The ABCs of Death

ABC

Wow, was eine herrlich bekloppte, verrückte, blutige, traurige, originelle, witzige, trashige, spannenden, bedrückende, einfach nur wahnsinnige Achterbahnfahrt von einem Film!

Eigentlich ist es gar nicht möglich eine Inhaltsangabe zu The ABCs of Death schreiben. 26 Regisseuren wurde jeweils ein Buchstabe des Alphabets zugewiesen zu dem er einen im Durchschnitt 5 Minuten langen Kurzfilm drehen sollte. Generell muss es sich um den Tod drehen, sonst gab es keine weiteren Vorgaben und das merkt man den Filmchen auch an. Was hier an Kreativität auf den Zuschauer abgefeuert wird ist eine wahre Freude! Neben Realfilm gibt es noch Zeichentrick- und StopMotion-Animationen, es wird mit Computereffekten gespielt und die Stimmung der Filme wechselt dauernd zwischen trashig, witzig und überraschend ernst und bedrückend. Gerade diese Stimmungswechsel machen The ABCs of Death so reizvoll da einem der Lacher von einer Sekunde auf die andere im Halse stecken bleiben kann. Einige Regisseure fühlten sich dazu berufen in Ihren 5 Minuten ernste Themen wie die hohe Mordquote an Frauen in Südamerika anzusprechen und dann ist man als Zuschauer auch ganz schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Der Großteil an Filmen ist aber eher „heiter“ geraten, man weiß nie was einem als nächstes erwartet. Eine Dämonen-Sequenz aus der FirstPerson-Sicht des Monsters; ein Kackhaufen der einfach nicht runtergespült werden will; eine Frau die sich ihre Fettpolster per Tranchiermesser entfernt; ein Rennen gegen den Tod und und und. Müßig hier alles aufzählen zu wollen.

Generell ist fast jede Episode wirklich verdammt blutig geraten, direkt in den ersten 2 Minuten bekommt ein Mann erst ein Messer in Hand und Hals geschlagen und anschließend eine Pfanne heißes Fett ins Gesicht geschüttet. Harter Tobak, und im Laufe der nächsten knapp 2 Stunden werden auch erfahrene Horror-Fans wohl das ein oder andere mal schwer schlucken müssen. Den Vogel schießen aber mal wieder die Japaner ab! Zwar liefern sie mit „F“ auch die bei weitem schwächste Episode ab, 2 der restlichen Beiträge sind aber so krank und abgedreht das es einem die Sprache verschlägt… Einmal vor Ekel und einmal aus purem Overkill aus Gewalt und Genitalien. Es gibt aber auch wirklich künstlerische Filme, besonders hervorzuheben ist hier „O“ von den beiden Amer Regisseuren, selten hat Leder schöner gequietscht als hier. Bei vielen Episoden erkennt man ganz klar die Handschrift der einzelnen Macher: Xavier Gens (Frontiers), Jason Eisener (Hobo With A Shotgun), Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police) und Bruno Forzani Héléne Catett (Amer) sind ganz unverkennbar.

Mein persönliches Highlight ist „D“ in dem es um einen Kampf Hund gegen Boxer geht! Der Film kommt komplett ohne Dialoge aus, ist wahnsinnig gut gefilmt und überrascht mit einem netten Twist.

Witzig ist auch das die Auflösung für was der Buchstabe denn nun genau steht erst am Ende der Episode enthüllt wird, so kann der Zuschauer fröhlich miträtseln (wobei das ein oder andere doch recht weit hergeholt ist).

The ABCs of Death ist eine geniale Kurzfilmsammlung, deren schwächere Episoden locker durch die Überzahl an positiven Beiträgen wieder wett gemacht werden. Das ganze gestaltet sich weitaus zusammenhangloser als ähnliche Horror-Anthologies wie z.B. V/H/S oder Theatre Bizarre. Durch die dadurch entstandenen kreativen Freiheiten ist der Output aber noch mal verrückter und überraschender so dass der Zuschauer sich auf eine wildes auf und ab der Gefühle gefasst machen sollte.

Tolle Idee, tolle Umsetzug! Bitte mehr davon!

The ABCs of Death läuft dieses Jahr mit auf den Fantasyfilm Fest Nights und sei jedem Besucher wärmstens ans blutige Herz gelegt.

Punkte: 10 von 10

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Veröffentlicht am 16. Februar 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Hui, das ist ja mal ’ne Wertung! Freue mich schon sehr auf den!

  2. Anthologie-Streifen erleben in letzter Zeit einen wahrlichen Boom. Nach „Chillerama“, „The Theatre Bizarre“ und „Scary or Die“ schafft es nun mit „The ABC´s of Death“ ein Weiterer im Bunde auf die heimische Mattscheibe. Interessanterweise handelt es sich bei diesem Werk nicht um irgendeine Geschichtensammlung, sondern um die vermutlich Ultimativste und Umfangreichste. Hierbei stechen 26 Regisseure mit teilweise grandiosen Leistungen hervor, die nicht unbeachtet bleiben sollten. Von menschenfressenden Toiletten bis Frauen, die es leid sind, immer als fettleibig betitelt zu werden bieten über 2 dutzend international bekannte Genre-Regisseure ziemlich makabre Todesarten, die man in derart vermutlich noch nie gesehen hat.

    Positiv hervorzuheben wäre, dass in „The ABC´s of Death“ keine übliche Horrorware geboten wird, denn von obligatorischen Serienkillern, die skurril maskiert vorwiegend weibliche Teenager abmeucheln, ist hier weit und breit nichts zu sehen. Zudem distanzieren sich die Filmemacher von Vampiren, Poltergeistern und hungrigen Zombies, die aktuell jede zweite DTV-Produktion bevölkern. Auch wenn einige Segmente mit einer unverfrorenen Ideenlosigkeit in Szene gesetzt wurden, so sollte dieser Genre-Beitrag dennoch von keinem Horrorfilmfan ungesehen bleiben.

    Eine ausführliche Review auf Filmcheck!

    http://filmchecker.wordpress.com/2013/02/05/filmreview-the-abcs-of-death-2012/

  1. Pingback: Lieblinge der Woche 8/2013 | Frag das Kino...

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