Der Sonntag auf dem Fantasyfilm Fest

So schnell kann es gehen, 3 Tage sind rum und ich sitze schon wieder zu Hause. Schade, jetzt heißt es wieder 1 Jahr warten bis es wieder losgeht. 14 Filme an 3 Tagen war schon recht stressig, dafür war die Ausbeute aber auch mehr als positiv! Leider gab es am Sonntag (der mit 5 Filmen noch mal richtig reingehauen hat) noch von 2 weniger schöne Sachen zu berichten. Zum einen konnten die Shorties „Bear“ und „Believe the Dance“ nicht gezeigt werden da diese nicht im richtigen Format vorlagen. Schade, später wurde bekannt gegeben das man die am letzten Tag des Festivals nachholen würde. Immerhin, nur habe ich da leider nicht viel von. Zum anderen wurden die Streifen Chained, God Bless America und Detention von großen Kino 1 ins kleinere Kino 8 verlegt. Angeblich auch hier aus technischen Schwierigkeiten. Allerdings machte schnell die Runde dass das Cinemaxx die Umlegung verlangt hat da zu wenig Karten verkauft wurden und man im großen Saal dann lieber irgendeinen dicken Blockbuster zeigen wollte. Falls dem wirklich so ist hätte das FFF-Team das auch so bekannt geben sollen. Ist ja an sich nicht schlimm, allerdings bleibt so schon ein etwas fader Beigeschmack. Dementsprechend voll war es dann auch im Saal 8 so dass einige Besucher auf den Treppen Platz nehmen mussten. Nun ja, hier also meine schnelle Zusammenfassung vom Sonntag:

Get Shorty: Das Kurzfilmprogramm gehört für mich zum festen Bestandteil des FFF und hat mir schon einige Perlen wie Brutalo Relax beschert. Dieses Jahr wurde ich leider wirklich enttäuscht, besonders Danny Boy, The Little Mermaid und (ganz besonders) The Black Lake waren für mich absolut nichtssagend und gähnend langweilig. The Trap und Abiogenesis gehörten wenn überhaupt auch nur zum Mittelmaß. Tune for Two, The Furred Man und Sugar boten immerhin einige gute Gags und kurzweilige Unterhaltung. Highlight (wenn man es denn so nennen kann) war ganz klar der argentinische Luminaris der mit einem wunderbaren Style und Score die Zuschauer in seinen Bann ziehen konnte. Als Ersatz für die beiden entfallenen Shorties wurde noch der Animationsfilm Do you have your Ticket gezeigt, der aber leider auch nicht wirklich begeistern konnte.

Excision: Wow, was eine geniale Vorstellung! Excision ist ein absolut durchgedrehtes Stück Film, eine bizarre Mischung aus ComingOfAge-Drama und tiefschwarzer Komödie, garniert mit surrealen Splatter-Sequenzen. Annalyne McCord brilliert hier schon in Ihren jungen Jahren als seltsame Außenseiterin Paulin und liefert eine oscarwürdige Performance ab. Ein Film voller frischer Ideen und Szenen der den Zuschauer über die kompletten 81 Minuten in den Kinosessel drückt und mit einem Magenschwinger am Ende zurück lässt der mich wirklich sprachlos machte. Mein absolutes Highlight des Festivals! Einfach nur großartiges und intelligentes Genrekino. 10/10

Chained: Chained beginnt ganz stark und ist über große Teile wirklich unangenehm anzuschauen. Wie in einem Sog wird man immer tiefer in eine düstere und brutale Welt gezogen. Leider lässt Chained im letzten Drittel ganz stark nach! Laut Frau Lynch ist das Ende so wie es jetzt ist auf drängen der Produzenten entstanden, sie plane aber einen Director’s Cut. Gut so, mir wirkte das Finale in dieser Form viel zu holprig und an den Haaren herbei gezogen. Was ich extrem spannend fand, war das die Regisseurin es geschafft hat bei mir Sympathien für den Killer Bob zu erzeugen. Teilweise wirkt die Beziehung zwischen Ihm und seinem „Ziehsohn“ Rabbit nahezu liebevoll! Klasse. Ganz stark ist auch das Spiel von Vincent D’Onofrio und Eamon Farren auf dessen Schultern fast der komplette Film liegt. 7/10

Anschließend stellte sich Jennifer Lynch noch einem ausführlichen Q&A und verteilte in der Lobby Autogramme. Frau Lynch ist eine extrem sympathische Powerfrau die sich viel Zeit für das Publikum und Ihre Fans genommen hat. Toll sie mal getroffen zu haben.

God Bless America: Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht, auch hatte es bei keinem Film mehr Szenenapplaus und Jubel gegeben. God Bless America macht kurzen Prozess mit der Smartphone/DSDS/BILD/RTL2-Gesellschaft und zieht das durch was sich die meisten von uns schon oft gewünscht habe: Eine Knarre nehmen und den ganzen Idioten eine Kugel in den Kopf jagen! Trotz der vielen Gags steckt einfach so viel wahres in diesem Film, unserer Gesellschaft verblödet und wir schauen noch dabei zu. Ruck zuck wuchsen mir die beiden Killer ans Herz, am liebsten hätte ich mich direkt mit ins Auto gesetzt und sie begleitet. Klar, manchmal verliert sich der Film ein wenig in seinen Monologen und Phrasen, die Gagdichte ist aber so extrem hoch das dies gar nicht weiter ins Gewicht fällt. Dazu sind die Shootouts noch extrem blutig und wenn schon in der Einleitung ein Baby per Shotgun getötet wird weiß man ungefähr in welche Richtung der Film geht. 10/10

Detention: Für den habe ich mich ja spontan noch entschieden. Detention ist ein einziger Referenz-Overkill im kontinuierlicher Videoclips-Ästhetik! Schnell, überzogen, bunt und schrill. Ich muss zugeben das ich schon nach 10 Minuten den Faden verloren hatte und der Handlung (wenn man sie denn so nennen kann) nur noch bedingt folgen konnte. Vielleicht lag es daran das es schon Film Nr. 5 an diesem Tag war, aber Detention war wirklich ziemlich stressig zu schauen. Dabei gibt es viele witzige Ideen und Gags, in Sachen Gore hält sich das ganze aber dezent zurück. Ich hoffe auf der bald erscheinenden BluRay ist ein Audiokommentar dabei, ich frage mich wirklich was sich die Macher bei vielen der Szenen gedacht haben 😉 7/10

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Veröffentlicht am 27. August 2012 in Diverses und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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