Evil Dead



Um ihre Drogensucht endlich hinter sich zu lassen flüchtet sich die junge Mia in die einsame Waldhütte ihrer Eltern. Als Unterstützung hat sie ihren Bruder und drei gute Freunde dabei. Die Hütte ist mittlerweile ziemlich heruntergekommen und ein seltsamer Geruch lockt die illustre Gruppe in den Keller wo zwischenzeitlich wohl ein Professor seinen okulten Forschungen nachgegangen ist. Hier finden sie neben einigen massakrierten Tieren auch ein in seltsames Leder gebundenes Buch, das sagenumwobene Buch der Toten. Natürlich siegt die Neugier und es wird munter darin herumgeblättert, auch eine Formel laut daraus vorzulesen scheint man für eine gute Idee zu halten. Doch damit ruft man einen mächtigen Dämon auf die Erde und für Mia und ihre Freunde beginnt eine schmerzhafte Nacht.

Remakes… Von vielen geächtet brachte uns die Recyclingmaschinerie Hollywoods neben viel Mist (A Nightmare on Elm Street) auch einige wirkliche Genrehighlights (Dawn of the Dead, The Hills have Eyes, Piranha). Das so viele Jahre ins Land zogen bis es dann auch endlich The Evil Dead traf ist da schon ein wenig verwunderlich. Die anfängliche Skepsis der Fans schlug nach dem ersten blutgetränkten Trailer dann aber schnell in Euphorie um. Doch kann der Film wirklich halten was der der Trailer verspricht?

Verdammt ja, er kann! Evil Dead katapultiert das moderne Splatterkino in eine ganz neue Dimension. War man durch die TorturePorn-Welle der letzten Jahre ja schon einiges gewohnt setzt Regisseur Fede Alvarez noch mal eins drauf. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht dass ich außerhalb des Fantasyfilm Fests mal solche Splatterszenen in einem Cinemaxx zu sehen bekomme. Cuttermesser, Kettensägen, Nägel, kochendes Wasser und vieles mehr treffen auf den menschlichen Körper und die Kamera hält ohne Kompromisse drauf. Und gerade wen man denkt das die Spitze des Bluteisbergs ist erreicht leitet der Film ein furioses Finale ein in dem selbst dem abgebrühtestem Horrorfan die Kinnlade runterklappt.

Aber nicht nur in Sachen Gewalt kann Evil Dead mit den glorreichen 80er Streifen mithalten, auch die Atmosphäre stimmt. Düster, dreckig und ohne eine Spur Humor erzeugt der Film eine ausweglose Stimmung bei der weder bei den Charakteren noch bei den Zuschauern eine Spur von Hoffnung aufkommt. Der Soundtrack hält sich dabei dezent im Hintergrund, die treibenden Beats des Trailers kommen leider nicht zum Einsatz.

Kommen wir nun aber zu den wenigen negativen Punkten. So richtig gruselig geht es hier nicht zu. Das der Großteil der Party im laufe des Filmes draufgehen wird ist eh jedem klar, leider sind die Charaktere auch eher Genre-Standards. Die Klasse eines Ash wird natürlich zu keiner Zeit erreicht, aber das war wohl auch nicht Ziel der Macher. Generell bietet das Remake einige Veränderungen zum Original so dass in keinster Weise von einem einfallslosen Abklatsch die Rede sein kann.

Der fehlende Ash ist dann auch das einzigste Manko gegenüber dem (meiner Meinung eh arg überschätzten) Original The Evil Dead. Alles in allem ist das Remake ein wahres Geschenk für jeden Horrorfan und man kann sich nur wundern wie es der Film ungeschnitten durch die Freigabe geschafft hat. Schön das sich das lange Warten und der Hype endlich mal wieder gelohnt haben. Evil Dead ist einer der wenigen Film bei denen ein zweiter Kinobesuch schon fest eingeplant ist. Super!

Generell gewundert hatte ich mich über das doch recht junge Publikum in der Vorpremiere. Ob die wohl alle wissen dass es sich hier um das Remake des legendären Tanz der Teufel handelte 😉

Punkte: 9 von 10

PS: Bitte unbedingt bis nach dem Abspann sitzen bleiben, Fans werden dann noch mit einem richtigen Schmankerl belohnt.

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Veröffentlicht am 11. Mai 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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