Archiv der Kategorie: Film-Reviews
See No Evil

Bei einem Resozialisierungsprogramm wird eine Gruppe Jugendlicher Straftäter zu Aufräumarbeiten in ein heruntergekommenes Hotel geschickt. Leider treibt ein brutaler Killer in dem riesigen Gebäude sein Unwesen der ein besonderes Faible für Augen hat.
Wenn die WWE, WWF oder wie diese Wrestling-Company auch immer heißen mag an einem Film beteiligt ist, bedeutet das meistens nichts Gutes! See No Evil, in dem Affengesicht Kane untergebracht wurde, ist da wohl eine der wenigen Ausnahmen. Der Slasher funktioniert ganz wunderbar, ist genrebedingt halbwegs spannend und bietet einige nette Splatter-FX. Größter Pluspunkt ist dabei ganz klar das heruntergekommene Hotel im Art Decor Stil das die jugendlichen Straftäter wieder auf Vordermann bringen sollen. Vermüllt, dreckig und arg verwinkelt bietet das Bauwerk viele schöne Verstecke für den hühnenhaften Killer. Kane verleiht dem kahlköpfigen Schlächter eine enorme Präsenz und man bekommt es schon mit der Angst wenn das Muskelmonster durch Wände bricht um Jagd auf seine Opfer zu machen. Diese sind natürlich allesamt recht unsympathisch und in den klassischen Rollen besetzt: Von der blonden Bitch bis zum schwarzen Türknacker ist alles dabei was nervt so dass man sich auf blutige Tode freuen kann. Allerdings muss man See No Evil zu gute halten das seine kriminellen Protagonisten nicht die bekannte Metamorphose zum Gutmenschen hinlegen und das ist ja auch schon mal etwas. Die Gore-FX sind gut gemacht und kommen nur zu einem kleinen Teil aus dem Rechner, das meiste sieht doch recht handgemacht aus. Vom abgeschlagenen Arm bis zur Augenentnahme per Wurstfinger wird auch einiges geboten. Keine Ahnung warum dauernd irgendwelche CGI-Fliegen durch das Bild schwirren, diese sehen recht billig aus und sollen wohl den Killer ankündigen. Na ja… Erwähnenswert ist auch noch der Tod von Kane (ups, Spoiler
) der recht spektakuläre und drastisch in Szene gesetzt wurde.
See No Evil ist sicher kein Meilenstein des Genres, setzt sich aber vom Grossteil seiner aktuellen Kollegen durch eine flotte Inszenierung ab! Bis auf einigen kleineren Längen am Ende kommt so gut wie keine Langeweile auf und der geneigte Slasher-Fan wird bestens unterhalten. Achtung: Leider gibt es keine deutschsprachige Uncut-VÖ von See No Evil, in UK und den USA ist die DVD aber schon für kleines Geld zu haben.
Punkte: 6 von 10
Wild Beasts

Durch ungeklärte Vorkommnisse gelangt die Droge PCP (Angel Dust) in das Frankfurter Trinkwasser-System. Besonders Tiere scheinen anfällig für das Halluzinogen zu sein und entwickeln eine extreme Agressivität. Die Tiere im Zoo beginnen verrückt zu spielen und es gelingt ihnen der Ausbruch. Von nun an bevölkern Löwen, Tiger und Elefanten die Straßen der Großstadt, die Rache der Natur hat begonnen.
Ein Tierhorrorfilm der im Frankfurt der frühen 80er spielt?! Count me in! Direkt zu Anfang wird dem geneigten Zuschauer auch gleich klargemacht das es sich hier um keine schöne Stadt handelt. Dreck auf den Straßen, das Stadtbild grau und wenn man in die U-Bahn runter geht stapeln sich dort schon die Fixer-Spritzen. Das muss man Wild Beasts lassen, die sleazige Atmosphäre ist schon mal super. Der Schmier-Faktor ist auch bei unseren Protagonisten hoch
Held und Tierarzt Rupert Berner rennt die ganze Zeit mit halboffenem Hemd und Schenkelbürste durch die Botanik. Das er auch in den schlimmsten Situationen einen coolen Spruch auf den Lippen hat gehörte wohl in diese Zeit, seinen Job nimmt man ihm aber nicht wirklich ab so grob wie er mit den Tieren umgeht. Ihm zur Seite steht die zugeknöpfte Laura Schwarz, der insbesondere ihre Tochter (die mit ihrer Klugscheißerei aber auch wirkliche extrem nervig ist) scheißegal zu sein scheint und nur an ihren Job denkt. Während die Stadt im Chaos versinkt geht sie lieber im Labor ihren Nachforschungen nach, als mal nach ihrer Kleinen zu sehen. Aber was soll man von einer Frau halten die selbst Porno-Rupert abblitzen lässt. Einzige halbwegs sympathische Person ist der ermittelnde Kommissar, der zwar keinen richtigen Plan zu haben scheint, die ganzen Zeit aber eine Chipstüte in der Hand hat.
But so what?! Wie haben es hier ja auch mit einem Tierhorrorfilm zu tun und da sind randalierende Viecher eh viel wichtiger. Hier kann Wild Beasts besonders durch die ungewöhnlichen Bilder punkten. Exotische Tiere wie Tiger, Löwen und Elefanten werden hier in einer urbanen Umgebung gezeigt was einige wirklich ungewöhnliche Szenen ergibt. Da hier mit echten Tieren gearbeitet wurde (dazu später mehr) bleiben wir von plumpen CGIs oder Puppen verschont. Highlight ist wohl die Szene in der ein Leopard einen VW-Käfer durch die Frankfurter Innenstadt jagt. Letztendlich natürlich total an den Haaren herbei gezogen, aber imposant gefilmt und in Szene gesetzt. Ziemlich doof dagegen ist der Elefanten-Angriff auf einen Kleinwagen bei dem einer der Insassen von Gummirüsseln erwürgt wird. Die Gore-Effekte gehen dabei (unter anbetracht des Alters) mehr als in Ordnung. Leider fehlt es Wild Beasts oft an wirklicher Spannung. Nach dem Ausbruch der Tiere werden einfach Setpieces abgehandelt und die Story dümpelt nur noch so dahin. Der Twist am Ende ist dann aber noch mal ganz nett.
Bis jetzt wäre Wild Beasts ein netter Horrorfilm im 6/10-Bereich, doch nun kommt das große Aber! Obwohl der Film den rücksichtslosen Umgang mit der Natur anprangert, wird hier Tierquälerei der übelsten Sorte verübt. Das hier Lebewesen denen man die Angst regelrecht ansieht durch für sie ungewohnte Umgebungen getrieben werden (Eisbär in der Schule, Löwen in der Stadt ect.) ist wohl noch das kleinste Übel! Viel schlimmer sind die nahezu unerträgliche Tiersnuff-Szenen die sogar Cannibal Holocaust und Co. alt aussehen lassen. Eine Katze wird von Ratten zerfleischt, diese dann anschließend vom Flammenwerfer verbrannt. Löwen werden auf engsten Raum auf Kühe und Pferde gehetzt und eine komplette Rinderherde wird durch eine Einkaufstraße über Tische und Stühle getrieben wobei ganz offensichtlich Tiere zu Schaden kommen. Leider war das in den italienischen Exploitation-Filmen dieser Zeit gang und gebe, mir versaut es dabei aber den Spaß am Film so dass ich diesen Dreck einfach nicht weiter empfehlen kann.
Punkte: 2 von 10
Bellflower

Woodrow und Aiden sind dicke Kumpels die einen gemeinsamen Traum haben: Nach der globalen Apokalypse mit Ihrer eigenen Gang „Mother Medusa“ durch die endlosen weiten des Ödlandes zu fahren! Um auch vorbereitet zu sein, schrauben die beiden am Endzeit-MuscleCar und dem HomeMade-Flammenwerfer. Dieses Hobby kommt allerdings zum erliegen als Woodrow die quirlige Milly kennen lernt und sich in sie verliebt. Wie es immer so ist haben dann plötzlich andere Sachen Priorität und für Woodrow beginnt eine Zeit der Entscheidungen.
Nachdem die KinoKontrovers-Reihe von Legend eingestellt wurde (ist ja mittlerweile wieder da), haben die Störkanal-Editions von I-On für mich deren Platz eingenommen. Zwar gibt es auch hier einige Gurken, wie den Saw-Abklatsch Hunger, aber solche unangenehmen Perlen wie Dogtooth oder Savage garantieren doch im Normalfall ein recht besonderes Seherlebnis.
Mit seinem wilden Genre-Mix fügt sich Bellflower ganz wunderbar in die Störkanal-Reihe mit ein! RoadMovie, Drama, Liebesilm und das alles mit einer Prise Apokalypse. Bellflower ist roh, ungezähmt und kommt einfach frisch rüber, wobei besonders die tollen Bilder im Gedächtnis bleiben. Egal ob der Strahl eines Flammenwerfers der dem Nachthimmel empor steigt oder die von Bildfiltern überzeichnete Weite Texas, es gibt einiges zu sehen. Durch bewusst auf der Kameralinse angebrachte Schmutzflecken fühlt man sich dem Geschehen sogar noch näher und man meint den Staub der Straße geradezu schmecken zu können. Die verrückten Charaktere tragen zusätzlich zu der (zumindest in der ersten Hälfte) guten Atmosphäre bei! Sympathische Typen, die man zwar nicht so richtig einschätzen kann, mit denen man aber gerne mal ein Bier trinken würde. Langweilig wird einem hier wohl garantiert nicht
Im Laufe der Spielzeit ändert sich aber die Stimmung, man fühlt geradezu etwas Unheilvolles heraufziehen, ohne jedoch wirklich einschätzen zu können aus welcher Richtung es kommt. Und dann ist es auch schon da, das schlechte Gefühl im Magen! Wessen Herz wird gebrochen und wer wird damit letztendlich nicht klarkommen? Kommen Flammenwerfer und getuntes MuscleCar noch zum Einsatz oder bekommen die Protagonisten doch noch die Kurve? Ich weiß es und Ihr solltet es auch schnellstmöglich herauß finden.
Punkte: 8 von 10
Battleship

Das musste ja so kommen! Jahrelang haben wir Botschaften ins All gefeuert und nun bekommen wir die Antwort in Form einer handfesten Invasion. Mehrere Alienschiffe stürzen ins Meer und errichten eine riesige, undurchdringbare Energiekuppel um sich herum! Blöd nur das zeitgleich dort auch eine Übung der Navy stattfindet und so einige Kriegsschiffe mit eingesperrt wurden. Ein (nur zunächst) ungleicher Kampf um das Überleben der Menschheit beginnt.
Autsch! Ein Film das auf dem Brettspiel „Schiffe versenken“ basiert! Nachdem vor einigen Monaten die Ankündigung und dann auch schon der erste Teaser zu Battleship im Netz rumschwirrten war ich ja alles andere als angetan. Als ich dann letztens im Kino den ersten richtigen Trailer sah, wirkte das alles schon gar nicht mehr so schlimm und da ich heute nichts zu tun hatte bin ich tatsächlich ins Kino gedackelt und habe mir den Film in der 15 Uhr Vorstellung angeschaut!
Gleich vorweg, Battleship ist bei weitem nicht so schlimm wie man jetzt vielleicht denken mag. Besonders die Charaktere heben sich ein wenig vom Michael Bay Patrioten-Einheitsbrei ab. Ja klar, hier lieben natürlich auch alle ihr Land, aber es weht nicht alle 10 Minuten in Zeitlupe eine Ami-Flagge durchs Bild. Hauptdarsteller Taylor Kitsch als Alex Hopper macht zwar ebenfalls die typische Metamorphose vom Draufgänger zum Helden durch, bleibt dabei aber halbwegs glaubwürdig. Auch das untypische Charaktere wir ein Soldat dem beide Beine amputiert wurden oder eine Gruppe alter Navy-Veteranen eine wichtige Rolle spielen lässt Battleship ein bisschen eigenständiger wirken. Gut das Liam Neeson nur verhältnismäßig wenig Screentime hatte, irgendwie will ich den in solchen Trashern nicht sehen. Ach ja, sogar Rihanna ist mehr oder weniger ansehbar und macht ihren Job als toughe Navy-Soldatin recht gut. Beyonce hätte ich aber lieber in knapper Uniform gesehen
Alles in allem also durchweg nette Charaktere die einem wenigstens nicht auf die Nerven gehen (höre ich da jemanden Megan Fox schreien?).
Viel wichtiger ist aber natürlich die Aktion und hier stinkt Battleship leider ein wenig gegen den großen Konkurrenten Transformers ab. Die Raumschiffe sind schon ganz cool gemacht, aber leider handelt es sich bei den Außerirdischen um menschenähnliche Lebenwesen und das fand ich doch recht langweilig. Entweder will ich richtige Aliens/Monster sehen oder haushohe Maschienen-Dinger wie eben in Transformers. Da die meiste Aktion innerhalb der Energie-Glocke abgeht, ist das Kriegsgebiet auch noch recht beschränkt. Neben 2 kleineren Intermezzos in Städten, laufen die meisten Scharmüzel auf hoher See zwischen den Kriegsschiffen der Aliens und der der Menschen ab. Zu Anfang noch ganz nett, verlor das für mich schnell an Reiz. Allerdings wurde hier die Hommage an das Brettspiel recht nett eingebaut, als die Crew auf der Radarkarte erraten muss wo das gegnerische Schiff als nächstes auftaucht. Die Aliens waren im übrigen auch nicht abgrundtief Böse und reagieren im Endeffekt nur auf Angriffe, das hätte der olle Bay wohl auch nicht so umgesetzt. Unschuldige oder unbewaffnete werden auch mal verschont bzw. nur beseitigt wenn man sich den Außerirdischen in den Weg stellt. Gegner mit Ethik, wer hätte mit so etwas im modernen Kino noch gerechnet?
Ich tue mich schwer Battleship eine Empfehlung auszusprechen. Ich habe den Besuch im Kino zwar nicht bereut, trotzdem glaube ich dass der auch zu Hause auf BD reichen würde. Besonders die lange Laufzeit von über 2 Stunden tut Battleship einfach nicht gut und lässt ihn in der Mitte ein wenig zäh wirken!
Punkte 6 von 10
Villa Captive

Lucy Lust (Real Life Porno-Mieze Liza del Sierra) ist eine erfolgreiche Pornodarstellerin aus Frankreich, die sich nun aber aus dem Geschäft zurück ziehen will. Sie kauft sich eine schicke Villa in Miami und möchte dort erstmal zur Ruhe kommen. Doch das erregt natürlich Aufmerksamkeit und so bricht eine kleine Gruppe Dumpfspacken in das Haus ein während Lucy und der junge Hausmeister Jeremia aus zum Essen sind. Die beiden überraschen die Einbrecher allerdings und so beginnt für den Zuschauer ein Tortour der puren Langeweile!
„…verweist damit den ähnlich gelagerten I Spit on your Grave in die zweite Liga der Rape’n’Revenge Filme!“ „Mit seiner abgebrühten Machart erinnert Villa Captive zusätzlich an den artverwandten Martyrs.“
Oh man, große Worte springen einem da vom Backcover entgegen. Klar, die Marketing-Abteilungen der Publisher überschlagen sich gerne mal mit Versprechungen und Anpreisungen, nach dem anschauen von Villa Captive stellt sich aber schon die Frage ob die Schreiberlinge auch nur ansatzweise einen Blick auf dieses Machwerk geworfen haben.
Das Subgenre des Rape’n’Revenge Films ist an sich schon ein heikle Angelegenheit. Wo überschreitet man die Grenze des Zeigbaren? Muss man wirklich eine 10 minütige Vergewaltigung in seinen Film einbauen? Ist die zum Ende waltende Selbstjustiz gerechtfertigt? Neben viel Schund gibt es aber auch einige wirkliche Terrorperlen die geradezu ein Schlag in den Magen sind. Der bereits oben erwähnte I Spit on your Grave (Remake & Original) und The Last House on the Left (nur das Remake
) würde ich zum Beispiel hierzu zählen. Villa Captive spielt zwar die typischen Genre-Konventionen ab und kopiert dabei gnadenlos bei den „Großen“, bleibt aber so emotionslos das über die eh kurze Laufzeit von 79 Minuten die pure Langeweile regiert!
An den billigen Look könnte man sich ja vielleicht gewöhnen, aber spätestens bei den Schauspielern ist Hopfen und Malz verloren. Lange habe ich ein komplettes Ensemble schon nicht mehr so schlecht spielen sehen. Hölzern, aufgesetzt und ohne Leben werden die Figuren aus dem Klischee-ABC dargestellt. Die Rape-Gang besteht natürlich auch wieder aus den typischen Versatzstücken wie dem Anführer, dem Verrückten der durchdreht und dem Mitläufer der die Taten ein wenig in Frage stellt. Die Krone setzt dem ganzen aber der behinderte Bruder des Maniac auf (ach, daher der Verweis auf I Spit on your Grave
)! Nicht nur das diese Darstellung eines geistig behinderten Menschen mehr als Fragwürdig ist da dieser hier schon als nahezu bösartig hingestellt wird, nein, der Typ ist so was von nervig das der ohnehin schon miese Film noch schwerer zu ertragen ist! Liza del Sierra hätte ebenfalls lieber im Porno-Biz bleiben sollen. Ein Rape’n’Revenge Film in der man der Protagonisten Ihr Leiden nicht ab nimmt MUSS einfach zum scheitern verurteilt sein! Lizas Charakter bleibt über die komplette Spielzeit viel zu tough, man glaubt immer wieder ein Lächeln auf Ihren Lippen zu sehen.
Mit schlechten Schauspielern haben wir Horror-Fans ja immer wieder mal zu kämpfen, leider bietet Villa Captive auch ansonsten überhaupt nichts was an den Bildschirm fesseln könnte. Die Handlung ist genrebedingt vorhersehbar, wirkliche Gore-FX sind nicht vorhanden und sogar die große Rache am Ende ist so stümperhaft insziniert das man beinahe auflachen möchte. Die Vergewaltigung, normalerweise eine Kernszene, wird hier mal eben innerhalb weniger Sekunden abgespielt. Ich bin kein Freund dieser Sequenzen und mir schlagen die immer ziemlich auf den Magen, trotzdem sind sie wichtig um Emotionen und Abscheu aufzubauen. Man muss ja auch nicht stumpf draufhalten, auch ein Abblenden und den psychologischen Impact im nachhinein darstellen ist mehr als legitim, aber das bekommt Villa Captive auch nicht hin. Es scheint beinahe so, als wäre nichts passiert! Ein mal kurz ins Kissen geheult und weiter geht’s. Seltsam auch das auf den scheinbar belebten Straßen niemand etwas von der ganzen Geschichten mitbekommt, obwohl verschiedene Personen gerne mal durch den Garten gejagt oder auf offener Straße in ein Auto gezerrt werden.
Villa Captive hat leider keinerlei Daseinsberechtigung! Der Film ist langweilig, schlecht gemacht und wird eher früher als später in Vergessenheit geraten. Tut Euch den Gefallen und spart Euch diese 80 Minuten purer Zeitverschwendung.
Punkte: 1 von 10
Noch etwas zur BD/DVD: Die deutsche Synchro ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, gut das man auf den englischen O-Ton umswitchen kann. Das es weder englische noch deutsche UTs gibt wirkt zwar nicht mehr Zeitgemäß, ist aber verschmerzbar, ein wahres NoGo ist aber das die ab und an auftauchende französischen Sequenzen nicht untertitelt wurden!
Trotzdem: Vielen Dank an I-On New Media für die freundlich Bereitstellung der BD.
The Thing

Der Südpol, unendliche weiße Weiten… Hier entdeckt ein norwegisches Forscherteam im ewigen Eis ein Raumschiff das vor vielen Jahren abgestürzt zu sein scheint. Nicht weit davon entfernt kann dann auch in einem massiven Eisblock das dazugehörige Alien geborgen werden, das man natürlich sofort zur Station bringt! Schon von Ruhm und Ehre träumend wähnt man sich in Sicherheit, doch es kommt wie es kommen muss und das Alien erwacht zum Leben. Kann das Monster nach kleineren Verlusten besiegt werden, wird schnell klar das es sich um einen Parasiten gehandelt hat, der von nun an in jedem stecken könnte. Der Kampf ums Überleben kann beginnen.
Bei The Thing von 2011 handelt es sich um ein Prequel, das die direkten Ereignisse vor den Geschehnissen des Carpenter Films schildert. Letztendlich ist der Aufbau nahezu identisch zu eben diesem, so dass man schon von einem direkten Remake sprechen kann. Alien wird gefunden, auf die Station gebracht, Alien bricht aus, wird angeblich getötet lebt dann aber doch in den Forschern weiter und keiner weiß wer wer ist. Klingt bekannt, oder!? Obwohl man als Kenner des Origninals ja schon fast weiß wie die Geschichte ausgeht, schafft es The Thing besonders in der Mitte des Films angenehme Paranoia-Atmosphäre aufzubauen. Schön auch das hier nicht die die typischen Hollywood-Schönlinge aufspielen sondern die Männer und Frauen auf der Forschungsstation mit Ecken und Kanten dargestellt werden. Highlight sind natürlich mal wieder die Creature-FX die vollends überzeugen können. Neben vielen handgemachten Effekten kommt auch einiges an CGI zur Anwendung, das aber niemals billig oder all zu unecht wirkt. Trotzdem sind die Effekte aus dem Original ein ganzes Stück charmanter und ein Highlight wie den sich in ein Maul verwandelnden Brustkorb sucht man vergebens.
Wer den Carpenter Film noch nicht kennen sollte wird über die komplette Laufzeit gut unterhalten! Die Handlung ist wirklich spannend und besonders wenn das rätseln losgeht in wem das Alien gerade steckt ist mitfiebern angesagt! Leider ist das alles nahezu identisch zum 80er The Thing, so dass sich „erfahrene“ Filmfans eigentlich nur an den Monster-FX erfreuen können. Schade, ein wenig mehr Mut zu neuen Ideen wäre wünschenswert gewesen. Warum sieht man das Ding z.B. nur so kurz in seiner ursprünglichen (ok, wird wohl auch nur ein anderes infiziertes Alien sein) Form und wird dann direkt abgefackelt. Hier hätte man sich in Sachen kreativem Design ordentlich austoben und vor dem Thriller-Part noch ein wenig Monster-Action bieten können.
Ein netter Happen für zwischendurch, leicht bekömmlich und schnell verdaut.
Punkte: 7 von 10
PS: Ja, ich weiß das der Carpenter Film nur ein Remake ist, trotzdem spreche ich in meinem Review von “dem Original” da sich das Prequel direkt darauf bezieht. Also spart Euch Eure Klugscheißer-Kommentare
Livid

Die junge Schwesternschülerin Lucie hat einen wenig beneidenswerten Job: In einem abgelegenen Fischerdörfchen an der französischen Küste sorgt sie für die älteren Mitbürger in der Umgebung, die in den eigenen vier Wänden auf das abzusehende Ende ihres Lebens warten. Ihr Pflegedienst bringt sie auch bald auf das verfallene Anwesen der ehemaligen Tanzlehrerin Madame Jessel, die schon seit Jahren künstlich beatmet im Koma liegt. Irgendwo im Inneren des verwirrend großen Hauses, so besagt es die örtliche Legende, soll ein Vermögen verborgen sein. Zusammen mit ihrem Freund William und dessen Bruder erliegt Lucie der Verlockung des schnellen Geldes, und im Schutz der Nacht steigt das Trio in Madame Jessels Villa ein. Keiner von ihnen ahnt, was sie wirklich dort drinnen erwartet… (Inhaltsange von www.fantasyfilmfest.com)
Da ist er also, der neue Film von Julien Maury und Alexandre Bustillo, den Machern von Inside. Die Vorfreude auf eine ähnlich blutüberströmte Schlachtplatte wurde aber schon früh mit der Aussage einen klassischen Horrorfilm drehen zu wollen vertrieben. Es muss aber auch nicht immer mega-gory sein und der erste Trailer versprach eine ganz besondere Atmosphäre!
Und tatsächlich ist Livid genau das geworden, old-school Gruselhorror bei dem aber auch die gewisse Prise roter Lebenssaft nicht fehlt. Lucie ist eine sympathische kleine Göre, die vor kriminellen Machenschaften zwar nicht zurück schreckt, das Herz aber an der richtigen Stelle hat. Ihr Freund Will und sein Bruder spielen in Livid nur eine untergeordnete, ja geradezu mitleiderregende Rolle. Wie schon Inside ist Livid ein Film der starken Frauen. Béatrice Dalle hier gleich doppelt in zwei Mutter-Rollen zu besetzten kann wohl schon als kleiner Insider-Gag für die Fangemeinde angesehen werden.
Werden in den ersten 20 Minuten die Charaktere eingeführt, beginnt mit dem Einbruch in das alte Herrenhaus der starke Teil von Livid. Die Atmosphäre ist extrem dicht wenn die 3 Eindringliege sich durch die dunklen Zimmer schleichen oder am Krankenbett der (angeblich) gebrechlichen alten Frau stehen. Besonders ein Spielzimmer mit lebensgroßen Puppen denen Tierköpfe aufgesetzt wurden ist mir gut im Gedächtnis geblieben und verdammt gruselig. Die beiden Regisseure lassen es gemächlich angehen und geben dem Zuschauer die Zeit die Stimmung vollkommen in sich aufzusaugen. Wenn dann die Vampire/Geister anfangen loszuschlagen geschieht dies ziemlich mystisch und blutig. Man weiß nicht so recht mit was man es zu tun hat und nur nach und nach kommt durch Visionen von Lucie die Wahrheit ans Licht. Das letzte Drittel konnte mir dann leider nicht mehr so recht zu sagen. Keine Ahnung ob Maury und Bustillo sich am Ende selber verzettelt haben oder mal was ganz innovatives abliefern wollten, ich konnte damit jedenfalls nichts anfangen. Eine Prise weniger Fantasy wäre da meiner Meinung ratsam gewesen.
Livid hat etwas märchenhaftes, dieses Feeling zieht sich durch den kompletten Film und durch nahezu jedes Bild. 3 junge Menschen auf der Suche nach einem Schatz, ein verwunschenes Haus, die böse Mutter und die finale schmerzhafte Erlösung; klassische Themen wie man sie auch in den Geschichten der Gebrüder Grimm findet. Bis auf das lahme und viel zu lang gezogene Ende ein nicht perfekter aber schöner Horrorfilm.
Punkte: 7 von 10
PS: Am 10.05 kommt dann auch schon die DVD/BD von Sunfilm, also Augen auf
REC³

Für Clara und Koldo sollte es der schönste Tag ihres Lebens werden. Nach der kirchlichen Trauung geht auf ein großes Anwesen zur Megaparty mit zig geladenen Gästen. Doch wie sollte es auch anders sein steckt mehr hinter dem Hundebiss den sich der Onkel des Bräutigams am morgen zugezogen hat. Es dauert nicht lange und das Virus verteilt sich über die nahezu komplette Hochzeitsgesellschaft, Panik und Gewalt brechen aus. Clara und Koldo werden im ersten großen Gemetzel getrennt, doch keiner von beiden will seine große Liebe so einfach aufgeben.
Ich oute mich hier als Fan von Mockumentary/Found-Footage Filmen und der REC Reihe im speziellen! Teil 2 ist meiner Meinung eines der wenigen Beispiele bei denen das Sequel den Vorgänger sogar noch übertrifft. Das plötzlich Dämonen mit im Spiel sind hat zwar vielen nicht gefallen, ich fand den Twist und die Umsetzung aber äußerst gelungen. Als dann vor einigen Wochen bekannt wurde das REC³ auf den FantasyFilmFest-Nights gezeigt wird war die Freude bei mir natürlich entsprechend groß, wobei ich statt einem Prequel schon lieber gesehen hätte wie es weitergeht. Aber Teil 4 „Apocalypse“ ist ja auch schon in der Mache.
REC³ scheint neue Wege gehen zu wollen, soll heißen nur die ersten 15-20 Minuten sind im altbekannten Wackelkamera-Style. Hier werden die Hochzeitssaufnahmen von verschieden Personen gezeigt und die Charaktere eingeführt. Sobald die eigentliche Action losgeht wechselt REC³ zur konventionellen Kameraführung. Das macht ihn leider auch fast zu einem gewöhnlichen Zombie-Film und ein Großteil der Intensität geht verloren. Allerdings gehört REC³ zu dem unterhaltsamsten was ich in letzter Zeit an Zombie-Streifen gesehen habe. Das liegt zum einen an den wirkliche sympathischen Charakteren, besonders dem Hochzeitspaar wünscht man das sie aus dieser Hölle entkommen. Ja, man nimmt ihnen sogar ihre Liebe ab und so ergibt sich in all dem der Blut auch der ein oder andere äußerst romantische Moment
Tja, und wo wir gerade bei Blut sind, davon gibt es in REC³ auch eine ganze Menge. Durch die normale / ruhige Kamera bekommt man die Splatter-FX nun auch zum ersten mal in der Seriengeschichte richtig zu sehen. Da werden Kehlen aufgerissen, Körper durchbohrt und was eine Kettensäge anrichten kann wird sich hier wohl auch jeder vorstellen können. Für das Franchise ebenfalls recht untypische war das hohe Maß an Komik! Es gibt viel zu lachen, seien es die kreativen Tötungssequenzen, ein Überlebender im Spongebob-Kostüm (Sorry, Spongejohn natùrlich
) oder ein übertriebener Chainsaw-Run. REC³ ist mit einem dicken Augenzwinkern zu sehen und nimmt sich selbst nicht all zu ernst ohne aber in wirklichen Klaumauk abzudriften. Das macht Spaß und tut dem Film gut, könnte DieHard-Fans aber sicherlich verschrecken.
Stellt sich nun natürlich die Frage “Hat das Ganze überhaupt noch irgendwas mit REC zu tun?”. Ja, hat es! Die Handlung läuft parallel zu den Geschehnissen aus Teil 1+2 und man sieht immer wieder kleine Verweise darauf im Hintergrund. Außerdem wird die Serien-Mythologie weitergesponnen, ohne allerdings wirklich viel neues zu den Ursprüngen zu verraten. Im vierten und letzten Teil wünsche ich mir aber die alte Ruckel-Kamera zurück! Wie man eine weitflächige, actioneiche Handlung in diesem Stil einfangen könnte hat ja das Ende von Chronicle schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Punkte: 8 von 10
Chillerama

Mit Chillerama habe wir mal wieder eine Horror-Anthologie vorliegen, die als große Hommage an das Genre angesehen werden kann. Die Macher sind allesamt selber Fans und das merkt man anhand der Machart und der Geschichten auch. Das dabei nicht jede Folge ein Knaller ist kennt man ja bereits aus anderen Sammlungen, aber immer der der Reihe nach:
Wadzilla: Hierbei handelt es sich um eine Liebeserklärung an die Monsterfilme der 50er Jahre wie Panik in New York. Miles wird vom Urologen seines Vertrauens (Herrlich wie immer: Ray Wise) ein neues Medikament verschrieben das seine Spermien ein wenig munter machen soll. Beim abendlichen Blinddate gerät die Situation allerdings außer Kontrolle, nur durch eine schnell eingeleitete Selbstbefriedigung kann der junge Mann sich von dem immer größer werdenden Spermium befreien. Doch der kleine schleimige Racker kann entkommen und wächst unaufhörlich weiter! Die Army muss eingreifen um die bald haushohe Wichs-Kaulquappe (sorry) zu zerstören!
Großartig, Wadzilla schafft es den Style der 50er Jahre wirklich gekonnt einzufangen. Mal ist das Monster dilletantisch animiert, mal verkloppt eine Puppe Army-Panzer in Spielzeugform. Die Schauspieler ergehen sich dabei im beabsichtigen Overacting und schreien sich die Lunge aus dem Hals. Die Gags zünden zwar größtenteils, allerdings gehen die meisten Lacher doch ziemlich unter die Gürtellinie.
I was a Teenage Werebear: Der mit Abstand schlechteste Part von Chillerama. In Anlehnung an die Surf- und Beachfilme der 60er wird die Geschichte des Collegeschülers Ricky erzählt, der gerade seine Homosexualität entdeckt. Von dem Anführer einer in Lack und Leder gekleideten Gang in den Po gebissen wird er zum Werebear! Bear ist ein Slangwort aus der Schwulenszene und beschreibt wohl etwas dicklichere stark behaarte Männer in knappen Leder Outfits. In eben diese verwandeln sich die eigentlich knackigen jungen Männer und begehen Mord und Totschlag. Na ja, so richtig viel Mord und Todschlag gibt es da allerdings nicht. Die Gewaltszenen sind recht billig (ja, auch absichtlich) insziniert und hauptsächlich ruht sich „Werebear“ auf der vermeintlich witzigen Grundidee aus. Leider fand ich die meisten Gags nicht sonderlich lustig, wobei man zugeben muss dass die Masken schon ziemlich bescheuert aussahen. Allerdings übertreibt es diese Episode ein wenig mit den Homo-Witzen und auch die Musical-Einlagen nerven gewaltig. Alles in allem einfach langweilig, beim nächsten Mal schauen werde ich wohl direkt zum nächsten Film skippen. Ach ja, und kommt mir bloß nicht mit Schwulenfeindlich oder so, Regisseur Tim Sullivan und Hauptdarsteller Sean Lockhart sind beide Homosexuell! Die dürfen da also Witze drüber machen
The Diary of Annefrankenstein: Wer sich durch den zähen Werebear gequält hat wird mit einem absoluten Highlight belohnt. „The Diary of Annefrankenstein“ ist eine in schwarz/weiß gedrehte Huldigung an die ganz frühen Horrorfilme a lá Nostferatu. Hitler bemächtigt sich dem Tagebuch der Annefrankenstein und erschafft sein eigenes, aus Leichenteilen zusammengebautes Monster. Da die Geschichte uns gelehrt hat das bei den Nazis noch nie etwas geklappt hat, gibt es natürlich auch hier kein all zu glückliches Ende für Adolf.
Ok, „Annefrankenstein“ ist zwar nicht all zu blutig, aber so herrlich witzig und politisch inkorrekt das man diese Episode einfach lieben muss. Alle Schauspieler sprechen fließendes deutsch (englisch untertitelt), nur Joel David Moore als Hitler ist Amerikaner und brabbelt unverständlich vor sich hin! Besonders für uns deutsche Zuschauer ein großer Spaß! Wenn der arme Hitler dauernd von der ewig geilen Eva Braun hintergangen wird oder sich mit dem Monster durch die offensichtlichen Pappkullissen prügelt bleibt kein Auge trocken. Das Monster wird übrigens von Kane Hodder (der einzig wahre Jason) gespielt, hat jüdische Züge die ins satirische überzogen sind und heiß Meshugannah
! Für manch einen geht das vielleicht zu weit, ich habe mich köstlich amüsiert.
Eingebetet werden die 3 Filme natürlich in eine Rahmenhandlung, dem „Zom B Movie“. Diese spielt in einem alten Drive-In Kino dessen letzter Abend vor der Schließung ansteht und wo noch mal die o.g. Streifen gescreent werden sollen. Natürlich geht auch hier etwas schief und so verwandeln sich die Besucher nach und nach in Blut- und Sexgierige Zombies!
Ist klar, hier standen Return of the Living Dead & Co. Pate! Look und Style der 80er Jahre wurden gut eingefangen, allerdings dauert es ewig bis das „Zom B Movie“ mal an Fahrt aufgenommen hat. Die kleineren Intermezzi zwischen den anderen Filmen sind eher langweilig und erst am Ende kommt es zu ordentlicher Zombie-Action! Die ist dafür schön blutig und Over the Top, driftet aber leider wieder viel zu sehr ins blödelige ab! Das die Untoten in purer Geilheit übereinander herfallen passt zwar zum Chillerama-Konzept, war mir dann aber doch ein wenig zu viel des Guten! Richtig schön ist dann noch mal das Film-Zitate-Medley am Ende, bei dem der von Zombies umringte Held einen Spruch nach dem anderen rauß haut!
Tja, was soll ich nun dazu sagen! 1x Gut (Wadzilla), 1x Super (Annefrankenstein), 1x Mittelmaß (Zom B Movie) und 1 Ausfall (Werebear). The Diary of Annefrankenstein rettet die komplette Sammlung! Ohne diesen Partykracher wäre Chillerama doch eher eine Enttäuschung die vom pubertären Pimmel-Humor leben würde. So überwiegt doch das positive Gefühl eine nette Reise durch das Horror-Genre gemacht zu haben. Allerdings habe ich mir von den Namenhaften Regisseuren doch mehr versprochen. So bleibt Chillerama ein kleiner Snack für den schnellen BadTaste-Hunger zwischendurch.
Punkte: 6,5 von 10
The Human Centipede 2

Martin: Astmathiker, geistig unterentwickelt, unästhetisch und noch bei seiner Mutter wohnhaft! Der seltsame Mann, der schon in seiner Jungend vom Vater missbraucht wurde, hat scheinbar nur eine Leidenschaft: The Human Centipede. Geradezu besessen von diesem Film ist sein einziges Ziel die Geschehnisse nachzustellen. Doch mit einem 3 Personen-Centipede will Martin sich nicht zufrieden geben, sein Meisterwerk soll aus 12 Stücken bestehen.
Ich bin Horror- und Splatter-Fan, es darf also auch mal ein wenig extremer werden. Scrapbook, Inside, Martyrs oder Subconcious Cruelty… allen konnte ich irgendetwas abgewinnen, mit The Human Centipede 2 bin ich nun jedoch an meine Grenzen gekommen. Dabei hätte ich bei der Publicity die der Film bekommen hat eigentlich schon vorsichtig werden müssen, aber mir hatte der erste Teil irgendwie gefallen! Der wurde im Vorfeld ja auch schon ordentlich durch die Mangel genommen, hatte mich durch seine teilweise extrem trashige Art und Weise aber eher belustigt als wirklich angeekelt.
Nun ja, HC2 ist wohl die Ultra-Sleaze Version vom Vorgänger. Quasi jede Szene des in Schwarz/Weiß gedrehten Films ekelt den Zuschauer regelrecht an, was hauptsächlich Film-Maniac Laurence R. Harvey als Martin zu verdanken ist. Der kleine aufgedunsene Mann mit den hervorquellenden Augen spielt das geistig zurückgebliebene Muttersöhnchen mit einer Intensität das einem Angst und Bange wird. Schwitzig, meistens halb nackt und ohne im gesamten Film ein Wort zu sprechen ist hier wohl eine neue Ikone des extremen Films geboren. Generell ist der Streifen sehr Dialog arm, die meiste Zeit ist einfach nur das Gewimmer der Opfer oder das Gegrunze von Martin zu hören. Ist man in den ersten 50 Minuten noch recht „angetan“ von der kranken Atmosphäre, wird man vom letzten Drittel geradezu erschlagen! Hier beginnt Martin seinem Traum vom eigenen Human Centipede in die Tat umzusetzen, allerdings nicht medizinisch akkurat wie Dr. Heiter aus Teil 1, sondern mit Küchenmesser, Tacker und Gaffer-Tape! Die Kamera hält gnadenlos drauf und spätestens wenn jedes Teilstück Abführmittel verabreicht bekommt und das Endstück vergewaltigt wird, sind wohl auch die Grenzen des schlechten Geschmackes überschritten. Wie eingangs erwähnt, ich liebe Horrorfilme, aber die letzten35 Minuten waren mir einfach zu krass! Dabei muss man Regisseur Tom Six für die Grundidee (Fan von Teil 1 will seinen Lieblingsfilm nachahmen) durchaus Respekt zollen. Eine ähnlich Story ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen und durchaus originell! Leider verpufft irgendwann diese Meta-Ebene und der Film verliert sich in reinem Ekel! Zusätzlich fehlte mir auch der schwarze Humor, der noch einen guten Teil des Vorgängers ausmachte. Hier habe ich nur kurz geschmunzelt, als Martin die 3 Hauptdarsteller aus The Human Centipede unter dem Vorwand für den neuen Tarantino vorzusprechen zu sich lockt.
The Human Centipede 2 ist weder stumpf noch schlecht gemacht, hat mich persönlich allerdings so gar nicht angesprochen. Ich will Spaß beim Filme schauen haben oder von einer guten Story mitgerissen werden, HC2 hat einfach nur verstört! Für Leute die auf so ein Filmerlebnis stehen (A Serbian Movie scheint ja in eine ähnlich Richtung zu gehen) sicher eine neue Offenbahrung, ich konnte damit nichts anfangen!
Punkte: 3 von 10
