The Thompsons

Nach den Vorfällen aus The Hamiltons muss die Vampir-Familie mal wieder weiterziehen, immer auf der Suche nach frischen Blut und einem unauffälligen Unterschlupf. In einem Diner werden sie zufällig in einen Raubüberfall verwickelt in dem der jüngste Spross schwer verletzt wird. Auf der Suche nach anderen Clans und Hilfe fliehen sie nach Europa, wo man in England schließlich auf die Stuarts trifft. Diese haben es sich in dem kleinen Dörfchen Ludlow gemütlich gemacht, sind angepasst und empfangen die Thompsons mit offenen Armen. Doch auch die Stuarts haben ihre Leichen im Keller…

The Hamiltons hatte ich eigentlich als ganz gut in Erinnerung, als ich den aber die Tage als Vorbereitung auf The Thompsons noch mal eingelegt hatte war ich dann doch recht enttäuscht. Die Charaktere nerven durch die Bank, es fehlt an Sympathieträgern und der Look sieht einfach billig aus!

Wenigstens mit dem LowBudget-Feeling hat The Thompsons nicht mehr so schwer zu kämpfen, es ist deutlich mehr Geld in die Produktion geflossen. Nicht nur das der Film in verschiedenen Ländern spielt (Paris, England, USA), das komplette Bild sieht einfach hochwertiger aus. Aus den Emo-Bubies des Vorgängers sind mittlerweile pseudo-coole Typen geworden, die mit Sonnenbrille und Anzug durch die Gegend gurken und überhaupt verdammt lässig sind. Leider waren gerade die nicht genrekonformen Charaktere einer der wenigen positiven Punkte von The Hamiltons (Sympathie hin oder her), in The Thompsons versinkt leider alles im Coolness-Einerlei. OK, kann man mit Leben, ist ja auch nur ein kleines B-Movie und die ersten 20 Minuten sehen sogar recht vielversprechend aus. Nette Action-Szenen, 1-2 Gore-FX die man noch als OK einstufen kann und ein recht fetzig inszinierter Überfall irgendwo in der amerikanischen Wüste. Das Ganze garniert mit Rückblenden und VoiceOvern (was auch immer die Mehrzahl davon ist) macht The Thompsons dann auch nicht wirklich innovativ aber immerhin kurzweilig unterhaltsam. Doch nach dem ersten Drittel lässt der Film immer weiter nach, ist erfahrenen Genre-Zuschauern doch schnell klar wo lang der Hase bzw. Langzahn läuft.

Nach dem früh abzusehenden Twist will einfach keine Spannung mehr aufkommen, schlimmer noch, man kann über das teilweise dämliche Verhalten der Vampir-Familie nur noch schmunzeln. Völlig weltfremd tapst man in eine Falle nach der anderen, sieht das völlig offensichtliche nicht bis es dann zu spät ist. Vom übermächtigen Blutsauger gibt es leider nicht all zu viel zu sehen, man geht recht schnell zu Boden und bleibt dann auch erstmal dort liegen 😉 Letztendlich sind dann doch alle wieder vereint, natürlich Dank einer frisch entflammten Liebe, man möchte brechen. Das dick auf dem Cover prangende „Twilight trifft auf Tarantino“ trifft es leider nur zu gut… Zumindest was Twilight angeht, wie man bei The Thompsons Tarantino-Einflüsse sehen konnte ist mir schleierhaft.

Positiv anmerken sollte man aber das fast die komplette Cast aus dem Vorgänger wieder dabei ist. Das ist ja immer so eine Sache, wenn bestehende Charaktere von neuen Schauspielern verkörpert werden… Nur der kleine Junge der am Ende von The Hamiltons aus dem Verschlag klettert wurde ersetzt was aber nicht weiter auffällt.

Ok, halten wir fest, The Thompsons ist ein eher unterdurchschnittlicher Film geworden. Wenig Spannung, wenig Gore, wenig Neues, dazu noch eine Fremdschäm-Szene nach der anderen. Was mich aber richtig genervt hat war der unbedachte Umgang mit sexueller Gewalt. Gleich am Anfang wird ein Typ gezwungen mit seiner Freundin zu schlafen während 2 Killer ihn anfeuern. Später gibt es noch 2 Vergewaltigung und eine entsprechende Andeutung. Man bekommt diese zwar nicht explizit zu sehen, doch geht es danach im Film ohne wirkliche Konsequenzen weiter. OK, das Opfer ist natürlich verdammt sauer über die ungewollte Zuneigung, trotzdem hatte ich das Gefühl das viel zu unbedarft damit umgegangen wurde. Generell ist Vergewaltigung und sexuelle Gewalt im Genre-Film aber auch ein schwieriges Thema. Vielen geht I Spit On Your Grave und Irreversible ja (verständlicherweise) auch schon zu weit, ist die Tat in diesen Film aber essenzieller Bestandteil der Geschichte und Auslöser der nachfolgenden Ereignisse. Na ja, da könnte ich wohl die Tage mal einen eigenen Beitrag drüber verfassen, bei The Thompsons fand ich es jedenfalls ziemlich deplatziert.

The Thompsons könnte vielleicht die Zuschauersparte interessieren die Twilight gerade entwachsen sind, denen 30 Days of Night aber noch zu hart ist. Ich konnte leider nicht all zu viel mit dem Film anfangen.

Punkte: 4 von 10

Vielen Dank an Sunfilm für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-DVD!

Advertisements

Veröffentlicht am 25. November 2012 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: