Im Kino gesehen: Mad Max und Jurassic World

Jo jo jo Internetcrowd, was geht ab? Ich habe mich hier ja schon länger nicht mehr blicken lassen, es fehlt gerade einfach an Zeit und Muße etwas in die Tasten zu hämmern. Hier aber mal ein kurzer Abriss meiner letzten beiden Kinobesuche:

Mad Max

Wow, was ein Aktionkracher! Mad Max gibt von der ersten Minute an richtig Gas und hält konsequent die Geschwindigkeit… Was hier auf der Leinwand präsentiert wird lässt einem das ein oder andere mal den Atem stocken, das geht zwar zu lasten der Story die manchmal ein wenig holprig wirkt aber who cares. Tom Hardy füllt die Rolle des Aktionhelden mit seiner Präsenz toll aus auch wenn er im gesamten Film nur gefühlte 20 Sätze von sich gibt und sich den Rest der Zeit eher grunzend artikuliert. Die eigentliche Hauptrolle spielt eh die wie immer wunderbare Charlize Theron als Männerärsche tretende Amazone die mit ihren Widersachern mal eben den Boden aufwischt. Mein einziger Kritikpunkt an dieser famosen Achterbahnfahrt ist das man über den Bösewicht leider viel zu wenig erfährt. Der Typ hätte einfach Potential für eine interessante Hintergrundgeschichte gehabt die aber leider komplett vernachlässigt wird. Ich kann verstehen wenn man Mad Max nichts abgewinnen kann, außer Krachbumm hat der Film nun mal nicht viel zu bieten. Dieses präsentiert er aber in einer schon lange nicht mehr da gewesenen Perfektion die an die guten alten 80er Jahre erinnert. Definitiv ein Highlight dieses Kinojahres.

Punkte: 9 von 10

Jurassic World

Jurassic Park
hatte mich damals schwer beeindruckt! Da der Kinobetreiber mich alleine nicht in den Film lassen wollte ist mein Daddy mit mir reingegangen und hat so wohl den Grundstein zur Liebe zu Film und Monstern gelegt. Absolut geflasht kam ich aus dem Saal und konnte wochenlang nur an die Raptoren und den T-Rex denken. Auch Lost World konnte ich so einiges abgewinnen, Teil 3 ist immerhin noch kurzweilige Trash-Unterhaltung, dementsprechend gefreut habe ich mich auf Jurassic World und darauf die Riesenechsen endlich mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

So richtig begeistert war ich von Jurassic World dann leider nicht! Klar die Dinos sehen super aus und sind auch schön oft vor der Kamera, es gab aber einfach zu viele Komponenten die mich genervt haben. Angefangen bei den beiden Hauptdarstellern die beide ziemlich blass bleiben. Bryce Dallas Howard sieht immerhin noch halbwegs niedlich aus, Chris Pratt lässt aber leider sämtlichen Charme den er in Guardians of the Galaxy versprüht hat missen. Weiter geht’s mit den ultranervigen Kids denen wir über lange Zeit immer wieder folgen müssen. Der Jüngere der beiden Brüder ist ein nöliger Klugscheisser, der Ältere ein pseudocooler Teenager mitten in der Pubertät. Solche Kackbratzen bringt echt nur Hollywood auf die Leinwand. Und statt sich auf den ultracoolen T-Rex zu konzentrieren, schmeißen die Macher einen durch genmanipulation erschaffenden Franken-Dino mit vielseitigen Superfähigkeiten ins Rennen gegen unsere strahlenden Helden. Fand ich doof, normale Dinos sind cool genug (sagt Chris Pratt in ähnlicher Form auch im Film ;-)). Ohne spoilern zu wollen übertreibt es das Finale dann noch einmal maßlos so dass ich nicht genau wusste ob ich lachen oder mit dem Kopf schütteln sollte.

Na ja, versteht mich nicht falsch, Jurassic World macht schon irgendwie Spaß, es kam aber einfach nicht mehr der Zauber von damals auf. Zu bunt, hell und überzogen wirkte das Ganze, ich weiß gerade gar nicht ob es in dem Film auch nur einen Tropfen Blut zu sehen gab. Wenn man die Erwartungen etwas zurückschraubt macht man mit einem Kinobesuch aber nicht all zu viel falsch, typisches Blockbuster-Kino eben.

Punkte: 5 von 10

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Found

Found

Der zwölfjährige Marty führt ein tristes Leben als einsamer Außenseiter. Er hat nur einen einzigen Freund, wird von seinen Eltern vernachlässigt und sein älterer Bruder Steve lässt sich viel zu selten blicken. Zurückgezogen malt er in seinem Zimmer Superhelden-Comics und schaut Horrorfilme. Eines Tages entdeckt er schockiert, dass Steve ein blutiges Geheimnis vor ihm verbirgt. Ein abgetrennter Kopf im Wandschrank seines Bruders ist der traumatische Beweis für dessen abgründiges Doppelleben. Doch schon bald erfährt Steve von Martys Entdeckung – mit grausamen Konsequenzen für den kleinen Bruder und die gesamte Familie.

Found eilt ja ein ziemlicher Ruf voraus: In England nur zensiert auf den Markt gekommen und auf diversen Festivals mit Preisen gekürt sehen viele Fans hier das nächste große Genreding auf uns zukommen. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber so wirklich überzeugen konnte mich Found nicht. Das Ding ist halt ein typischer LowBudget-Streifen, Ton, Kamera und die generelle Dynamik können einfach nicht mit „professionellen“ Produktionen mithalten. Am meisten habe ich mich aber an den Schauspielern gestört die mich bis auf Ethan Philbeck als Killer Steve durch die Bank nicht überzeugen konnten. Gerade Gavin Brown (Marty) nervt als nölig-melancholischer Teenager dessen unzufriedene Fresse man schon nach 15 Minuten nicht mehr sehen kann.

Nun ja, was man Found zu Gute halten muss ist das er mal etwas anderes probiert und dem Zuschauer nicht den X-ten Slasher präsentiert. Der Film ist eher ein ComingOfAge-Drama mit fiesen Splattereinlagen. Diese kommen übrigens eigentlich nur im „Film im Film“ und in der Schlusssequenz vor, sind dafür aber um so eindringlicher. An sich würde man die FX auch gar nicht mal so vermissen, hätte Found nur ein wenig mehr drive. Es dauert zu lange bis die Story in fahrt kommt, es fühlt sich an als drehe sich die Geschichte im Kreis ohne wirklich voran zu kommen. Man hält sich zu lange damit auf Charaktere etablieren zu wollen deren Hintergründe aber eigentlich schon vollkommen klar sind.

In den letzten 20 Minuten spitzt sich die Lage dann aber endlich merklich zu und auch die Spannungsschraube zieht an. Die Atmosphäre verdüstert sich zusehends nur um dann in einem richtig fiesen Schlussbild zu Enden. Sehr schön! Auch die Figuren verhalten sich nun recht realistisch und ein ungutes Gefühl macht sich in der Magengegend breit. Wie weit geht Bruderliebe und wann endet familiäre Loyalität!? Man muss Found zu Gute halten das es der erste „große“ Film von Regisseur Scott Schirmer ist und für nur 8000$ realisiert wurde. Man sieht auch die Liebe der Macher zum Genre, in den Zimmern der Brüder sind zum Beispiel diverse Horrorposter aufgehangen.

Indie-Fans ist Found wärmstens ans Herz gelegt, für mich war der Film dann doch ewas zu ungeschliffen. Als so krass wie er teilweise im Netz gehandelt wird habe ich ihn übrigens nicht empfunden, GoreHounds könnten also evtl. enttäuscht werden.

Die deutsche FSK18-VÖ ist gekürzt, das ungeprüfte Mediabook von Meteor Film ist uncut.

Punkte: 4 von 10

Honeymoon

Bea und Paul sind jung, frisch verheiratet und gerade in ihren Flitterwochen angekommen die sie in Beas altem Elternhaus verbringen. Doch die harmonische Idylle bekommt Risse als Paul seine Angebetete mitten in der Nacht splitterfasernackt im Wald vorfindet. Bea scheint sich nach diesem Ereignis immer mehr von ihrem Mann zurück zu ziehen, auch über die seltsamen Wundmale an ihren Oberschenkeln will sie nicht sprechen. Paul beginnt den Dingen auf den Grund zu gehen…

Mal ehrlich, wie spannend kann ein Film mit einem frisch vermählten Pärchen in einer einsamen Hütte im Wald heutzutage wohl noch sein? Verdammt spannend! Honeymoon beweist bravourös das vermeintlich ausgelutschte Szenarien mit der richtigen Inszinierung noch einiges zu bieten haben. Auch die beiden Hauptdarsteller die 95% des Films allein auf Ihren Schultern tragen liefern eine Topleistung ab. Rose Leslie (Game of Thrones) und Harry Treadaway (Cockneys VS Zombies) verkörpern interessante und sympathische Charaktere dessen Wohlergehen dem Zuschauer ausnahmsweise mal wirklich wichtig ist.

Auch im Storytelling erlaubt sich Honeymoon keine Schnitzer. Die Geschichte nimmt sich Zeit um seine Figuren zu etablieren nur um dann die Spannungsschraube immer weiter anzudrehen. Mit laufender Spielzeit steigt nicht nur die Paranoia von Paul sonder auch die des Zuschauers. Man rätselt gebannt mit, analysiert die Geschehnisse und versucht sich einen Reim aus all dem zu machen. Trotz des recht eingeschränkten Settings und im Endeffekt nur 2 Darstellern erweist sich Honeymoon als extrem mitreißend, endlich mal wieder ein Film der weiß wann er Schluss machen muss und seine Laufzeit nicht unnötig auf 100 Minuten aufbläht. Zum Finale hin nimmt der Streifen dann immer mehr an Drive auf und mutiert zum Schocker der regelrecht an den Nerven zieht! Die Auflösung des Ganzen hat mir persönlich dann zwar nur Mittelmäßig gefallen, bringt den Honeymoon aber zu einem runden Ende das auch nicht all zu viele Fragen offen lässt.

Punkte: 7 von 10

Zuletzt gesehen…

Black Christmas 7/10

Netter Slasher der besonders durch seine kurzweilige Inszinierung zu gefallen weiß. Durch die beengte Location und dem kurzen Handlungszeitraum (1 Nacht) kommt keine Langeweile auf und man wird als Zuschauer stetig bei der Stange gehalten. Dazu kommen noch einige nette Mordszenen und fertig ist der Slasher-Spaß. Einziger Wermutstropfen ist das die Macher das Ende zu lange hinauszögern… Die letzten 10 Minuten hätte man sich gut und gerne schenken können.

Anamorph 2/10

Oh man, das wohl Mieseste was ich in Sachen Thriller jemals gesehen habe. Komplett entschleunigt, unzusammenhängend und über große Teile einfach langweilig. Man findet weder zu den Charakteren noch zu der Story einen Zugang, die Protagonisten sind sogar äußerst nervig mit ihrer dauernden Depri-Stimmung und den unlogischen Handlungen. Das Ende setzt dem ganzen dann die Krone auf und hat mich komplett unzufrieden zurück gelassen. Keine Ahnung was Willem Dafoe dazu bewogen hat in diesem Schund die Hauptrolle zu übernehmen.

V/H/S 10/10

Immer noch der mit Abstand beste FoundFootage-Film und einer meiner absoluten Lieblingsstreifen!

Stoker 4/10

Teilweise ganz unterhaltsam, allerdings ging mir schnell das lethargische Verhalten der Charaktere auf die Nerven… Irgendwann hat man einfach genug davon in nölig-traurige Gesichter zu blicken. So richtig spannend ist das Dargebotene dann leider auch nicht und mit der Auflösung macht man es sich zu einfach. Wird bestimmt schnell bei mir in Vergessenheit geraten.

Times Crimes 5/10

Für ein Debüt gut gemacht, allerdings folgt der Film doch ziemlich strikt den Konventionen des Zeitreisefilms. Hat man irgendwie alles schon mal gesehen.

Moonrise Kingdom 9/10

Skurril, abgedreht, traurig, warmherzig, toll! Wie schon bei The Grand Budapest Hotel gelingt es Wes Anderson eine an sich nur mäßig spannende Geschichte so genial zu verpacken das man als Zuschauer geradezu verzaubert ist. Highlight sind die beiden Teeny-Darsteller die wohl eines der interessantesten und schönsten Liebespaare der Filmgeschichte darstellen. Aber auch die anderen Schauspieler, darunter Stars wie Edward Norton, Bruce Willis und viele mehr liefern eine tolle Performance abseits ihrer typischen Rollen ab. Moonrise Kingdom beweist mal wieder wozu das Medium Film im Stande ist.

The Guest

Caleb, der älteste Sohn der Peterson Familie ist im Krieg gefallen und so nimmt man den Heimkehrer David der sich als dessen Kamerad vorstellt großerherzig bei sich auf. David lebt sich schnell ein, zeigt sich hilfsbereit und unterstützt die Familie bei ihren Alltagsproblemen. Nur Tochter Anna ist skeptisch was den nahezu perfekten neuen Hausfreund anbegeht. Sie beginnt ein wenig über seine Vergangenheit zu recherchieren, ein böser Fehler wie sich herauß stellt.

Ich wusste rein gar nichts über The Guest, allein die Tatsache das ich Adam Wingard (V/H/S, You’re Next) für einen der vielversprechendsten Genre-Regisseure derzeit halte haben mich zu einem Blindkauf bewegt. Am besten ihr macht es genauso, schaut keine Trailer, lest dieses Review nicht und zieht Euch dieses kleine Meisterwerk vollkommen unvoreingenommen rein. Ok, für die werten Leser die mal wieder nicht auf mich hören wollen oder den Film schon gesehen habe tipper ich einfach mal weiter.

Es gibt Filme die leben nicht von Ihrer Story sondern eher vom gesamten Drum und Dran. The Guest gehört definitiv dazu, was nicht heißen soll das die Geschichte um David langweilig sei, nur wirklich originell ist das Ganze nun mal auch nicht. Muss es aber auch gar nicht wenn der Rest einfach stimmt. The Guest ist in nahezu jeder seiner Einstellungen perfekt durchgestyled, man spürt Wingards Liebe zum Film in jeder Minuten. Von in grelle Neonfarben getauchte Partyseinstellungen bis hin in die spießige Tristesse des familiären Wohnzimmers versprühen die Bilder eine ganz eigenwillige Atmosphäre die den Zuschauer nicht mehr loslässt. Selbst die etwas ausgelutschte „JagdDurchEinSpiegelkabinett“-Szene wirkt hier halbwegs frisch und keineswegs aufgesetzt.

Aber auch die Schauspieler können auf ganzer Linie überzeugen. Maika Monroe hatte mich ja schon in It Follows überzeugen können, absolutes Highlight ist aber Dan Stevens als David der seinem Charakter etwas mystisches verleiht. Auf der einen Seite zuvorkommend, nett und freundlich brodelt es förmlich in ihm. Diese Anspannung entlädt sich in den letzten 15 Minuten in denen The Guest dann auch nicht mit Blut geizt ohne jedoch ins plakative abzudriften. Hatte ich eigentlich schon von dem genialen Score geschwärmt? Nein… Na ja, ich hab mir das Ding direkt bei Amazon geladen, noch während der Abspann lief. Eigentlich stehe ich nicht auf diesen Digitalkram, aber ich kann einfach nicht warten bis endlich ein schicker Vinyl-Release folgt (oh man, wehe der Soundtrack wird nicht auf Platte gepresst!!!).

Also alles im Lot soweit! Das einzige was man The Guest ankreiden kann ist das man für meinen Geschmack doch etwas zu wenig über David und seine Hintergründe erfährt. Da will ich jetzt aber auf Grund der Spoilergefahr nicht weiter drauf eingehen. Ok, Jammern auf hohem Niveau, wie ihr wahrscheinlich bereits erahnen könnt bin ich extrem beigeistert von Wingards neustem Streich. The Guest ist ein Film der es verdient hätte auf der großen Kinoleinwand gezeigt zu werden, leider bleibt uns hierzulande wohl nur der Griff zur BD/DVD.

Punkte: 9 von 10

Zuletzt gesehen: Edge of Tomorrow

Obwohl ich Filme mit Tom Cruise eigentlich nicht sonderlich mag (mal ab von Scientology finde ich ihn einfach unsympathisch) wurde ich von Edge of Tomorrow super unterhalten. Clou des Films ist der TäglichGrüßtDasMurmeltiert-Kniff der den von Cruise verkörperten Bill Cage den gleichen Tag immer wieder erleben lässt. Es liegt nun an ihm diesen Tag so perfekt zu planen das es der Menschheit gelingt die außerirdischen Invasoren zu schlagen. Das ist nicht nur äußert spannend insziniert sondern bietet ich viel Humor. Emily Blunts Charakter fackelt nicht lange und jagt z.B. Cruise eine Kugel in den Kopf weil der sich beim Training das Bein bricht um den Tag zu reseten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder opulente Schlachtszenen die wohl nicht rein zufällig an die Landung in der Normandie erinnern. Das eher technische Design der Aliens sagt mir dabei leider nicht ganz so zu, ich stehe halt mehr auf richtige Monster und Co. Edge of Tomrrow gipfelt in einem actionreichen Showdown, der dann leider recht Hollywood-Typisch endet. Hier hatten die Macher die Chance ein wenig mehr Mut zu zeigen, machen dann aber in den letzten Minuten leider einen Rückzieher. Das tut dem positiven Gesamteindruck aber keinerlei Abbruch, Edge of Tomorrow ist kurzweilige Blockbuster-Unterhaltung die zu keiner Sekunden langweilt.

Punkte: 7 von 10

REC 4 – Apocalypse

Angela, die junge Reporterin die als Einzige die grauenhaften Ereignisse aus dem Wohnhaus überlebt hat wird zu Testzwecken auf einen zur Quarantänestation umgebauten Frachter auf dem Meer gebracht. Hier will man dem Virus genauer untersuchen um schnellstmöglich ein Gegenmittel zu entwickeln. Aber wie sollte es auch es auch anders sein findet der Erreger auch hier einen Weg die Besatzung zu infizieren…

Was eine Schande das die Serie so zu Ende (?) geht! Wurde der FoundFootage-Aspekt in Teil 3 ja schon massiv zurück gefahren handelt es sich bei Apocalypse leider nur noch um einen konventionellen Horrorfilm. Zugegeben, das Ganze ist hochwertig produziert, das Infizierten MakeUp ist klasse und die Monster sind schön agressiv, letztendlich ist es aber doch nur Standard Genrekost. Boten die vorherigen Teile immer noch kleine Überraschungen die die Story nach vorne brachten, bricht das Finale leider mit der Mythologie. Keine Rede mehr von Dämonen und Besessenen, nun ist ganz plötzlich ein „normaler“ Parasit für das Chaos verantwortlich. Schade, war doch gerade dieser übernatürliche Aspekt etwas das die Serie für mich so interessant gemacht hatte. Mal ab davon das Apocalypse nur langweilige Charaktere bietet gibt es auch sonst nicht viel was Spannung erzeugen könnte. Der Film gipfelt in einem lahmen Showdown und einer uninspirierten Endeinstellung die mich doch etwas baff im Sessel zurück ließ. Apocalypse ist ein absolut unwürdiges Ende dieser fantastischen Serie! Von einer Hollywood-Produktion hätte ich nichts anderes erwartet, aber das selbst die Spanier nun ihren Biss verloren haben stimmt mich doch traurig.

Punkte: 4 von 10

Ein paar Worte zum Abschluss der Hobbit-Trilogie

ACHTUNG SPOILER

An sich ist er dritte Hobbit ein „netter“ Fantasyfilm, aber da er sich meiner Meinung nunmal mit den epischen Herr der Ringe Streifen vergleichen lassen muss fällt das Fazit leider nicht sonderlich positiv aus. Obwohl das Kinderbuch auf ganze 3 überlange Filme ausgewalzt wurde fühlen sich diese für mich einfach nicht Rund an. Vieles wird angeschnitten und dann nur unbefriedigend zu Ende gebracht:

Das die Zerstörung der Seestadt innerhalb von 5-10 Minuten abgehandelt wird kann ich immer noch nicht glauben.

Die aufgesetzte Lovestory zwischen der Elbin und Kili ist kitschig und passt nicht ins Universum.

Beorn, eine Figur die man gerade in einem Blockbuster toll in Szene setzten kann hat eine Screentime von 40 Sekunden!

Der Berater des Bürgermeisters ist einfach nur nervig und bekommt viel zu viele Szenen die immer auf das Gleiche herauß laufen.

Die groß aufgebaute Side-Story um Sauron wird unbefriedigend zu Ende gebracht und führt leider auch einige Handlungsstränge aus HdR ins absurde.

Die Charaktere sind dem Zuschauer im Großen und Ganzen ziemlich egal, wumpe wer stirbt, überlebt oder über sich hinaus wächst.

Es gibt 5 Hauptzwerge, den Rest bekommt man so gut wie nie zu sehen…

Über die gesamte Hobbit-Reihe wird man das Gefühl nicht los das Jackson einfach mehr darauß machen wollte als die Vorlage hergibt. Es ist schade das die Gänsehautmomente mit denen HdR noch quasi im Minutentakt aufwarten konnte hier bis auf wenige Ausnahmen ausbleiben. Letztendlich ist der finale Film eine Aneinanderreihung von Schlachten die allesamt aber wenig spannend und mitreißend sind.

Gut das wir es nun geschafft haben und Jackson sich endlich neuen Projekten widmen kann!

Punkte: 4 von 10

#Horrorctober: Zombiber

3 heiße Teeny-Girls wollen das Wochenende in einer abgelegenen Hütte verbringen um dort für einige Stunden Ihre Probleme mit der Männerwelt zu vergessen. Doch nicht nur das die Typen die den ganzen Ärger verursacht haben plötzlich unverhofft an der Tür klopfen, zu allem Überfluss wurde der anliegende See mit Chemikalien verseucht die die darin lebenden Biber zu wilden Bestien mutieren lies. Der Kampf ums überlegen beginnt!

Ich weiß auch nicht, obwohl ich Zombiber wirklich mögen wollte und will gelingt es mir einfach nicht ein positives Fazit zu ziehen. Generell hat der Film ja alles was ein Trasher braucht: Nackte Teens, bescheuerte Monsterbiber (dankenswerterweise Handmade!) und einige schön blutige Effekte (auch größtenteils ohne CGI-Rotz).

Woran lag es also das der Film nicht mal auf eine Durchschnittswertung kommt? Größtenteils daran dass das Ganze irgendwie zu gezwungen wirkt. Trash der sich seiner selbst einfach zu bewusst ist und auf Teufel komm rauß witzig und bescheuert sein will funktioniert so halt nur bei Troma. Bei Zombiber fühlte ich mich über weite Strecken einfach nur gelangweilt was vor allem auch an den strunzdoofen Charakteren lag. Die sind zwar alle hübsch anzuschauen, aber jeder für sich so nervig das man sich direkt den Endsieg der Monsterbiber wünscht. Die sind übrigens richtig gut umgesetzt und sehen so herrlich schön bescheuert aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Monstermovies bekommt man die Viecher auch oft und früh zu sehen, Daumen hoch dafür. Außerdem richten die kleine Biester richtig fiesen Schaden an so dass man in den Genuss von einigen schön blutigen Effekten kommt. Was in so einem Film natürlich nicht fehlen darf ist Humor, der bei Zombiber leider zwischen ganz nett und grenzdebil schwankt. Wenn der 5 „Biber = Weibliches Geschlechtstteil“-Joke gerissen wird (der im deutschen eh nicht funktioniert) fragt man sich schon ob den Machern denn partout nichts besseres eingefallen ist. Klar, den einen oder anderen Lacher gibt es schon, meistens wünscht man sich aber nur schon 3-4 Bier mehr intus zu haben.

Wahrscheinlich war es genau das, ich war zu nüchtern, die nervigen und schon gut angetrunkenen Prolls in der Reihe hinter mir grölten jedenfalls alle 30 Sekunden laut los (vielleicht haben die mir ja auch den Film versaut). Zombiber verliert sich letztendlich darin sich zu sehr bei seinem Zielpublikum anzubiedern, was bleibt ist die herrlich bekloppte Grundidee.

Punkte: 4 von 10

#Horrorctober 2014: Proxy

Wirklich viel wusste ich nicht über Proxy, allerdings lief mir der Name im Netz immer wieder im positiven Zusammenhang über den Weg. Genau so sollte man den Film auch erleben, vollkommen unvorbereitet, dann entwickelt Proxy einen Sog der die 110 Minuten wie im Flug vergehen lässt. Die Story schlägt einige Haken, nichts ist wie es scheint und irgendwann macht sogar der etwas abgedroschene Hitchkock-Vergleich auf dem Cover Sinn. Jeder Charakter hat ein dunkles Geheimnis und die ein oder andere Leiche im Keller, dadurch fehlt es zwar an Sympathieträgern, das geht aber zu Gunsten einer wirklich unangenehmen und teilweise nahezu verstörenden Atmosphäre. Die wenigen aber dafür extrem drastischen Gewaltspitzen tun ihr übriges dazu! Ein so düsterer Thriller ist mir in den letzten Jahren nicht unter die Augen gekommen und ich werde den Teufel tun und hier weiter auf die Geschichte eingehen. Deshalb belasse ich es mit einem Uneingeschränkten Anschaubefehl (ok, Schwangere sollte vielleicht doch die Finger von Proxy lassen).

Punkte: 8 von 10