Tulpa

tulpa_poster

Karrierefrau Lisa verbringt die wenigen Stunden Ihrer Freizeit im elitären Club „Tulpa“, einer Swinger-Gesellschaft mit religiösem Esotouch. Beim Sex mit fremden Menschen findet sie einen Ausgleich zum stressigen Büroalltag, doch plötzlich beginnen Lisas Koitus-Partner auf brutale Weise ermordet zu werden. Lisa beginnt Nachforschungen anzustellen und kommt dabei dem Killer gefährlich nahe.

Der Giallo fristet mittlerweile ein recht stiefmütterliches Dasein: Altmeister Argento liefert nur noch eher unterdurchschnittliche Machwerke ab und die Filme vieler Jungregisseure driften zu oft ins amateurhafte ab. Kleine Perlen wie Eyes of Crystal und Amer sind da leider die Ausnahme. Umso mehr hatte ich mich auf Tulpa gefreut, dessen Trailer schon früh meine Aufmerksamkeit erregte und auch auf dem Fantasyfilm Fest recht gut ankam.

Leider konnte Tulpa meine hohen Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Doch der Reihe nach, beginnt der Film angenehm klassisch mit einem Mord aus der Ego-Perspektive inkl. (so muss das sein) schwarzen Lederhandschuhen. Hier werden dann auch direkt die Weichen für die restliche Laufzeit gestellt: Sex und Gewalt. Die beiden Komponenten ziehen sich wie ein roter Faden durch den kompletten Film. Klar, mit Blut und Brüsten haben auch die Klassiker in den 60er und 70ern nicht gegeizt, in Tulpa wirkt vieles aber nur plakativ und aufgesetzt. Besonders die Gore-Sequenzen sind teilweise so sehr überzogen das es oftmals unpassend wirkt. Ein Giallo sollte meiner Meinung eher auf Thrill und Suspense denn auf überbordende Gewalt setzen. Atmosphäre kommt durch die nette Bildgestaltung zwar immer mal wieder auf, so richtig spannend ist es aber nie. Man weiß zu jeder Zeit eigentlich ziemlich genau wer wann stirbt und Genrekenner haben recht früh wenigstens eine Vorahnung wessen Händen in den blutigen Handschuhen stecken. Überhaupt war mir die Geschichte ein wenig zu wirr erzählt, wobei das ja auch schon wieder ein Markenzeichen des Giallo-Genres ist…

Die Schauspieler agieren größtenteils hölzern und besonders die Hauptdarstellerin ist keine wirklicher Sympathieträgerin. Der Rest der Crew ist größtenteils Kanonenfutter… Es ist ein wenig wie bei alten Star Trek Folgen, sobald eine Figur etwas mehr Screentime bekommt kann man mit seinem baldigen Ableben rechnen 😉

Ein wirklicher Totalausfall ist Tulpa nicht geworden, ein guter Film aber auch nicht. Einerseits war es schön mal wieder so ein klassisches Thema auf def Bildschirm zu sehen, doch zu schnell gleitet das Ganze in die bald vergessende Mittemäßigkeit ab. Immerhin ist das Digi-Pack von LFG ganz nett geworden.

Punkte: 5 von 10

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Veröffentlicht am 2. März 2014 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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