Wild Beasts

Durch ungeklärte Vorkommnisse gelangt die Droge PCP (Angel Dust) in das Frankfurter Trinkwasser-System. Besonders Tiere scheinen anfällig für das Halluzinogen zu sein und entwickeln eine extreme Agressivität. Die Tiere im Zoo beginnen verrückt zu spielen und es gelingt ihnen der Ausbruch. Von nun an bevölkern Löwen, Tiger und Elefanten die Straßen der Großstadt, die Rache der Natur hat begonnen.

Ein Tierhorrorfilm der im Frankfurt der frühen 80er spielt?! Count me in! Direkt zu Anfang wird dem geneigten Zuschauer auch gleich klargemacht das es sich hier um keine schöne Stadt handelt. Dreck auf den Straßen, das Stadtbild grau und wenn man in die U-Bahn runter geht stapeln sich dort schon die Fixer-Spritzen. Das muss man Wild Beasts lassen, die sleazige Atmosphäre ist schon mal super. Der Schmier-Faktor ist auch bei unseren Protagonisten hoch 😉 Held und Tierarzt Rupert Berner rennt die ganze Zeit mit halboffenem Hemd und Schenkelbürste durch die Botanik. Das er auch in den schlimmsten Situationen einen coolen Spruch auf den Lippen hat gehörte wohl in diese Zeit, seinen Job nimmt man ihm aber nicht wirklich ab so grob wie er mit den Tieren umgeht. Ihm zur Seite steht die zugeknöpfte Laura Schwarz, der insbesondere ihre Tochter (die mit ihrer Klugscheißerei aber auch wirkliche extrem nervig ist) scheißegal zu sein scheint und nur an ihren Job denkt. Während die Stadt im Chaos versinkt geht sie lieber im Labor ihren Nachforschungen nach, als mal nach ihrer Kleinen zu sehen. Aber was soll man von einer Frau halten die selbst Porno-Rupert abblitzen lässt. Einzige halbwegs sympathische Person ist der ermittelnde Kommissar, der zwar keinen richtigen Plan zu haben scheint, die ganzen Zeit aber eine Chipstüte in der Hand hat.

But so what?! Wie haben es hier ja auch mit einem Tierhorrorfilm zu tun und da sind randalierende Viecher eh viel wichtiger. Hier kann Wild Beasts besonders durch die ungewöhnlichen Bilder punkten. Exotische Tiere wie Tiger, Löwen und Elefanten werden hier in einer urbanen Umgebung gezeigt was einige wirklich ungewöhnliche Szenen ergibt. Da hier mit echten Tieren gearbeitet wurde (dazu später mehr) bleiben wir von plumpen CGIs oder Puppen verschont. Highlight ist wohl die Szene in der ein Leopard einen VW-Käfer durch die Frankfurter Innenstadt jagt. Letztendlich natürlich total an den Haaren herbei gezogen, aber imposant gefilmt und in Szene gesetzt. Ziemlich doof dagegen ist der Elefanten-Angriff auf einen Kleinwagen bei dem einer der Insassen von Gummirüsseln erwürgt wird. Die Gore-Effekte gehen dabei (unter anbetracht des Alters) mehr als in Ordnung. Leider fehlt es Wild Beasts oft an wirklicher Spannung. Nach dem Ausbruch der Tiere werden einfach Setpieces abgehandelt und die Story dümpelt nur noch so dahin. Der Twist am Ende ist dann aber noch mal ganz nett.

Bis jetzt wäre Wild Beasts ein netter Horrorfilm im 6/10-Bereich, doch nun kommt das große Aber! Obwohl der Film den rücksichtslosen Umgang mit der Natur anprangert, wird hier Tierquälerei der übelsten Sorte verübt. Das hier Lebewesen denen man die Angst regelrecht ansieht durch für sie ungewohnte Umgebungen getrieben werden (Eisbär in der Schule, Löwen in der Stadt ect.) ist wohl noch das kleinste Übel! Viel schlimmer sind die nahezu unerträgliche Tiersnuff-Szenen die sogar Cannibal Holocaust und Co. alt aussehen lassen. Eine Katze wird von Ratten zerfleischt, diese dann anschließend vom Flammenwerfer verbrannt. Löwen werden auf engsten Raum auf Kühe und Pferde gehetzt und eine komplette Rinderherde wird durch eine Einkaufstraße über Tische und Stühle getrieben wobei ganz offensichtlich Tiere zu Schaden kommen. Leider war das in den italienischen Exploitation-Filmen dieser Zeit gang und gebe, mir versaut es dabei aber den Spaß am Film so dass ich diesen Dreck einfach nicht weiter empfehlen kann.

Punkte: 2 von 10

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Veröffentlicht am 22. April 2012 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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