Livid

Die junge Schwesternschülerin Lucie hat einen wenig beneidenswerten Job: In einem abgelegenen Fischerdörfchen an der französischen Küste sorgt sie für die älteren Mitbürger in der Umgebung, die in den eigenen vier Wänden auf das abzusehende Ende ihres Lebens warten. Ihr Pflegedienst bringt sie auch bald auf das verfallene Anwesen der ehemaligen Tanzlehrerin Madame Jessel, die schon seit Jahren künstlich beatmet im Koma liegt. Irgendwo im Inneren des verwirrend großen Hauses, so besagt es die örtliche Legende, soll ein Vermögen verborgen sein. Zusammen mit ihrem Freund William und dessen Bruder erliegt Lucie der Verlockung des schnellen Geldes, und im Schutz der Nacht steigt das Trio in Madame Jessels Villa ein. Keiner von ihnen ahnt, was sie wirklich dort drinnen erwartet… (Inhaltsange von http://www.fantasyfilmfest.com)

Da ist er also, der neue Film von Julien Maury und Alexandre Bustillo, den Machern von Inside. Die Vorfreude auf eine ähnlich blutüberströmte Schlachtplatte wurde aber schon früh mit der Aussage einen klassischen Horrorfilm drehen zu wollen vertrieben. Es muss aber auch nicht immer mega-gory sein und der erste Trailer versprach eine ganz besondere Atmosphäre!

Und tatsächlich ist Livid genau das geworden, old-school Gruselhorror bei dem aber auch die gewisse Prise roter Lebenssaft nicht fehlt. Lucie ist eine sympathische kleine Göre, die vor kriminellen Machenschaften zwar nicht zurück schreckt, das Herz aber an der richtigen Stelle hat. Ihr Freund Will und sein Bruder spielen in Livid nur eine untergeordnete, ja geradezu mitleiderregende Rolle. Wie schon Inside ist Livid ein Film der starken Frauen. Béatrice Dalle hier gleich doppelt in zwei Mutter-Rollen zu besetzten kann wohl schon als kleiner Insider-Gag für die Fangemeinde angesehen werden.

Werden in den ersten 20 Minuten die Charaktere eingeführt, beginnt mit dem Einbruch in das alte Herrenhaus der starke Teil von Livid. Die Atmosphäre ist extrem dicht wenn die 3 Eindringliege sich durch die dunklen Zimmer schleichen oder am Krankenbett der (angeblich) gebrechlichen alten Frau stehen. Besonders ein Spielzimmer mit lebensgroßen Puppen denen Tierköpfe aufgesetzt wurden ist mir gut im Gedächtnis geblieben und verdammt gruselig. Die beiden Regisseure lassen es gemächlich angehen und geben dem Zuschauer die Zeit die Stimmung vollkommen in sich aufzusaugen. Wenn dann die Vampire/Geister anfangen loszuschlagen geschieht dies ziemlich mystisch und blutig. Man weiß nicht so recht mit was man es zu tun hat und nur nach und nach kommt durch Visionen von Lucie die Wahrheit ans Licht. Das letzte Drittel konnte mir dann leider nicht mehr so recht zu sagen. Keine Ahnung ob Maury und Bustillo sich am Ende selber verzettelt haben oder mal was ganz innovatives abliefern wollten, ich konnte damit jedenfalls nichts anfangen. Eine Prise weniger Fantasy wäre da meiner Meinung ratsam gewesen.

Livid hat etwas märchenhaftes, dieses Feeling zieht sich durch den kompletten Film und durch nahezu jedes Bild. 3 junge Menschen auf der Suche nach einem Schatz, ein verwunschenes Haus, die böse Mutter und die finale schmerzhafte Erlösung; klassische Themen wie man sie auch in den Geschichten der Gebrüder Grimm findet. Bis auf das lahme und viel zu lang gezogene Ende ein nicht perfekter aber schöner Horrorfilm.

Punkte: 7 von 10

PS: Am 10.05 kommt dann auch schon die DVD/BD von Sunfilm, also Augen auf 😉

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Veröffentlicht am 26. März 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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