The Darkest Day

An einem Tag wie jedem anderen bricht das Grauen über die Jefferson High herein: Schüsse fallen, Schreie hallen durch die Korridore und Schüler rennen panisch um ihr Leben. Das Undenkbare ereignet sich und die Schule wird Opfer eines Amokläufers. Traumatisiert versuchen die Überlebenden die Geschehnisse zu verarbeiten und einen Sinn in der Greultat zu finden.

Wenn man eine DVD aus der Störkanal Reihe von I-On New Media in den Player schiebt kann man eigentlich davon ausgehen das einem das etwas andere Filmerlebnis geboten wird (Savage und Dogtooth seien hier exemplarisch genannt). The Darkest Day thematisiert den Amoklauf an einer amerikanischen Schule und scheitert dabei katastrophal! Amokläufe gehören mittlerweile ja schon fast zum traurigen Alltag und haben dementsprechend bereits des öfteren den Weg auf die heimischen Bildschirme gefunden. Als überaus gelungene Genrevertreter sollte man auf jeden Fall We Need To Talk About Kevin und Elephant nennen, die es jeweils auf ihre ganz eigene Art schaffen den Zuschauer zu berühren.

Leider misslingt The Darkest Day genau das; Emotionen hervorrufen. Die Geschehnisse lassen einen komplett kalt, sei es der eigentliche Amoklauf, der recht nüchtern ohne große Action daher kommt oder das anschließende Trauma der Überlebenden. Jeder versucht auf seine eigene Weise mit den Ereignissen fertig zu werden, leider durch die Bank laienhaft und unglaubwürdig von den jungen Schauspielern vorgetragen. Man nimmt ihnen ihre Trauer und Frustration einfach nicht ab! Erschwerend kommt hinzu dass man für Hauptprotagonist Sean irgendwie keine Sympathien aufbauen kann. Der Typ nervt geradezu, ist mal der in sich gekehrte Einzelgänger und mal der Fels in der Brandung für seine Freunde.

Noch schlimmer ist aber das bei The Darkest Day ganz ganz tief in die in die Kitsch- und Klischee-Kiste gegriffen wurde. Das es das typische Sammelsurium an Highschool-Charakteren gibt kann man ja noch verschmerzen (wahrscheinlich ist das in den USA wirklich so!), aber warum muss man überall immer noch einen drauf setzen?! Der cool-hippe Lehrer muss natürlich den Helden spielen, wird angeschossen und stirbt mit dem Foto seiner Familie in der Hand. Emo-Held Sean war total in eine Schülerin verknallt, klar das diese auch nicht dem Killer entkommt, was in einer bewegenden (=ultrakitschigen) Trauerrede gipfelt. Und natürlich muss es noch den einen Schüler geben der mehr als alle anderen leidet und die Erlösung im Freitod sucht. Die sensationsgeilen Reporter sind ebenso mit von der Partie wie die Worte „Killerspiele“ und „schwarze Klamotten“ im Zusammenhang mit dem Amokläufer. Letzteres empfand ich übrigens als wirklich ärgerlich!

Wer zwischendurch nicht einfach ausschaltet dem wird mit einem melancholisch schwerem Klavier-Klimper-Score die Anteilnahme direkt über die Ohren ins Gehirn gedrückt. Das im Abspann auch noch die Namen sämtliche Opfer von Amokläufen in den USA aufgezählt wurden setzte dem Ganzen für mich die Krone auf. Die Macher hatten ja vielleicht gute Absichten mit The Darkest Day, leider hat man mich damit so überhaupt nicht erreicht. Genrefremde Zuschauer die sich bis jetzt auch noch nicht mit der Thematik auseinander gesetzt haben werden vielleicht etwas mit dem Film anfangen können, alle anderen greifen zu den oben genannten besseren Alternativen.

Punkte: 1 von 10

Vielen Dank an I-On New Media für das freundliche Bereitstellen der Rezensions-BluRay!

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Veröffentlicht am 18. Oktober 2012 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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