I Saw the Devil

Die schwangere Frau eines südkoreanischen Polizeiagenten ist nachgerade geschlachtet worden von einem offenbar seriell operierenden Frauenmörder. Frisch beurlaubt wegen der verwandtschaftlichen Nähe zum Opfer macht sich der Witwer daran, den Täter auf eigene Faust zu ermitteln, ohne ihn jedoch, als er ihn findet, sogleich umzubringen. Vielmehr verwickelt er seinen Gegner in ein perfides Katz- und Mausspiel, um ihm immer wieder schmerzhaft zuzusetzen. Der Unhold aber nimmt die Herausforderung an und dreht den Spieß um.

I Saw the Devil habe ich mir selber ja fast in unerreichbare Höhen gehyped, nicht nur die Story hat sich interessant angehört, auch die ersten Reviews von diversen Festivals sparten nicht mit Lob. Generell bin ich ja auch riesen Fan des Koreanischen Kinos, nirgends sonst hat man eine so ausgewogene Mischung aus bombastischen Bildern und wirklicher Tiefe innerhalb der Story. Als gestern dann auch endlich meine deutsche Uncut BR aus der Black Edition eintraf, wanderte die Scheibe natürlich Abends direkt in den Player.

Um es vorweg zu nehmen hat I Saw the Devil meine (zugegeben hohen) Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ok, die Story war spannend und besonders die beiden Hauptdarsteller hätten eigentlich den scheiß Oscar verdient, aber irgendwie hat mich das ganze nicht so recht mitgerissen. Wahrscheinlich weil mir einfach die Identifikationsfigur fehlte und ich deshalb mit keinem so richtig mitleiden könnte. Der Serienkiller ist sowieso hassenswert, aber auch der Witwer auf Rachefeldzug schlägt irgendwann so sehr aus der Linie das ich keine Sympathien für ihn empfinden konnte. Leider fehlte mir auch das gewisse Eye-Candy das viele koreanische Filme ausmacht. Sympathy for Lady Vengeance (der die Thematik ganz ähnlich angeht) hatte da z.B. um einiges mehr zu bieten. Schade, besonders in diesem Bezug war ich geradezu ein wenig enttäuscht! Die gezeigte Gewalt ist roh und realistisch! Ein Kopf der von einer Eisenstange getroffen wird zerplatzt halt nicht direkt, nein die Stange trifft mit einem stumpfen Geräusch auf den Schädel! Das die deutschen Verkaufsversion um 11 Minuten geschnitten ist, halte ich aber mal wieder für maßlos übertrieben. Das Ende hat mich dann ein wenig ratlos zurück gelassen, ich würde mich über PNs freuen wie ihr das interpretieren würdet!

Letztendlich ist I Saw the Devil für mich einfach „nur“ ein guter Thriller geworden, der bestimmt über kurz oder lang auch durch die amerikanische Remake-Mangel genommen wird. Zu wünschen ist es ihm nicht!

Punkte: 7/10

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Veröffentlicht am 22. April 2011 in Film-Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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