The Lords of Salem

Heidi ist DJ eines lokalen Radiosenders im beschaulichem Salem, welches berühmt für seine Hexenverfolgung im 16 Jahrhundert geworden ist. Als eines Tages eine Vinyl-LP in einer altertümlichen Holzbox beim Sender abgegeben wird, ahnen Heidi und ihr Team nichts böses und spielen die Platte Live in der Sendung. Von da an wird sie von schrecklichen Visionen und Flashbacks verfolgt, die ein baldiges wiederaufstehen des Hexenkultes andeuten. Ist wirklich etwas dran an den alten Sagen oder driftet Heidi langsam in den Wahnsinn ab?

Lange musste ich warten bis der neue Film von Rob Zombie endlich in meinem Player lief. Schon im Vorfeld spaltete The Lords of Salem die Gemüter diverser Festivalbesucher! Aber hey, irgendwie bin ich dann wohl doch zu sehr Fanboy um auch nur ansatzweise Skepsis beim starten der DVD zu verspüren. Tja, selber Schuld!

Rob Zombies neustes Werk ist auf jeden Fall eigen und relativ weit weg vom Mainstream. Mit einem verhältnismäßig geringen Budget gedreht widmet er sich mit der Hexerei einem Thema das in den letzten Jahren im Genrefilm doch stark vernachlässigt wurde. Parallelen zu Der Exorzist und Rosemary’s Baby sind unverkennbar, auch der düstere 80er-Jahre Look weiß zu gefallen. Überhaupt hat The Lords of Salem teilweise etwas experimentelles, ja geradezu psychodelisches an sich, das dem Großteil der aktuellen Produktionen einfach fehlt. Man mag sich fast zurückversetzt fühlen in die wilden 70er, wo Filme noch unter LSD-Einfluss gedreht wurden.

Es tut mir ja fast weh, das war es aber auch schon fast mit den positiven Punkten. The Lords of Salem wirkt über große Teile einfach unstrukturiert und zerfahren. Flashbacks, Traumsequenzen und eine wirre Story nerven eher als das sie unterhalten. Schlimmer noch, zwischendurch herrscht hier immer wieder Langeweile. Es fällt einfach schwer mitzufiebern, was vor allem an den Charakteren ohne jegliche Tiefe liegt. Alle Personen bleiben blass und Abziehbilder typischer Genrecharaktere, Zombie schafft es nicht einmal Sympathien für seine Figuren aufkommen zu lassen. Natürlich ist auch Sheri Moon Zombie wieder dabei und versucht sich dieses mal sogar an der Hauptrolle Heidi. Das ihr Knackarsch direkt in ihrer ersten Szene zu sehen ist bleibt wohl das nennenswärteste an ihrer Darbietung. Sheri gelingt es nicht die zerrissene Person glaubhaft darzustellen oder ihr ein gewisses Profil aufzudrücken. So folgen wir Heidi von einer Szene zu nächsten und letztendlich ist es doch relativ egal ob sie unter die Räder kommt oder es schafft den Hexen einhallt zu gebieten. Allerdings muss man sagen dass sie sich für ihre 42 Jahre recht gut gehalten hat. Ansonsten gesellen sich natürlich noch Ken Foree, Sid Haig und Dee Wallace-Stone zur Cast, aber die gehören wohl mittlerweile eh zu jedem Rob Zombie Film dazu.

Leider schwankt die Qualität auch in den zu spärlich vorkommenden Grusel-Szenen. Teilweise wirklich schön ausgeleuchtet und durch minimalistische Mittel angenehm scary sind viele von Zombies Einfällen einfach an den Haaren herbei gezogen oder unfreiwillig komisch. Der Hexentanz bei dem mehrere alten Frauen um ein Feuer herum springen und sich gegenseitig anschreien wirkt z.B. wie eine Aufführung der örtlichen Laientheater-Gruppe. Auch die Idee das die Hexen Ihre Ritualsmusik auf LP aufgenommen haben und der örtliche Radiosender diese mehrmals abspielt mag nicht wirklich einleuchten.

Das ist wirklich mehr als schade, denn in einigen Szenen kommt geradezu eine argentoeske Atmosphäre auf. Zombie verzettelt sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr und The Lords of Salem gipfelt in einem doch sehr unbefriedigendem Finale. Allerdings muss man Zombie auch zu Gute halten das er nichts auf den Mainstream gibt und einen Film ganz nach seinen Wünschen geschaffen hat. Das nächste mal dann aber bitte mit mehr Feinschliff!

Punkte: 5 von 10

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Veröffentlicht am 26. April 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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