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Im Kino gesehen: Southpaw und Ant-Man

Cinemaxx wird 25 und haut zur Feier eine Flatratekarte rauß die 25 Tage gültig ist und nur 25€ gekostet hat. Die habe ich mir natürlich gegönnt und mir mit Southpaw einen Film im Kino gegeben den ich unter normalen Umständen wohl nicht auf der großen Leinwand geschaut hätte.

Southpaw

Alles in allem ist Southpaw ein typisches Sportlerdrama: Erfolgreicher Boxer erleidet Schicksalsschlag, stürzt ab und kämpft sich mit einfachsten Mitteln wieder ganz nach oben. Rocky 3+4 anyone?! Alles recht bekannt also, aber extrem hochwertig auf die Leinwand gebracht. Bei den Boxkämpfen ist man immer ganz nah am Geschehen, nur die Kommentatoren kamen mir ein wenig arg reißerisch rüber. Größtes Highlight ist aber Jake Gyllenhaal, der sich vom untergewichtigen Reporter aus Nightcrawler in ein wahres Muskelmonster verwandelt hat. So richtig sympathisch ist sein Charakter Billy Hope allerdings nicht. Er neigt immer wieder zu Wutausbrüchen und ist nicht unbedingt der Hellste. Gyllenhaals Darstellung der Schlichtheit erinnerte mich dabei immer wieder an Stallones Balboa, ich bin gespannt wie das im O-Ton rüberkommt. Auch die Message, das Billy es nur wieder in den Ring schaffen muss um seine Probleme zu bewältigen war mir dann doch etwas zu schlicht. Und auch wenn ich zwischendurch immer wieder mit den Augen gerollt habe, der Endkampf ist packend insziniert und wuchtig in Szene gesetzt. Schweiß und Blut spritzen durch die Gegend und es ist toll zu sehen wie Billy seine neuen Fähigkeiten zum Einsatz bringt.

Punkte: 7 von 10

Ant-Man

Keine Ahnung wer Ant-Man ist… So ein klein bisschen kenne ich mich ja im Marvel-Universum aus, der Mini-Superheld ging bis jetzt aber komplett an mir vorbei. Um so überraschender das Marvel damit nun den für mich besten Superheldenfilm aus ihrer Reihe hinzaubert. Das liegt vor allem an dem ganz wunderbaren Humor dem die Macher in den Film gepackt haben. Ant-Man ist angenehm selbstironisch und bietet viele wirklich tolle Dialoge die mich im Kino einige Male laut auflachen ließen. Die Origin-Story ist recht spannend erzählt ohne wirklich viel Neues zu bieten, aber es macht einfach extrem viel Spaß den sympathischen Charakteren zuzuschauen. Aktion darf in einem Superhelden-Streifen natürlich nicht fehlen und auch hier punktet Ant-Man auf ganzer Linie. Fett und rasant insziniert ist das Ganze, wobei auch hier immer mal wieder der bereits erwähnte Humor durchschimmert. Sogar das 3D hat mir mal richtig gut gefallen, besonders in den Miniaturszenen verleiht das dem Bild eine schöne Tiefe. Es kommt nicht oft vor das ich mir wünsche einen Film direkt noch einmal anzuschauen, Ant-Man hat das geschafft und so bleibt mir nur übrig hier ausnahmsweise mal die Höchstwertung zu geben. Ich hoffe es wird nicht zu lange bis zu einer würdigen Fortzsetzung dauern 😀

Punkte: 10 von 10

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Found

Found

Der zwölfjährige Marty führt ein tristes Leben als einsamer Außenseiter. Er hat nur einen einzigen Freund, wird von seinen Eltern vernachlässigt und sein älterer Bruder Steve lässt sich viel zu selten blicken. Zurückgezogen malt er in seinem Zimmer Superhelden-Comics und schaut Horrorfilme. Eines Tages entdeckt er schockiert, dass Steve ein blutiges Geheimnis vor ihm verbirgt. Ein abgetrennter Kopf im Wandschrank seines Bruders ist der traumatische Beweis für dessen abgründiges Doppelleben. Doch schon bald erfährt Steve von Martys Entdeckung – mit grausamen Konsequenzen für den kleinen Bruder und die gesamte Familie.

Found eilt ja ein ziemlicher Ruf voraus: In England nur zensiert auf den Markt gekommen und auf diversen Festivals mit Preisen gekürt sehen viele Fans hier das nächste große Genreding auf uns zukommen. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber so wirklich überzeugen konnte mich Found nicht. Das Ding ist halt ein typischer LowBudget-Streifen, Ton, Kamera und die generelle Dynamik können einfach nicht mit „professionellen“ Produktionen mithalten. Am meisten habe ich mich aber an den Schauspielern gestört die mich bis auf Ethan Philbeck als Killer Steve durch die Bank nicht überzeugen konnten. Gerade Gavin Brown (Marty) nervt als nölig-melancholischer Teenager dessen unzufriedene Fresse man schon nach 15 Minuten nicht mehr sehen kann.

Nun ja, was man Found zu Gute halten muss ist das er mal etwas anderes probiert und dem Zuschauer nicht den X-ten Slasher präsentiert. Der Film ist eher ein ComingOfAge-Drama mit fiesen Splattereinlagen. Diese kommen übrigens eigentlich nur im „Film im Film“ und in der Schlusssequenz vor, sind dafür aber um so eindringlicher. An sich würde man die FX auch gar nicht mal so vermissen, hätte Found nur ein wenig mehr drive. Es dauert zu lange bis die Story in fahrt kommt, es fühlt sich an als drehe sich die Geschichte im Kreis ohne wirklich voran zu kommen. Man hält sich zu lange damit auf Charaktere etablieren zu wollen deren Hintergründe aber eigentlich schon vollkommen klar sind.

In den letzten 20 Minuten spitzt sich die Lage dann aber endlich merklich zu und auch die Spannungsschraube zieht an. Die Atmosphäre verdüstert sich zusehends nur um dann in einem richtig fiesen Schlussbild zu Enden. Sehr schön! Auch die Figuren verhalten sich nun recht realistisch und ein ungutes Gefühl macht sich in der Magengegend breit. Wie weit geht Bruderliebe und wann endet familiäre Loyalität!? Man muss Found zu Gute halten das es der erste „große“ Film von Regisseur Scott Schirmer ist und für nur 8000$ realisiert wurde. Man sieht auch die Liebe der Macher zum Genre, in den Zimmern der Brüder sind zum Beispiel diverse Horrorposter aufgehangen.

Indie-Fans ist Found wärmstens ans Herz gelegt, für mich war der Film dann doch ewas zu ungeschliffen. Als so krass wie er teilweise im Netz gehandelt wird habe ich ihn übrigens nicht empfunden, GoreHounds könnten also evtl. enttäuscht werden.

Die deutsche FSK18-VÖ ist gekürzt, das ungeprüfte Mediabook von Meteor Film ist uncut.

Punkte: 4 von 10