Ein Zombie hing am Glockenseil

Das Grauen kennt keine Grenzen: In dem kleinen beschaulichen Ort Dunwich erhängt sich der Pfarrer am Seil seiner Kirchenglocke. Dieses grauenvolle Ereignis legt einen furchtbaren Fluch über die kleine Stadt. Aus den Gräber erheben sich die Toten und greifen die Einwohner an. Ein Reporter bekommt Wind von der Sache und macht sich zusammen mit einem Medium auf nach Dunwich um dem Schrecken ein Ende zu setzen.

Fulcis Italozombies erfreuen sich zwar bei Genre-Fans größter Beliebtheit, sind aber im Mainstream nicht ansatzweise so anerkannt wie die Romero-Pendants. Zu Unrecht, bietet Ein Zombie hing am Glockenseil doch nahezu perfekte Horroratmosphäre. Die Straßen von Dunwich sind vernebelt und düster, dazu pfeift der Wind durch die Gassen und rüttelt an Bäumen und Türen. Als Untoter kann man sich wohl keinen passenderen Ort zum Wiederauferstehen wünschen. Natürlich muss auch der tolle Synthiesoundtrack erwähnt werden, der jede Szene passend einfängt. Die Zombies sind Fulci typisch arg verwest und schleimig, gerne auch mal mit ein paar dekorativen Maden verziert. Auch hier waren die Italiener meiner Meinung den blauen Romero-Zombies einen Schritt voraus. Leider kommt gerade der aufgehängte Pfarrer ein wenig lächerlich rüber wie er an seinem Strick dauernd vor irgendwelchen Leuten baumelt um sie zu erschrecken. Was soll’s, Schwamm drüber, dafür erwarten den geneigten Gore-Hound einige wirklich schöne Splatter-FX. Besonders die Szene in der eine junge Frau ihre Gedärme auskotzt wird vielen wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Aber natürlich gibt es auch etwas zu mäkeln, so gibt es keinen wirklichen „Helden“ mit dem man mitfiebern kann. Die Protagonisten bleiben im besten Falle blass, schwanken teilweise sogar ins unsympathische rüber. Außerdem finde ich die Nebenstory um den Außenseiter Bob und besonders seine Todesszene mehr als überflüssig. Da wollte jemand den Film wohl auf seine knapp 90 Minuten dehnen ;). Das merkt man leider besonders in der Mitte des Films wo Glockenseil leider die ein oder andere Länge aufweist. Wer am Ball bleibt wird aber noch mal mit einem klasse Finale belohnt, das nur durch die etwas komische letzte Szene ein wenig geschmählert wird. Bei den Zombies handelt es sich übrigens um die magische Sorte, soll heißen sie können einfach verschwinden und wieder auftauchen wie sie wollen und werden von einer übernatürlichen Macht gelenkt. Wie ich finde eine willkommene Abwechslung von der heutzutage nur noch viel zu selten Gebrauch gemacht wird.

Ein Zombie hing am Glockenseil ist mein persönlicher Lieblingsfilm von Fulci der auch heute noch Spaß macht, wenn man denn ein gewisses Retrofaibles hat.

Punkte: 7 von 10

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Veröffentlicht am 28. Mai 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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