Cockneys VS Zombies

Die beiden Brüder Terry und Andy sind zwei ziemliche Nichtsnutze die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Als jedoch ihr Großvater mit dem Rest der Rentner-Crew aus dem Altenheim vertrieben werden sollen, fassen die beiden sich ein Herz und beschließen zu Handeln. Doch statt sich direkt auf den Weg zum Arbeitsamt zu machen wollen die Brüder mit Hilfe einiger ebenfalls nicht sonderlich cleveren Komplizen eine Bank überfallen. Das gelingt auch so halbwegs, doch als man mit vollen Taschen die Bank verlässt haben Zombies ganz London überrannt. Statt zu fliehen macht man sich nun auf den Weg den alten Menschen zur Hilfe zu eilen, diese haben mittlerweile allerdings selber zu den Waffen gegriffen…

Könnt Ihr Euch an die Zeit erinnern als man sich über die neue Zombie-Welle noch gefreut hat? Irgendwann kurz nach 28 Days Later und dem Dawn of the Dead Remake erlebten die untoten Schlurfer einen neuen Boom der bis heute anhält. Nahezu wöchentlich werden die Kaufhäuser und Videotheken mit neuen Zombie-Streifen überschwemmt, leider seit einigen Jahren mit zunehmend schlechter werdender Qualität. Doch da ist er, der Silberstreif am Horizonz, auf Cockneys VS Zombies kann man sich endlich mal wieder freuen.

Cockneys VS Zombies erinnert an eine wilde Mischung aus Shaun of the Dead und Snatch. Besonders die erste Hälfte erinnert stark an Guy Ritchies Gangsterfilm. Die Planung des Überfalls, die Einführung der Figuren, die Rückblenden, der Coup an sich, das Vorbild ist recht eindeutig und macht auch ohne viel Undead-Action Spaß. Das liegt vor allem an den sympathischen und leicht überzogenen Loosercharakteren. Ohne wirklichen Plan stürmt man in die Bank in der natürlich so einiges schief geht. Generell zündet nicht jeder Gag, alles in allem ist die Trefferqoute aber doch relativ hoch.

Sobald man die Bank verlässt sieht man sich mit der Zombieapokalypse konfrontiert (wie auch immer die so schnell um sich greifen konnte). Nun kann auch das Gesplatter beginnen das überraschenderweise in Teilen doch recht explizit ausgefallen ist. Neben diversen weggeschossenen Köpfen und Gliedmaßen gibt es noch den ein oder andern originellen Einfall zu bewundern (Hooligen-Zombies) und auch vor Babys wird nicht halt gemacht. Dieses passiert jedoch immer mit einem Augenzwinkern, schade dass einige Effekte durch den Einsatz von CGI umgesetzt wurden. Egal, Cockneys VS Zombies ist einfach herrlich britisch, ein regelrechtes FeelGood-Movie für Horrorfans. Toll auch wie der Film mit den alten Leuten umgeht. Wo in anderen Produktionen die Gags auf Kosten der rüstigen Rentner gehen würden, werden diese hier richtig cool dargestellt. Die Truppe weiß sich ihrer Haut schon zu erwehren und heizt den Zombies ordentlich ein.

Mein größter Kritikpunkt ist das etwas konventionelle Finale in dem den Ganzen etwas die Luft ausgeht. Schade das man es nicht schafft das hohe Tempo beizubehalten. Auch der Soundtrack dudelt etwas uninspiriert dahin. Selten hätte alter englischer Punkrock und SKA in einen Film besser gepasst als hier. Immerhin wird man im Abspann noch mit einem richtig fetzigen SKA-Stück belohnt. Außerdem sollte man sich den Cockneys VS Zombies unbedingt im O-Ton anschauen da der heftige Londoner-Slang irgendwie zur Atmosphäre dazu gehört.

Cockneys VS Zombies ist eine richtig schöne Untoten-Comedy geworden die natürlich zwangsläufig an den Klassiker Shaun of the Dead erinnert. Wer diesen schon nicht mochte wird wahrscheinlich auch mit den Cockneys keinen Spaß haben.

Punkte: 8/10

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Veröffentlicht am 10. Januar 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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