Among the Living

Among

Endlich Sommerferien! Nur Blödsinn im Kopf ziehen 3 Jungs durch die ländliche französische Wiesenlandschaft. Ein verlassener Freizeitpark ist ihr Ziel, doch dort angekommen bemerken sie eine hühnenhafte maskierte Gestalt die eine Frau aus einem Wagen zerrt. Wie sollte es auch anders sein werden die 3 entdeckt und der nackte Kampf ums Überleben beginnt.

Neben Martys und Frontiers war es Inside von Alexandre Bustillo und Julien Maury der vor einigen Jahren die Welle des harten französischen Genrefilms einleitete. 2011 folgte dann Livid, ein wunderschön in Szene gesetztes Märchen im Horrorgewand, dass die Gorehounds die auf einen erneuten Gewaltexzess hofften aber eher enttäuschte. 2014 meldet sich das Duo nun mit Among the Living zurück und bleibt weiterhin dem Genre treu.

Die Franzosen starten direkt mit einem Schlag in den Magen: Eine schwangere Frau (mal wieder Béatrice Dalle), ein Messer und jede Menge Blut. Das furiose Intro in bester WhiteTrash-Atmosphäre drückt ordentlich auf’s Gas, nur um dann einen Zeitsprung von 10 Jahren zu machen und erstmal wieder ruhigere Töne anzuschlagen. Man nimmt sich Zeit um die 3 Hauptdarsteller Victor, Dan und Tom einzuführen, die den Anfang ihrer Sommerferien gebührend feiern wollen: Mit geklauten Zigaretten und abgammeln. Hier wird von den Regisseuren eine schöne Atmosphäre aufgebaut die an Jugendabenteuerfilme wie The Goonies erinnert. Das liegt auch an den jungen Schauspielern die einen guten Job abliefern und zu keiner Zeit nerven.

Nach ca 30 Minuten treffen die Kids dann auf die erstmal noch verhüllten Killer und Among the Living beginnt doch eher bekannte Genre-Pfade einzuschlagen. Einschreiten, entdeckt werden, flüchten… So weit erstmal nichts Neues. Allerdings wird das Ganze dann anschließend erstmal mit einer gehörigen Portion HomeInvasion vermischt was den Thrill doch wieder nach oben treibt. Auch das kennt man natürlich alles schon, ist aber ziemlich gut in Szene gesetzt. Für zusätzliche Spannung sorgt das man lange nicht wirkliche weiß ob es sich bei den Killern nun um Mensch oder Monster handelt da der Antagonist meist nur im Hintergrund oder Schatten zu sehen ist. Die Auflösung dieses Rätsels war für mich dann doch eher unbefriedigend, genauso wie der etwas hektisch herunter gekurbelte Showdown.

Überhaupt erschloss sich mir nicht die Motivation der Killer. Warum eine Frau mitsamt Wagen auf offener Strasse verschleppen? Warum anschließend einen Rachefeldzug gegen die 3 Kinder starten wenn die Angelegenheit doch schon so gut wie abgeschlossen war. Subtil geht anders, das hatte die TCM-Crew in den 70ern schon besser drauf…

Auch wenn Among the Living neben Livid und Inside am schwächsten abschneidet wird hier spannende und toll gefilmte Genrekost aus Europa geboten. Ein bisschen mehr Mut zur Innovation hätte dem Film bestimmt gut getan, auch ist es schade das der fiese Gewaltgrad des Intros später zu keiner Zeit mehr erreicht wird. Das sollte Genreinteressierte aber nicht abschrecken und diesen „The Goonies trifft auf The Devil’s Rejects“-Mischmasch mal in den Player legen.

Punkte: 7 von 10

Among The Living
wird Anfang 2015 auch bei uns auf BD/DVD erscheinen, vielen Dank an Tiberius Film für die freundliche Einladung zum FFF-Screening!

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Veröffentlicht am 14. September 2014 in Film-Reviews und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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