Resident Evil Retribution

Nachdem Alice den Kampf gegen die Umbrella-Schergen an Bord der Arcadia nicht gewinnen kann, findet sie sich nach scheinbar längerer Bewusslosigkeit in einem Forschungslabor wieder. Durch am Anfang noch unbekannte Hilfe gelingt ihr aber die Flucht aus der Zelle und so muss sich unsere Heldin mal wieder durch Unmengen Soldaten, Zombies und diversen weitere Monster ballern um den rettenden Ausgang zu erreichen.

Wenn man sich as Freund der Resident Evil Serie in manchen Internet Ecken outet begibt man sich auf ziemlich dünnes Eis! Man „habe keine Ahnung“ und sei eh ein „CGI verwöhnter Vollidiot“. Na ja, hier also noch mal offiziell: Ja, ich finde die Reihe unterhaltsam. Teil 1 ist zwar nur mittelmaß, Apocalypse megaschrott aber spätestens mit Extinction und Afterlife ist man bei ziemlich kurzweiligen HighBudget-Trash angekommen der mir doch recht viel Spaß gemacht hat. Natürlich lies ich es mir auch nicht nehmen mir mit Retribution erneut die volle Dröhnung Slow Motion zu geben.

Um es vorweg zu nehmen, wenn man es genau betrachtet ist Retribution eigentlich eine ziemliche Unverschämtheit von Film. Es wird sogar noch weniger Story als in den ohnehin schon mageren Vorgängern geboten, das bisschen was an Geschichte beigesteuert wird ist mehr als an den Haaren herbei gezogen. Man befindet sich erneut in einem unterirdischen Megakomplex der aus mehreren Testgeländen besteht welche New York, Hong Kong, Moskau und Co. repräsentieren. Durch diese Testsequenzen muss sich Alice kämpfen um zurück an die Oberfläche zu gelangen. Dadurch das man es in jedem dieser Szenarien mit einem anderen Gegnertyp zu tun bekommt wirkt Retribution mehr denn je wie ein handelsübliches Videospiel: Welt betreten, kleine Wiedersacher killen, Obermotz plätten, weiter in den nächsten Level. Auch wenn die Story auf der Strecke bleibt bekommt man dafür einiges an EyeCandy geboten. Die Kämpfe sind wirklich toll insziniert, allerdings sollten man schon einen Hang zu CGI-FX und exzessivem SlowMotion-Einsatz haben. Eigentlich auch nicht unbedingt mein Ding, hier aber größtenteils richtig cool in Szene gesetzt, selbst der 3D Effekt wusste zu gefallen. Vom Gore-Faktor hält sich auch der neuste Resident Evil Teil in Grenzen, die FSK16-Freigabe geht absolut in Ordnung. Die Monster sind schön schleimig und böse gemacht, richtig fies brutal wird es aber eigentlich nie.

Die Action ist im Endeffekt eigentlich auch das einzigst positive was man Resident Evil Retribution zusprechen kann. Eine Story ist wie eingangs erwähnt so gut wie gar nicht vorhanden und die Schauspieler stolpern hölzern wie eh und je von einer Szene zur nächsten. Die Armen Akteure könnten einem fast Leid tun, so schrecklich sind teilweise die pseudocoolen OneLiner die ihnen da von den Drehbuchautoren in den Mund gelegt wurden. Na ja, wenigsten sorgte das für den ein oder anderen unfreiwillig komischen Moment. Schon fast nicht mehr komisch sondern nahezu ärgerlich dagegen war die deutsche Synchro! Das so etwas emotionsloses auf solch eine teure Produktion gepappt wurde ist unverzeihlich und nicht nachzuvollziehen. Und wo wir gerade bei nicht nachzuvollziehen sind, was sollte eigentlich diese taube (??) Göre?! Jeder kommunizierte mit ihr in Gebärdensprache wobei sie scheinbar alles gut verstehen konnte und auch flüssig sprach. Ups, habe ich da wirklich Erklärungen oder Konsequenzen in der ResidentEvil-Welt gesucht, sorry, kommt nicht wieder vor. Für das erneute (gleich mehrfache) Auftauchen von Michelle Rodriguez gehört Retribution eigentlich eh mit sofortiger Wirkung auf den Index gesetzt. Hm, was, die hat doch bereits im ersten Teil berechtigterweise das Zeitliche gesegnet?! Stimmt, aber im neusten Ableger konfrontiert man den wohl alles schluckenden Zuschauer mit den Klonen mehr oder weniger beliebter (Film-)Serienhelden. Das Umbrella die ein oder andere Verwendung für menschliche Versuchskaninchen hat ist ja allseits bekannt, warum aber gerade bekannte Widersacher der Organisation für die Duplikate herhalten mussten leuchtete mir nicht wirklich ein. Verbuchen wir es unter Fanservice (pfff!).

Ja, das hörte sich jetzt alles nicht wirklich verlockend an, trotzdem hatte ich im Kino meinen Spaß. Resident Evil Retribution ist einfach nur schlecht und dumm, überspielt das aber halbwegs gekonnt mit der Aneinanderreihung von sexy Actionsequenzen. Man sollte mittlerweile wissen was einen erwartet wenn man sich einen Resident Evil Film anschaut, also hört auf zu nölen und bleibt einfach zu Hause wenn’s Euch nicht gefällt 😉

Punkte: 6 von 10

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Veröffentlicht am 26. September 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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