Creature

Auf dem Weg zur großen Party-Sause in Louisiane macht eine kleine Gruppe Freunde halt an einer heruntergekommenen Tankstelle. Hier erfahren sie von der örtlichen Legende Lockjaw, ein Zwitterwesen aus Mensch und Krokodil. Aus Spaß macht sich die Truppe auf in den Sumpf zu einer alten Hüte in der das Wesen gehaust haben soll. Unbedarft wie Jugendliche nun mal sind beschließt man dort zu campen, ein folgenschwerer Fehler wie sich bald heraußstellt.

Könnt Ihr Euch noch an die glorreichen Zeiten erinnern an dem in Jaws ein echter Pappmaschee-Hai aus dem Wasser gesprungen kam, in Alien ein echter Mensch im Gummianzug durch die Nostromo stapfte und in Gremlins echte Handpuppen die Gegend unsicher gemacht haben? Ja, das waren schöne Jahre, bis dann irgendwann die 90er anfingen und miesen CGI-Effekte Einzug in die Filmwelt hielten. Mit Creature kommt jetzt aber der Befreiungsschlag aller tapsigen Monster!

Creature ist an sich ganz klassisches Genre-Kino das sich recht strikt an die typschen Konventionen hält. Die übliche Mischung aus knackigen Teens, zwielichtigen Rednecks und einem blutrünstigen Ungetüm haut also keinen wirklich vom Hocker gefällt aber durch seine Verbeugung vor alten Zeiten. Es gibt zwar einen kleinen Twist der dem Film noch mal etwas Würze verleiht, letztendlich hat man das aber alles so schon mal gesehen. Originell wollten die Macher aber wohl auch gar nicht sein, eine liebevolle Hommage and die Creature-Features vergangener Tage stand ihnen wohl eher im Sinn.

Und das schafft Creature recht gut! Angefangen mit den doofen aber sexy Teens, bei denen sich recht schnell das Survival-Paar heraußkristalisiert; auch die Hillbillies sind zurückgeblieben und dauernd besoffen wie man sie gern hat. Hier sticht natürlich Sid Haig herauß, der teilweise zwar seine Paraderolle als Captn. Spaulding kopiert, dafür aber erfreulich viel Screentime bekommt. Hier steht der „große“ werbewirksame Name mal zu Recht ganz oben mit auf dem Cover.

Pluspunkte gibt es auch für das schöne Sumpfsetting, endlich mal ein Film der nicht in den üblichen Lagerhallen oder Ostblock-Städten spielt. Das Monster an sich ist nett designt, wirkt in Weiteinstellungen aber etwas tapsig 😉 Alles in allem aber immer noch besser als das x-te CGI-Ungetüm aus dem Rechner. Trotzdem, wirklich bedrohlich wirkt das Kroko-/Menschvieh eigentlich nie.

Leider hapert es bei Creature etwas am Gore-Faktor. Beginnt der Film noch recht vielversprechend mit einem Nackedei dem die Beine abgeknabbert werden, lässt der Blutfluss mit laufender Spielzeit immer weiter nach. Das geht sogar so weit das 1 Teen-Kill nur angedeutet und nicht weiter ausgeführt wird. Ein absolutes NoGo ist aber der Endfight mit dem Monster der komplett im Off stattfindet. Sorry, aber was gibt es unbefriedigenderes als wenn der Held plötzlich siegreich der Höhle entsteigt und den Kiefer des Ungetüms in den Händen hält!? Nein, zu einem zünftigen Creature-Feature gehört auch ein überzogener Endkampf in dem die letzten Überlebenden das Monster knapp mit einer Megaexplosion ins Jenseits schicken. Dieses wird uns hier vorenthalten und das gibt leider noch mal ordentlich Minuspunkte. Man hat beinahe den Eindruck als wäre der Produktion zum Ende hin das Geld ausgegangen und man wollte den Streifen schnell irgendwie zu Ende bringen.

Schade, an sich macht Creature schon recht viel Spaß, leider geht dem Film viel zu früh die Luft aus und der Zuschauer wird weder durch frische Ideen noch durch spritzige Gore-FX bei der Stande gehalten. Der richtige Streifen für einen verregneten Sonntag-Nachmittag.

Punkte: 6 von 10

Vielen Dank an Sunfilm für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-DVD!

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Veröffentlicht am 15. Februar 2013 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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