Heartless

Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, streift der schüchterne Jamie mit seiner Kamera bewaffnet durch die heruntergekommenen Straßen des Londoner East Ends. Er führt ein Außenseiterdasein, denn sein Gesicht ist durch ein riesiges herzförmiges Muttermal entstellt. Auf einem seiner nächtlichen Streifzüge beobachtet Jamie einen bestialischen Mord – verübt von einer Gang, deren Mitglieder ihre Gesichter hinter dämonischen Masken verbergen. Doch Jamie lässt sich nicht täuschen; er kennt ihr Geheimnis: Diese Dämonen sind echt! Als seine Mutter einem ihrer Anschläge zum Opfer fällt, nimmt Jamies Leben eine dramatische Wendung: Gezeichnet von Trauer und Depressionen, trifft er auf den teuflischen Papa B, welcher ihm die Erlösung in Aussicht stellt. Dafür muss Jamie einen Pakt eingehen, der ihn geradewegs in den „Vorhof der Hölle“ führt …

Fangen wir mit den positiven (und dominierenden) Aspekten von Heartless an: In den ersten 40 Minuten ist Heartless für mich die neue Referenz in Sachen Atmosphäre! Die Stimmung ist so ungemein dicht, düster und teilweise sogar irgendwie märchenhaft das man geradezu in den Film hereingesogen wird. Die runtergekommene Großstadt wird in grandiosen Bildern eingefangen in der die melancholische Figur des Hauptdarstellers irgendwie versucht zu Recht zu kommen. Das Auftreten der Gang/Dämonen ist genauso brachial und beklemmend in Szene gesetzt wie die Gewaltszenen, welche zwar nur sporadisch auftreten, dafür aber um so wirkungsvoller sind! Nun ja, nach etwa der Hälfte des Films erfolgt ein Bruch und Heartless rutscht in einen konventionellen und halbwegs vorhersehbaren Horrorfilm ab, der dadurch viel von seiner Magie einbüßt. Versteht mich nicht falsch, selbst hier ist Heartless noch gehobenes Niveau, aber das gewisse Etwas fehlt einfach. Wirklich schade, hier hätte ein neuer Kultfilm entstehen können der frischen Wind in das Genre bringt. Leider hat man auch das Ende in dieser Form schon öfters gesehen, so dass ein fader Beigeschmack nach dem Abspann bleibt.

So oder so, Heartless kann jedem „offenen“ Horror-Fan nur ans Herz gelegt werden.

Punkte: 7 von 10

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Veröffentlicht am 11. Februar 2011 in Film-Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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