Abraham Lincoln Vampire Hunter

Nachdem Abraham Lincoln als Kind mit ansehen musste wie seine Mutter von einem Vampir getötet wurde sinnt er auf Rache. Die Jahre vergehen und als junger Mann wird Abraham unter die Fittiche des mysteriösen Henry Sturgess genommen der ihn alles über die Jagd auf die Kreaturen der Nacht lehrt. Doch mit der Zeit merkt Abraham das den Vampiren auf diese Art nicht beizukommen ist, haben sie sich in den Südstaaten der USA doch schon zu weit ausgebreitet. Er geht in die Politik um seine Ziele auf diese Weise zu erreichen, doch das Land ist zerrüttet und im amerikanischen Bürgerkrieg wird sich die Zukunft der Menschheit entscheiden.

„Alles Lüge!“ sang vor 15 Jahren schon die Punkband ELF und prangerte die leeren Versprechen unserer Politiker an! Immer wenn ich an den Trailer zu Abraham Lincoln Vampire Hunter zurück denke geht mir eben jenes Lied durch den Kopf. Dieser verprach uns zwar keine sicheren Renten, aber dafür kurzweilige Action, Witz und Spannung. Leider wurde im fertigen Film nichts davon gehalten.

Dabei hörte sich eigentlich alles im Vorfeld so vielversprechend an, waren mit Tim Burton als Produzent und Timur Bekmambetov auf dem Regiestuhl doch 2 Personen involviert die geradezu prädestiniert dafür waren einen düsteren Fantasyhorrorfilm abzuliefern. Doch leider enttäuscht Abraham Lincoln Vampire Hunter (im folgenden nur noch AL genannt) auf ganzer Linie. Schon lange habe ich im Kino schon kein Filmende mehr so herbei gesehnt, wäre ich nicht in Begleitung gewesen hätte ich den Saal evtl. sogar vorzeitig verlassen. Auch nachdem der Streifen mehrere Tage gesackt ist kann ich einfach nichts wirklich positives an ihm finden. Größtes Problem von AL ist die extreme Vorhersehbarkeit und die dadurch entstehende Langeweile. Es gibt keine Überraschungen oder Highlights, wer schon mehr als 5 Genrefilme gesehen hat kann wirklich jede Wendung vorhersagen: Vom wahren Hintergrund des immer Sonnenbrille tragenden Mentors, über die verbotene Liebesbeziehung bis hin zum Verrat (oder doch nicht) des treuen Gehilfens.

OK, vorhersehbar und unoriginell ist Resident Evil Retribution auch und der kam hier ja noch ganz gut weg. Resident Evil bietet zum Ausgleich für die strunzdoofe Geschichte aber richtige fette Action, leider versagt AL auch dabei. Die CGI-Effekte waren schlecht (ich verweise hier mit Graus auf die Stampede-Sequenz), die Kämpfe an sich eher unspektakulär und das 3D ein wahrer Graus. Letzteres wurde viel zu selten pfiffig oder beeindruckend genutzt, zusätzlich wurde das Bild dadurch teilweise so dunkel das man nur schwer etwas erkennen konnte. Heutzutage ist man da wirklich besseres gewohnt und auch hier tut es mir fast schon weh wieder auf Resident Evil verweisen zu müssen 😉 Auf der haben Seite kann AL dafür ein paar nette Vampire verzeichnen, zumindest wenn diese Ihre Monster-Form annehmen. In menschlicher Gestalt sind es natürlich die versnobten Südstaaten-Pinkel, GÄHN! Dafür das Abraham eine Axt als Hauptwaffe auserwählt hat geht es überraschend unblutig zur Sache. Klar es fliegt auch mal ein Kopf durch die Gegend, die meisten FX gehen aber im bereits erwähnten viel zu dunklem Bild unter.

Ihr merkt schon, ich kann kein gutes Haar an AL lassen. Wenn der Film sich wenigstens nicht selber noch so furchtbar ernst genommen hätte wäre einem vielleicht noch der ein oder andere Schmunzler vergönnt gewesen! Aber bis auf die typischen pseudocoolen Hollywood-Oneliner herrscht Ebbe an der Trash-Front.

Wenn überhaupt kann ich jedem nur dazu raten sich Abraham Lincoln Vampire Hunter mal auf Scheibe aus der Videothek oder von Lovefilm auszuleihen. Der Kauf der DVD, geschweige denn ein Kinobesuch lohnen sich nicht.

Punkte: 3 von 10

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Veröffentlicht am 14. Oktober 2012 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Dazu muss ich sagen, ich habe ihn nicht in 3D gesehen, zu dunkel war da nischt.
    Aber wenn ich das so lese, gefällt Dir die Story an sich ja schon nicht. Grahame-Smith hat ja praktisch nur die Lincoln Biografie genommen und eine Vampirgeschichte reingesponnen. Das war im Buch noch viel unspektakulärer, da hat er vielleicht in seinem ganzen Leben nur 5, 6 Vampire umgebracht. Und natürlich waren die Vampire Großgrundbesitzer und Snobs, das entspricht nun mal eher einer Vampirnatur als ein Irgendwer zu sein 😉

    • Ok, mit den Vampiren gebe ich Dir recht ;D Die Buchvorlage kenne ich wirklich nicht, evtl. bin ich einfach mit den falschen Vorstellungen ins Kino gegangen. Allein schon der Name verspricht ja eigentlich eine Trash-Granate… Trotzdem, auch unter dem Gesichtspunkt das man hier etwas eher „ernsthaftes“ abliefern wollte gefällt mir das ganze auch nicht. Ich glaube bei „Stolz und Vorurteil mit Zombies“ werde ich vorsichtiger sein 😉

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