The Dark Knight Rises

Nachdem Batman sämtliche Schuld der von Harvey Dent verübten Morde auf sich genommen hat, verschwindet der Dunkle Ritter und Bruce Wayne zieht sich in die völlige Isolation seines Anwesens zurück. Die Jahre vergehen und durch die gesunkene Kriminalitätsrate scheint es auch keine Verwendung mehr für den Batman zu geben. Doch plötzlich taucht der Söldner Bane mit einer ganzen Armee auf, gut ausgerüßtet und bestens über Bruce Wayne informiert. Um Gotham City zu retten muss Batman sich noch einmal erheben und sich seinem schwersten Kampf stellen.

Die Erwartungen waren hoch, The Dark Knight gehört zu meinen Lieblingsfilmen und ist meiner Meinung nach nahezu perfekt. Das sehen wohl viele so und deshalb ist das Erbe das The Dark Knight Rises antreten muss ein schwieriges, eines das eigentlich kaum zu bewältigen ist.

Nach einer furiosen Einleitungssequenz legt Rises dann auch erstmal merklich einen Gang zurück. Figuren werden eingeführt (neue wie alte) und Bruce Wayne muss erst einmal seine Lethargie bekämpfen und sich wieder aufraffen. Natürlich wird das ganze immer wieder durch kleinere Action-Sequenzen aufgelockert, aber es dauert gefühlten 1 ½ Stunden bis der Film denn wirklich mal anfängt. Dann geht es aber richtig zur Sache und Rises punktet mit einem wirklich ikonischen Aufeinandertreffen von Batman und Bane und einer tollen Zerstörungssequenz. Was bei anderen Filmen das große Finale wäre ist bei Rises nur die Einleitung zur weitaus packenderen 2 Hälfte die Nolans Trilogie letztendlich zu Ende führen wird.

Leider ist Rises nicht das alles wegblasende furiose Megafinale geworden das ich mir gewünscht hatte. Teilweise hat man das Gefühl das Batman auf eine Stufe mit seinen Mitstreitern gestellt wird, so viel Screentime wie diese bekommen. Natürlich sind diese kleinen Episoden spannend insziniert und letztendlich führt Nolan alle Fäden zu einem großen Ganzen zusammen, aber ich sitze hier in einem Batman Film möchte dann auch die volle Ladung Fledermaus-Action. Leicht nervig empfand ich die moralischen und schmalzigen Ansprachen einiger Charaktere, aber das ist wohl ein Zugeständnis an das Mainstreampublikum das hier die ein oder andere Träne der Rührung wegrücken darf. Die Schauspieler machen Ihre Sache erwartungsgemäß klasse und geben Ihren Figuren die nötige Tiefe. Selina Kyle (Anne Hathaway) und John Blake (Joseph Gordon-Levitt) sind wirkliche Bereicherungen für das Batman Universum, wobei Catwoman in ihrem engen Latex-Anzug auch noch verdammt gut aussieht. Leider bekommt Tom Hardy als Bane nicht wirklich die Gelegenheit dazu sein Können unter Beweis zu stellen da sein komplettes Gesicht von einer Maske bedeckt ist und keine Mimik zu erkennen ist. Bane ist auch einer meiner großen Kritikpunkte zu Rises. Zu blass bleibt er als Gegenspieler, ja teilweise sogar ein wenig langweilig was seine Hinter- und Beweggründe betrifft. Vielleicht war man aber auch zu verwöhnt durch den Joker, der einen der coolsten Bösewichte der Filmgeschichte darstellt. Ich weiß nicht wie es im O-Ton ist, aber in der deutschen Synchro wurden die Dialoge von Bane noch ganz seltsam betont, was zu einer unfreiwilligen Komik führte.

Nach der etwas zähen ersten Hälfte dreht Rises dann noch mal richtig auf und überzeugt mit Bürgerkriegsähnlichen Szenen mitten in Gotham City. Hier wird Blockbusterkino der allerfeinsten Sorte geboten, wie immer treibend unterlegt mit dem tollen Score von Hans Zimmer. Im Finale werden dann noch einmal alle Register gezogen, auch wenn ich mir den Showdown mit Bane ein Stück spektakulärer gewünscht hätte. Das Ende ist dann leider nicht so konsequent wie es hätte sein müssen! Natürlich behielt man sich ein Hintertürchen offen und ich bin mir nicht sicher ob ich die (vorhersehbarer) Entwicklung von Blake nun cool oder aufgesetzt finden soll.

Das hört sich jetzt vielleicht alles recht negativ an, The Dark Knight Rises ist aber immer noch ein toller Film, größtenteils spannend und mitreißend erzählt. Massig Eyecandy, Action, tolle Schauspieler und viele Locations machen den Kinobesuch zu einem Muss für jeden Actionfan. Im direkten Vergleich zu The Dark Knight (und ja, dem muss er sich nun mal stellen) bin ich allerdings ein wenig enttäuscht. Zu konventionell und vorhersehbar kommt Rises einfach daher. Legte The Dark Knight immer noch einen drauf spult Rises letztendlich (fast) nur Standards ab.

Punkte: 7 von 10

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Veröffentlicht am 25. Juli 2012 in Film-Reviews und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Tja, ich muss sagen, dass mich Bösewicht Bane am meisten enttäuscht hat. Hardy ist normalerweise so großartig und die Synchro macht aus ihm eine Witzfigur, aber leider keine dramatische wie den Pinguin, sondern eine echt lächerliche.
    Ich finde auch, dass man gut und gerne eine Stunde hätte wegkürzen können. Nolan kann sich einfach nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren und erzählt alles in epischer Breite. Er hat Glück, dass die Menschen heutzutage bereit sind für viel Knalleffekt ins Kino zu gehen, aber ein begeistertes Publikum sieht anders aus – wie war das bei Dir?
    Hast Du ihn im IMAX oder normal gesehen?

    • IMAX gibt es leider hier in der näheren Umgebung nicht 😉 nee, wirklich begeistert war das Publikum bei mir auch nicht! Als das Licht anging haben sich irgendwie alle verwundert angeschaut, so nach dem Motto „Wie? Das war’s jetzt?“. Ich hätte mir besonders am Anfang ein wenig mehr Straffung gewünscht, einige Catwoman Szenen empfand ich als unnötig lang. Wie hat Dir die Figur von Gordon-Lewitt und seine Entwicklung gefallen?

      Wie gesagt, trotzdem empfand Rises immer noch als guten Film.

      • Gut. Ich mag Gordon-Lewitt ohnehin immer und in allen Rollen. Ich denke, auch wenn mir diese Nolan-Verfilmungen nicht wirklich gefallen, ist er eigentlich perfekt für diese Rolle und besser als sein Vorgänger allemal.

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