Tesis – Der Snuff Film

Durch einen Zufall kommt die Filmstudentin Angela in den Besitz eines Snuff-Videos und zusammen mit Ihrem Kommilitonen und Horrofreak Chema beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Das Mädchen aus dem Video scheint eine vor 2 Jahren verschwundene Studentin der Uni zu sein, dementsprechend müsste sich auch der Mörder in diesem Umfeld aufhalten. Die Luft für Chema und Angela wird von Tag zu Tag dünner, nicht wissend das die Kameras der Killer schon auf sie gerichtet sind.

What?! Tesis ist von 1996?! Den hätte ich aber für älter gehalten, vom Gefühl und auch vom Look her. Na ja, Spanien hinkt wohl immer etwas hinterher 😉 So oder so ist Tesis einer dieser Thriller die ich mir immer wieder gerne anschaue, auch wenn ich die Auflösung schon kenne. Besonders die Ansiedelung im Film-/Horror-Milieu macht den Film zu etwas besonderem und erinnert ab und an an Scream (nur ohne den Humor). Klar, manche Dinge wie der langhaarige, sozial unbeholfene Horrorfreak sind zwar etwas klischeehaft, so wirklich stören tut dies aber nicht. Tesis kommt einfach verhältnismäßig authentisch rüber. So gibt es statt „Faces of Death“ zwar die nicht existierende Mockumentary „Fresh Blood“ zu sehen, dafür findet man immer wieder verweise auf das Genre in den Dialogen oder in Posterform an den Wänden der Nerdbude. Je mehr sich Angela und Chema in den in den Machenschaften der Snuff-Filmer verwickeln, desto weiter steigt die Spannung an. Dabei agieren die beiden immer recht nachvollziehbar, nur die Polizei hätte man vielleicht ein klein wenig früher einschalten sollen. Dafür das Tesis sich zentral um das Thema Snuff dreht bekommt man recht wenig an direkter Gewalt zu sehen. Die Kamera blendet immer früh genug ab und auch von den eigentlichen Snuff-Videos bekommt man nur die Tonspur zu hören. Nur der finale Kill wird schnell und erbarmungslos präsentiert, gezeigt durch das statische Objektiv einer Videokamera. Der Zuschauer wird zum Voyeur degradiert, nicht besser als das Klientel der Snuff-Filmer. Die letzten Einstellungen mögen vielleicht ein wenig überzogen daherkommen, verdeutlichen aber recht gut welchen Stellenwert die Gewalt mittlerweile in unserer Gesellschaft angenommen hat. Und so schafft es Tesis nicht nur bestens zu unterhalten sondern gleichzeitig noch zum nachdenken anzuregen.

Punkte: 7 von 10

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Veröffentlicht am 30. Juli 2012 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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