The Raid

Eine Spezialeinheit der Polizei! Ein Hochhaus voller Verbrecher! Diverse MGs, Pistolen, Macheten, Äxte, Stuhlbeine und was sich sonst noch als Mordinstrument zweckentfremden lässt. Und wenn alles nicht mehr hilft wird einfach mit der blanken Faust brachial das Gesicht des Gegners bearbeitet. 3 – 2 – 1 – GO!

Vor einigen Monaten sorgte der furiose Trailer für Aufsehen im Internet, kurz darauf folgten die ersten überschwänglichen Festival-Reviews. Als deutscher Filmfan war da an einen Kino-Release nicht einmal ansatzweise zu denken. Vor wenigen Wochen wurde dann bekannt gegeben das Koch Media The Raid auch in Deutschland in die Kinos bringen wird und das sogar uncut! Gestern war es dann endlich so weit, zusammen mit meiner Action-Kumpeline betraten wir die überteuerten Hallen des örtlichen Cinemaxx um uns die indonesische Revolution des Action-Kinos anzusehen. Konnten die hohen Erwartungen erfüllt werden?

Ja, sie konnten! The Raid ist pures Adrenalin-Kino mit nur wenigen Verschnaufpausen. Wahnsinn, hier wird ein Feuerwerk an Action sondergleichen abgefeuert und das größtenteils ohne Wackelkamera mit der Hollywood seine Unzulänglichkeiten überspielen will. Die Kamera hält gnadenlos drauf, egal ob ein Polizist von Kugeln durchsiebt wird oder unser Held sich durch Massen an Gegnern prügelt. Wird zu Anfang noch wild durch die Gegend geballert, gehen nach 30 Minuten langsam aber sicher die Kugeln aus und man besinnt sich auf handfestere Tugenden des Tötens. Die Kampfsequenzen sind einfach nur genial, hier steht nicht Akrobatik sondern Effizienz im Vordergrund. Fäuste fliegen, Blut spritz, Knochen brechen. Schnell und ohne Mitleid, geht ein Gegner zu Boden wird der nächste Feind in die Mangel genommen. Das ganze kommt außerordentlich Brutal rüber was auch an der herrlich dreckigen Location liegt. Das heruntergekommene Hochhaus trieft geradezu vor Schlechtigkeit. Doch es gibt auch kleine Punkte zu bemängeln! So ist es z.B. ein wenig arg an den Haaren herbeigezogen das bereits zu Anfang ein Grossteil der Polizeieinheit das Zeitliche segnet und dann eine Handvoll Überlebender den kompletten Laden aufräumt. Es kommt einem beinahe so vor als ob die Polizisten nicht mit dieser massiven Gegenwehr gerechnet hätten. Auch wirkt der Twist am Ende ein wenig konstruiert, ja beinahe überflüssig. Hey, das ist hier ein Actionkracher vor dem Herrn, da brauche ich doch nicht noch ein paar halbgar eingeworfene Storyschnipsel.

Das ist aber Meckern auf allerhöchstem Niveau, wer sich mal wieder ordentlich in den Kinosessel drücken lassen möchte ist bei The Raid bestens aufgehoben. Fernab jeglicher Hollywood Konventionen ist es schön zu sehen, mit welch einfachen Mitteln man doch einen so mitreißenden Film auf die Leinwand zaubern kann. Wer The Raid im Kino verpasst ist wirklich selber Schuld!

Punkte: 8 von 10

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Veröffentlicht am 16. Juli 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Also ich muss sagen nach dieser hochtrabenden Bewertung waren die Erwartungen zu hoch. Mehr als ein „nett“ kann ich dem Film leider nicht gebem. (was evtl auch daran liegt dass ich nicht so der Martial Arts Fan bin).
    Kann nicht allem zustimmen was hier zu lesen ist. Die Kampfszenen waren schon recht gut, auf die Dauer aber langweilig und zu wenig kreativ. Mit den Macheten haben sie mal etwas rumgewedelt, aber da hätten doch mal ein paar Gliedmaßen fliegen sollen.
    Die Story war so bekloppt dass es irgendwie immernoch zu viel war.
    Und gewackelt hat die Kamera dann doch ganz schön.
    Schade irgendwie. Das hätte auch im Heimkino gereicht.
    Bester Action Film aller Zeiten? Lachhaft! Da freu ich mich doch lieber auf die Herren Geschworenen Expendables (II).

    Vielleicht wirds beim nächsten mal wieder ein Treffer 😉
    Anyway, geiler Blog, hau rein!
    Gruß, Christian

    • Hey,

      ich kann Deine Kritik in Grundzügen nachvollziehen. Klar, die Fights waren jetzt nicht sooo extrem akrobatisch und abwechslungsreich, aber darum ging es auch nicht! Hier ging es um den Kampf ums Überleben und da tänzelt man nicht um den Gegner herum sondern haut ihm halt 5 mal in die Fresse bis er am Boden liegt (vermute ich jedenfalls ;)). Neben der Machete gab es doch noch ordentlich Messer- und Äxteaction ;). Ne ernsthaft, ich habe ähnliche Kritiken schon in vielen Foren gelesen, kommt vielleicht immer noch darauf an wie man an so einen Film herangeht 😉

      Beste Grüße,
      Roman

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