Dredd

Die Judges sind die letzte gesetzliche Institution in einer nicht zu fernen, herunter gekommenen Welt. Polizist, Richter und Vollstrecker in Einem patroullieren sie auf den Straßen und können doch nur 6% aller gemeldeten Fällen nachgehen. Judge Dredd bekommt die junge Rekrutin Anderson zum Eignungstest zugeteilt und direkt verschlägt es die beiden in den Megakomplex Peach Trees. Was sie nicht wissen ist das sie in das Terretorium der Gangster-Größe Mama eindringen, die den Block mit Eiserner Hand beherrscht. Mama kann nicht zulassen das die beiden Judges einen Gefangenen abführen der etwas über ihre Machenschaften ausplaudern könnte. Also verriegelt sie sämtliche Ausgänge und bläst zur Jagd auf die Gesetzeshüter.

Ein wortkarger Held dem ein Rookie zur Seite gestellt wird… Tausend mal gesehen! Ein hermetisch abgeriegelter Gebäude-Komplex… Gab’s gerade erst in The Raid! Und überhaupt, war da nicht schon eine Judge Dredd Verfilmung mit Iron Face Sylvester Stallone in den 90ern?! Tja, Dredd ist wohl wirklich Meilenweit davon entfernt innovativ zu sein, was den Film aber nicht daran hindert ein wahres Action-Feuerwerk abzubrennen das sich sehen lassen kann!

Dredd rockt und drückt von der ersten Minute an auf’s Gas! Der erfahrene Judge und die junge Rekrutin harmonieren einfach gut, besonders weil der Frischling wirklich was drauf hat und sich nicht so dämlich anstellt wie viele Genre-Kolleginnen. Die PSI-Kräfte von Anderson hätten zwar nicht wirklich sein gemusst, sorgen aber für den ein oder anderen netten Kniff in der Geschichte. Egal, die meiste Zeit ballert man sich eh durch die verkommenen Korridore des Multiplex-Gebäudes. Die Locations sind zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, dafür aber cool und stimmig designed. Es wird das Bild einer düsteren Zukunft erzeugt, voller Armut und Kriminalität in der die Judges fast wie ein Fremdkörper wirken. Da braucht es halt einen richtigen Mann wie Karl Urban! Urban spielt einen Dredd der wenigen Worte, der nur markige Oneliner von sich gibt und keine Emotionen zeigt. Gut, viele Emotionen wären unter dem Helm eh nicht zu erkennen, aber toll wie viel Schauspiel Urban in sein Kinn legen kann 😀 Ihm entgegen stellt sich die über den Komplex herrschende Mama! Zwischen kalter Berechnung und Wahnsinn schwankend versucht sie alles die beiden Judges zur Strecke zu bringen. Mama erfindet sich als Bösewichtin zwar auch nicht neu, schafft es aber Bedrohung auszustrahlen und einen gleichwertigen Gegenpol zu bilden. Der Rest Ihrer Mannschaft ist allerdings nur reines Kanonenfutter das geradezu darauf wartet von Kugeln durchsiebt zu werden. Das passiert übrigens überraschend spritzig. Blut fliegt in Zeitlupe im feinen 3D der Kamera entgegen, gehäutete Leiber werden aus dem 30 Stock geworfen und Zivilisten über den Haufen geballert. Dredd richtet sich ganz klar an ein Erwachsenes Publikum, allerdings ohne seinen Comic Background verleugnen zu wollen. Das 3D wurde recht gut eingesetzt und fügt sich angenehm in den Film ein. Besonders in den SlowMo-Sequenzen, die gerade im ersten Drittel etwas zu exzessiv eingesetzt werden sorgt das für tolle plastische Effekte. Besonders cool ist eine Szene in der die Judges eine Wohnung in Zeitlupe stürmen und auf die Gangmitglieder einschießen, was nahezu einer klassischen Choreografie gleichkommt. Der Soundtrack treibt dann in den richtigen Momenten noch gut nach vorne so dass es bis auf die fehlenden wirklich frischen Ideen eigentlich nichts zu meckern gibt.

Dredd ist pures Actionkino; schnell, laut und gewalttätig! Vielleicht ein wenig stumpf, aber mit der Knarre am rechten Fleck und mit knapp 90 Minuten genau der richtigen Länge. Gebt Dredd eine Chance, Ihr werdet es nicht bereuen.

Punkte: 9 von 10

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Veröffentlicht am 17. November 2012 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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