Archiv für den Monat November 2012

Neuer TCM 3D Teaser

Oh man, sieht das alles generisch aus! Der Unterschiede zum TCM-Remake von 2003 muss man ja schon fast mit der Lupe suchen. Bei Jason, Saw & Co hat mich die im Endeffekt immer gleiche Story nicht großartig gestört, bei The Texas Chainsaw Massacre machen sich allerdings deutliche Ermüdungserscheinungen breit… Vielleicht habe wir in letzter Zeit einfach zu viele nervige Teens gesehen die von Kettensägen filetiert wurden, da kann auch 3D nichts mehr retten.

Antiviral Trailer

David Cronenberg, Master of BodyHorror, hat sein Gespür für unappetitliche Ideen wohl an seinen Sohn Brandon weitergegeben! Der Trailer zu Antiviral sieht jedenfalls herrlich ekelig und verstörend aus. Es geht um einen neuen Markt in dem sich Groupies mit den Krankheiten ihrer Stars anstecken lassen um sich diesen näher zu fühlen. Besonders gut an dem Trailer hat mir die treibende Sounduntermalung gefallen, hoffentlich schafft es diese so auch in den Film.

The Thompsons

Nach den Vorfällen aus The Hamiltons muss die Vampir-Familie mal wieder weiterziehen, immer auf der Suche nach frischen Blut und einem unauffälligen Unterschlupf. In einem Diner werden sie zufällig in einen Raubüberfall verwickelt in dem der jüngste Spross schwer verletzt wird. Auf der Suche nach anderen Clans und Hilfe fliehen sie nach Europa, wo man in England schließlich auf die Stuarts trifft. Diese haben es sich in dem kleinen Dörfchen Ludlow gemütlich gemacht, sind angepasst und empfangen die Thompsons mit offenen Armen. Doch auch die Stuarts haben ihre Leichen im Keller…

The Hamiltons hatte ich eigentlich als ganz gut in Erinnerung, als ich den aber die Tage als Vorbereitung auf The Thompsons noch mal eingelegt hatte war ich dann doch recht enttäuscht. Die Charaktere nerven durch die Bank, es fehlt an Sympathieträgern und der Look sieht einfach billig aus!

Wenigstens mit dem LowBudget-Feeling hat The Thompsons nicht mehr so schwer zu kämpfen, es ist deutlich mehr Geld in die Produktion geflossen. Nicht nur das der Film in verschiedenen Ländern spielt (Paris, England, USA), das komplette Bild sieht einfach hochwertiger aus. Aus den Emo-Bubies des Vorgängers sind mittlerweile pseudo-coole Typen geworden, die mit Sonnenbrille und Anzug durch die Gegend gurken und überhaupt verdammt lässig sind. Leider waren gerade die nicht genrekonformen Charaktere einer der wenigen positiven Punkte von The Hamiltons (Sympathie hin oder her), in The Thompsons versinkt leider alles im Coolness-Einerlei. OK, kann man mit Leben, ist ja auch nur ein kleines B-Movie und die ersten 20 Minuten sehen sogar recht vielversprechend aus. Nette Action-Szenen, 1-2 Gore-FX die man noch als OK einstufen kann und ein recht fetzig inszinierter Überfall irgendwo in der amerikanischen Wüste. Das Ganze garniert mit Rückblenden und VoiceOvern (was auch immer die Mehrzahl davon ist) macht The Thompsons dann auch nicht wirklich innovativ aber immerhin kurzweilig unterhaltsam. Doch nach dem ersten Drittel lässt der Film immer weiter nach, ist erfahrenen Genre-Zuschauern doch schnell klar wo lang der Hase bzw. Langzahn läuft.

Nach dem früh abzusehenden Twist will einfach keine Spannung mehr aufkommen, schlimmer noch, man kann über das teilweise dämliche Verhalten der Vampir-Familie nur noch schmunzeln. Völlig weltfremd tapst man in eine Falle nach der anderen, sieht das völlig offensichtliche nicht bis es dann zu spät ist. Vom übermächtigen Blutsauger gibt es leider nicht all zu viel zu sehen, man geht recht schnell zu Boden und bleibt dann auch erstmal dort liegen 😉 Letztendlich sind dann doch alle wieder vereint, natürlich Dank einer frisch entflammten Liebe, man möchte brechen. Das dick auf dem Cover prangende „Twilight trifft auf Tarantino“ trifft es leider nur zu gut… Zumindest was Twilight angeht, wie man bei The Thompsons Tarantino-Einflüsse sehen konnte ist mir schleierhaft.

Positiv anmerken sollte man aber das fast die komplette Cast aus dem Vorgänger wieder dabei ist. Das ist ja immer so eine Sache, wenn bestehende Charaktere von neuen Schauspielern verkörpert werden… Nur der kleine Junge der am Ende von The Hamiltons aus dem Verschlag klettert wurde ersetzt was aber nicht weiter auffällt.

Ok, halten wir fest, The Thompsons ist ein eher unterdurchschnittlicher Film geworden. Wenig Spannung, wenig Gore, wenig Neues, dazu noch eine Fremdschäm-Szene nach der anderen. Was mich aber richtig genervt hat war der unbedachte Umgang mit sexueller Gewalt. Gleich am Anfang wird ein Typ gezwungen mit seiner Freundin zu schlafen während 2 Killer ihn anfeuern. Später gibt es noch 2 Vergewaltigung und eine entsprechende Andeutung. Man bekommt diese zwar nicht explizit zu sehen, doch geht es danach im Film ohne wirkliche Konsequenzen weiter. OK, das Opfer ist natürlich verdammt sauer über die ungewollte Zuneigung, trotzdem hatte ich das Gefühl das viel zu unbedarft damit umgegangen wurde. Generell ist Vergewaltigung und sexuelle Gewalt im Genre-Film aber auch ein schwieriges Thema. Vielen geht I Spit On Your Grave und Irreversible ja (verständlicherweise) auch schon zu weit, ist die Tat in diesen Film aber essenzieller Bestandteil der Geschichte und Auslöser der nachfolgenden Ereignisse. Na ja, da könnte ich wohl die Tage mal einen eigenen Beitrag drüber verfassen, bei The Thompsons fand ich es jedenfalls ziemlich deplatziert.

The Thompsons könnte vielleicht die Zuschauersparte interessieren die Twilight gerade entwachsen sind, denen 30 Days of Night aber noch zu hart ist. Ich konnte leider nicht all zu viel mit dem Film anfangen.

Punkte: 4 von 10

Vielen Dank an Sunfilm für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-DVD!

Crossed Band 1

Ich liebe Garth Ennis! Egal ob The Punisher, Preacher, The Boys oder Chronicles of Wormwood, was der Mann anfasst wird zu Comicgold. Dementsprechend gespannt war ich auch auf Crossed, seiner neuen ExtremeGore-Serie:

Das Ende der zivilisierten Welt kommt plötzlich und ohne Vorwarnung. Von einer Sekunde auf die andere herrscht weltweites Chaos als Menschen sich in mordlüsternen Bestien verwandeln und auf Beutezug gehen. Eine kleine Gruppe Überlebender macht sich auf den Weg nach Alaska, in der Hoffnung in der Ewigen Kälte Schutz vor den marodierenden Banden zu finden.

Irgendwo habe ich mal den Vergleich gelesen „Crossed ist The Walking Dead auf Speed“ und das trifft es eigentlich recht gut. Direkt auf den ersten Seiten wird klar gemacht wo der Hammer hängt wenn die Welt von den Infizierten überrannt wird und frische Wunden in Körper geschnitten werden nur um diese anschließend zu penetrieren. Prost Mahlzeit! Einige Seiten später wird dann ein Elternpaar vergewaltigt während ihre kleine Tochter in Stücke gerissen wird, bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Crossed ist richtig harter Stoff der ganz offensichtlich Tabus brechen will. Man kann sich keines Charakters sicher sein, der Tod lauert hier auf jeder Seite. Was Crossed aber von The Walking Dead unterscheidet ist das man keinen Bezug zu den Personen aufbaut. Mir jedenfalls waren die einzelnen Figuren relativ egal, man hat einfach zu wenig Zeit sie wirklich kennen zu lernen. Viel zu gehetzt wirkt hier vieles, man hat das Gefühl Ennis möchte möglichst schnell zu nächsten Gore-Sequenz überleiten. Die ruhigen Passagen wirken für Ennis-Verhältnisse sogar ungewohnt lasch. Schade! Ähnlich wie in vergleichbaren Splatter-Romanen wie Das Reich der Seqqusim und Zerfleischt stumpft man bei dem ganzen Blut und Gemetzel regelrecht ab. Ist man auf den ersten Seiten noch geschockt setzen irgendwann gewisse Abnutzungserscheinungen ein. Leider fehlt auch der Ennis typische Humor komplett, der Überlebenskampf wird recht ernsthaft beschrieben und in Szene gesetzt. Auch hier hätte ich einfach mehr erwartet. Die Infizierten sind keine Zombies sondern der Raserei verfallene Menschen, ähnlich wie in 28 Days Later, woran man sie sofort erkennen kann ist ein Kreuz das ihnen ins Gesicht „gebrannt“ wurde. Sie symbolisieren quasi das geballte schlechte in jeder Person, „tun sie doch nichts was ein Mensch nicht schon zuvor einem anderen Menschen angetan hat“. Crossed wechselt immer mal wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart, macht dies aber nicht wirklich deutlich sichtbar. Am Anfang war ich dadurch ein wenig verwirrt weil die Geschichte plötzlich an einer ganz anderen Stelle weitergeht. Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl für die Zeitebenen.

Crossed ist kein wirklich schlechter Comic, hat aber mit seiner generischen Story und fehlenden Überraschungen zu kämpfen. Meiner Meinung wird die gerade erschienende Deutsche VÖ zu Unrecht in den Himmel gehyped. Ich bleibe trotzdem erstmal am Ball. Wenn in Band 2 allerdings nur neues Kanonenfutter zum abmetzeln eingeführt wird war es das für mich mit der Serie.

Dredd

Die Judges sind die letzte gesetzliche Institution in einer nicht zu fernen, herunter gekommenen Welt. Polizist, Richter und Vollstrecker in Einem patroullieren sie auf den Straßen und können doch nur 6% aller gemeldeten Fällen nachgehen. Judge Dredd bekommt die junge Rekrutin Anderson zum Eignungstest zugeteilt und direkt verschlägt es die beiden in den Megakomplex Peach Trees. Was sie nicht wissen ist das sie in das Terretorium der Gangster-Größe Mama eindringen, die den Block mit Eiserner Hand beherrscht. Mama kann nicht zulassen das die beiden Judges einen Gefangenen abführen der etwas über ihre Machenschaften ausplaudern könnte. Also verriegelt sie sämtliche Ausgänge und bläst zur Jagd auf die Gesetzeshüter.

Ein wortkarger Held dem ein Rookie zur Seite gestellt wird… Tausend mal gesehen! Ein hermetisch abgeriegelter Gebäude-Komplex… Gab’s gerade erst in The Raid! Und überhaupt, war da nicht schon eine Judge Dredd Verfilmung mit Iron Face Sylvester Stallone in den 90ern?! Tja, Dredd ist wohl wirklich Meilenweit davon entfernt innovativ zu sein, was den Film aber nicht daran hindert ein wahres Action-Feuerwerk abzubrennen das sich sehen lassen kann!

Dredd rockt und drückt von der ersten Minute an auf’s Gas! Der erfahrene Judge und die junge Rekrutin harmonieren einfach gut, besonders weil der Frischling wirklich was drauf hat und sich nicht so dämlich anstellt wie viele Genre-Kolleginnen. Die PSI-Kräfte von Anderson hätten zwar nicht wirklich sein gemusst, sorgen aber für den ein oder anderen netten Kniff in der Geschichte. Egal, die meiste Zeit ballert man sich eh durch die verkommenen Korridore des Multiplex-Gebäudes. Die Locations sind zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, dafür aber cool und stimmig designed. Es wird das Bild einer düsteren Zukunft erzeugt, voller Armut und Kriminalität in der die Judges fast wie ein Fremdkörper wirken. Da braucht es halt einen richtigen Mann wie Karl Urban! Urban spielt einen Dredd der wenigen Worte, der nur markige Oneliner von sich gibt und keine Emotionen zeigt. Gut, viele Emotionen wären unter dem Helm eh nicht zu erkennen, aber toll wie viel Schauspiel Urban in sein Kinn legen kann 😀 Ihm entgegen stellt sich die über den Komplex herrschende Mama! Zwischen kalter Berechnung und Wahnsinn schwankend versucht sie alles die beiden Judges zur Strecke zu bringen. Mama erfindet sich als Bösewichtin zwar auch nicht neu, schafft es aber Bedrohung auszustrahlen und einen gleichwertigen Gegenpol zu bilden. Der Rest Ihrer Mannschaft ist allerdings nur reines Kanonenfutter das geradezu darauf wartet von Kugeln durchsiebt zu werden. Das passiert übrigens überraschend spritzig. Blut fliegt in Zeitlupe im feinen 3D der Kamera entgegen, gehäutete Leiber werden aus dem 30 Stock geworfen und Zivilisten über den Haufen geballert. Dredd richtet sich ganz klar an ein Erwachsenes Publikum, allerdings ohne seinen Comic Background verleugnen zu wollen. Das 3D wurde recht gut eingesetzt und fügt sich angenehm in den Film ein. Besonders in den SlowMo-Sequenzen, die gerade im ersten Drittel etwas zu exzessiv eingesetzt werden sorgt das für tolle plastische Effekte. Besonders cool ist eine Szene in der die Judges eine Wohnung in Zeitlupe stürmen und auf die Gangmitglieder einschießen, was nahezu einer klassischen Choreografie gleichkommt. Der Soundtrack treibt dann in den richtigen Momenten noch gut nach vorne so dass es bis auf die fehlenden wirklich frischen Ideen eigentlich nichts zu meckern gibt.

Dredd ist pures Actionkino; schnell, laut und gewalttätig! Vielleicht ein wenig stumpf, aber mit der Knarre am rechten Fleck und mit knapp 90 Minuten genau der richtigen Länge. Gebt Dredd eine Chance, Ihr werdet es nicht bereuen.

Punkte: 9 von 10

The ABCs of Death Trailer

Kaum lief der unglaublich gute VHS über die heimischen Bildschirme kündigt sich auch schon die nächste Horrorfilm-Anthologie an: The ABCs of Death! 26 Episoden von 26 Regisseuren, jede einem Buchstaben und seiner Verbindung zum Tod gewidmet. Super spannend, besonders wenn man sich die Namen der teilnehmenden Regisseure durchliest: Jason Eisner (Hobo with a Shotgun), Ben Wheatley (Kill List), Xavier Gens (Frontiers), Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police) und viele mehr. Von FoundFootage über Grindhouse, bis hin zu Animation, Japan-Splatter und Comic-Style erwartet uns hier ein bunter Strauß Verrücktheiten, bei dem bestimmt für jeden etwas dabei ist.

Zuletzt gesehen…

OSS 117 – Er ist sich selbst genug 9/10

Der Nachfolger von Der Spion der sich liebte ist ein genau so großer Spaß wie schon sein Vorgänger! Jean Dujardin ist die Rolle des eitlen Agenten quasi auf den Leib geschneidert, selten hat man so ein symphatisches Ekel gesehen. Viel Liebe wurde auch in die generelle Ausstattung gelegt, das 60er Jahre Feeling kommt perfekt rüber. Egal ob Kleidung, Autos oder Setting, man kann es kaum glauben das der Film von 2009 ist. Am wichtigsten ist aber das der Humor einfach passt, von zotig bis politisch gibt es hier einiges zu Lachen. Ein großes Kompliment geht natürlich noch an die tolle Synchronisation von Oliver Kalkhofe, OSS117 gehört zu den wenigen Filmen die ich mir gerne in Deutsch anschaue.

Motel Hell 4/10

Noch so ein Film der einem als Klassiker in diversen Foren bepriesen wurde, bei dem es mir jedoch abermals schwer fiel mit warm zu werden. Die komische Mischung aus Unsere Kleine Farm und TCM war mir irgendwie zu abgehoben. Motel Hell kann sich nicht entscheiden ob man Terror oder kuriosen Humor servieren will und scheitert dadurch letztendlich. Ok, es gibt einige nette Szenen und besonders der Kettensägen-Kampf am Ende ist cool, letztendlich reicht das aber nicht. Schon allein dass das Final Girl sich in den alten Farmer verknallt ist so was von an den Haaren herbei gezogen und nicht weiter erklärt das man über diese Naivität schon fast wieder schmunzeln muss. Leider gibt es so gut wie gar kein Blut zu sehen, schade, denn auch in dieser Beziehung hätte ich mehr erwartet.

Alien – Die Saat des Grauens 3/10

Und wieder ein Klassiker der es dann auch mal in meinen Player geschafft hat. Wobei, Klassiker ist dann doch etwas mehr als nur übertrieben! Alien – Die Saat des Grauens ist absoluter Trash, leider nicht von der guten Sorte. Fängt alles noch ganz unterhaltsam an (das erste Opfer ist ein kleines Mädchen ;)), ist spätestens wenn die Gruppe in der Höhle ankommt Langeweile angesagt. Ok, es gibt noch einige wirklich herrlich bescheuerte Dialoge und auch das Setting ist nett, mehr kommt dann aber nicht. Die austauschbaren Charaktere rennen durch die Dunkelheit, verhalten sich dämlich und sterben. Leider sieht man das Alien nie wirklich was schade ist! Der an sich nette Score wird durch stetige Tröpfel-Laute versaut die einem ziemlich schnell auf die Nerven gehen. Das Ende ist dann (wie alles andere in diesem Film) natürlich auch geklaut, punktet aber noch mal ein klein wenig durch den Hauch von Atmosphäre. Trotzdem, muss man nicht gesehen haben!

A Better Tomorrow 6/10

Die A Better Tomorrow Box habe ich glaube ich schon 4 Jahre hier im Regal stehen, erst jetzt hatte ich die Muse mal den ersten Teil einzulegen. Na ja, ist halt ganz klassisches HongKong-Kino mit viel Drama, Brüderlichkeit und Loyalität, alles teilweise recht schmalzig breitgetreten. Dafür sind die Shootouts wirklich erstklassig, auch wenn die Helden unnatürlich viele Kugeln einstecken können 😉 Die Fassung die ich geschaut habe hatte wohl einen überarbeiteten Soundtrack, so dass sich hier auch das ForrestGump-Theme eingeschlichen hat was meiner Meinung doch recht unpassend war. Aus Filmhistorischer Sicht ist A Better Tomorrow wohl zu Recht ein Klassiker des Genres, ich bleibe aber lieber bei den aktuellen Vertretern des Asia-Kinos.

James Bond – Skyfall 7/10

Ich bin ja nicht der größte Fan von den beiden Craig-Vorgängern, Skyfall hat mir aber richtig viel Spaß gemacht. Die Story ist Bond-typisch flott und bildgewaltig insziniert und die Einleitung ist ein wahres Action-Brett. Der Verlauf ist leider ein wenig vorhersehbar, aber das ist wohl bei jeder größeren Hollywood-Produktion so. Was mich allerdings schon etwas geärgert hat waren die teilweise doch arg an den Haaren herbeigezogenen Entscheidungen die manche Personen in Skyfall treffen. Um Spoiler zu vermeiden kann ich da leider nicht weiter drauf eingehen, wer den Film gesehen hat wird aber wahrscheinlich wissen was ich meine. Der Bösewicht hebt sich wirklich angenehm von den typischen Bond Standards ab, doch auch seine Motivationen wirken ein wenig unglaubwürdig. Egal, Skyfall hat mich trotzdem über seine fast 2 1/2 Stunden bestens unterhalten! Besonders durch die Einführung einiger neuer (alter) Figuren freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.

World War Z Trailer

Oh ha, da hat man einen Film schon fast abgeschrieben und plötzlich taucht der offizielle Trailer im Netz auf. Nachdem ich den Zombie Survival Guide als Gimmick ja ganz nett, auf Dauer aber zu öde fand, hatte mir das Buch World War Z richtig gut gefallen. Die verschiedenen Aspekte der Zombie-Apokalypse werden darin eindringlich beschrieben, von den kleinen und ruhigen Anfängen, über den weltweiten Krieg gegen die Untoten bis hin zum obligatorischen Sieg der Menschheit. Nachdem bekannt wurde dass das Buch verfilmt wird war und bin ich skeptisch, die einzelnen Episoden und die schiere Zeitspanne lässt sich nur schwer in einem Film unterbringen. Auch der Trailer konnte mich nicht wirklich überzeugen. Der Fokus liegt wie erwartet auf Brad Pitt, das ganze stinkt nach Hollywood und schon in der Vorschau wird mit CGI nicht gegeizt. Ich breche jetzt schon bei dem Gedanken an die unzähligen Gespräche zwischen Pitt und seiner Familie 😉

Aber: Die Massen-Szenen mit den Zombies haben irgendwie etwas! Die Endszene an dem israelischen Grenzwall sieht zwar zu sehr nach Computer aus, generell kann ich mir aber vorstellen das World War Z einige spektakuläre Bilder bietet.

V/H/S

Eine Gruppe Kleinkrimineller wird angeheuert in ein altes Haus einzubrechen um dort ein VHS-Band zu stehlen. In dem heruntergekommenen Haus finden die Jugendlichen aber nicht nur ein unüberschaubare Anzahl Kassetten vor sondern auch die Leiche des vermeintlichen Besitzers. Man beginnt sich die Videos anzuschauen und stößt dabei auf grauenerregende, scheinbar reale Aufnahmen.

Bereits als ich das erste mal von dem Konzept das hinter V/H/S stand las war mein Interesse geweckt, nach dem Trailer habe ich dann wohl keinem Horrorfilm mehr als diesem entgegen gefiebert. Im Sommer lief er dann auf dem Fantasyfilm Fest, leider immer zu für mich nicht passenden Zeiten. Darauf hin häuften sich auch die ersten wirklich verdammt negativen Meinungen bei Twitter und Co., doch ich blieb standhaft und freute mich weiterhin auf den Film. Vor einigen Tagen erschien V/H/S dann endlich hierzulande auf Disc, wie sollte es auch anders sein hatte natürlich kein Laden hier in der Umgebung die Scheibe. Also setzte ich meine ganzen Hoffnungen auf das Weekend of Horors! Und kein Scherz, ich bin direkt in den DVD/BD-Bereich gedüst und habe das letzte Exemplar auf dem ganzen Event gekauft. Hört sich doch nach der perfekten Liebesgeschichte mit Happy End an, oder?

An alle die nach diesem wirklich rührenden und gefühlvollen ersten Absatz mitzittern, JA, zwischen V/H/S und mir hat es gefunkt! Mehr noch, es ist die ganz große Liebe! Eigentlich ist es ja immer so dass wenn man mit extrem hohen Erwartungen an einen Film, geht man meistens (mindestens ein bisschen) enttäuscht wird. Hier wurden ausnahmsweise mal sämtliche meiner Hoffnungen erfüllt, V/H/S ist genau das geworden was ich mir gewünscht habe.

Ich werde hier nicht weiter auf die verschiedenen Geschichten eingehen, doch sei gesagt das jede Story für sich bestens funktioniert. Selbst die obligatorische Geister-Geschichte ist nicht nur verdammt scray insziniert (Paranormal Activity lässt grüßen), sondern wartet am Ende noch mit einem Twist auf den man so nicht erwartet hätte. Generell wird viel Abwechslung geboten, über Monster, Serienkiller, Geister und Dämonen ist alles vertreten was das Fan-Herz begehrt. Im Gegensatz zu vielen anderen Horroranthologies gibt es keinen größeren Zusammenhang, die Einbrecher finden einfach die Kassetten und schauen sie sich an weil man „Die Eine“ sucht. Das stört aber nicht weiter, der Film ist über seine 116 Minuten so atmosphärisch das einem dieses kleine Manko relativ egal ist. Selten habe ich einen Streifen gesehen bei dem ich über die komplette Laufzeit so angespannt war, es ist mir wirklich unverständlich wie einige ihn als kompletten Langweiler bezeichnen konnten. V/H/S kommt irgendwie dreckig, düster und klebrig rüber. Vieles bleibt im Hintergrund verborgen, doch wenn man mal wirklich etwas zu Gesicht bekommt dann in seiner ganzen blutigen Pracht. Hier wird nicht mit Blut und Gedärm gegeizt. Wenn man meckern möchte könnte man vorbringen das einige FX vielleicht ein wenig billig wirken, mich hat das aber nicht weiter gestört. Was ich viel auffallender fand war das dezent Musik und Soundeffekte eingesetzt wurde. Das führt im Endeffekt nicht nur den FoundFootage-Aspekt ad absurdum, man wird durch entsprechende Soundeinspieler auch leicht auf den nächsten Schockmoment vorbereitet. Das ist zwar alles in allem recht gruselig und baut Spannung auf, ich hätte es aber besser gefunden wenn man da Konsequent drauf verzichtet hätte.

Wie schon gesagt gehört V/H/S zum Genre des FoundFootag-Films und setzt dem Ganzen sogar noch eins drauf. Durch die VHS-Thematik ist das Bild noch schlechter und körniger, außerdem wird massiv mit Bildfehlern gearbeitet. Vielen wird das garantiert nicht gefallen da das zuschauen schon anstrengend werden kann, für mich hat das den Realismus aber noch gesteigert. Trotzdem, wer mit [REC], Cloverfield und Co schon nichts anfangen konnte sollte hier bloß die Finger von lassen. Doch V/H/S spielt auch auf ganz tolle Weise mit dem Medium, so gibt es z.B. eine Episode in der es nur um 2 Personen geht die über Skype verbunden sind oder eine andere in der die „Bedrohung“ am Anfang durch einen Bildfehler dargestellt wird. So hat jede Episode sein kleines Alleinstellungsmerkmal, mal mehr, mal weniger tricky eingesetzt.

V/H/S war eine für mich eine absolute Terrorgranate die mich auch nach dem Ende nicht losgelassen hat. Immer wieder schwirrten mir Szenen durch den Kopf die in ihrer Atmosphäre und Umsetzung wirklich beeindruckend waren. Allerdings stehe ich mit meiner Meinung wohl relativ alleine da, ein durchschnittliches Rating von 5,9 auf der IMDB und viele negative Meinungen in anderen Blogs sprechen eine andere Sprache. Egal, V/H/S wird hier noch öfters in den Player wandern und passend zum Review gab es vor einigen Tagen die Ankündigungen das Teil 2 wohl schon fix in der Planung ist. Immer her damit!

Punkte: 10 von 10

Criminal Macabre – The Complete Cal McDonald Stories

Meine erste Begegnung mit Cal McDonald hatte ich in der Kurzgeschichten Sammlung Dark Delicacies und es war nahezu Liebe auf den ersten Absatz. Der Geschichte um den dauerbreiten Privatdetektiven der es mit einem ziemlich abgefuckten Redneck-Kannibalen zu tun bekommt überzeugte mich auf ganzer Linie. Also begann ich ein wenig im Netz zu forschen und erfuhr dass die von Steve Niles erdachte Figur eigentlich auf einer Comic-Serie basiert, es aber auch ein Buch mit niedergeschriebenen Storys gibt (allerdings nur im Englischen Original).

Ich habe das Buch nun schon zum zweiten Mal gelesen und muss sagen dass es mit zu dem unterhaltsamsten gehört was mir in den letzten Jahren in geschriebener Form so unter gekommen ist. Criminal Macabre liest sich flott und kurzweilig, ist spannend, brutal und dazu noch ungeheuer humorvoll. An sich ist der drogenabhängige, total heruntergekommene Anti-Held natürlich nichts neues, trotzdem wächst er einem mit seinen Eigenarten doch schnell ans Herz. Cal bekommt es mit allerhand Monstern zu tun, von Vampieren, Sexsklaven-Frankenteens, einem riesigen Gehirn, Werwölfen bis hin zu (wer hätte es gedacht) Zombies. Klassische Motive der Horrorliteratur im Endeffekt, aber frisch und unverbraucht verpackt. Natürlich darf auch der obligatorische Sidekick nicht fehlen der hier von dem untoten Ghoul Mo’Lock dargestellt wird und Cal das ein oder andere Mal aus der Patsche hilft. Die Geschichten sind lose miteinander verbunden, es finden sich immer mal wieder Verweise auf voran gegangene Ereignisse ohne dass es jedoch einen wirklichen storyübergeifenden Faden gibt. Es wird zwar immer mal wieder eine bevorstehende Apokalypse erwähnt, weshalb sich die Monstervorkommnisse häufen, eintreten tut diese aber nicht.

Wer hier tiefgehende Literatur erwartet ist natürlich an der falschen Adresse, die Kurzgeschichten sind Pulp-Trash-Noir der allerfeinsten Güte. Ein bisschen erinnert das Ganze an John Constantine aus Hellblazer, man merkt den Storys ihren Comic-Background auch recht deutlich an. Hier steht halt der Spaß an erste Stelle, der schnelle Lese-Kick für zwischendurch. Ich habe mir jedenfalls den ersten Comic-Omnibus von Criminal Macabre besorgt, da ich mehr über dieses verrückte Universum erfahren möchte! Mal schauen ob die Comics mit den Kurzgeschichten mithalten können.