Frontier(s)

Vier junge Leute aus der Pariser Trabantenvorstadt haben die traditionellen Unruhen für einen Raubzug genutzt und dabei auf Polizisten geschossen. Jetzt fliehen sie aus der Hauptstadt, wo der Boden für sie zu heiß geworden ist, Richtung Holland und steigen für die Nacht in einer wenig vertrauenerweckenden Spelunke nahe der Grenze ab. Dort führt eine degenerierte Nazisippe ein Schreckensregiment. Gäste aber sind willkommen – im Falle der Herren zum Verzehr, im Falle der Damen zur Auffrischung des Blutes.

Nun habe ich ihn auch endlich gesehen, den letzten der 4 bösen Franzosen (neben Martyrs, Inside und High Tension) und wieder konnten mich unsere Nachbarn überzeugen. Ok, im Endeffekt ist Frontier(s) nur ein recht dreistes TCM Rip-Off inkl. herrischem Familienoberhaupt, dem Muskelmonster für’s Grobe, einer Dinnerszene und vielem mehr! Was Frontier(s) aber von der unüberschaubaren Masse an Terror-Filmen abhebt ist die rohe und dreckige Machart. Die Gewalt ist nicht witzig oder zum abfeiern sondern ein regelrechter schlag in den Magen! Die Kamera hält konsequent drauf und bis auf eine Ausnahme sind alle Effekte handgemacht und technisch top! Es gibt kein Augenzwinkern oder Comic-Relief, aber das kennen wir ja von den Franzosen! Auch die Schauspieler machen ihre Sache großartig!! Sei es die abgefuckte Nazifamilie die zur Abwechslung mal wirklich bedrohlich rüber kommt oder unsere Kleingangster mit denen man trotz fehlender Sympathien irgendwie mit leidet. Besonders Yasmine kommt authentischer rüber als die Konkurrenz aus Hollywood rüber. Wo die Heldinnen aus Übersee sich zum Ende hin zur Kampfamazone wieder Willen entwickeln, bleibt von Yasmine ein zitterndes Wrack übrig, die nur noch auf Ihre Instinkte hört um zu überleben! Großartig!

Allerdings gibt es muss ich auch noch ein wenig Kritik loswerden! So wirken z.B. die am Anfang eingespielten Szenen der Pariser-Jugendkrawallen ein wenig aufgesetzt und deplatziert! Schlimmer aber noch ist das Oberhaupt der Nazifamilie, das immer wieder im gebrochenen Deutsch Fascho-Parolen a lá „Arbeit macht Frei“, „Meine Ehre heißt Treue“ usw. von sich gibt. Das kommt irgendwie blöd rüber, da man das Deutsch kaum versteht (es soll sich hier um einen Altnazi handeln, da kann man das ja wohl erwarten ;-)) und die Sätze zusätzlich total aus dem Zusammenhang sind. Aber vielleicht fällt das auch nur uns Mutterspachlern auf, so oder so, es nagt ein wenig an der dichten Atmosphäre!

Letztendlich ist Frontier(s) aber ein astreiner Terrorfilm mit allem was der Horrorfan sich wünscht! Dazu kommt das gewisse Flair Europäischer Produktionen, den die ganzen Ami-Flicks einfach nicht haben!

Punkte: 8 von 10

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Veröffentlicht am 19. Februar 2011 in Film-Reviews und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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