The Guest

Caleb, der älteste Sohn der Peterson Familie ist im Krieg gefallen und so nimmt man den Heimkehrer David der sich als dessen Kamerad vorstellt großerherzig bei sich auf. David lebt sich schnell ein, zeigt sich hilfsbereit und unterstützt die Familie bei ihren Alltagsproblemen. Nur Tochter Anna ist skeptisch was den nahezu perfekten neuen Hausfreund anbegeht. Sie beginnt ein wenig über seine Vergangenheit zu recherchieren, ein böser Fehler wie sich herauß stellt.

Ich wusste rein gar nichts über The Guest, allein die Tatsache das ich Adam Wingard (V/H/S, You’re Next) für einen der vielversprechendsten Genre-Regisseure derzeit halte haben mich zu einem Blindkauf bewegt. Am besten ihr macht es genauso, schaut keine Trailer, lest dieses Review nicht und zieht Euch dieses kleine Meisterwerk vollkommen unvoreingenommen rein. Ok, für die werten Leser die mal wieder nicht auf mich hören wollen oder den Film schon gesehen habe tipper ich einfach mal weiter.

Es gibt Filme die leben nicht von Ihrer Story sondern eher vom gesamten Drum und Dran. The Guest gehört definitiv dazu, was nicht heißen soll das die Geschichte um David langweilig sei, nur wirklich originell ist das Ganze nun mal auch nicht. Muss es aber auch gar nicht wenn der Rest einfach stimmt. The Guest ist in nahezu jeder seiner Einstellungen perfekt durchgestyled, man spürt Wingards Liebe zum Film in jeder Minuten. Von in grelle Neonfarben getauchte Partyseinstellungen bis hin in die spießige Tristesse des familiären Wohnzimmers versprühen die Bilder eine ganz eigenwillige Atmosphäre die den Zuschauer nicht mehr loslässt. Selbst die etwas ausgelutschte „JagdDurchEinSpiegelkabinett“-Szene wirkt hier halbwegs frisch und keineswegs aufgesetzt.

Aber auch die Schauspieler können auf ganzer Linie überzeugen. Maika Monroe hatte mich ja schon in It Follows überzeugen können, absolutes Highlight ist aber Dan Stevens als David der seinem Charakter etwas mystisches verleiht. Auf der einen Seite zuvorkommend, nett und freundlich brodelt es förmlich in ihm. Diese Anspannung entlädt sich in den letzten 15 Minuten in denen The Guest dann auch nicht mit Blut geizt ohne jedoch ins plakative abzudriften. Hatte ich eigentlich schon von dem genialen Score geschwärmt? Nein… Na ja, ich hab mir das Ding direkt bei Amazon geladen, noch während der Abspann lief. Eigentlich stehe ich nicht auf diesen Digitalkram, aber ich kann einfach nicht warten bis endlich ein schicker Vinyl-Release folgt (oh man, wehe der Soundtrack wird nicht auf Platte gepresst!!!).

Also alles im Lot soweit! Das einzige was man The Guest ankreiden kann ist das man für meinen Geschmack doch etwas zu wenig über David und seine Hintergründe erfährt. Da will ich jetzt aber auf Grund der Spoilergefahr nicht weiter drauf eingehen. Ok, Jammern auf hohem Niveau, wie ihr wahrscheinlich bereits erahnen könnt bin ich extrem beigeistert von Wingards neustem Streich. The Guest ist ein Film der es verdient hätte auf der großen Kinoleinwand gezeigt zu werden, leider bleibt uns hierzulande wohl nur der Griff zur BD/DVD.

Punkte: 9 von 10

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Veröffentlicht am 16. Januar 2015 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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