Aftershock

Party, Party ,Party! Mehr haben „Gringo“ und seine beiden feierwütigen Kumpels auf ihrer Chile-Tour nicht im Sinn. Da trifft es sich gut das man auf ein gleichgesinntes Damentrio trifft mit der man von da an die Gegend unsicher macht. Doch eines Abends wird der guten Laune jäh ein Ende gesetzt als ein verherendes Erdbeben das Land erschüttert. Man kann sich zwar gerade noch so aus der völlig zerstörten Disco retten doch auf den Straßen herrscht das Chaos. Aber es kommt noch schlimmer, die Insassen des örtlichen Gefängnisses konnten fliehen und ziehen nun brandschatzend durch die Straßen.

Endlich ein neuer Film von Eli Roth! Na ja nicht ganz, das will einem zwar die Werbekampagne weiß machen in dem sein Name immer zuerst genannt wird, letztendlich ist er bei Aftershock jedoch nur als Produzent und Schauspieler in Aktion. Egal, der erste Trailer sah recht kurzweilig aus und versprach GuteLaune-Genrekost in der Katastrophenfilm und Quasi-Slasher aufeinander treffen. Generell ist dieses auch der größte Pluspunkt des Films, die Idee ist frisch und auch Chile als Handlungsort hat man bis dato nicht all zu oft gesehen. Die Charaktere sind die typischen Abziehbilder wie man sie auch schon aus Roths anderen Produktionen und Filmen kennt: Feierwütige Teens / mitte Dreißiger die während ihres Urlaubes nur saufen und vögeln im Kopf haben. Allerdings muss man sagen das besonders das männliche Trio recht sympathisch rüber kommt, es macht einfach Spaß ihnen bei ihrem Trip durch Südamerika zuzuschauen. Ich würde sogar so weit gehen das mir die ersten 20 Minuten bevor das Erdbeben losgeht noch am besten gefallen haben.

Kommen wir nun also zur großen Katastrophe die ich mir schon etwas wuchtiger gewünscht hätte: Ein paar runterfallende Decken, verschüttete Menschen und Kamergewackel wie in den alten Enterprise-Folgen. Wer hier spektakuläre Aktion im Stil der Final Destination Filme erwartet könnte enttäuscht werden. Die in Trümmern liegende Stadt kommt dafür recht authentisch rüber, auch die um sich greifende Hysterie wird gut eingefangen. Der ein oder andere nette Splatter-Effekt hätte vielleicht nicht schaden können aber da fehlte es wohl am Budget. Irgendwann begegnet unsere schon leicht dezimierte Gruppe dann aber einer aus dem Gefängnis entlaufenden Gang und damit beginnen die Probleme von Aftershock. Nicht nur das alles was von nun ab passiert recht vorhersehbar ist, der Flow wird immer wieder durch unpassende ernste Momente unterbrochen die einem aus der an sich kurzweiligen Atmosphäre raußreißen. „Höhepunkt“ ist eine Vergewaltigungs-Sequenz die an sich zwar in den Kontext der Geschichte passt aber irgendwie nicht so recht zum Rest des Filmes. Außerdem erfolgt das Ableben unserer Helden nach einer seltsamen Dramaturgie die sich irgendwie komisch da einfach zu ernsthaft anfühlt. Der Erdbeben-Aspekt tritt fast vollständig in den Hintergrund und Aftershock mutiert zum Slasher in der unsere Truppe sich vor der marodierenden Gang retten muss. Wo die ganzen Polizisten plötzlich abgeblieben sind , man weiß es nicht. Ein weiteres Ärgernis ist das die finale Schlusssequenz schon dick im Trailer gespoilert wurde. Man weiß also wer am Ende übrig bleibt und welches Schicksal sie/ihn erwartet.

Aftershock konnte die Erwartungen an einen kurzweiligen Genrefilm leider nicht ganz erfüllen, punktet aber durch sein frisches Szenario. Kein wirkliches Muss auf dem Fantasyfilm Fest, aber auf DVD/BD kann der geneigte Filmfreund mal einen Blick riskieren.

Punkte: 6 von 10

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Veröffentlicht am 27. August 2013 in Film-Reviews und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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