V/H/S

Eine Gruppe Kleinkrimineller wird angeheuert in ein altes Haus einzubrechen um dort ein VHS-Band zu stehlen. In dem heruntergekommenen Haus finden die Jugendlichen aber nicht nur ein unüberschaubare Anzahl Kassetten vor sondern auch die Leiche des vermeintlichen Besitzers. Man beginnt sich die Videos anzuschauen und stößt dabei auf grauenerregende, scheinbar reale Aufnahmen.

Bereits als ich das erste mal von dem Konzept das hinter V/H/S stand las war mein Interesse geweckt, nach dem Trailer habe ich dann wohl keinem Horrorfilm mehr als diesem entgegen gefiebert. Im Sommer lief er dann auf dem Fantasyfilm Fest, leider immer zu für mich nicht passenden Zeiten. Darauf hin häuften sich auch die ersten wirklich verdammt negativen Meinungen bei Twitter und Co., doch ich blieb standhaft und freute mich weiterhin auf den Film. Vor einigen Tagen erschien V/H/S dann endlich hierzulande auf Disc, wie sollte es auch anders sein hatte natürlich kein Laden hier in der Umgebung die Scheibe. Also setzte ich meine ganzen Hoffnungen auf das Weekend of Horors! Und kein Scherz, ich bin direkt in den DVD/BD-Bereich gedüst und habe das letzte Exemplar auf dem ganzen Event gekauft. Hört sich doch nach der perfekten Liebesgeschichte mit Happy End an, oder?

An alle die nach diesem wirklich rührenden und gefühlvollen ersten Absatz mitzittern, JA, zwischen V/H/S und mir hat es gefunkt! Mehr noch, es ist die ganz große Liebe! Eigentlich ist es ja immer so dass wenn man mit extrem hohen Erwartungen an einen Film, geht man meistens (mindestens ein bisschen) enttäuscht wird. Hier wurden ausnahmsweise mal sämtliche meiner Hoffnungen erfüllt, V/H/S ist genau das geworden was ich mir gewünscht habe.

Ich werde hier nicht weiter auf die verschiedenen Geschichten eingehen, doch sei gesagt das jede Story für sich bestens funktioniert. Selbst die obligatorische Geister-Geschichte ist nicht nur verdammt scray insziniert (Paranormal Activity lässt grüßen), sondern wartet am Ende noch mit einem Twist auf den man so nicht erwartet hätte. Generell wird viel Abwechslung geboten, über Monster, Serienkiller, Geister und Dämonen ist alles vertreten was das Fan-Herz begehrt. Im Gegensatz zu vielen anderen Horroranthologies gibt es keinen größeren Zusammenhang, die Einbrecher finden einfach die Kassetten und schauen sie sich an weil man „Die Eine“ sucht. Das stört aber nicht weiter, der Film ist über seine 116 Minuten so atmosphärisch das einem dieses kleine Manko relativ egal ist. Selten habe ich einen Streifen gesehen bei dem ich über die komplette Laufzeit so angespannt war, es ist mir wirklich unverständlich wie einige ihn als kompletten Langweiler bezeichnen konnten. V/H/S kommt irgendwie dreckig, düster und klebrig rüber. Vieles bleibt im Hintergrund verborgen, doch wenn man mal wirklich etwas zu Gesicht bekommt dann in seiner ganzen blutigen Pracht. Hier wird nicht mit Blut und Gedärm gegeizt. Wenn man meckern möchte könnte man vorbringen das einige FX vielleicht ein wenig billig wirken, mich hat das aber nicht weiter gestört. Was ich viel auffallender fand war das dezent Musik und Soundeffekte eingesetzt wurde. Das führt im Endeffekt nicht nur den FoundFootage-Aspekt ad absurdum, man wird durch entsprechende Soundeinspieler auch leicht auf den nächsten Schockmoment vorbereitet. Das ist zwar alles in allem recht gruselig und baut Spannung auf, ich hätte es aber besser gefunden wenn man da Konsequent drauf verzichtet hätte.

Wie schon gesagt gehört V/H/S zum Genre des FoundFootag-Films und setzt dem Ganzen sogar noch eins drauf. Durch die VHS-Thematik ist das Bild noch schlechter und körniger, außerdem wird massiv mit Bildfehlern gearbeitet. Vielen wird das garantiert nicht gefallen da das zuschauen schon anstrengend werden kann, für mich hat das den Realismus aber noch gesteigert. Trotzdem, wer mit [REC], Cloverfield und Co schon nichts anfangen konnte sollte hier bloß die Finger von lassen. Doch V/H/S spielt auch auf ganz tolle Weise mit dem Medium, so gibt es z.B. eine Episode in der es nur um 2 Personen geht die über Skype verbunden sind oder eine andere in der die „Bedrohung“ am Anfang durch einen Bildfehler dargestellt wird. So hat jede Episode sein kleines Alleinstellungsmerkmal, mal mehr, mal weniger tricky eingesetzt.

V/H/S war eine für mich eine absolute Terrorgranate die mich auch nach dem Ende nicht losgelassen hat. Immer wieder schwirrten mir Szenen durch den Kopf die in ihrer Atmosphäre und Umsetzung wirklich beeindruckend waren. Allerdings stehe ich mit meiner Meinung wohl relativ alleine da, ein durchschnittliches Rating von 5,9 auf der IMDB und viele negative Meinungen in anderen Blogs sprechen eine andere Sprache. Egal, V/H/S wird hier noch öfters in den Player wandern und passend zum Review gab es vor einigen Tagen die Ankündigungen das Teil 2 wohl schon fix in der Planung ist. Immer her damit!

Punkte: 10 von 10

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Veröffentlicht am 3. November 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Jetzt bin ich beruhigt, dass ich da nicht so alleine bin mit meiner Begeisterung. Kam mir schon ganz blöd vor, denn die Resonanz auf dem FFF war ziemlich schlecht, also zumindestens alle, die um mich rum gesessen haben fanden den Film schrottig.

    • Ahhh, eine weitere Verbündete in Sachen „Guter Geschmack“ 😉 Nach dem FFF war ich schon ein wenig geschockt, Mittelmäßig war ja fast noch das beste was man dazu gehört hat. Verstehe ich gar nicht. Ist VHS so speziell?

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