Red State

Auf der Suche nach schnellem Sex tappen 3 Jugendliche in die Falle des erzreaktionären Bibelkults um Abin Cooper! Neben schon zuvor hingerichteten Homosexuellen will Cooper nun auch an der verkommenden Jungend ein Exempel statuieren und die Sünder zur Hölle schicken. Während innerhalb der Kirche der Tod unaufhaltsam näher rückt, geht draußen die Polizei in Stellung um das Gotteshaus zu stürmen! Als der leitende Beamte Joseph Keenan die Verhandlungen aufnehmen will eskaliert die Situation.

Nachdem ich Red State auf dem Fantasy Film Fest letztes Jahr bewundern durfte war ich ja alles andere als angetan: Zu unentschlossen, weder Fisch noch Fleisch, mit einem viel zu langem Shootout und einem unbefriedigendem Ende! Nein, Kevin Smiths erster Ausflug ins Horror-Genre konnte mich wirklich nicht begeistern! Aber wahrscheinlich bin ich einfach mit den falschen Erwartungen an Film heran gegangen, denn konnte man wirklich einen konventionellen Horrorstreifen von Smith erwarten?! Wohl, eher nicht und so schweiften meine Gedanken in den nachfolgenden Monaten immer mal wieder zu Red State ab und ich bekam Lust ihn mir doch noch einmal anzuschauen!

So freute ich mich also das Ascot Elite ihn auch bei uns ungeschnitten brachte und griff kurz nach Release direkt zur BluRay. Und nun, nachdem ich in etwa wusste was auf mich zukommt gefiel er mir auch gleich viel besser! Die ersten 15 Minuten kommen da noch am ehesten einem typischen Genre-Film gleich nur um dann in einen in einen doch recht dialoglastigen Thriller abzudriften. Besonders hervorzuheben sind Michael Parks und John Goodman die ihre Rollen wirklich großartig spielen. Parks verkörpert den Sekten-Führer Abin Cooper mit einer Intensität das es einem Kalt den Rücken runter läuft! Großes Highlight des Films ist eine 20 minütige Predigt, in der Cooper auf eine seltsam warmherzige Art gegen Schwule, Jugend, Musik und die Welt im allgemeinen hetzt und nebenher mit den kleinsten der Gemeinde herumalbert! Sehr bedrückend wenn man bedenkt das es sich hier leider nicht um reine Fiktion sondern um traurige Realität handelt! Smiths Abneigung gegen solche christliche Fundamentalisten ist regelecht spürbar, allerdings begeht er nicht den Fehler sie als stumpfe Hetzer dazustellen! Aber nicht nur die christlichen Sekten bekommen in Red State ihr Fett weg, auch die Amerikanische Post9/11-Regierung und ihr Umgang mit den Rechten der Bürger wird an den Pranger gestellt! Hier brilliert John Goodman als zwischen Befehl und Moral hin und her gerissener Einsatzleiter! Das Ende finde ich immer noch recht komisch, passt aber irgendwie zum Rest des Films! Trotzdem, wirklich glücklich bin ich damit nicht…

Red State lässt sich auch nach der zweiten Sichtung nicht wirklich einem Genre zuordnen. Größtenteils lebt der Film für mich von der tollen Leistung von Parks und Goodman und dem netten Twist in der zweiten Hälfte! Das fehlen einer wirklichen Identifikationsfigur ist überraschend unwichtig, trotzdem würde ich empfehlen sich den Film erst einmal auszuleihen bevor man einen Blindkauf tätigt 😉

Punkte: 7 von 10

Advertisements

Veröffentlicht am 25. Januar 2012 in Film-Reviews und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: