Here Comes The Devil

Eine Familie macht einen Ausflug in die ländliche Vorstadtgegend irgendwo in Mexiko. Während die Eltern sich zu einer spontanen Liebelei ins Auto zurückziehen, verschwinden die Kinder in den Hügeln. Nach erfolgloser Suche wird die Polizei verständigt, doch die wird erst am nächsten Tag mit Ihren Ermittlungen beginnen. Nach einer nahezu schlaflosen Nacht im Hotel werden die Kids am nächsten Morgen von den Beamten aufgegabelt und wieder an die überglücklichen Eltern übergeben. Doch schnell stellt sich herauß das irgendetwas in dieser Nacht passiert sein muss, denn die beiden Geschwister beginnen sich mehr als seltsam zu benehmen.

So richtig überrascht wird man mittlerweile von einem Film ja nur noch selten. Bis der Streifen dann endlich im Player landet hat man im Internet schon diverse Meinungen darüber gelesen, Trailer ausgecheckt und Reviews in den einschlägigen Magazinen gesichtet. Man weiß also meistens recht genau was auf einen zukommt. Bei Here Comes The Devil war das bei mir anders, hatte ich doch gedacht das mich hier ein Vertreter des FoundFootage-Genres erwartet dessen Trailer mir vor einigen Wochen auf YouTube über den Weg gelaufen ist. Zugegebenermaßen war ich anfangs etwas enttäuscht, als Here Comes The Devil im „normalen“ Look über den Bildschirm flimmerte und dazu noch etwas nach LowBudget aussah.

Doch was soll’s, die UK-DVD war bezahlt, da muss man nun durch. Here Comes The Devil als rohen Diamanten zu bezeichnen ist nun vielleicht etwas übertrieben, der Film besitzt aber einfach angenehme Ecken und Kanten die bei vergleichbaren Produktionen aus Amerika und Europa mittlerweile oft fehlen. Die Story macht immer wieder kleinere Sprünge die teilweise konfus wirken, dafür dem Film aber eine gewisse Unberechenbarkeit verleihen die keine Langeweile aufkommen lassen. Vermutet man am Anfang noch das sich das Ganze in die typische Besessen-Richtung bewegt, vermeidet es Here Comes The Devil die ausgetretenen Pfade des Genres zu beschreiten. Auch die Schauspieler agieren teilweise etwas hölzern (besonders die Kinder überzeugen nicht wirklich, kommen aber trotz der zentralen Rolle nur am Rande vor), schaffen es aber Ihre Charaktere mit Leben zu füllen. Man hält sich nicht lange damit auf das offensichtliche zu leugnen sondern ergreift die Initiative. Minutenlange Dialoge a la „Ach, da ist schon nichts!“ bleiben dem Zuschauer erspart.

Man merkt der mexikanischen Produktion an allen Ecken und Enden dass das Budget nicht all zu hoch war. Die Effekte sind zweckmäßig aber nicht wirklich auf der Höhe der Zeit. Das macht aber gar nichts, trägt es doch genauso zum Charme bei wie die Kamera die mit ihren dauernden Zooms auf die Gesichter der Protagonisten ein angenehmes 80er-Feeling aufkommen lässt. Generell hätte der Film auch aus diesem glorreichen Zeiten des Horrorgenres stammen können. Hier wird nicht alles x-fach durchgekaut sondern auch mal die ein oder andere Frage offen gelassen. Blut fließt eher in gemäßigten Mengen, allerdings wird dem Zuschauer in der Mitte des Films eine Gore-Sequenz vor den Latz geknallt der mich durch seine Drastik doch mit leicht offenem Mund zurückgelassen hat.

Nachdem ich gerade etwas im Netz recherchiert habe konnte ich mit Freude feststellen das Here Comes The Devil diverse Preise (u.a. Bester Film) auf dem Fantastic Fest in Texas einheimsen konnte. Hier jetzt von einem Geheimtip zu sprechen trifft es also wohl nicht mehr so ganz 😀 Vielleicht ist dies ja auch ein potentieller Kandidat für die FFF-Nights im Frühjahr. Horrorfans kann ich den Film nur wärmstens Empfehlen. Die UK-DVD (eine BD-VÖ gibt es in England leider mal wieder nicht) ist günstig auf Amazon.co.uk haben, außerdem bietet ITunes-US eine VOD-Variante an. Über einen deutschen Release konnte ich noch nichts finden.

Punkte: 7 von 10

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Veröffentlicht am 12. Januar 2014 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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