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Im Kino gesehen: Southpaw und Ant-Man

Cinemaxx wird 25 und haut zur Feier eine Flatratekarte rauß die 25 Tage gültig ist und nur 25€ gekostet hat. Die habe ich mir natürlich gegönnt und mir mit Southpaw einen Film im Kino gegeben den ich unter normalen Umständen wohl nicht auf der großen Leinwand geschaut hätte.

Southpaw

Alles in allem ist Southpaw ein typisches Sportlerdrama: Erfolgreicher Boxer erleidet Schicksalsschlag, stürzt ab und kämpft sich mit einfachsten Mitteln wieder ganz nach oben. Rocky 3+4 anyone?! Alles recht bekannt also, aber extrem hochwertig auf die Leinwand gebracht. Bei den Boxkämpfen ist man immer ganz nah am Geschehen, nur die Kommentatoren kamen mir ein wenig arg reißerisch rüber. Größtes Highlight ist aber Jake Gyllenhaal, der sich vom untergewichtigen Reporter aus Nightcrawler in ein wahres Muskelmonster verwandelt hat. So richtig sympathisch ist sein Charakter Billy Hope allerdings nicht. Er neigt immer wieder zu Wutausbrüchen und ist nicht unbedingt der Hellste. Gyllenhaals Darstellung der Schlichtheit erinnerte mich dabei immer wieder an Stallones Balboa, ich bin gespannt wie das im O-Ton rüberkommt. Auch die Message, das Billy es nur wieder in den Ring schaffen muss um seine Probleme zu bewältigen war mir dann doch etwas zu schlicht. Und auch wenn ich zwischendurch immer wieder mit den Augen gerollt habe, der Endkampf ist packend insziniert und wuchtig in Szene gesetzt. Schweiß und Blut spritzen durch die Gegend und es ist toll zu sehen wie Billy seine neuen Fähigkeiten zum Einsatz bringt.

Punkte: 7 von 10

Ant-Man

Keine Ahnung wer Ant-Man ist… So ein klein bisschen kenne ich mich ja im Marvel-Universum aus, der Mini-Superheld ging bis jetzt aber komplett an mir vorbei. Um so überraschender das Marvel damit nun den für mich besten Superheldenfilm aus ihrer Reihe hinzaubert. Das liegt vor allem an dem ganz wunderbaren Humor dem die Macher in den Film gepackt haben. Ant-Man ist angenehm selbstironisch und bietet viele wirklich tolle Dialoge die mich im Kino einige Male laut auflachen ließen. Die Origin-Story ist recht spannend erzählt ohne wirklich viel Neues zu bieten, aber es macht einfach extrem viel Spaß den sympathischen Charakteren zuzuschauen. Aktion darf in einem Superhelden-Streifen natürlich nicht fehlen und auch hier punktet Ant-Man auf ganzer Linie. Fett und rasant insziniert ist das Ganze, wobei auch hier immer mal wieder der bereits erwähnte Humor durchschimmert. Sogar das 3D hat mir mal richtig gut gefallen, besonders in den Miniaturszenen verleiht das dem Bild eine schöne Tiefe. Es kommt nicht oft vor das ich mir wünsche einen Film direkt noch einmal anzuschauen, Ant-Man hat das geschafft und so bleibt mir nur übrig hier ausnahmsweise mal die Höchstwertung zu geben. Ich hoffe es wird nicht zu lange bis zu einer würdigen Fortzsetzung dauern 😀

Punkte: 10 von 10

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San Andreas

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Endlich mal wieder so ein richtig zünftiges Katastrophen-Filmchen, ein Genre das in den letzten Jahren (Jahrzehnten?!) leider ziemlich vernachlässigt wurde. Klar, Roland Emmerich hat immer mal wieder einen Versuch gestartet, so richtig überzeugen konnten mich die Filme des Regisseurs aber nicht.

Wirklich viel gibt es zu San Andreas ja nicht zu schreiben, das Gaanze ist eine 1 ½ stündige Zerstörungsorgie mit Effekten die dem Zuschauer die Kinnlade runterfallen lässt. Noch nie sah es so gut aus wenn Wolkenkratzer in sich zusammen fallen, riesige Erdrisse die Straßen aufreißen oder gewaltige Tsunamies die Stadt überschwemmen. Das da der Realismus das ein oder andere mal zugunsten des Unterhaltungsfaktors in den Hintergrund gedrängt wird nimmt man gerne im Kauf. Dafür kommt San Andreas auch verdammt kurzweilig und rasant rüber, Leerlauf gibt es so gut wie nie. Das liegt auch an den sympathischen Charakteren, allesamt natürlich Hollywood-Abziehbilder, aber alleine Dwayne „The Rock“ Johnson ist so charismatisch das jede Minute Screentime mit ihm einfach Spaß macht. Selbst bei der ziemlich dämliche Familienwiedervereinigungs-Backstory lässt sich da so gerade ein Auge zudrücken.

San Andreas ist einfach ganz große Popcorn-Unterhaltung die meiner Meinung gerade zu Unrecht etwas untergeht. Das einzige was mir gefehlt hat waren wirklich bedrohliche Momente wie sie Klassiker wie Erdebeben oder Flammendes Inferno zu bieten hatten. Man hatte einfach nie wirklich Angst um die Protagonisten, ein wenig mehr „Leiden“ hätte San Andreas schon gut getan. Auch die US-Flagge die sich in der Endsequenz langsam ausrollt hätte man sich sparen können, aber ohne Patriotismus kommt so ein Film heutzutage wohl nicht mehr aus. Ach ja, 3D ist auch mehr als überflüssig 😉

Punkte: 8 von 10

Im Kino gesehen: Mad Max und Jurassic World

Jo jo jo Internetcrowd, was geht ab? Ich habe mich hier ja schon länger nicht mehr blicken lassen, es fehlt gerade einfach an Zeit und Muße etwas in die Tasten zu hämmern. Hier aber mal ein kurzer Abriss meiner letzten beiden Kinobesuche:

Mad Max

Wow, was ein Aktionkracher! Mad Max gibt von der ersten Minute an richtig Gas und hält konsequent die Geschwindigkeit… Was hier auf der Leinwand präsentiert wird lässt einem das ein oder andere mal den Atem stocken, das geht zwar zu lasten der Story die manchmal ein wenig holprig wirkt aber who cares. Tom Hardy füllt die Rolle des Aktionhelden mit seiner Präsenz toll aus auch wenn er im gesamten Film nur gefühlte 20 Sätze von sich gibt und sich den Rest der Zeit eher grunzend artikuliert. Die eigentliche Hauptrolle spielt eh die wie immer wunderbare Charlize Theron als Männerärsche tretende Amazone die mit ihren Widersachern mal eben den Boden aufwischt. Mein einziger Kritikpunkt an dieser famosen Achterbahnfahrt ist das man über den Bösewicht leider viel zu wenig erfährt. Der Typ hätte einfach Potential für eine interessante Hintergrundgeschichte gehabt die aber leider komplett vernachlässigt wird. Ich kann verstehen wenn man Mad Max nichts abgewinnen kann, außer Krachbumm hat der Film nun mal nicht viel zu bieten. Dieses präsentiert er aber in einer schon lange nicht mehr da gewesenen Perfektion die an die guten alten 80er Jahre erinnert. Definitiv ein Highlight dieses Kinojahres.

Punkte: 9 von 10

Jurassic World

Jurassic Park
hatte mich damals schwer beeindruckt! Da der Kinobetreiber mich alleine nicht in den Film lassen wollte ist mein Daddy mit mir reingegangen und hat so wohl den Grundstein zur Liebe zu Film und Monstern gelegt. Absolut geflasht kam ich aus dem Saal und konnte wochenlang nur an die Raptoren und den T-Rex denken. Auch Lost World konnte ich so einiges abgewinnen, Teil 3 ist immerhin noch kurzweilige Trash-Unterhaltung, dementsprechend gefreut habe ich mich auf Jurassic World und darauf die Riesenechsen endlich mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

So richtig begeistert war ich von Jurassic World dann leider nicht! Klar die Dinos sehen super aus und sind auch schön oft vor der Kamera, es gab aber einfach zu viele Komponenten die mich genervt haben. Angefangen bei den beiden Hauptdarstellern die beide ziemlich blass bleiben. Bryce Dallas Howard sieht immerhin noch halbwegs niedlich aus, Chris Pratt lässt aber leider sämtlichen Charme den er in Guardians of the Galaxy versprüht hat missen. Weiter geht’s mit den ultranervigen Kids denen wir über lange Zeit immer wieder folgen müssen. Der Jüngere der beiden Brüder ist ein nöliger Klugscheisser, der Ältere ein pseudocooler Teenager mitten in der Pubertät. Solche Kackbratzen bringt echt nur Hollywood auf die Leinwand. Und statt sich auf den ultracoolen T-Rex zu konzentrieren, schmeißen die Macher einen durch genmanipulation erschaffenden Franken-Dino mit vielseitigen Superfähigkeiten ins Rennen gegen unsere strahlenden Helden. Fand ich doof, normale Dinos sind cool genug (sagt Chris Pratt in ähnlicher Form auch im Film ;-)). Ohne spoilern zu wollen übertreibt es das Finale dann noch einmal maßlos so dass ich nicht genau wusste ob ich lachen oder mit dem Kopf schütteln sollte.

Na ja, versteht mich nicht falsch, Jurassic World macht schon irgendwie Spaß, es kam aber einfach nicht mehr der Zauber von damals auf. Zu bunt, hell und überzogen wirkte das Ganze, ich weiß gerade gar nicht ob es in dem Film auch nur einen Tropfen Blut zu sehen gab. Wenn man die Erwartungen etwas zurückschraubt macht man mit einem Kinobesuch aber nicht all zu viel falsch, typisches Blockbuster-Kino eben.

Punkte: 5 von 10

Godzilla

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Der US-Soldat Ford Brody reist ins weit entfernte Japan um seinen Vater Joe aus dem Gefängnis zu holen. Der war 15 Jahren zuvor Leiter eines Atomkraftwerkes dass durch einen mysteriösen Vorfall komplett zerstört wurde. Von den Behörden als Erdbeben abgetan glaubt Joe nicht daran und ist nahezu besessen davon die Hintergründe aufzudecken. Vater und Sohn begeben sich gemeinsam in die Sperrzone und machen dort eine schreckliche Entdeckung. Eine Geheimorganisation der Regierung hält dort einen riesigen Kokon unter Beobachtung und die Kreatur beginnt gerade zu schlüpfen…

Seien wir ehrlich, bei der Ankündigung das Godzilla erneut von Hollywood verwurstet wird haben wir alle geschluckt, oder!? Das Gareth Edwards die Regie übernehmen würde lies Filmfans dann aber das erste mal aufhorchen, hatte dieser doch bereits den wunderbaren Monsters auf Film gebannt. Kurz nach dem schicken ersten Poster geisterte dann auch bald ein wirklich atmosphärischer Teaser durch das Netz! Von Godzilla war da noch so gut wie gar nichts zu sehen doch der Hype begann.

Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als Godzilla-Überfan bezeichnen… Ich mag die Japanischen Originale und schieb die gerne immer mal wieder Sonntags in den Player, wenn denn nicht einer der zig Teile auf Kabel 1 läuft. Ein klein wenig kenne ich mich also in der Materie aus und ich bin schwer begeistert mit wie viel Liebe zum Original Edwards sein Reboot umgesetzt hat. Egal ob der Look und Sound des Hauptmonsters oder Storyverlauf, zwischendurch schimmern immer wieder die Japano-Klassiker durch, mal mehr mal weniger offensichtlich. Das wird viele Mainstream-Zuschauer vielleicht etwas irritieren, erwartet sie hier doch keine bonbonbunte Monsterkeilerei wie in Pacific Rim sondern ein die meiste Zeit recht ernsthafter Katastrophenfilm. Edwards rückt die Monster immer wieder in den Hintergrund und fokussiert auf seine Charaktere. Dieser Schritt weg vom Megabombast in Dauerbeschallung hebt Godzilla angenehm von Transformers und Co.ab, auch wenn die Geschichte rund um den Soldaten Ford teilweise etwas abgelutscht wirkt. Aber Monsterkämpfe gibt es natürlich auch zu Genüge und diese gehören zu dem spektakulärsten was es wohl derzeit auf der Leinwand zu sehen gibt. Die Viecher sind einfach riesig und besonders Godzilla überragt die meisten Wolkenkratzer noch um ein gutes Stück. Wenn „der Alpha-Predator“ das erste mal in voller Pracht zu sehen ist bleibt einem geradezu die Spucke weg. Wenn die Monster dann mitten in San Franzisko aufeinder treffen bleibt kein Stein auf den anderen und die Opferzahlen gehen wohl in den 5-stelligen Bereich (auch wenn das im Film nie jemand ausspricht). Die Aktionsequenzen sind teilweise extrem stylisch gedreht und es gibt wunderbar ikonische Szenen in denen Godzilla im Staub der einstürzenden Bauten verschwindet oder sich mit einem Gewitter im Rücken aus der Dunkelheit schält. Gänsehaut Momente für die Kino gemacht wurde.

In den letzten Tagen sind mir einige Stimmen zu Ohren gekommen die sich darüber muckieren das es im Film zu wenig Godzilla geben würde. Keine Ahnung ob wir hier den gleichen Film gesehen haben oder mit welchen Erwartungen man hier ins Kino gegangen ist, nachvollziehen kann ich das aber nicht. Ok, er betritt erst nach etwa 1 Stunde das erste mal die Bildfläche und das zu Anfang auch immer nur in kleinen Ausschnitten wie Rückenstacheln oder Pranke, das sorgt aber auch für den entsprechenden Atmosphäre-Aufbau! Und bis dahin gibt es auch genug vom MUTO zu bewundern.

Wie Ihr nun lesen konntet, ich bin nahezu restlos begeistert von Godzilla! So begeistert dass direkt schon der erneute Besuch im Kino eingeplant ist, das hat in den letzten Jahren eigentlich nur Evil Dead geschafft.

Punkte: 8 von 10

Evil Dead



Um ihre Drogensucht endlich hinter sich zu lassen flüchtet sich die junge Mia in die einsame Waldhütte ihrer Eltern. Als Unterstützung hat sie ihren Bruder und drei gute Freunde dabei. Die Hütte ist mittlerweile ziemlich heruntergekommen und ein seltsamer Geruch lockt die illustre Gruppe in den Keller wo zwischenzeitlich wohl ein Professor seinen okulten Forschungen nachgegangen ist. Hier finden sie neben einigen massakrierten Tieren auch ein in seltsames Leder gebundenes Buch, das sagenumwobene Buch der Toten. Natürlich siegt die Neugier und es wird munter darin herumgeblättert, auch eine Formel laut daraus vorzulesen scheint man für eine gute Idee zu halten. Doch damit ruft man einen mächtigen Dämon auf die Erde und für Mia und ihre Freunde beginnt eine schmerzhafte Nacht.

Remakes… Von vielen geächtet brachte uns die Recyclingmaschinerie Hollywoods neben viel Mist (A Nightmare on Elm Street) auch einige wirkliche Genrehighlights (Dawn of the Dead, The Hills have Eyes, Piranha). Das so viele Jahre ins Land zogen bis es dann auch endlich The Evil Dead traf ist da schon ein wenig verwunderlich. Die anfängliche Skepsis der Fans schlug nach dem ersten blutgetränkten Trailer dann aber schnell in Euphorie um. Doch kann der Film wirklich halten was der der Trailer verspricht?

Verdammt ja, er kann! Evil Dead katapultiert das moderne Splatterkino in eine ganz neue Dimension. War man durch die TorturePorn-Welle der letzten Jahre ja schon einiges gewohnt setzt Regisseur Fede Alvarez noch mal eins drauf. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht dass ich außerhalb des Fantasyfilm Fests mal solche Splatterszenen in einem Cinemaxx zu sehen bekomme. Cuttermesser, Kettensägen, Nägel, kochendes Wasser und vieles mehr treffen auf den menschlichen Körper und die Kamera hält ohne Kompromisse drauf. Und gerade wen man denkt das die Spitze des Bluteisbergs ist erreicht leitet der Film ein furioses Finale ein in dem selbst dem abgebrühtestem Horrorfan die Kinnlade runterklappt.

Aber nicht nur in Sachen Gewalt kann Evil Dead mit den glorreichen 80er Streifen mithalten, auch die Atmosphäre stimmt. Düster, dreckig und ohne eine Spur Humor erzeugt der Film eine ausweglose Stimmung bei der weder bei den Charakteren noch bei den Zuschauern eine Spur von Hoffnung aufkommt. Der Soundtrack hält sich dabei dezent im Hintergrund, die treibenden Beats des Trailers kommen leider nicht zum Einsatz.

Kommen wir nun aber zu den wenigen negativen Punkten. So richtig gruselig geht es hier nicht zu. Das der Großteil der Party im laufe des Filmes draufgehen wird ist eh jedem klar, leider sind die Charaktere auch eher Genre-Standards. Die Klasse eines Ash wird natürlich zu keiner Zeit erreicht, aber das war wohl auch nicht Ziel der Macher. Generell bietet das Remake einige Veränderungen zum Original so dass in keinster Weise von einem einfallslosen Abklatsch die Rede sein kann.

Der fehlende Ash ist dann auch das einzigste Manko gegenüber dem (meiner Meinung eh arg überschätzten) Original The Evil Dead. Alles in allem ist das Remake ein wahres Geschenk für jeden Horrorfan und man kann sich nur wundern wie es der Film ungeschnitten durch die Freigabe geschafft hat. Schön das sich das lange Warten und der Hype endlich mal wieder gelohnt haben. Evil Dead ist einer der wenigen Film bei denen ein zweiter Kinobesuch schon fest eingeplant ist. Super!

Generell gewundert hatte ich mich über das doch recht junge Publikum in der Vorpremiere. Ob die wohl alle wissen dass es sich hier um das Remake des legendären Tanz der Teufel handelte 😉

Punkte: 9 von 10

PS: Bitte unbedingt bis nach dem Abspann sitzen bleiben, Fans werden dann noch mit einem richtigen Schmankerl belohnt.

Evil Dead Red Band Trailer

Ich war lange Zeit skeptisch was das Evil Dead Remake angeht, lebt der (etwas überschätze) Klassiker meiner Meinung doch stark von seiner Indie-Atmosphäre. Nach den ersten 45 Sekunden des Trailers wollte ich den Film schon abschreiben, sah mir das ganze doch zu geleckt und glossy aus, doch dann dreht die Vorschau richtig auf! Wow, klasse! Durch den Soundtrack kommt richtiges Terror-Feeling auf, die Gore-FX sehen schon im Trailer recht krass aus und sogar die berüchtigte Wald-Sequenz ist dabei. Damn, der Hype hat mich!

Resident Evil Retribution

Nachdem Alice den Kampf gegen die Umbrella-Schergen an Bord der Arcadia nicht gewinnen kann, findet sie sich nach scheinbar längerer Bewusslosigkeit in einem Forschungslabor wieder. Durch am Anfang noch unbekannte Hilfe gelingt ihr aber die Flucht aus der Zelle und so muss sich unsere Heldin mal wieder durch Unmengen Soldaten, Zombies und diversen weitere Monster ballern um den rettenden Ausgang zu erreichen.

Wenn man sich as Freund der Resident Evil Serie in manchen Internet Ecken outet begibt man sich auf ziemlich dünnes Eis! Man „habe keine Ahnung“ und sei eh ein „CGI verwöhnter Vollidiot“. Na ja, hier also noch mal offiziell: Ja, ich finde die Reihe unterhaltsam. Teil 1 ist zwar nur mittelmaß, Apocalypse megaschrott aber spätestens mit Extinction und Afterlife ist man bei ziemlich kurzweiligen HighBudget-Trash angekommen der mir doch recht viel Spaß gemacht hat. Natürlich lies ich es mir auch nicht nehmen mir mit Retribution erneut die volle Dröhnung Slow Motion zu geben.

Um es vorweg zu nehmen, wenn man es genau betrachtet ist Retribution eigentlich eine ziemliche Unverschämtheit von Film. Es wird sogar noch weniger Story als in den ohnehin schon mageren Vorgängern geboten, das bisschen was an Geschichte beigesteuert wird ist mehr als an den Haaren herbei gezogen. Man befindet sich erneut in einem unterirdischen Megakomplex der aus mehreren Testgeländen besteht welche New York, Hong Kong, Moskau und Co. repräsentieren. Durch diese Testsequenzen muss sich Alice kämpfen um zurück an die Oberfläche zu gelangen. Dadurch das man es in jedem dieser Szenarien mit einem anderen Gegnertyp zu tun bekommt wirkt Retribution mehr denn je wie ein handelsübliches Videospiel: Welt betreten, kleine Wiedersacher killen, Obermotz plätten, weiter in den nächsten Level. Auch wenn die Story auf der Strecke bleibt bekommt man dafür einiges an EyeCandy geboten. Die Kämpfe sind wirklich toll insziniert, allerdings sollten man schon einen Hang zu CGI-FX und exzessivem SlowMotion-Einsatz haben. Eigentlich auch nicht unbedingt mein Ding, hier aber größtenteils richtig cool in Szene gesetzt, selbst der 3D Effekt wusste zu gefallen. Vom Gore-Faktor hält sich auch der neuste Resident Evil Teil in Grenzen, die FSK16-Freigabe geht absolut in Ordnung. Die Monster sind schön schleimig und böse gemacht, richtig fies brutal wird es aber eigentlich nie.

Die Action ist im Endeffekt eigentlich auch das einzigst positive was man Resident Evil Retribution zusprechen kann. Eine Story ist wie eingangs erwähnt so gut wie gar nicht vorhanden und die Schauspieler stolpern hölzern wie eh und je von einer Szene zur nächsten. Die Armen Akteure könnten einem fast Leid tun, so schrecklich sind teilweise die pseudocoolen OneLiner die ihnen da von den Drehbuchautoren in den Mund gelegt wurden. Na ja, wenigsten sorgte das für den ein oder anderen unfreiwillig komischen Moment. Schon fast nicht mehr komisch sondern nahezu ärgerlich dagegen war die deutsche Synchro! Das so etwas emotionsloses auf solch eine teure Produktion gepappt wurde ist unverzeihlich und nicht nachzuvollziehen. Und wo wir gerade bei nicht nachzuvollziehen sind, was sollte eigentlich diese taube (??) Göre?! Jeder kommunizierte mit ihr in Gebärdensprache wobei sie scheinbar alles gut verstehen konnte und auch flüssig sprach. Ups, habe ich da wirklich Erklärungen oder Konsequenzen in der ResidentEvil-Welt gesucht, sorry, kommt nicht wieder vor. Für das erneute (gleich mehrfache) Auftauchen von Michelle Rodriguez gehört Retribution eigentlich eh mit sofortiger Wirkung auf den Index gesetzt. Hm, was, die hat doch bereits im ersten Teil berechtigterweise das Zeitliche gesegnet?! Stimmt, aber im neusten Ableger konfrontiert man den wohl alles schluckenden Zuschauer mit den Klonen mehr oder weniger beliebter (Film-)Serienhelden. Das Umbrella die ein oder andere Verwendung für menschliche Versuchskaninchen hat ist ja allseits bekannt, warum aber gerade bekannte Widersacher der Organisation für die Duplikate herhalten mussten leuchtete mir nicht wirklich ein. Verbuchen wir es unter Fanservice (pfff!).

Ja, das hörte sich jetzt alles nicht wirklich verlockend an, trotzdem hatte ich im Kino meinen Spaß. Resident Evil Retribution ist einfach nur schlecht und dumm, überspielt das aber halbwegs gekonnt mit der Aneinanderreihung von sexy Actionsequenzen. Man sollte mittlerweile wissen was einen erwartet wenn man sich einen Resident Evil Film anschaut, also hört auf zu nölen und bleibt einfach zu Hause wenn’s Euch nicht gefällt 😉

Punkte: 6 von 10

The Raid

Eine Spezialeinheit der Polizei! Ein Hochhaus voller Verbrecher! Diverse MGs, Pistolen, Macheten, Äxte, Stuhlbeine und was sich sonst noch als Mordinstrument zweckentfremden lässt. Und wenn alles nicht mehr hilft wird einfach mit der blanken Faust brachial das Gesicht des Gegners bearbeitet. 3 – 2 – 1 – GO!

Vor einigen Monaten sorgte der furiose Trailer für Aufsehen im Internet, kurz darauf folgten die ersten überschwänglichen Festival-Reviews. Als deutscher Filmfan war da an einen Kino-Release nicht einmal ansatzweise zu denken. Vor wenigen Wochen wurde dann bekannt gegeben das Koch Media The Raid auch in Deutschland in die Kinos bringen wird und das sogar uncut! Gestern war es dann endlich so weit, zusammen mit meiner Action-Kumpeline betraten wir die überteuerten Hallen des örtlichen Cinemaxx um uns die indonesische Revolution des Action-Kinos anzusehen. Konnten die hohen Erwartungen erfüllt werden?

Ja, sie konnten! The Raid ist pures Adrenalin-Kino mit nur wenigen Verschnaufpausen. Wahnsinn, hier wird ein Feuerwerk an Action sondergleichen abgefeuert und das größtenteils ohne Wackelkamera mit der Hollywood seine Unzulänglichkeiten überspielen will. Die Kamera hält gnadenlos drauf, egal ob ein Polizist von Kugeln durchsiebt wird oder unser Held sich durch Massen an Gegnern prügelt. Wird zu Anfang noch wild durch die Gegend geballert, gehen nach 30 Minuten langsam aber sicher die Kugeln aus und man besinnt sich auf handfestere Tugenden des Tötens. Die Kampfsequenzen sind einfach nur genial, hier steht nicht Akrobatik sondern Effizienz im Vordergrund. Fäuste fliegen, Blut spritz, Knochen brechen. Schnell und ohne Mitleid, geht ein Gegner zu Boden wird der nächste Feind in die Mangel genommen. Das ganze kommt außerordentlich Brutal rüber was auch an der herrlich dreckigen Location liegt. Das heruntergekommene Hochhaus trieft geradezu vor Schlechtigkeit. Doch es gibt auch kleine Punkte zu bemängeln! So ist es z.B. ein wenig arg an den Haaren herbeigezogen das bereits zu Anfang ein Grossteil der Polizeieinheit das Zeitliche segnet und dann eine Handvoll Überlebender den kompletten Laden aufräumt. Es kommt einem beinahe so vor als ob die Polizisten nicht mit dieser massiven Gegenwehr gerechnet hätten. Auch wirkt der Twist am Ende ein wenig konstruiert, ja beinahe überflüssig. Hey, das ist hier ein Actionkracher vor dem Herrn, da brauche ich doch nicht noch ein paar halbgar eingeworfene Storyschnipsel.

Das ist aber Meckern auf allerhöchstem Niveau, wer sich mal wieder ordentlich in den Kinosessel drücken lassen möchte ist bei The Raid bestens aufgehoben. Fernab jeglicher Hollywood Konventionen ist es schön zu sehen, mit welch einfachen Mitteln man doch einen so mitreißenden Film auf die Leinwand zaubern kann. Wer The Raid im Kino verpasst ist wirklich selber Schuld!

Punkte: 8 von 10

Hin und weg von The Artist…

„Eaeay, hier geht’s doch um Horrorfilme, warum schreibt der Arsch jetzt über The Artist!!!“

Ganz einfach, weil das mein Blog ist Ihr Lullies und ich gerade total verzaubert von dem Film bin (aber hey, ein wenig weiter unten gibt es was zu The Human Centipede 2 ;))!

Eigentlich bin ich ja fest davon ausgegangen das der nirgends in meiner Nähe noch gezeigt wird und nach dem Oscar Hype ist mir auch ein wenig die Lust darauf vergangen. Als ich aber heute das Programm meines Lieblingskinos gecheckt hatte, konnte ich mit Freuden feststellen das die The Artist doch noch für 1 Woche mit aufgenommen haben. Also ab ins Auto und los geht’s!

Puh, Gott sei Dank habe ich den noch im Kino sehen dürfen, The Artist ist einfach ein Film der für die Lichtspielhäuser gemacht wurde! Die Story an sich ist natürlich nicht das Besondere und schon tausendmal verfilmt (und im Endeffekt eigentlich auch nur eine Liebesgeschichte). The Artist hat es allerdings geschafft Emotionen bei mir zu wecken, wie schon lange kein Film mehr zuvor! Wenn Jean Dujardin über beide Ohren grinsend mit dem Publikum spielt muss man einfach mitlachen! Und ja, ich schäme mich auch nicht zuzugeben das mir die ein oder andere Träne im Auge lag und ich mich ein klein wenig in die wunderschöne und extrem sympathische Peppy (Bérénce Bejo) verliebt habe 😉 Die Tanzszene am Anfang gehört mit zum schönsten was ich in einem Film bis jetzt gesehen habe

Aber auch abseits der tollen Schauspieler funktioniert The Artist einfach perfekt! Das Stummfilmkonzept, Schwarz/Weiß, keine wirkliche Aktion oder Spannung… Ich war wirklich skeptisch, doch schon nach Dujardins erster Szene hatte mich der Film 😀 Keine Ahnung ob dieser ganze Stummfilm-Kram nun authentisch dargestellt wurde oder nicht… Das ist nicht mein Genre und The Artist hat es auch nicht geschafft mich dafür zu interessieren. Bei diesem einen Film hat es aber gepasst wie die Faust auf’s Auge! Ich gebe wahrlich nicht viel auf den Oscar, ich freue mich aber für The Artist das er deshalb in aller Munde ist!

Jeder der sich auch nur im Ansatz für Filme interessiert sollte sich diesen Film anschauen! Auch wenn Ihr eigentlich die totalen Genre-Nerds seid, ich bin mir sicher The Artist wird den Großteil von Euch gefallen!

So, und nun bin ich doch stark am überlegen die Tage direkt noch mal rein zu gehen!

Krieg der Götter Trailer

300 Teil 2? 600? Nein es ist Krieg der Götter, dessen Trailer ich letztens im Kino bewundern durfte. Bis jetzt hatte ich den Film noch gar nicht auf dem Schirm, der Trailer macht aber schonmal extrem Lust auf mehr! Besonders in 3D kommt das ganze wirklich plastisch rüber! Ok, es erinnert alles an 300, aber was soll’s?! Muskelbepackte Männer und Mega-Zeitlupen kann man sich ja wohl immer geben, oder 😉 Hoffentlich wird das ganze aber kein Desaster a lá Kampf der Titanen, der ja in der Vorschau auch gar nicht mal soooo grottig aussaht!