The Innkeepers

Ein letztes Wochenende noch, dann wird das Yankee Pedlar Inn für immer geschlossen. Die oberste Etage des Hotels ist bereits so gut wie geräumt, wenige Gäste sind noch anwesend und Luke und Claire halten als letzte Angestellte die Stellung. Um die Langeweile totzuschlagen vertreiben die beiden sich die Zeit mit paranormalen Experimenten. Angeblich spukt es im Yankee Pedlar Inn und Luke möchte dies für seinen Geisterblog dokumentieren. Zu später Stunde häufen sich die unerklärlichen Ereignisse und aus Spaß wird schnell grausiger Ernst.

Ti West gehört für den unsäglich schlechten Cabin Fever 2 eigentlich die Dreherlaubnis entzogen! Aber Ti West ist auch ein Genrefan, mit The House of the Devil hat er den Satanistenhorror der 70er Jahre gekonnt und liebevoll aufgegriffen, mit The Innkeepers sind nun die Geisterfilme der 80er dran. Ob ihm damit nun die endgültige Rehabilitierung gelingt?

The Innkeepers ist ein extrem ruhiger Film, der sich viel Zeit nimmt seine Charaktere und besonders die Location einzuführen. Das erste übersinnliche Ereignis gibt es erst nach 35 Minuten, richtig gruselig wird es dann nach einer Stunde. Bis dahin lernt man Claire und Luke besser kennen, erfährt etwas über die Vergangenheit des Hotels und begrüßt die letzten Gäste vor der endgültigen Schließung. Besonders dank Sara Paxton und Pat Healy als nerdige Hauptdarsteller vergeht die Zeit aber wie im Flug. Gerade Claire hat etwas naiv trottelig niedliches, so dass es einfach Spaß mach sie bei der zu Anfang erfolglosen Kontaktaufnahme mit den Geistern zu beobachten. Generell haben alle Charaktere ihre Eigenheiten, was sie angenehm von den typischen Klischeefiguren der großen Hollywood-Produktionenen abhebt. Überhaupt ist The Innkeepers wunderbar humorvoll, ohne auch nur ansatzweise blödelig zu wirken. Schon allein das muss man den Film hoch anrechnen, funktioniert Humor im Horrorfilm sonst doch eher mit dem Holzhammer.

Nach einer Stunde geht es dann aber doch los und die Geister treten in Aktion. Auch das passiert eher ruhig, wirkliche Schockeffekte kann man sich im Endeffekt an einer Hand abzählen. Allein durch den Einsatz von Musik und Soundeffekten wird eine richtig schön düstere Atmosphäre aufgebaut. Und spätestens seit Shining weiß wohl auch jeder das ein (nahezu) verlassenes Hotel verdammt gruselig sein kann. Bei Kubricks Meisterwerk hat man sich wohl auch die langen Kamerafahrten durch die leeren Flure abgeschaut. Die zum Ende hin vermehrt auftretenden Geistererscheinungen sind zwar konventionell, dafür aber recht effektiv umgesetzt. Bleiche Frauen die plötzlich hinter den Protagonisten stehen hat man so schon öfter gesehen, jagen in The Innkeepers dem Zuschauer allerdings immer noch einen wohligen Schauer über den Rücken.

Hatte ich zu Anfang so meine Zweifel ob The Innkeepers gegen derzeitige Kinogrößen wie Sinister und Insidious bestehen könnte, war ich doch positiv überrascht. Wenn man sich ein wenig auf den Film einlässt erwartet einen ein überraschend humorvolles und ruhiges Gruselspektakel mit Oldschool-Charme. Es gibt wohl auch eine 3D-Version des Films, nur würde sich mir der Mehrwert von 3D nicht wirklich erschließen.

Punkte: 7/10

The Innkeepers erscheint am 17.01 auf DVD, BD und 3D BD.

Vielen Dank an Sunfilm für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-DVD!

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Veröffentlicht am 6. Januar 2013 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Fand den leider nur sehr lauwarm. Die Charaktere sind super und die Darsteller wundervoll harmonisch. Ansonsten viel Füllphase und Langeweile und eigentlich null Grusel.

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