen. Allein die Vorstellung was Mary aber gerade mit Skalpell und Knochensäge an ihren „Patienten“ anstellt lässt es einem flau im Magen werden. Die Masken einiger BeautyOP-Fans sahen meiner Meinung nach ein wenig arg künstlich aus, das kann aber auch Absicht gewesen sein.

Schick war auch der „cleane“, düstere Look des Films der immer wieder mit Motiven aus der Fetisch-Szene spielt. Hauptdarstellerin Katharina Isabelle (Ginger Snaps) ist wahres Eye Candy, schwankend zwischen tough unnahbar und mit großen Augen auf verletzlich machend. Überhaupt gibt es recht viel nackte Haut zu sehen und ich war doch etwas überrascht als ich im nachhinein herausfand dass der Film von zwei Frauen gedreht wurde.

Leider geht American Mary in den letzten 15 Minuten ein wenig der Drive aus. Einige Handlungen wirken konstruiert, die Figuren verhalten sich (noch) seltsamer und der Schluss ist enttäuschend unspektakulär.

Trotzdem ist American Mary für mich das erste große Horror-Highlight 2013! Die UK-BD ist bereits erschienen und bietet sogar eine deutsche Tonspur. Außerdem wird der Film dieses Jahr mit im Programm der Fantasyfilm Fest Nights gezeigt, hier bietet sich also die Chance Mary auch auf der großen Leinwand operieren zu sehen.

Punkte: 8 von 10

Neuer Trailer zu Lords of Salem

Nach langem warten gibt es nun endlich neue bewegte Bilder zu Rob Zombies LowBudged Kracher Lords of Salem. Der 2 Minuten Clip verspricht einen herrlich düsteren Film im typisch dreckigem Zombie-Lock. Am 19.04 ist es in Amerika so weit und die Hexen erstürmen dort die Kinos, zeitgleich soll Lords of Salem wohl auch direkt über VOD erscheinen, wahrscheinlich die einzige Möglichkeit für uns Europäer den Streifen kurzfristig zu sehen zu bekommen.