Archiv für den Monat April 2013

The Lords of Salem

Heidi ist DJ eines lokalen Radiosenders im beschaulichem Salem, welches berühmt für seine Hexenverfolgung im 16 Jahrhundert geworden ist. Als eines Tages eine Vinyl-LP in einer altertümlichen Holzbox beim Sender abgegeben wird, ahnen Heidi und ihr Team nichts böses und spielen die Platte Live in der Sendung. Von da an wird sie von schrecklichen Visionen und Flashbacks verfolgt, die ein baldiges wiederaufstehen des Hexenkultes andeuten. Ist wirklich etwas dran an den alten Sagen oder driftet Heidi langsam in den Wahnsinn ab?

Lange musste ich warten bis der neue Film von Rob Zombie endlich in meinem Player lief. Schon im Vorfeld spaltete The Lords of Salem die Gemüter diverser Festivalbesucher! Aber hey, irgendwie bin ich dann wohl doch zu sehr Fanboy um auch nur ansatzweise Skepsis beim starten der DVD zu verspüren. Tja, selber Schuld!

Rob Zombies neustes Werk ist auf jeden Fall eigen und relativ weit weg vom Mainstream. Mit einem verhältnismäßig geringen Budget gedreht widmet er sich mit der Hexerei einem Thema das in den letzten Jahren im Genrefilm doch stark vernachlässigt wurde. Parallelen zu Der Exorzist und Rosemary’s Baby sind unverkennbar, auch der düstere 80er-Jahre Look weiß zu gefallen. Überhaupt hat The Lords of Salem teilweise etwas experimentelles, ja geradezu psychodelisches an sich, das dem Großteil der aktuellen Produktionen einfach fehlt. Man mag sich fast zurückversetzt fühlen in die wilden 70er, wo Filme noch unter LSD-Einfluss gedreht wurden.

Es tut mir ja fast weh, das war es aber auch schon fast mit den positiven Punkten. The Lords of Salem wirkt über große Teile einfach unstrukturiert und zerfahren. Flashbacks, Traumsequenzen und eine wirre Story nerven eher als das sie unterhalten. Schlimmer noch, zwischendurch herrscht hier immer wieder Langeweile. Es fällt einfach schwer mitzufiebern, was vor allem an den Charakteren ohne jegliche Tiefe liegt. Alle Personen bleiben blass und Abziehbilder typischer Genrecharaktere, Zombie schafft es nicht einmal Sympathien für seine Figuren aufkommen zu lassen. Natürlich ist auch Sheri Moon Zombie wieder dabei und versucht sich dieses mal sogar an der Hauptrolle Heidi. Das ihr Knackarsch direkt in ihrer ersten Szene zu sehen ist bleibt wohl das nennenswärteste an ihrer Darbietung. Sheri gelingt es nicht die zerrissene Person glaubhaft darzustellen oder ihr ein gewisses Profil aufzudrücken. So folgen wir Heidi von einer Szene zu nächsten und letztendlich ist es doch relativ egal ob sie unter die Räder kommt oder es schafft den Hexen einhallt zu gebieten. Allerdings muss man sagen dass sie sich für ihre 42 Jahre recht gut gehalten hat. Ansonsten gesellen sich natürlich noch Ken Foree, Sid Haig und Dee Wallace-Stone zur Cast, aber die gehören wohl mittlerweile eh zu jedem Rob Zombie Film dazu.

Leider schwankt die Qualität auch in den zu spärlich vorkommenden Grusel-Szenen. Teilweise wirklich schön ausgeleuchtet und durch minimalistische Mittel angenehm scary sind viele von Zombies Einfällen einfach an den Haaren herbei gezogen oder unfreiwillig komisch. Der Hexentanz bei dem mehrere alten Frauen um ein Feuer herum springen und sich gegenseitig anschreien wirkt z.B. wie eine Aufführung der örtlichen Laientheater-Gruppe. Auch die Idee das die Hexen Ihre Ritualsmusik auf LP aufgenommen haben und der örtliche Radiosender diese mehrmals abspielt mag nicht wirklich einleuchten.

Das ist wirklich mehr als schade, denn in einigen Szenen kommt geradezu eine argentoeske Atmosphäre auf. Zombie verzettelt sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr und The Lords of Salem gipfelt in einem doch sehr unbefriedigendem Finale. Allerdings muss man Zombie auch zu Gute halten das er nichts auf den Mainstream gibt und einen Film ganz nach seinen Wünschen geschaffen hat. Das nächste mal dann aber bitte mit mehr Feinschliff!

Punkte: 5 von 10

Hatchet 3 Trailer

Victor Crowley wird auch ein drittes mal die Leinwand mit literweise Blut überschütten. Ob das gut oder schlecht ist wird sich aber noch heraus stellen. War der erste noch eine ordentliche Partygranate, langweilte Teil 2 trotz herrlich kruder (handgemachter) Gore-FX doch fast über die komplette Laufzeit. Aber vielleicht besteht ja Hoffnung! Die Deadline konnte Hatchet 3 wohl bereits auf dem AFM sichten und meinte das Fans des ersten Teils wieder versöhnt werden könnten. Hoffentlich, der Trailer rockt jedenfalls. Da 1 und 2 ebenfalls auf dem Fantasyfilm Fest liefen stehen die Chancen wohl gut auch diesen Sommer dort wieder 90 blutigen Minuten zu erleben.

V/H/S 2 Poster

VHS2

Ja liebe Freunde der gepflegten Wackelkamera-Unterhaltung, hier ist endlich ein neues Poster zu V/H/S 2! Wer den ollen Blog hier schon etwas länger verfolgt weiß vielleicht wie sehr ich den ersten Teile schätze (Review), dementsprechend gespannt bin ich natürlich auf den Nachfolger. Auf einigen Festivals lief V/H/S 2 bereits und konnte größtenteils positive Stimmen ernten. Am 06.06 wird der Film auf den Video on Demand Portalen erhältlich sein, ab dem 12.06 folgt dann die Kinoauswertung in den USA. Ich hoffe ja weiterhin auf ein Screening auf dem Fantasyfilm Fest, also Daumen drücken.

Taeter City Trailer

Bei meiner morgendlichen Rundreise durch die blutigen Seiten des Internets bin ich gerade bei http://www.schnittberichte.com auf den Trailer zu Taeter City gestoßen. Taeter City ist der zweite Film der Adam Chaplin Macher (hier bereits für AWESOME befunden) und scheint wohl wieder in gleiche megabrutale aber nicht all zu ernste Kerbe zu schlagen. Mir soll’s nur recht sein! Der Film kommt angeblich im Laufe des Jahres im Mediabook vom neuen AT-Label Sensibel Pictures. Ok, ein überteuertes Mediabook brauche man von dem Film wohl nicht, da bestelle ich lieber direkt über über die Hompepage der Macher. Ein Review folgt 😉

Blind Alley

Da sie am nächsten Morgen ein wichtiges Vortanzen hat und ihre Waschmaschine kaputt ist begibt sich die junge Rosa spät Nachts noch in den Waschsalon der am Ende der nahegelegenen Sackgasse liegt. Als plötzlich ein Straßenpenner den Raum betritt bricht Rosa in Panik aus, doch ein sympathischer junger Mann eilt ihr zu Hilfe. Die beiden kommen sich langsam näher, zu spät bemerkt Rosa die Wäsche des Mannes die scheinbar blutgetränkt ist…

Ok, stellen wir 2 Sachen mal direkt zu Anfang klar:

– Haupdarstellerin Ana de Armas ist so was von niedlich, hoffentlich sieht man die Dame zukünftig noch öfters!

– Es gibt einige wirklich nette Farb- und Bildspielereien die Blind Alley wenigstens etwas von der Genrekonkurrenz abhebt.

Tja, das war es dann leider auch schon mit den positiven Aspekten von Blind Alley. Schade, denn eigentlich bietet der Film den ein oder anderen interessanten Aspekt, diese werden aber leider nur kurz angeschnitten und dann nicht wieder aufgegriffen. Was hat es mit Rosas Schlaflosigkeit auf sich; warum hat sie ein so seltsames Verhältnis zu ihrer Schwester; was sind das für seltsame Flashbacks?! Fragen über Fragen die leider nicht beantwortet werden.

Die Location an sich ist auch nett, der Waschsalon am Ende einer Sackgasse ist in der Nacht ein gespenstischer Ort, bietet aber leider nun mal nicht all zu viel Abwechslung. Auch der Killer macht am Anfang nicht viel mehr als ihr von draußen zu drohen. Ach ja, hatte ich erwähnt das es knapp 30 Minuten dauert bis es überhaupt mal losgeht… BEI EINEM 73 MINTEN FILM! Und damit sind wir auch schon beim größten Problem von Blind Alley, es passiert einfach zu wenig. Letztendlich besteht der Film aus einem mehr oder weniger lahmen Katz und Maus Spiel, einem mehr oder weniger lächerlichen Twist und einem mehr oder weniger aktionreichen Finale. Man hat das Gefühl einen Kurzfilm zu sehen der mit (viel zu) vielen Füllszenen (extrem) in die Länge gezogen wurde. Als 30 Minuten Shorty wäre Blind Alley durch die schöne Farbgebung in einigen Szenen bestimmt ein Knaller geworden. Auch der Twist hätte viel besser in einen Kurzfilm gepasst, so wirkt das Ganze nur lächerlich und an den Haaren herbeigezogen.

Tja, und das war es dann leider auch schon, viel mehr gibt es zu Blind Alley auch nicht zu schreiben. Wenn überhaupt solltet Ihr bei Interesse die Videothek Eures Vertrauens zu Rate ziehen, ich bin mit dem Kauf jedenfalls nicht Glücklich geworden.

Punkte: 3 von 10

Kurzfilm: Hungry Hickory

Na, habt Ihr mal wieder Bock Euch den schnelle Gruselkick zu geben?! Licht aus und einfach den kleinen Film starten 😉 Hungry Hickory lief vor einigen Jahren im Kurzfilmprogramm des Fantasyfilm Fests und hat seine Wirkung auch auf der großen Leinwand nicht verfehlt.