Wrong

Als Dolph morgens aufwacht (der Wecker zeigt 07:60 an!) ist sein Hund Paul plötzlich verschwunden. Nicht nur das, die Palme in seinem Garten hat sich in eine Tanne verwandelt und der Gärtner ist damit beschäftigt Skizzen des Rasenmähers zu zeichnen. Ein seltsamer Anrufer bestätigt die Vermutung das Paul entführt wurde und damit beginnt wohl die verrückteste Odyssee dieses Kinojahres.

Ein 5 Minütiger Dialog über das Design des Logos eines Lieferdienstes ist noch das harmloseste was in Sachen Schrägheit in Wrong auf den Zuschauer abgefeuert wird. Das von Quentin Dupieux nach Rubber kein normarler Film folgen würde war klar, das dies aber eine erneute cineastische Grenzerfahrung wird überrascht schon. Bei Wrong ist der Name Programm, hier scheint nichts wirklich zu passen, der kalkulierte Sinn der Sinnlosigkeit. Quasi jede Szene überrascht mit einem neuen Einfall, die Geschichte folgt zwar grob dem roten Faden des entführten Hundes, ist letztendlich aber nur Mittel zum Zweck. Als Zuschauer sitzt man am Anfang noch im Kinosessel und versucht das gezeigte in irgendeinen Kontext zu bringen. Wofür steht die verwandelte Palme? Ist die Suche nach dem Hund eine Suche nach sich selbst? Irgendwann gibt man aber auf und lässt den Wahnsinn nur noch auf sich herabregnen.

Die Charaktere sind toll gespielt, allen vorran natürlich der ewige Nebendarsteller William Fichter mit seiner Figur Master Chang, der als Haustierguru und -entführer die Geschehnisse (scheinbar) erst in Gang bringt. Durch die Schrägheit sämtlicher Figuren fiebert man nicht wirklich mit ihnen mit, es ist eher so als ob man an die Hand genommen und durch ein Kuriositätenkabinett gezogen wird. Der subtile Soundtrack von Mr. Oizo (Dupieux selbst) verstärkt dieses Gefühl noch. Das ist endlich mal was anderes, auf Dauer aber auch Recht anstrengend und man muss sich darauf einlassen können.

Arthouse-Movie, Guerilla-Cinema, purer Schwachsinn! Wrong wird ähnlich wie Rubber die Gemüter spalten. Die einen werden dem Regisseur vorwerfen einfach nur sinnlos drauflos gefilmt zu haben, andere werden in dem Film eine hohe Kunstform mit Metaebene sehen. Und das ist es was Wrong vom Groß anderer Filme abhebt, man kann darüber diskutieren, nachdenken und streiten. Auch wenn man Wrong als Mist abgetan hat werden einem sicherlich noch Tage später Szene oder Dialoge durch den Kopf gehen und man überlegt was dahinter stecken könnte. Es handelt sich hierbei schon fast eher um eine Erfahrung als nur um eine Komödie die man mal so eben wegkonsumieren kann.

Wer sich also auch nur etwas für andersartige Filme interssiert sollte falls möglich den Besuch beim Fantasyfilm Fest in Erwägung ziehen, wer dies nicht schafft für den erscheint Wrong von Sunfilm Entertainment am 07.11 auf DVD und BD. Frischer kann Kino derzeit wohl nicht sein!

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Veröffentlicht am 26. August 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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