Return to Nuke’em High Vol.1

Return

„Go green!“ ist das neuste Motto von Tromaville und statt Atommüll gibt es nun also Veggi-Food. Doch natürlich treiben die reichen Geldsäcke im Hintergrund weiter ihr böses Spiel und so kommt es das mal wieder Giftmüll in den vegetarischen Tacos der örtlichen Highschool landet. Das fällt zuerst auch niemanden wirklich auf, bis der Schulchor sich in einen Haufen gewaltgeiler Rowdys verwandelt. Die Cretins sind wieder da und die Jagd auf Mitschüler und Lehrer ist eröffnet.

Hell yeah, endlich steht ein neuer Troma-Film in den Startlöchern und das kommt nun wahrlich viel zu selten vor, dementsprechend groß war die Vorfreude. Die stieg sogar noch an als sich heraußstellte das es sich um eine Fortsetzung der beliebten Nuke’em High Filme handelt. Nachdem Return to Nuke’em High nun seit geraumer Zeit die Filmfestivals dieser Erde unsicher gemacht hat, hatte ich auf dem diesjährigen Weekend of Horrors auch endlich die Gelegenheit einen Blick darauf zu werfen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich war ein wenig enttäuscht, von Meilensteinen des schlechten Geschmackes wie den Toxic Avenger Filmen oder Terror Firmer ist Return leider ein ganzes Stück entfernt. Trotzdem fühlt man sich als Kenner der Vorgänger direkt heimisch, die Musik ist gewohnt fetzig und die Statisten hampeln im Hintergrund umher wie eh und je. Auch wird in einer kurzen Rückblende (die Hauptsächlich aus Brüsten besteht) schnell rekapituliert was bis jetzt in Tromavilles schrägster Schule so passiert ist, wirklich wichtig ist das für die nachfolgenden 90 Minuten freilich nicht. Allerdings beginnen hier auch schon die ersten Nervfaktoren aufzutreten, jeder halbwegs wichtige Charakter wird nämlich mit Standbild, Fanfare und kurzem Erklärtext eingeführt sobald er auf der Bildfläche erscheint. Das ist bei den ersten 3-4 Malen ja noch ganz witzig, wird dann aber viel zu exzessiv verwendet. Vielleicht war dieses übertreiben auch mal wieder Absicht, bei mir hat es jedenfalls nicht gezündet. Das trifft leider auch auf die Charaktere zu bei denen es etwas dauert bis man mit ihnen warm wird. Klaro, Tromatypisch sind die natürlich allesamt komplett überzogen und die Schauspieler overacten was das Zeug hält, so richtig witzig sind die meisten aber nicht. Das gilt leider auch für die Cretins, die dieses mal aus Mitgliedern des Schulchors bestehen die in Berührung mit Giftmüll kamen und dadurch mutiert sind. Ihr könnt es Euch wohl schon denken… Gewalttätiger Schulchor = Gesangseinlagen = Nerv.

Mehr noch als in allen anderen Troma-Filmen fühlt sich Return irgendwie zusammengestückelt an. War ein gehöriger Schuss Anarchismus gerade das was die Vorgängerfilme so reizvoll gemacht hat, wirkt Return in vielen Szenen geradezu konfus. Da hat der gute Lloyd Kaufmann in seiner langjährigen Karriere schon ein besseres Händchen für die Regie gehabt. „Schlechte Schauspieler, holprige Regie… Idiot, das muss so sein, ist ja schließlich ein Troma-Film.“ Höre ich jetzt schon viele vor ihren Bildschirmen murmeln. Aber lasst Euch gesagt sein das ich ein großer Fan der Independent-Schmiede bin und glaube zu wissen wie ich einen Troma-Film zu nehmen habe. Die Mischung scheint bei Return einfach nicht zu passen. Klar es gibt natürlich einige Gewaltszenen und jede menge Schleim zu sehen, aber bei weitem nicht in den Außmaßen eines Toxic Avenger 4 oder Terror Firmer. Dafür bekommt man gefühlt alle 5 Minuten eine Sexszene vorgesetzt so dass man sich wundert wie schnell man sich doch an Brüsten satt sehen kann. Und ob man denn nahezu jede Bewegung mit einem Furz-, Plopp- oder Boing-Geräusch unterlegen muss sei auch mal dahin gestellt.

Das hört sich nun vielleicht alles arg negativ an, trotzdem macht Return eine Menge Spaß und ist noch 1000x frischer als alles was sonst so an Independent-Filmen raußgerotzt wird. Warum man aber unbedingt einen Zweiteiler darauß machen musste und Vol.1 ziemlich abrupt endet bleibt mir ein Rätsel. Doch immerhin können wir dadurch hoffen das Vol. 2 wieder etwas mehr anzieht und zu alten Tugenden zurück findet.

Punkte: 6 von 10

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Veröffentlicht am 24. November 2013 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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