Stake Land / Vampire Nation

Aus heiterem Himmel bricht die Vampirkatastrophe über Amerika herein und verwandelt weite Teile der Bevölkerung in blindwütige Blutsauger. Der jugendliche Martin überlebt die Ausrottung seiner Familie nur mit Hilfe des zufällig vorbei kommenden Vampirjägers Mister und weicht diesem fortan auf dessen Odyssee Richtung Kanada nicht mehr von der Seite. Unterwegs treffen sie andere Überlebende, die aber nicht alle freundlich sind, und geraten schließlich kurz vor dem Ziel mit einer Gruppe religiös motivierter Vigilanten aneinander.

Wow, Stake Land ist endlich mal wieder eine richtig große Überraschung. Hatte ich eigentlich nur ein nettes B-Movie für zwischendurch erwartet, entpuppt sich Stake Land als richtig toller und atmosphärischer Horrorfilm der den Mut hat es auch mal ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Die Protagonisten wandern durch eine kalte verlassene Welt, immer auf der Suche nach dem nächsten Hoffnungsschimmer. Die Menschen haben Ihre Städte zu Festungen ausgebaut in denen sie mehr oder weniger sicher sind. Hier zeigt sich dann auch die liebe zum Detail die in dem Film steckt. Man hat hier wirklich das Gefühl das es sich um Menschen handelt die um das Überleben kämpfen. Alles ist dreckig und notdürftig zusammengebastelt, die Leute in Lumpen gehüllt, weit ab vom Cool-Look Hollywoods. Auch ist das verhalten der Protagonisten nachvollziehbar und verständlich! Hier wird brutal und effizient, aber niemals Herzlos gehandelt. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern wachsen einem die Protagonisten richtig ans Herz, so das man in den Aktionsequenzen richtig mitfiebert. Die Vampire sind animalisch und monsterhaft, aber keinesfalls übermächtig. Vielleicht hätte die Menschheit sich schon längst wieder aufgerappelt, wäre da dicht die fanatische „Bruderschaft“, die die Vampire als Zeichen Gottes ansehen und Krieg gegen die anderen Menschen führt. Klar, Sekten sind in solche Endzeitfilmen nichts wirklich neues, in Stake Land fügt sich aber alles zu einem großen funktionierendem Ganzen zusammen. Unterstütz von einem tollen Maintheme, das zwar exzessiv genutzt wird, die Szenen aber immer im richtigen Moment mit seiner tollen Streicherkomposition untermalt. Im Netz wird Stake Land oft mit The Road verglichen und man muss sagen das wirklich viele Parallelen zu finden sind, besonders was die Atmosphäre angeht (auch hier reden die Protagonisten sich z.B. nie mit Namen an).

Stake Land ist ein wahrer Glücksgriff für jeden Genre-Fan und hätte eine große Kinoauswerung eigentlich mehr als verdient gehabt. Bleibt zu Hoffen das er jetzt wenigstens auf DVD und BluRay zu seinem mehr als verdientem Erfolg kommt.

Punkte: 9 von 10

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Veröffentlicht am 2. Oktober 2011 in Film-Reviews und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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